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Radiostatements und Sondersitzungen nähren Verdacht

Will Söder seinen Vize nun doch absägen?

Als der Skandal um Aiwanger schon erledigt scheint, kommt die CSU und besteht darauf, dass noch viele Fragen offen seien. Der Verdacht steht im Raum: Will Söder Aiwanger loswerden?

Der Skandal um Aiwanger scheint erledigt – doch jetzt kommt ausgerechnet die CSU und lässt das Thema nicht los. Während das konservative Lager die Geschichte bereits weitgehend als verpufft betrachtet, tritt im Deutschlandradio plötzlich ein CSU-Politiker auf und zählt Aiwanger wieder an.

Der Landtagsvizepräsident Karl Freller haucht der Geschichte am Montagmorgen neues Leben ein. „Dieses Bekenntnis seines Bruders löst eigentlich viele Fragen aus (…) was war davor, was war danach? Wie haben die Brüder miteinander kommuniziert? Es sind einfach zu viele Fragen offen, als dass man diese Sache einfach so stehenlassen könnte und deswegen meine ich, dass in den nächsten Tagen vieles noch geklärt werden muss“, so Freller im Interview mit dem Deutschlandradio. Die Urheberschaft sei trotz des Bekenntnisses von Aiwangers Bruder noch nicht geklärt. „Wir müssen der Sache noch weiter auf den Grund gehen. Und auch Verteilen ist nahe am Verfassen“. Er breche „noch nicht“ den Stab über Hubert Aiwanger, beteuert er – und sagt damit im Grunde das Gegenteil aus. Die Nachfrage des Moderators, ob man die Koalition mit den Freien Wählern nur ohne Aiwanger fortsetzen werde, verneint Freller nicht. Schwer vorstellbar, dass der CSU-Politiker auf eigene Rechnung im Rundfunk auftritt – das ganze wird mit der Parteiführung und Ministerpräsident Markus Söder abgesprochen sein.

Selbiger hat heute eine Sondersitzung des Koalitionsausschusses einberufen. Am Dienstag will Söder mit den Spitzen der Freien Wähler über die Flugblatt-Geschichte sprechen. Man habe den Koalitionspartner „einbestellt“ formuliert die Münchner Staatskanzlei. „Es bleiben viele Fragen offen. Diese kann nur Hubert Aiwanger persönlich beantworten“, sagte Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann. Genauso hatte sich auch Freller geäußert. Es scheint, als wolle die CSU die Geschichte um Aiwanger weitertragen – und sich mindestens Hubert Aiwanger selbst, vielleicht auch der Freien Wähler als ganzes entledigen.

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