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Ausbleibende Reformen

Koalition agiere „hart an der Grenze zur Verantwortungslosigkeit“, erklärt Arbeitgeberpräsident Dulger

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger erhöht den Druck auf die Bundesregierung: Ohne Reformen bewege sich die Koalition „schon hart an der Grenze zur Verantwortungslosigkeit“. Er fordert einen Umbau des Sozialstaats, Änderungen bei Krankschreibung und Lohnfortzahlung sowie Steuerentlastungen.

Von

IMAGO/Sven Simon

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Aufgrund des Mangels an Reformen und Veränderungen erhöht Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger erneut den Druck auf die Bundesregierung. Die Regierungskoalition müsse ihre parlamentarische Mehrheit nutzen, um umfassende Reformen auf den Weg zu bringen. Andernfalls bewege sie sich „schon hart an der Grenze zur Verantwortungslosigkeit“, erklärte Dulger gegenüber dem Focus. Der bestehende Koalitionsvertrag reiche nach seiner Einschätzung nicht aus, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen.

Nach Auffassung des Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist ein grundlegender Umbau des Sozialstaats notwendig. Konkret sprach sich Dulger für die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung aus und forderte eine Neuordnung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Hintergrund sind aktuelle Zahlen zum Krankenstand: Im Jahr 2025 waren Beschäftigte im Durchschnitt 19,5 Kalendertage krankgeschrieben. Damit liegt der Wert nur geringfügig unter dem Vorjahresniveau von 19,7 Fehltagen, wie aus Daten der Krankenkasse DAK hervorgeht.

Darüber hinaus plädierte Dulger für steuerliche Entlastungen. Eine Senkung der Einkommensteuer für rund 40 Millionen Beschäftigte könne dazu beitragen, den Menschen „mehr Netto vom Brutto“ zu lassen. Kritisch äußerte er sich hingegen zu Überlegungen der SPD, die Erbschaftsteuer zu reformieren. In diesem Zusammenhang stellte Dulger die Frage, ob die wirtschaftliche Lage ausreichend berücksichtigt werde.

Bereits kurz vor dem Jahreswechsel erklärte der Arbeitgeberpräsident, dass Deutschland „in der längsten Krise seit Gründung der Bundesrepublik“ stecken würde. „Deutschland braucht einen großen Wurf – sonst droht eine Dauerkrise“, forderte er bereits damals (mehr dazu hier).

Nach zwei Rezessionsjahren in Folge erwartet man für 2025 lediglich ein sehr geringes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Auch für das darauffolgende Jahr rechnen Fachleute bislang nicht mit einem spürbaren Aufschwung. „Auch wir müssen uns bewegen, wenn wir nicht den Anschluss verlieren wollen“, so Dulger.

ha

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62 Kommentare

  • Ich möchte gerne mal erfahren, wieviele Jahre Herr Dulger an diesem Satz gefeilt hat. Der Sachverhalt ist ja schon ein paar Jahre real. Entweder ist er so langsam im Denken oder irgendwas mit Anstand.

    • An diesen Sätzen muss Herr Dulger nicht feilen. Das sind die klassischen Forderungen der Arbeitgerverbände solange ich denken kann, also seit über 40 Jahren, die aber normalerweise und auch aktuell mit den eigentlichen Ursachen der Misere nichts zu tun haben.

      • schon unter Helmut Kohl wollte man die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kürzen. Nur noch 80 % Auszahlung. Darauf hin wurde dann SPD gwählt.
        Die nahm dieses zwar zurück, dafür fielen denen noch ganz andere Sachen ein.

        Es waren fast die gleichen Sprüche.
        Damals hiess es Deutschland wäre der grösste Freizeitpark Europas.
        Heute: Zuviel Work-live-Balance.
        immer das Gleiche.

    • Leider ist Dulger immer auf Linie und bläst hier nur unqualifiziert rum. Ein Duckmäuser, der kommt wenn es zu spät ist.

    • @Realist: Eher irgendwas mit „Klima“ & Mängel etc. „nicht instrumentalisieren“

    • Nee. Ihr habt dem Mann nicht richtig verstanden. Dieser hat ja nich gesagt von WELCHER SEITE der Grenze aus. 🤪🤣🙃

  • Bald werden Krankschreibungen überflüssig, wenn es keine Firmen mehr gibt, gibt es auch keine Arbeitsplätze.

    • und der Arbeitgeber, Jobcenter, dem reicht wahrscheinlich die Willenserklärung

    • Jetzt auf den noch arbeitenden rumhacken, aber die ganze arabische Welt alimentieren. Ganz mein Humor Dulger. !!!

      • Na logisch. Egal welche Konsequenzen durch die Raute auftauchen, ob bei der Sicherheit, im Gesundheitswesen, auf dem Wohnungsmarkt, bei der Rente, im Zahlungssystem und und und, immer, absolut immer, kriegt allein der Michel die Rechnung in Form von völlig überzogenen Reformen präsentiert.
        Die Verursacherin, ihre Partei und deren Schäfchen gehen leer aus.

  • mich stören nicht die 19.5 Tage der Arbeitnehmer, die sind absolut nachvollziehbar wenn man die Gehaltsabrechnung sieht. Mich stören eher die 10 bis 15 Jahre von Beamten , bei vollem Gehalt. Weswegen meine Gehaltsabrechnung auch so aussieht wie sie aussieht bei den Abzügen

    • Dort müsste man mit einem Downsizing anfangen.

    • Das hat mit der Lohnabrechnung überhaupt rein gar nichts zu tun. Ein normaler Mensch bekommt Infekte und hat im Laufe seines Lebens etliche Krankheiten zu überwinden und chronische, auch vererbte auszuhalten – Unfälle noch nicht eingerechnet.
      Die wollen uns benutzen, mißbrauchen, aussaugen und dann wegschmeißen.
      Die Nummer können sie ja bei ihren Fachkräften abziehen.

      • viele werden dann auch krank zur Arbeit kommen, weil sie es sich nicht leisten können, bei den eh schon mageren Gehältern.

    • 2024, Beamte fehlten zwischen 21 und 22 Tagen krankheitsbedingt. BEAMTE.

  • Ach was, wer hätte das gedacht

  • Also ich hab letzthin erst die Statistiken eines deutschen Großkonzern gesehen. Krankschreibungen sind 0.02% höher gewesen. Die Nebenkosten pro Mitarbeiter 60% höher.
    Also liegt das Problem woanders und das hat viel mit Auflagen in der Verwaltung zu tun, sowie gestiegene Grundkosten überall. Strom und Heizen, sowie Lieferkosten explodieren dank Co2 Steuer. EU Auflage überlasten die HR Abteilungen und die IT muss ebenso ständig neue Auflagen umsetzen.
    Das ewige rumhacken auf angebliche faule deutsche Arbeiter, gibts doch seit dem Wegfall der Industrie nicht mehr. Damals hat der Fliessbandarbeiter regelmässig nach dem Urlaub noch 2-3 Wochen krank gemacht. Aber die sind jetzt auf Sozialhilfe, weil der Betrieb pleite ist.
    Nebenbei, wie will man den am Wochenende eine AU bekommen? Ja da arbeiten viele.

  • Das bayerische Raketen-Start-up „Isar Aerospace“ will heute zum ersten Mal mit einem Raumschiff aus eigener Produktion Satelliten ins All bringen.
    Am Abend ab 21 Uhr soll die Rakete vom norwegischen Weltraumbahnhof Andoya abheben. Bereits 2025 hatte das Unternehmen einen Testflug absolviert, der nur wenige Sekunden dauerte.
    Firmengründer Metzler sieht in den wachsenden europäischen Raumfahrtaktivitäten eine geopolitische Notwendigkeit. Während in den USA im vergangenen Jahr rund 200 Raketen gestartet worden wären, seien es in Europa nur acht gewesen, sagte er dem BR. In Zukunft komme es aber darauf an, im Sinne der Unabhängigkeit von anderen Staaten ein möglichst dichtes Netz an Satelliten im Orbit zu haben.
    Immer mehr Geld fließt in junge, bayerische Hightech-Unternehmen.
    Es profitieren vor allem die Bereiche Rüstung, KI und Biotech.
    Berlin mit einem Schwerpunkt im E-Commerce verliert hingegen.
    2025 flossen rund 3,4 Milliarden Euro nach Bayern. (BR)

    • Ok, Raumfahrt ist technisch gesehen cool. Aber wie viele Leute können in diesem Sektor beschäftigt werden?

      Den Verlust der Automobil- und Chemie-Industrie wird das nicht mal im Ansatz kompensieren.

      Insofern verstehe ich nicht, worauf Sie mit Ihren Ausführungen hinaus wollen.

  • Oho, das Festhalten an der CO2 Bepreisung und der Klimapolitik sollen jetzt erst mal die Arbeitnehmer ausbaden. Wer hätte das gedacht?

  • „…. bewege sich die Koalition „schon hart an der Grenze zur Verantwortungslosigkeit“.“ Was für eine rücksichtsvolle Grußadresse. Wir können aufatmen, sie hat die Grenze nicht überschritten.

  • Es ist doch nicht nur die Krankschreibung per Telefon. Dazu kommt doch auch noch, dass jees Elternteil Anspruch auf 15 Tage Kinderkrankengeld pro Kind hat. Bei mehreren Kindern sind es max. 35 Tage. Bei Alleinerziehenden verdoppelt sich es auf 30 Tage pro Kind (max. 70 Tage insgesamt).

    Bei so viel Freundlichkeit muss die Krankheitstagestatistik krank werden!

    Hinzukommen dreißig Tage Urlaub, Mutter-Kind-Kur oder Fortbildungstage.. Bei 220 Arbeitstagen im Jahr sieht so nancher Chef die ihm „bekannten “ Schäfchen nur noch die Hälfte.

    Die soziale Freundlichkeit zahlen die Arbeitgeber und der Endkunde über einen hohen Stundensatz.

    • Das habe ich mir auch schon mehrfach gedacht.

  • Dulger will die AfD von der Regierung fernhalten. Die CDU hat kein eigenes Programm.
    Das der SPD wird umgesetzt. Er widerspricht sich also selbst, will es aber nicht merken.

  • Lieber Arbeitgeberpräsidenten.
    Ich kenne einen Schrauben und Dübelhersteller aus BW
    der findet diese Koalition super.
    Ihr müsst euch mal einig sein was ihr überhaupt wollt.

  • Nein, sie agieren nicht an der Grenze, sondern sie Schaden „Vorsätzlich“ dem Land. Und somit haben sie einen Meineid geleistet und das Verfassungsgericht müsste einschreiten! Und ein wichtiges Merkmal sollten sich die Verfassungsrichter vor Augen führen. Wenn Deutschland wirtschaftlich abstürzt, dann gibt es auch keine Staatsknete mehr. Und sie werden für ihre schamlosen Urteile zur Verantwortung gezogen werden!

  • Hart an der Grenze ? Das ist aber sehr wohlwollend formuliert!

    • Falsch, es ist eine arge Zumutung, sich so zu äussern.

    • Er darf nicht mehr sagen. Hat kein Kreuz!

  • Hat er auch schon gesagt, auf welcher Seite der Grenze sich die Regierung agiert?

  • diese „Koalition“ ist sich über gar nichts einig. Die CDU wird eher von der SPD am Nasenring durch die Manege geführt und mit der SPD sind diese Reformen unmöglich, ist der noch nicht daraufgekommen?

  • Korrekt. Die Frage ist nur, auf welcher Seite der Grenze. Ich denke, es ist bereits verantwortungslos. Zeit für ein paar öffentliche Tränen und Wählerbeschimpungen.

  • Wieso Reformen, Die letzen Jahre wurde doch bereits alles Reformiert. Sie nannten es Große Transformation bestehen aus unzähligen „Wenden“. Kein Stein steht mehr auf dem andern. Die einzig wirkliche Reform wäre die komplette Rückabwicklung aller „Reformen“ von Ampel und Co. Warum sollten diese Reformarteien denn plötzlich den Rückwertsgang einlegen?

  • Immerhin hat er sich den rosa Elefanten schon mal um den Hals gebunden. Aber ansonsten…kein Wort über die kausale Zerstörungspolitik der Bundesregierung externer Interessen

    • Exakt das.
      Nennt sich Helikopter-Syndrom.
      Einfliegen, Staub aufwirbeln, wieder wegfliegen.

  • Jetzt wird der Mittelstand vernichtet – von oben und von links – alles stürzt sich auf die arbeitende, deutsche Bevölkerung, die sich im Laufe ihres Lebens etwas aufgebaut und zusammengespart hat.

  • Hart an der Grenze, ja, ja.

  • ME ist die Grenze längst überschritten. Wir haben es hier mit Vorsatz zu tun. die Grünen und globalistische Kreise sabotieren uns und die anderen Parteien folgen der Linie weil sie Angst vor den Medien haben, die in den Händen der Verschwörer sind.

    Darüber hinaus geht die Stoßrichtung gegen unseren Sozialstaat in die falsche Richtung. Dieser ist zwar stellenweise übertrieben, das Hauptproblem sind aber die offenen Grenzen.

    Es ist Naturgesetz, ähnlich der Schwerkraft, dass Sozialstaat und offene Grenzen nicht zusammengehen.

    • Die, die den Sozialstaat mit ihrer Arbeit finanzieren, haben am wenigsten davon. Leider überblicken das die meisten nicht. Die denken auch, die Rente ist Teil des Sozialstaats…

  • Lieber Herr Dulger, Sie und ihre Kollegen haben den Kurs der Regierung doch seit Jahrzehnten unterstützt und nie den Mund aufgemacht. Im Gegenteil, sie haben Merkel doch die Hand vor den Allerwertesten gehalten und ihre Politik gefeiert. Sich jetzt hinzustellen und den Niedergang zu beklagen ist bigott.

  • Jajaj, Dulger. Blitzbirne.
    „Reformen“ huuuuuh ….
    Schon mal mitbekommen, dass Deutschland sich über die letzten 2 Jahrzehnte in die Steinzeit „reformiert“ hat?

  • Aha, Deutschland braucht also einen grossen Wurf. Mir stellt sich die Frage warum der Kollege Dulger, wie eigentlich nicht anders zu erwarten, die tatsächlichen Ursachen und Probleme mit keinem einzigen Wort anspricht und lieber wieder einmal die (angeblichen) Lösungen für Denkfaule aufs Tableau hebt. Ausserdem stellt sich mir die Frage warum die ganzen Arbeitgebervertreter bei den öffentlichen Auftritten unseres Kanzlers der 2ten Wahl regelmässig in Klatschorgien ausbrechen anstatt ihn aus dem Saal zu jagen.

  • Es war mir schon klar, was für „Reformen“ sich dieser Herr wünscht, alles zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung. Die echten Problembären, die wir alle kennen, werden nicht angesprochen. Es fehlt vor allem der Klimawahn und die damit verbundene Energiewende, die uns in die größte Krise seit Bestehen des Landes geführt hat. Stattdessen sollen wir für weniger Lohn mehr arbeiten und unserer über Generationen erstrittenen Rechte beraubt werden.

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