Gescheiterte Sanierung
„Neue Hürden“ und „stark gestiegene Energiekosten“: Weltmarktführer Feldmühle ist insolvent
Der Papier-Weltmarktführer Feldmühle steht vor dem Aus. Ein Sanierungsverfahren ist unerwartet gescheitert, die Beschäftigten stehen vor der Entlassung. Vor allem die hohen Energiekosten hatten das Traditionsunternehmen zuletzt stark belastet.
Die Zahl der Insolvenzverfahren in der Bundesrepublik steigt zum Jahresende weiter an. Und: Immer häufiger scheitern die Sanierungsverfahren. Auch die Papierfabrik Feldmühle GmbH aus Uetersen in Schleswig-Holstein muss sich nun diesem Schicksal fügen. Nachdem der deutsche Weltmarktführer in der Herstellung nassfester Etiketten- und Verpackungspapiere im August Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet hatte, ist das Aus nun endgültig besiegelt. 218 Beschäftigte werden ihren Arbeitsplatz verlieren.
Für das Traditionsunternehmen ist dies ein schwerer Schlag. Denn eigentlich hatte man mit einem positiven Ausgang der Restrukturierung gerechnet. Geplante Umbaumaßnahmen wurden umgesetzt, die Produktion angepasst und das Vertriebsteam sogar verstärkt. „Wir waren sicher, den Turnaround zu schaffen“, heißt es in einer Pressemitteilung.
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In Uetersen, wo sich der einzige Produktionsstandort des Unternehmens befand, wurden pro Jahr rund 80.000 Tonnen Spezialpapier gefertigt. Die Anfänge der Fabrik reichen bis ins Jahr 1904 zurück. In späteren Jahren übernahm der internationale Konzern Stora das Geschäft. Ab 2015 trat der Standort in Uetersen wieder eigenständig am Papiermarkt auf und knüpfte dabei an den traditionsreichen Namen Feldmühle an, der einst zu den zehn größten Unternehmen Deutschlands zählte.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Traditionsbetrieb in die Insolvenz rutscht. Innerhalb der vergangenen sieben Jahre musste die Papierfabrik gleich dreimal den Gang vor das Insolvenzgericht antreten. Zwei Verfahren gab es im Jahr 2018, ein weiteres wurde im Januar 2020 erfolgreich abgeschlossen.
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Als Gründe für die aktuelle wirtschaftliche Krise nannte das Unternehmen vor allem die stark gestiegenen Energiekosten sowie die hohe bürokratische Belastung, die in Deutschland vorherrscht. „Leider mussten wir aufgrund ungeplanter Marktereignisse, der ergebnislos ausgehenden Industriestrompreis-Diskussion und immer weiterer, neuer bürokratischer Hürden zusammenfassend feststellen, dass wir auf Dauer nicht mehr in der Lage sind, ausreichend wettbewerbsfähig die Produktion an unserem Standort in Uetersen fortzuführen – eine wirtschaftlich sinnvolle Aufrechterhaltung des Betriebes ist nicht möglich“, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.
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Auch die Verwerfungen in der Branche haben dazu beigetragen, dass die Papierfabrik Feldmühle in den vergangenen Jahren mehrfach wirtschaftlich abgestürzt ist und nun endgültig vor dem Aus steht. Vor allem die rasanten Preisanstiege bei den Rohstoffen haben das Unternehmen jüngst stark unter Druck gesetzt. Altpapier oder Zellstoff, die für die Papierherstellung notwendig sind, verteuerten sich seit der Corona-Krise massiv, unter anderem infolge gestörter Lieferketten. Laut Statistischem Bundesamt stieg der Preis für Zellstoff von Januar bis September 2021 um rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Altpapierpreise im Großhandel lagen sogar 222 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch nach der Pandemie hielten die Preissprünge weiter an – bis ins Frühjahr dieses Jahres.
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Zudem ist die Nachfrage nach Papierprodukten seit Jahren rückläufig, bedingt primär durch die fortschreitende Digitalisierung. Der Absatz von grafischem Papier ist laut dem Onlinemagazin Blackout News zuletzt dramatisch eingebrochen – von 8,6 Millionen Tonnen im Jahr 2015 auf nur noch 4,1 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Auch die Beschäftigtenzahlen gingen zuletzt deutlich zurück: Wie aus einem brancheninternen Leistungsbericht hervorgeht, waren 2025 noch rund 46.000 Personen in der Papier- und Zellstoffindustrie tätig. In früheren Jahren waren es laut Bericht noch mehr als 49.000 Beschäftigte.
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Merz – Weltmarktführer pflastern seinen Weg…
…er rettet die Wirtschaft so hart, lang & ausgiebig, bis sie nie wieder Hilfe braucht…
Bald werden wir wohl hören, das man Klopapier auch von beiden Seiten benutzen kann.
… der Erfolg liegt auf der Hand!
Wird digitalisiert. Es gibt dann eine Wisch App.
Die heißt dann“ Leck mich am Arsch“.
Und der Fachkräftemangel ist auch fort …
So wie die Steuereinnahmen, die dann der Steuerzahler kompensieren soll. Die Katze die sich in den Schwanz beist
@Aporetix
Genau.
Merz war es im Alleingang.
Der Rest der schwarz-rot-grünen Einheitspartei und deren Wähler sind im Widerstand!🙈🤡🤣
@ Aporetix: Er ist heißer Anwärter auf den nächsten „Verdienst“-Orden von Frank dem Spalter.
Ich bin sicher, dass die Firmenleitung und die Mitarbeiter das mehrheitlich so gewollt und gewählt haben- mit Erfolg. So schaffen wir die Klimaziele.
Sicher sind die hohen Energiekosten eine starke Belastung für ein solches Unternehmen.
Wenn jedoch der Absatz innerhalb 10 Jahre um 47 % zurückgegangen ist, weil wegen der Digitalisierung die Nachfrage nach Papier stark rückläufig ist, dann liegt der Hauptgrund für die Insolvenz wohl in dieser Entwicklung begründet.
Bei einer solchen Entwicklung hat kein Unternehmen eine Überlebenschance, da die Kosten nicht im gleichen Maße wie der Absatzrückgang zu reduzieren sind.
Es geht dieser Branche so, wie den Pferdekutschen und Schreibmaschinenherstellern – irgendwann ist die Zeit vorbei für manche Produkte.
Die Angestellten der Feldmühle bedanken sich ganz herzlich bei Schwarz-Rot….
Die Erfolge der neuen Regierung sind unübersehbar.
Alles wie gewünscht. Hohe Energiekosten, der Wähler will es. Viel Bürokratisierung, der Wähler will es. Der Wähler stimmt für seinen eigen Arbeitsplatzverlust und gleichzeitig dafür, dass es beim Harzen nicht zu schwer wird. Mal sehn wann die Kohle ausgeht.
Nun, gemessen an den vielen ‚Sondervermögen‘, ist die Kohle doch schon längst weg.
Dietrich Hessling hat im „Untertan“ von Heinrich Mann das neuwertige abrollbare Kloopapier bedruckt mit Zitaten des Kaisers erfunden. Wäre das nichts für die Feldmühle? Zitate von Merz, Habeck, Baerbock oder Merkel. Gibt auch gleich Subventionen aus dem Kultur-Haushalt von Weimer.
apropos Kloorolle … in c’T gab es vor 20 Jahren schon die Karrikatur eines ’neben Rollen-Halter aufsitzenden CEO‘, dem die dicke Zigarre grad aus dem Mund fällt, während er schreit: „Das Projekt-Team papierloses Büro SOFORT zu mir!“
Das geht mit der Klopapier-App heute fortschrittlicher. Damit kann man sich mit dem Handy den Mors abwischen.
Vor Jahren gab es eine Marke „Merci Merde“ für Toilettenpapier, Anmeldedatum 01. April. Mit einem Hinweisschild und einer Rolle Klopapier, wurde gebeten, sich um die Hinterlassenschaft des vierbeinigen Lieblings auf dem Gehweg zu kümmern. Das fand eine Berliner Schokofirma wegen ihrer berühmten Marke „Merci“ nicht so toll. Fast wäre es zum Rechtsstreit gekommen.
Den Sozialismus in seinem Tun lassen auch dutzende Pleiten nicht ruhen.
Denn die Linken in ihrem Lauf hält auch der Merz nicht auf.
Die ziehen das durch bis zum Untergang
Ludwig von Mises schrieb vor über 80 Jahren „das die Bürokratie den Sozialismus erst möglich macht“! Jetzt wisst ihr auch warum die Regierungen seit Helmut Kohl so an dieser Bürokratie festhalten. Warum sich nichts ändert.
Naja, 4 Insolvenzen in 6 Jahren sprechen nicht gerade für den Vorstand.
2018 (2 Insolvenzen) hatten wir niedrige Energiekosten und Corona war auch noch weit weg.
Das hört sich für mich dann doch eher nach Unfähigkeit an.
Was natürlich nicht heißt, dass die Politik einfach nur schlecht ist.
Ist doch gut, die armen Bäume dürfen jetzt weiterleben. Aus Grüner Sicht ist das eine Verbesserung.
„Altpapier oder Zellstoff, die für die Papierherstellung notwendig sind, verteuerten sich seit der Corona-Krise massiv, unter anderem infolge gestörter Lieferketten. Laut Statistischem Bundesamt stieg der Preis für Zellstoff von Januar bis September 2021 um rund 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Altpapierpreise im Großhandel lagen sogar 222 Prozent über dem Vorjahresniveau.“
Mein Altpapier würde ich billiger anbieten – dann bekäme ich jedenfalls überhaupt was dafür.
1. Hauptsatz der Marktwirtschaft: Das Geschäft machen immer die ersten beiden, stärksten Marktteilnehmer. Der Rest ist für die Nische.
Wenn also die Nummer 1, ein Weltmarktführer, unter den hiesigen Bedingungen nicht mehr arbeiten kann, dann bleibt nur das Fazit: Dieses Land hat fertig.
kein Papier – keine Wahlen
Mit Merz kann man sich jederzeit den Hintern wischen.
Wählen sollte man ihn besser nicht. Servus Kanzler.
Und jeden Tag klopft sich Merz auf die Schulter und lobt seine gute Arbeit, während um ihn herum alles zusammenbricht.
Und wieder rücken die Klimaschutzziele ein Stück näher! Der CO2-Ausstoß sinkt. Also alles wie geplant. Wenn erst die ganze Industrie dahin ist…. was haben wir dann für einen wundervollen „CO2-Footprint“? Naja, zumindest Anfangs. Später wird er dann wieder dadurch ruiniert, dass wir in Eisenfässern Holz verbrennen, um im Winter nicht zu erfrieren…
Freuen wir uns drauf :-/
P.S.: Allergikerhinweis: Dieser Kommentar könnte Spuren von Sarkasmus und/oder Ironie beinhalten!
soll das ein Witz sein?
Servus gab’s vor 70 Jahren.
Servus,mach’s gut.
… Alles schon geschafft, was wir uns vorgenommen! (sinngemäß, Alexander Hoffmann, CSU)
Haben wohl „schlecht gewirtschaftet“, these funny guys ?;-)
„Eterna“ auch insolvent ….
Kein Wunder.
In der Zeit vor 20 Jahren stecken geblieben.
Langweilige Blusen und Hemden zu überhöhten Preisen.
Können Servus und allen Anderen,die sich nicht weiterentwickelt haben die Hand reichen.
Sicher spielen jetzt die Energiepreise die entscheidende Rolle,aber diese Unternehmen wirtschaften schon seit Jahren 1 Schritt vom Abgrund entfernt.
Ich denke dabei auch an den Hersteller von 500€ teuren Lederpapierkörben,der hier mal Thema war.Name ist mir entfallen.
Mochte diese Hemden noch nie. Kein Tragekomfort, ungemütlich, und schlechter Schnitt. Aber egal, hatten ja ihre Kundschaft.
„zeitlos“ „klassisch“ 😂=altmodisch
Bewertungen von Kunden trustpilot:
Gesamtnote mangelhaft
Made in China oder Bangladesh
Game over.
Tja, die gingen offensichtlich nicht mit der Zeit und stellten nicht von Hemd auf Kaftan um. Wenn man Google glauben darf, haben andere „Progressive“ wie Otto, C&A und Konsorten bereits umgestelllt. :-$
P.S.: Allergikerhinweis: Dieser Kommentar kann Spuren von Ironie und/oder Sarkasmus beinhalten!
Papierherstellung benötigt günstige Energie. Keine Chance in Deutschland. Bleibt nur die Gewissensfrage: was haben die Beteiligten denn so gewählt? Bei jedem Kreuz, dass nicht bei der AfD gemacht worden ist, muss man von Selbstzerstörung sprechen. Demokratie ist eben eine Staatsform, in der alle aktiv mitmachen müssen und sich informieren müssen.
Kann es sein, dass die Papier-Jungs schlicht die Zeichen der (vom Management und dem ein und anderen Angestellten selbst gewählten) „modernen“ Politik verkannt haben? Wenn ich so den Leuchten im BT zuhöre (man kann ihnen nicht immer entgehen), scheint mir, dass Feldmühle versäumt hat umzustellen auf Einpackpapier für Veggie-Döner!
Die grüne Transformation wirkt und würgt unsere Industrie ab. Degrowth und so…
Der Bürokratiewahn ist ja nicht erst jetzt virulent. Hätten die Unternehmer – und ihre NGOs – mal 10 Jahre früher mit dem deutlichen Meckern begonnen statt sich geschlossen hinter Merkel und gegen die AfD zu stellen.
BDI-Leiberich warnt nun, sehr verspätet, vor der EU-Bürokratie und dem Klima-contra-Energiewahn, seine geistes“wissenschaftliche“ Schwester hingegen sieht das Feindbild weiterhin in „blau“ … so wird das nichts (mehr).
Ja die Damen und Herren haben alle mitgemacht – Herr Dies z.B. züchtet Wasserbüffel im Süden und freut sich seines Lebens
Einst hat Merkel die Firmen kleiner Leute abgeschafft und den großen neue Gewinne verschafft, jetzt gehts weiter! Viele Firmen gehen ins Ausland und bauen dort auf, damit EU-Bürger ihre Raffgierigen Steuern an Brüssel zahlen! Wie viele Firmen müssen es noch werden, bist Deutsche endlich ihre Wahl der Parteien überdenkt?