Werbung:

Werbung:

EU-Planwirtschaft

EU plant Mindestpreise für E-Autos und neue Zölle auf Hybrid-Autos aus China

Strafzölle gegen E-Autos aus China haben ihre Wirkung verfehlt. Daher will die EU-Kommission die Preise künftig diktieren. Auf Hybride könnte es jedoch neue Zölle geben. Geeignete Maßnahmen gegen die Expansion chinesischer Hersteller sind das aber nicht.

Stéphane Séjourné (links) und Ursula von der Leyen beratschlagen, wie sie Autos teurer machen können. (IMAGO/ABACAPRESS)

Werbung

Im Handelskonflikt um chinesische E-Autos verfolgt die EU-Kommission einen erratischen Kurs. Anstatt weiterhin Strafzölle zu forcieren, will die Europäische Union nun vermehrt auf sogenannte Mindestpreise beziehungsweise Preisuntergrenzen setzen. Das geht aus Leitlinien hervor, die die EU-Kommission jüngst veröffentlicht hat. Gleichzeitig wird diskutiert, Hybridfahrzeuge in das Zollregime einzubeziehen.

Chinesische Hersteller können nach den Leitlinien zusichern, ihre Fahrzeuge nicht unter einem festgelegten Mindestpreis in die EU zu verkaufen und so Strafzölle umgehen. Dadurch soll die Marktdurchdringung chinesischer Autobauer begrenzt werden. Wie hoch genau die Mindestpreise ausfallen werden, ist derzeit nicht öffentlich bekannt. Allerdings werden Autos dadurch voraussichtlich teurer, ohne dass Verbraucher oder EU-Haushalt davon profitieren.

Die Preise sollen voraussichtlich individuell pro Modell und Hersteller in Verhandlungen mit der EU-Kommission zentralplanerisch festgelegt werden. Darüber hinaus verlangt Brüssel deutlich mehr Transparenz: Die Unternehmen müssen der EU detaillierte Informationen zu Vertriebswegen, möglichen Quersubventionierungen sowie zu geplanten Investitionen innerhalb der Staatengemeinschaft vorlegen.

Die Expansion chinesischer Hersteller auf dem europäischen Markt wird sich dadurch aber kaum wirksam bremsen lassen. Darauf verweist unter anderem Ferdinand Dudenhöffer, der Leiter des privaten Center Automotive Research (CAR). Er warnt davor, dass die neue Strategie der EU ins Leere laufen könnte.

Chinesische Hersteller bieten ihre Modelle in Europa bereits heute deutlich teurer an als auf ihrem Heimatmarkt. Angaben des CAR zufolge liegen die Verkaufspreise in der EU im Durchschnitt rund 118 Prozent über dem chinesischen Preisniveau. Die 13 untersuchten Modelle werden in China im Mittel zu einem Netto-Preis von 14.936 Euro angeboten, in Europa für etwa 32.573 Euro. Zwar sind diese Fahrzeuge damit weiterhin deutlich günstiger als vergleichbare Modelle europäischer Hersteller. Verglichen mit dem Heimatmarkt ist das jedoch nicht der Fall.

Lesen Sie auch:

Die Einführung von Mindestpreisen könnte den Preisabstand zwischen chinesischen und europäischen Herstellern etwas verringern und so Volkswagen, Stellantis, Mercedes-Benz und Co. eine gewisse Entlastung im Wettbewerb verschaffen. Die Hersteller aus China produzieren, bedingt durch staatliche Subventionen und niedrigere Standortkosten, deutlich günstiger als ihre europäischen Wettbewerber.

Am strukturellen Vorteil Chinas im Markt für Elektrofahrzeuge ändern Mindestpreise nichts, dieser bleibt vollständig erhalten. Die Chinesen könnten lediglich staatlich protektioniert ihre Margen ausweiten. Die Differenz zwischen dem bisherigen Verkaufspreis und dem vereinbarten Mindestpreis dürften sie selbst behalten. Konkret bedeutet dies, dass die Maßnahme chinesische Anbieter nicht wirklich schwächt.

Die chinesische Handelskammer bewertete die neuen Leitlinien folglich positiv. Der Schritt wird in Fernost als Beitrag zur Deeskalation des Handelskonflikts gewertet. Die Vereinigung sprach zuletzt von einer kontrollierten Übergangslösung, die europäischen Herstellern und Zulieferern mehr Berechenbarkeit und Stabilität verschaffen könne.

Bereits Ende 2024 hatte Peking vorgeschlagen, Elektrofahrzeuge auf dem EU-Markt nicht unter einem Verkaufspreis von 30.000 Euro anzubieten. Brüssel hatte dieses Angebot zu diesem Zeitpunkt jedoch abgelehnt. Dass die Kommission nun einen Kurswechsel einleitet, ist vor allem auf die ausgebliebene Wirkung der Strafzölle zurückzuführen, die die EU-Kommission im Oktober 2024 auf den Import chinesischer Elektroautos erhoben hatte. Europäische Unternehmen profitierten davon jedoch kaum.

Der Preisvorteil, den BYD, Nio und Co. auf dem europäischen Markt haben, wurde durch die EU-Zölle nicht beseitigt (mehr dazu hier). Mit Aufschlägen von 7,8 Prozent für kooperierende Unternehmen bis zu 35,3 Prozent für Hersteller, die unzureichend mit der EU zusammenarbeiteten – darunter etwa Chinas größter Autobauer SAIC – zusätzlich zu den Basiszöllen von 10 Prozent sollte die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Automobilindustrie geschützt werden. Die Einnahmen aus den Strafzöllen werden in den EU-Haushalt abgeführt.

Statt die Expansion der Chinesen zu bremsen, passten die Hersteller ihre Exportstrategie lediglich an: Zunehmend setzen sie auf die Ausfuhr von Hybridfahrzeugen, die bislang nicht mit Zöllen belegt waren. Laut chinesischen und europäischen Daten haben sich die Exporte chinesischer Plug-in-Hybride in die EU innerhalb eines Jahres vervielfacht.

BYD gelang es beispielsweise, allein im ersten Halbjahr 2025 rund 20.000 Plug-in-Hybride ohne Strafzölle in der EU zuzulassen. Im Vorjahreszeitraum spielte der Hersteller in diesem Segment noch keinerlei Rolle. Insgesamt stieg der Absatz chinesischer Hybride auf dem europäischen Markt im vergangenen Jahr um etwa 155 Prozent.

Vor diesem Hintergrund werden nun Stimmen in der EU-Kommission laut, auch Hybridimporte aus China mit Zöllen zu belegen. Wie Euractiv berichtet, habe Stéphane Séjourné, einer der sechs Exekutiv-Vizepräsidenten der EU-Kommission, „die Frage der chinesischen Hybridfahrzeuge bei zahlreichen Gelegenheiten angesprochen“.

Dem europäischen Nachrichtenportal zufolge habe der Stab des Franzosen die Frage aufgeworfen, warum das, was für Elektrofahrzeuge gelte – also die Strafzölle – nicht auch auf Hybridfahrzeuge angewendet werden solle, die unter denselben Bedingungen hergestellt würden.

Bemerkenswert ist dabei die Widersprüchlichkeit: Aufgrund der ausbleibenden Effekte der Strafzölle bringt die EU einerseits Mindestpreise für Stromer ins Spiel. Auch Séjourné selbst hatte sich zuvor eindeutig gegen die Erhebung von Strafzöllen ausgesprochen und betont, diese seien aus seiner Sicht kein geeignetes Mittel, da sie bestehende Wertschöpfungsketten beschädigten und zusätzliche handelspolitische Spannungen provozierten. Eine kohärente Strategie lassen die Brüsseler Zentralplaner also genauso vermissen wie eine marktwirtschaftliche Grundhaltung.

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

48 Kommentare

  • Wann fährt diese Verbrecherin endlich für viele Jahre ein?

    • Niemals, leider. Das regelt die Natur, leider.

      • Hoffentlich recht bald.

  • Ich kapiere einfach nicht, warum Deutschland nicht den Dexit wagt.

    • Der Dexit ist nur mit der AfD machbar!

      • Wäre aber Vernünftig und für Deustchland sicher sehr erfolgreich.
        Kontrollierbare Politik würde das ergeben !

    • Die meisten Parteien in Deutschland wollen scheinbar Deutschland abwickeln, zu Gunsten eines bürokratischen EU-Staates. Deutschland wird darin eine Bundesland ohne relevante Rechte. Die werden niemals einen Dexit beschließen.

    • Warum sollten diejenigen revoltieren, die die grössten Nutzniesser der kommunistischen Massnahmen der Kololonialisten sind – die deutsche Autoindustrie?
      Zu Zeiten der Zivilisation nannte man so etwas „vorsätzliche Wettbewerbsverzerrung“.

  • Geert Wilders bringt die Wut vieler Europäer in einen einzigen Post: „Niemand hat euch gewählt. Ihr vertretet niemanden. Ihr seid eine totalitäre Institution und könnt nicht einmal das Wort Meinungsfreiheit buchstabieren.“

    • Es nützt uns nix,die machen was sie wollen.

      -10
      • Nur weil wir Idioten es zulassen und weiterhin diese versifften Linken plus Cdu wählen! Also ich wähle AfD, aber es reicht leider noch nicht.

  • …und sie läuft noch immer frei rum….Wahnsinn.

    • Und sie lebt noch. Wahnsinn.

      • Die hat noch zuviel Security…

  • Für die chinesischen Autobauer ist der asiatische Markt viel interessanter. Dor sind die Volumina, Europa ist quasi Beifang…sollten jetzt Mindestpreise festgelegt werden, nützt es wieder nur den Chinesen weil sie dann über höheren Ausstattungsgrad im Preisdumping weiter spielen können. An unseren strukturellen Problemen ändert das alles sowieso nichts.

  • und wieder ein bisschen mehr die Marktwirtschaft außer Kraft setzen.

    Das hat noch in keinem Land der Erde zu besserer Versorgung geführt.

  • DEXIT Jetzt !!!!!

    • JETZT!!! und nicht morgen!

  • Die EU und insbesondere UvdL schimpfen über die Zollerhöhungen der US-Administration unter Donald Trump. Und was macht die EU?
    Sie erhöht die Zölle gegenüber China und setzt Mindestpreise für in die EU eingeführte Waren – also Protektionismus wie die USA gegenüber dem Handelsbilanzüberschuss der EU.

  • Betrüger, Taschenspieler und Diebesgesindel lassen sich schon seit hunderten von Jahren etwas einfallen, um ihre Opfer auszunehmen. Was denkst du über dieses Phänomen?

  • Ich dachte Zölle wären böse und wirtschaftsschädlich? Scheinbar nur dann, wenn Trump die gegen die EU einsetzt

  • Ha… Dann kaufen wir eben Amerikanische Autos… Problem gelöst… Nie wieder ein Deutsches Auto… Die sind eh schon ab Werk technisch veraltet…. Also entweder ein Oldtimer aus den ’90 igern oder eins aus Amerika… Da gibt’s auch Oldtimer fällt mir gerade ein.

  • der Beweis: wenn die es mit „Klimaschutz“ ernst nehmen würden, würden wir schon längst alle in einem 10 000€ E-Auto aus China rumgurken.
    Aber der „Greendeal“ ist nur ein anderes Wort für Planwirtschaft mit der sich die
    West-Oligarchen wieder mit öffentlichem Geld (Subventionen) und einer künstlichen Nachfrage (Verbrennerverbot) die Taschen vollstopfen wollte.
    Nach Pharma- und Energiemafia wollte die Industrie abschöpfen, da das nicht geklappt hat, hat man jetzt auf Waffen umgesattelt.

    • so ist es, die nennen das „Verteidigung“, dabei steht der Feind längst im eigenen Land und wenn wir uns sonst noch gegen wen verteidigen müssten, dann wären es die korrupten Politricker und EU-Parasiten!

  • Mindestpreise für die ausländische Konkurrenz … Profitmaximierung bei gleichbleibenden Löhnen und Energiekosten .. Das gab ne Party in Xiuha Dingsbums .. 🙂

  • Ein Handstreich vom Trump und weg vom Fenster isse die Flintenmuschi.

  • Ich plane, die EU aufzulösen…
    Der Rudelbums aus der Brüsseler Kloake hat null Daseinsberechtigung..
    F…EU!!!

    • Nachhaltig auflösen!

  • Also ich sehe da keinen grossen Unterschied zu Trumps Zoll-Sturm.

  • DEXIT jetzt !!!!! Besser zu spät als nie !

  • Hat uns die EU-Administration und die deutsche Regierung nicht noch vor kurzem erzählt wie böse Strafzölle sind …

    Besser kann man kaum zeigen, wie verlogen unsere derzeitigen Politiker sind.

  • Wenn ich in China was zu sagen hätte, würde ich Frau vdL fragen, ob sie sich mal überlegt hat, wer wohl von wem abhängig ist …

  • Sozialismus pur, das ist die EU.
    Beerdigung des freien Handels,
    Verärgerung unserer größten Handelspartner, China und USA.
    Regulierungen, unsinnige Vorschriften und maximale Bürokratie.
    Schaut mal nach Argentinien wie es richtig geht

  • Die Chinesen werden sich zu wehren wissen, davon darf man mal getrost ausgehen, oder glaubt jemand ernsthaft, die lassen sich von den EU-Chihuahuas beeindrucken und schikanieren ?

    • Mindestpreis erhöht den Profit. Was sollte China dagegen haben? Wie Geburtstag … Lohn und Energiekosten bleiben ja trotzdem ungleich gering.

  • Die Gute lernt es einfach nicht.

  • Die EU plant Mindestpreise und ich dachte, wir haben eine »Freie Marktwirtschaft.«
    Der Kommunismus wird eingerichtet.

  • Die Welt lacht nur noch 7ber diesen Laden.

  • Der Sozialismus kennt nur Mangelwirtschaft und Subvention, weil nix mehr funktioniert. Merzel geht als der schlechteste und unfähigste Bundeskanzler in die Geschichte ein.

Werbung