Constanze Oehlrich
Nach Belästigungsvorwürfen: Grüne in Mecklenburg-Vorpommern wollen Spitzenkandidatin absetzen
Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern stecken kurz vor der Landtagswahl 2026 in einer tiefen Krise. Nach Belästigungsvorwürfen gegen die Spitzenkandidatin Constanze Oehlrich will der Landesvorstand die erst kürzlich gewählte Landesliste neu aufstellen.
Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern stehen nur etwa zehn Monate vor der Landtagswahl vor einer inneren Krise. Nach dem Bekanntwerden von Belästigungsvorwürfen gegen ihre Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin Constanze Oehlrich plant der Landesvorstand, die Landesliste für die Wahl neu aufzustellen, obwohl diese erst kürzlich gewählt wurde.
Zwei Wochen nach Bekanntwerden von Belästigungsvorwürfen gegen die Fraktionsvorsitzende Constanze Oehlrich, die auch gewählte Spitzenkandidatin der Partei ist, will der Landesvorstand nun die Reißleine ziehen. In einer Mail des Landesvorstands, die am Nachmittag an die Mitglieder in Mecklenburg-Vorpommern verschickt werden sollte, dem Tagesspiegel aber bereits vorliegt, wurde eine Neuwahl der Landesliste vorgeschlagen.
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Anstelle von Constanze Oehlrich soll Claudia Müller, die seit 2017 Mitglied des Bundestags und derzeit parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion ist, als neue Spitzenkandidatin der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern nominiert werden. Als männlicher Co-Spitzenkandidat ist weiterhin der Landesvorsitzende Ole Krüger vorgesehen, der bereits bei der letzten Wahl auf Listenplatz zwei stand.
„Aus unserer Sicht haben wir mit diesem Spitzenduo die besten Voraussetzungen, trotz der herausfordernden Lage einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen“, schriebt der Landesvorstand an die rund 1500 Parteimitglieder in Mecklenburg-Vorpommern. Der Wiedereinzug in den Landtag ist jedoch ungewiss. Aktuell steht die Partei in Umfragen bei fünf Prozent.
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Die Partei wird zudem durch anhaltende interne Konflikte belastet, die durch den Abwahlantrag gegen den stellvertretenden Fraktionschef Hannes Damm aufgrund eines „massiven Vertrauensbruchs“ noch verschärft wurden, was den innerparteilichen Zusammenhalt deutlich erschüttert. Wie der Tagesspiegel nun berichtet soll Damm spätestens bis zum 9. Dezember aus der Fraktion ausgeschlossen werden.
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