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Massenmigration

Zahlen fast verdoppelt: Spanien verzeichnet deutlich mehr illegale Einwanderer

Die Zahl der illegalen Einwanderer nach Spanien hat sich fast verdoppelt. Gegenüber 2022 sind im vergangenen Jahr 82,1 Prozent mehr Personen illegal über die Grenze gekommen. Auf den Kanaren droht die Situation außer Kontrolle zu geraten.

Im Vergleich zu 2022 hat sich die Anzahl der illegal nach Spanien eingereisten Migranten im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt. Laut den am Mittwoch veröffentlichten Daten des spanischen Innenministeriums stieg die Zahl der illegalen Einwanderer um 82,1 Prozent auf insgesamt 56.852 Personen an. Bei diesen Zahlen sind die letzten beiden Dezemberwochen aus 2023 noch nicht berücksichtigt. In der Europäischen Union kamen nur in Italien noch mehr illegale Migranten an. Griechenland folgt nach Spanien als das Land mit den drittmeisten rechtswidrigen Grenzübertritten. Für Spanien sind es die höchsten Zahlen seit 2018. Damals kamen 64.298 Flüchtlinge illegal ins Land.

Besonders die Kanaren sind Ziel der illegalen Einwanderer. Dort kamen fast 40.000 Flüchtlinge mit überwiegend westafrikanischer Herkunft an. Dies entspricht einem Zuwachs von 140 Prozent gegenüber 2022. Insbesondere aus Mauretanien kamen in jüngster Vergangenheit viele Migranten an. Die Spanier schließen nicht aus, dass Mauretanien Druck auf die Europäische Union ausüben möchte, um an europäische Hilfsgelder zu kommen. Die Türkei, Libyen oder der Senegal konnten in der Vergangenheit lukrative Migrationsdeals mit der EU abschließen.

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„Die Bewohner auf den Kanaren sind verzweifelt“

Ebenso verzeichnete die Anzahl der Menschen, die über das Mittelmeer nach Spanien gelangten, im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2022 einen Anstieg. Laut dem Bericht des Innenministeriums stieg diese Zahl um 19,1 Prozent auf insgesamt 15.435 Personen an. Die Anzahl der Menschen, die in den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla sank hingegen um etwa 46 Prozent auf 1.234 Personen. Dies hat damit zu tun, dass Marokko wieder stärker gegen illegale Migranten durchgreift. Allein in den letzten Tagen wurde mehr als tausend Personen beim Versuch in die Exklaven Ceuta und Melilla zu gelangen gestoppt.

Die Kanarischen Inseln sind mit dieser massenhaften Zuwanderung längst überfordert. Auf den Inseln leben derzeit 4500 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die aufgrund der spanischen Rechtslage nicht in andere Regionen verteilt werden dürfen. Regionalpräsident Fernando Clavijo habe jetzt nach einem Treffen mit der spanischen Migrationsministerin Elma Saiz eine Änderung dieser Gesetze aushandeln können. Die ARD-Journalistin Christina Teuthorn-Mohr berichtete bereits 2021 von der zugespitzten Situation auf den Kanaren: „Die Bewohner auf den Kanaren sind verzweifelt und haben Angst, vor allem wegen der eigenen schwierigen wirtschaftlichen Situation“, so Teuthorn-Mohr. Die Lage auf den Kanaren dürfte sich inzwischen noch erheblich verschärft haben.

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