Werbung:

Werbung:

58 Prozent

Pflegekosten, Krankenkassenbeiträge, Lebensmittel: Bürger ächzen und sorgen sich mehrheitlich um private wirtschaftliche Lage

Steigende Kosten und eine immer höhere Abgabenlast werden für viele Haushalte zur existenziellen Herausforderung. Mehrheitlich machen sich die Deutschen mittlerweile Sorgen um ihre wirtschaftliche Lage, beweist eine aktuelle Forsa-Umfrage.

Die Bürger ächzen unter dem hohen Kostendruck und einer stagnierenden Wirtschaft (IMAGO/imagebroker)

Werbung

Auch wenn sich die Inflationsrate in Deutschland ebenso wie in der Eurozone zuletzt spürbar abgeschwächt hat, bleibt der finanzielle Druck auf private Haushalte hoch. Zu diesem Schluss kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), die im November 2025 unter rund 1.000 Teilnehmern durchgeführt wurde.

Demnach äußern 58 Prozent der Befragten Sorgen angesichts steigender Lebenshaltungskosten und der wirtschaftlichen Lage ihres Haushalts. Nur 42 Prozent gaben an, sich darüber eher wenig oder gar keine Sorgen zu machen.

Am stärksten nehmen die Menschen Preissteigerungen an der Supermarktkasse wahr: 68 Prozent der Befragten nannten Lebensmittel als den Bereich, in dem die Preisanstiege am deutlichsten spürbar sind. Dass der finanzielle Druck für die Verbraucher in diesem Segment am größten ist, überrascht kaum. Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zufolge sind die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke seit 2020 um etwa 37 Prozent gestiegen – stärker als in vielen anderen EU-Ländern (Stand: Oktober 2025).

Neben hohen Energiekosten, der Belastung durch Bürokratie sowie Steuern und Abgaben am deutschen Standort – die von Händlern und Herstellern an die Verbraucher weitergegeben werden – sind es unter anderem die Marktmacht und Dominanz großer Handelsketten, die den Lebensmittelpreisen in den letzten Jahren deutlichen Aufwind verliehen haben. In der jüngsten Vergangenheit kam es zu zahlreichen Fusionen in der heimischen Lebensmittelindustrie. Außerdem engagierten sich Händler zunehmend auch auf Herstellerebene.

Vor diesem Hintergrund sind die Gewinnmargen von Händlern und Herstellern seit über zehn Jahren gestiegen, wie die deutsche Monopolkommission kritisiert. „Die Macht des Lebensmitteleinzelhandels und teilweise der Hersteller ist zulasten der Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich gestiegen“, erklärte der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso Duso, in einer Stellungnahme.                          

Lesen Sie auch:

Doch nicht nur die steigenden Lebensmittelpreise setzen deutsche Haushalte unter wirtschaftlichen Druck. Auch die hohen Energiekosten machen ihnen zunehmend zu schaffen. Für 16 Prozent der vom vzbv und dem Meinungsforschungsinstitut Forsa befragten Bürger war die Kostenbelastung in diesem Bereich am stärksten spürbar.

Besonders die Gaskosten sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, vor allem infolge der politischen Reaktion auf den Ukraine-Russland-Konflikt. Das Wirtschaftsministerium der Ampelregierung, damals geführt von Robert Habeck (Die Grünen), hatte 2022 entschieden, russische Gaslieferungen – die zuvor rund 55 Prozent der gesamten deutschen Gasversorgung ausmachten – vollständig einzustellen. 

In der Folge wurde auf teures Flüssigerdgas (LNG) umgestellt, das aus Übersee, vor allem aus den USA und Katar, importiert wird. Neben den hohen Investitionen in den Aufbau einer kostspieligen LNG-Infrastruktur sind auch die Preise für Flüssigerdgas selbst deutlich höher als jene für klassisches Pipelinegas, das über Jahrzehnte aus Russland bezogen wurde. Grund dafür sind die aufwendigen und teuren Transportprozesse: LNG muss zunächst für den Transport mit speziellen Schiffen verflüssigt werden und wird nach der Ankunft in Deutschland unter hohem Energieaufwand wieder regasifiziert. In der Folge explodierten die Preise für Verbraucher.

Auch wenn sich die Gaspreise für Haushalte nach den Höchstständen des Jahres 2022 zuletzt wieder leicht entspannt haben, liegen sie weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau. Daten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zufolge betrug der durchschnittliche Erdgaspreis für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh, inklusive Steuern und Abgaben, im Jahr 2025 10,69 ct/kWh. 2015 lag dieser Preis noch bei 6,52 ct/kWh.

Auch die Strompreise für Haushalte sind in den vergangenen Jahren insgesamt stark gestiegen. Laut BDEW lag der durchschnittliche Strompreis für Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh, inklusive Steuern, Abgaben und Netzentgelten, im Jahr 2015 noch bei 29,6 ct/kWh. Im Jahr 2025 erreichte der durchschnittliche Preis bereits 39,6 ct/kWh.                                                                                             

Für 11 Prozent der Befragten stehen nicht die Teuerung bei den Lebensmitteln oder die hohen Energiekosten im Vordergrund der finanziellen Probleme, sondern steigende Ausgaben im Gesundheitsbereich – etwa durch höhere Pflegekosten oder Krankenkassenbeiträge.

Letztere wachsen seit Jahren ungebremst an, vor allem seit der Einführung des einkommensabhängigen Zusatzbeitrags im Jahr 2015. Diesen können die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nutzen, um finanzielle Engpässe auf die Beitragszahler umzulegen. Damals lag der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 0,9 Prozent, zusätzlich zu den regulären Beitragssätzen von 14,6 Prozent, die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern paritätisch entrichtet werden. Seit der Einführung wurde die Abgabe von den Kassen konstant angehoben. Stand April 2025 lag der Zusatzbeitrag laut IW Köln bei 2,9 Prozent.

Doch damit nicht genug: Erst vor Kurzem, zum Jahreswechsel, haben 42 der 93 gesetzlichen Krankenkassen (GKV) den Zusatzbeitrag erneut angehoben. Durchschnittlich stieg dieser somit auf 3,36 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens. Für deutsche Arbeitnehmer heißt das daher auch im neuen Jahr – wie schon so oft zuvor: Vom Brutto bleibt weniger Netto übrig.

Angesichts der steigenden Kostenbelastungen bei Lebensmitteln, Energie sowie im Gesundheitsbereich wollen viele Bürger in Deutschland im neuen Jahr sparen. Eine brandaktuelle Studie gibt dazu Aufschluss. Mehr dazu hier.

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

36 Kommentare

  • Wie psychotisch muss man sein sich Sorgen zu machen über Konsequenzen einer Politik, die man regelmäßig per Kreuz in der Wahlkabine legitimiert?

    • Was wohl all diese Bürger geglaubt haben woher das Geld für die Politik seid 2015 aber spätestens doch seid der Ampel am Ende kommen mag ? Und vor allem von wem ? 🙂
      Auch müsste doch wohl zumindest den Meisten klar sein dass das Geld weg ist die Migranten hier kein einziges Grundsätzliches Problem gelöst Wirtschaft Energieversorgung zerstört und Zinsen und Inflation keine Besserung versprechen !

    • Genau, nicht die Regierung ist krank sondern die Jenigen die solche Politiker an die Macht verhelfen und Gewehren lassen.

    • Wie psychotisch muss man sein um zu glauben die globale Entwicklung sei die Schuld von bundesdeutschen Parteien die vielleicht 20 bis 25% kriegen?

      -23
      • Is noch zu Früh Regenschirm oder ? 🙂

      • Welche globale Entwicklung? In Gänze nahezu alle haben ein BIP-Wachstum. Nur D sprengt seine AKW‘s, reißt seine Gasleitungen raus, zerstört seine Automotive-Industrie. Über Bande/Brüssel werden von eben jenen Parteien die gewählt werden Beschlüsse gefasst die allesamt schädlich für D sind! Wachen Sie endlich auf und gehen Sie auf Tagesschau-Detox.

      • Deutschland hat die niedrigste wirtschaftliche Entwicklung in Europa, das hängt schon mit den Entscheidungen der Regierenden zusammen.

  • „sie werden nichts mehr besitzen aber glücklich sein“!

    Man kann nicht behaupten, wir waren nicht gewarnt.

    • Die meisten Leute kennen diese Aussage überhaupt nicht. Und sie sehen auch nicht, dass die Politik der Altparteien Schuld haben an der Misere. Hohe Lebenshaltungskosten sind eher so wie eine Naturkatastrophe, das passiert eben so.

  • Die Kosten für Krankheit und Pflege müssen sowieso durch die Versicherten bezahlt werden, sei es durch höhere Beiträge oder durch höhere Zuzahlungen. Das dürfte für die meisten ein Nullsummenspiel sein. Die echten Kostentreiber für die Privathaushalte, sind Strom, Heizung, Sprit und Lebensmittel. Die Preiserhöhungen hier sind nicht nur durch die Politik verursacht, sondern zum großen Teil auch gewollt.

  • Der Staat ist zum Feind des Bürgers geworden.

    • Eher ist der Bürger zum Feind des Staates geworden

  • „Auch wenn sich die Inflationsrate in Deutschland zuletzt spürbar abgeschwächt hat,“
    Nur weil die Butter der Eigenmarken jetzt 99 Cent kosten oder was hab ich verpasst?

  • Und dann wählen die Minderbemittelten kräftig die Altparteien?

    • Schau dir mal die globalen Kostenentwicklungen für Treibstoff, Chemieprodukte und Lebensmittel an. Du nennst diese Leute minderbemittelt, was sie auch im wahrsten Sinne sind dass sie weniger Mittel haben, aber genau so hast du einen unterdurchschnittlichen Informationsschatz um das Thema abfällig zu kommentieren.

      -34
      • Die Vorrangingen Probleme in Deutschland sind definitiv auf politisch Ideologischem Missmanagement und Intellektueller und ethisch moralischer Überforderung zurückzuführen .

      • Kaputte Infrastruktur, Bildungsmisere, Mietexplosion, Inflation, Ukrainekrieg, Energiepreise, Rentnerarmut, Krise des ÖRR, Fachkräftemangel, Pflegenotstand, Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft, demographische Probleme, Verkehrswende, marode Bundeswehr, kaputtes Gesundheitswesen, Erziehernotstand, fehlende Kindergartenplätze, Lehrermangel, steigende Gewaltkriminalität; und vor allem die nach wie vor unkontrollierte Einwanderung mit all ihren Folgen:
        Mieten, Infrastruktur, soziale Probleme, Demographie usw.
        Bitte ergänzt was ich an Problemen noch vergessen hab.

        • Aber aber! Es ist doch das beste Deutschland, in dem wir je lebten

          5
        • Ich denke, es reicht. Da wird mir ja ganz gruselig.

          4
  • Richtig die Leute machen sich Sorgen. Und sie haben nicht vergessen das es die ganzen Poliker waren die uns das alles eingebrockt haben.

  • Was jammert Ihr rum. Ihr habt doch diese Versager gewählt, einen Kanzler der sein eigenes Volk ständig belügt und es ist nur sein einziges Interresse an der Macht zu bleiben. Wo ist die Energiewende, Wo ist die Migrationswende, wo ist die Wende beim Verbrenneraus . Nichts auch nur annäherd in Sicht. Die Kosten sollten laut Merz, fallen statt dessen Steigeerungen auf Steigerungen.Aber die Jammerer wählen Ihn immer noch. Er verspricht vbiel und hält nichts, nur sich an der Macht. Diese CDU /CSU Partei verrät sich selbst. Ihr könntet es ändern, aber wie bei Merkel lauft Ihr immer brav hinterher und nickt seinen ROT/GRÜNEN/LINKEN vorgetragenen Bedingungen ab. Ihr habt Euere koservative DNA, der Kanzlerschaft eines Friedrich Merz geopfert. Und die Bürger müssen den Preis bezahlen. Und warum bezahlen Sie Herr Merz nicht mal den ehrlichen Beitrag an die Krankenkassen von 370 Euro pro Bürgergeldempfänger und Migrant, statt der 135 Euro die Sie überweisen. Stattdessen belasten Sie uns Bürger .

  • Sie ächzen und sie lechzen, nach noch mehr ROT GRÜN SCHWARZ…

    • so ist es .
      sie wollen betreut und gefuettert werden.
      vor allem boesen bewahrt.

      das allerboeseste ist dabei das selberdenken.
      das sollen die politiker natuerlich fuer sie uebernehmen.
      diese danken fuer das vertrauen und denken sofort los.
      pech, dass es in die falsche richtung geht.
      aber sie sind unabhaengig und nur ihrem gewissen unterworfen, haben also alle freiheiten.

  • Hoffentlich nimmt die Eskalation noch massiv zu. Bis sie für alle Beteiligten unvorstellbar wird.

    Denn Verhalten wird überwiegend von Gefühlen gesteuert und nicht vom Verstand.

    Die aktuelle Epoche Aufklärung kann Eskalationen nicht ersetzen, um Dystopien zu verhindern, denn der Verstand führt nicht zur Vernunft – Myside Bias.

    • gähn

  • A B E R !!!
    Der Michl wählt weiter diejenigen, die dafür verantwortlich sind.
    Und ja, warum ?, Urlaub, Wohnmobil, feiern was auch immer,
    „Dolce Vita“ , denn die Meinung ist, mich betrifft es nicht.

  • Es ist sinnlos überhaupt noch darüber zu kommentieren wie uns diese Regierung vorführt und uns verarmt.
    Denn niemand ist bereit diese Unrecht zu beenden.

    • Doch, da gibt es ein paar wenige intelligente Politiker, die dies beenden wollen.
      Leider werden die geframt und gecancelt und verunglimpft.

  • Die Ursachen wurden und werden durch den „Staat“ gelegt. Leider begreifen es 2/3 der Menschen nicht, denn sie wählen die Verursacher brav und Äußern sich auch wie gewünscht. Man kann schon Einiges machen in seinem täglichen Verhalten. Sind Spenden notwendig, brauche ich die unterschiedlichsten Systemmedienabos, müssen Systemselbstdarstellungsverastaltungen (Bespaßungen) besucht werden, brauche ich den letzten Schrei der Technik wirklich usw. usw. Gut, bei Technik und Versorgung ist bissel Fachwissen notwendig und die Wohnverhältnisse spielen eine Rolle. Tipps findet man aber auch da genug, wenn man es wirklich will. Mal schauen ob dieser Kommentar durchgeht. Meine Anderen drei sind wahrscheinlich ein Meinungsopfer.

  • Was ich meinen deutschen Mitmenschen mit am meisten hasse, das ist der vorauseilende Gehorsam. Nicht nur jeden Schwachsinn mitmachen, nein auch noch der innere Antrieb diesen zu übertreffen. Siehe Selbstzerstörung von Hamburg.

  • Politiker in Deutschland und EU sind völlige Versager!

  • Es wäre doch so einfach.
    Krankenkassenbeiträge und Pflegekosten könnte man in den Griff bekommen, wenn man die 50 Milliarden Migrantengeld anders verwenden würde und die Milliarden, die an die Ukraine verschenkt werden und dort im Korruptiossumpf versickern, ebenso anderweitig verwenden würde.
    Aber unsere Politiker handeln ständig gegen ihren Amtseid und helfen lieber der ganzen Welt als ihrer eigenen Bevölkerung.

  • Kann man solche Leute wirklich „Bürger“ nennen? Das klingt eher nach den prekären Schichten die jeder Zeit in der Geschichte unter den Kosten geächzt haben. Es ist auch nicht so, als ob diese wenn sie mehr Geld hätten an die Krebsforschung spenden würden.

    -15

Werbung