Senkung für Verbrenner
Freihandelsabkommen mit Indien: Doch ausgerechnet E-Autos sollen weiterhin mit 110 Prozent verzollt werden
Indien plant, die hohen Importzölle auf europäische Fahrzeuge deutlich zu senken. Elektroautos bleiben von diesen Erleichterungen jedoch ausgenommen. Für die europäischen Hersteller auf Elektromobilitätskurs ist das keine allzu erfreuliche Nachricht.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, steht der Abschluss eines seit rund zwei Jahrzehnten geplanten Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und Indien kurz bevor. Erste Details liegen bereits vor: Indien plant wohl, seine Importzölle auf europäische Autos deutlich zu senken. Vor allem Premium-Verbrenner sollen künftig begünstigt werden.
Wie ein Insider gegenüber der Nachrichtenagentur erklärte, habe sich Ministerpräsident Narendra Modi bereit erklärt, den Zollsatz für eine begrenzte Anzahl von Fahrzeugen sofort zu reduzieren. Konkret geht es um bis zu 200.000 Verbrennerautos pro Jahr mit einem Importpreis von mehr als 15.000 Euro. In diesem Segment sollen die Abgaben teilweise von bislang bis zu 110 Prozent auf nur noch 40 Prozent gesenkt werden. In den kommenden Jahren soll der Zollsatz sogar auf bis zu 10 Prozent reduziert werden.
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Elektrofahrzeuge bleiben von den geplanten Absenkungen der Zollsätze zunächst ausgenommen. Mit diesem Schritt verfolgt Indien das Ziel, die heimischen Hersteller Mahindra & Mahindra und Tata Motors vor zusätzlichem Wettbewerbsdruck zu schützen. Erst nach Ablauf von fünf Jahren sollen die reduzierten Zölle auch auf Elektroautos ausgeweitet werden.
Im Gegenzug könnte Indien durch die neuen Regelungen deutliche Erleichterungen beim Export von Textilwaren und Schmuck in die EU erhalten. In der jüngeren Vergangenheit hatte das Land besonders darunter gelitten, dass die Vereinigten Staaten diese Warengruppen mit hohen Einfuhrzöllen belegt hatten.
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Genauere Details zu dem Freihandelsabkommen sind bislang noch nicht bekannt. Reuters zufolge könnte der Abschluss der Verhandlungen jedoch bereits am Dienstag im Rahmen eines Gipfeltreffens zwischen EU-Politikern und der indischen Regierung in Neu-Delhi offiziell verkündet werden. Am Sonntag hatten sowohl das indische Handelsministerium als auch die Europäische Kommission Stellungnahmen zu dem Thema noch abgelehnt.
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Auf der anderen Seite ist jedoch klar: Beim Hochlauf der Elektromobilität dürfte das Freihandelsabkommen Herstellern wie Volkswagen, Stellantis, Mercedes-Benz und Co. kaum helfen. Mit dem Protektionismus, den Indien im Bereich der E-Mobilität weiterhin aufrechterhält, wird die langfristige Strategie der europäischen Hersteller, die eine vollständige Elektrifizierung der Modellpaletten vorsieht, nicht unterstützt.
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Doch auch die EU verfolgt im Bereich der Elektromobilität eine stark protektionistische Linie – und ist damit nicht in der Position, Indien für seine Politik zu kritisieren. Um für einen „fairen‟ Wettbewerb zu sorgen, hatte die Europäische Kommission seit Herbst 2024 hohe Zollsätze auf den Import chinesischer Elektroautos eingeführt.
Zwar haben sich Brüssel und Peking kürzlich auf eine Lockerung der Importzölle für reine Stromer sowie stattdessen auf die Einführung von Preisuntergrenzen verständigt. Im Gegenzug erwägt die EU jedoch nun, chinesische Hybridfahrzeuge mit zusätzlichen Zöllen zu belegen (Apollo News berichtete).
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Freihandelsabkommen mit Bedingungen…Finde den Fehler.
Krieg ich eine Eins, wenn ich „Frei“ streiche?
Sogar ein Sternchen…🌟
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Ich finde für Trommeln ist es noch zu früh.
Laut Staatssekretär im Handelsministerium, Rajesh Agrawal könnte es noch bis zu sechs Monate dauern, bis das Abkommen auch formal unterzeichnet wird. Zuvor müsse es noch rechtlich überprüft werden.
Nun, Kardinal Richelieu hatte ein Problem: Die für fürstliche Repräsentation unerläßlichen Spiegel mussten teuer aus Venedig gekauft werden, während die Venezianer abwandernde Glas- und Spiegelmacher aus Murano mit dem Tode bedrohten. Sein Nachfolger, Kardinal Mazarin, bot nun Prämien und immerwährende Steuerfreiheit an, sollten sich Handwerker aus Murano in Frankreich ansiedeln, was tatsächlich einige taten (und die seinerzeit gegründete Manufaktur Saint-Gobain genießt für ihre Spiegel in Frankreich noch immer Steuerfreiheit).
Denn Wirtschaftspolitik funktioniert eben nach Kassenlage und Interesse und nicht nach Ideologie und politischen Wünschen.
Und, wenn ich mir die europäische Wirschaftspolitik der vergangenen 25 Jahre historisch-kritisch betrachte, komme ich immer mehr zu dem Eindruck, daß diese in Richtung eines merkantilen Protektionismus nach feudalstaatlicher Planvorgabe entwickelt wird – obwohl wir den Merkantilismus schon gegen Ende des 17. Jhdts. für überwunden hielten.
Ich brauche kein Freihandelsabkommen mit Indien.
Mir wäre freie Marktwirtschaft im eigenen Land lieber.
die Frage lautet doch eher: Wer will diese E-Autos überhaupt haben?!
Die gesamte europäische Industrie und Landwirtschaft wird mit Billigimporten aus China, Indien, Südamerika und demnächst wohl auch noch aus dem fernen Afrika ruiniert. Bald können wir gar nichts mehr selber produzieren und sind völlig abhängig. Also das genaue Gegenteil der „europäischen Souveränität“, die man in Brüssel und Berlin angeblich verfolgt. Und dazu noch so „klimafreundlich“, wenn man alles vom anderen Ende der Welt holt, was man auch selber zu Hause produzieren könnte.
Gut so, ginge es diesen Lügnern und Betrügern wirklich ums „Klima“, würden wir schon lange alle in 5000,-€ Batterieautos aus China rumfahren.
Aber die Planwirtschaft der EUdssR war nur ein Umverteilungsmanöver, und man hat den deutschen Autobauern gesagt: „wie toll ist das, jeder muss sich ein neues Auto kaufen“. Die Pleite ist also wohlverdient und nicht mehr aufzuhalten.
🤭🤭🤭