Aleppo
Während die EU beide Seiten beschwichtigen will: Berichte über Gräueltaten an Kurden in Syrien
Nach schweren Kämpfen im syrischen Aleppo werden immer Berichte über syrische Gräueltaten der HTS-Miliz gegen die kurdische Minderheit bekannt. Es droht ein großflächiger Angriff auf die Kurden zu entstehen – und der Westen schaut weg.
13 Monate nach dem Sturz des ehemaligen Diktators Baschar al-Assad in Syrien sind in den vergangenen Tagen in Aleppo erneut schwerste Kämpfe zwischen Regierungsmilizen und der in der nordsyrischen Stadt stark vertretenen kurdischen Minderheit ausgebrochen. Es sind die heftigsten Angriffe der syrischen HTS-Miliz seit ihrer Machtübernahme. Mehr als 20 Menschen sollen den Kämpfen in der Stadt zum Opfer gefallen sein. 155.000 Kurden sollen seit Beginn der Angriffe am vergangenen Dienstag aus der Stadt geflohen sein. Kurdische Kämpfer seien nach Gefangennahme mit Bussen aus der Stadt transportiert worden.
Jetzt will die HTS-Miliz nach eigenen Angaben die komplette Stadt eingenommen und von Kurden befreit haben, so heißt es in Angaben der Streitkräfte. Seit Samstag seien die Kämpfe beendet. Es wäre ein bedrohlicher Wandel: Aleppo stand seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 unter kurdischer Kontrolle und bot ein wichtiges Zentrum im Nordosten Syriens, wo die Kurden eine faktisch halbautonome Verwaltung aufgebaut haben. Die Gefechte in der zweitgrößten Stadt des Landes brachen aus, nachdem Gespräche über die Eingliederung der faktisch autonomen kurdischen Verwaltung und ihrer Streitkräfte in die neue syrische Übergangsregierung gescheitert waren. Zwar hatte das Verteidigungsministerium in der Nacht zum Freitag eine Waffenruhe angekündigt, doch lehnten die kurdischen Kämpfer es ab, ihre Waffen niederzulegen.
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Syrische Gräueltaten gegen Zivilisten, aber die EU ruft beide Seiten zur Zurückhaltung auf
Mit Ende der Kämpfe lässt sich ein Lagebild erstellen: Dieses fällt tragisch aus und offenbart einen ungleichen Kampf zwischen der regierenden HTS-Miliz, welche früher auf der Seite des Diktators Assad stand, und den Kurden.
Vertreter der kurdischen Seite werfen den Regierungstruppen jetzt nämlich sehr vehement vor, wahllos die zivile Infrastruktur angegriffen zu haben. Auch unbestätigte Videos in den sozialen Medien zeigen Gräueltaten, die eine deutliche Sprache sprechen: Die HTS-Miliz macht keinen Halt mehr vor brutalster Gewalt, auch gegen Frauen und Kinder. Das Bild vom jetzigen Machthaber und HTS-Milizführer Ahmed al-Scharaa, der noch im Januar Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin treffen wird, als möglicher Partner des Westens, bröckelt, wenn man der kurdischen Seite glauben mag.
So berichtet die kurdische Seite von Bombardements auf ein Krankenhaus, in dem Zivilisten Zuflucht gesucht hätten. Auch hätten die Syrer Angriffe mit türkischen Drohnen geflogen – ein türkischer Sicherheitsvertreter dementierte dies. Das türkische Interesse daran, die HTS-Miliz im Kampf gegen die Kurden zu unterstützen, ist dennoch schwer von der Hand zu weisen: Die gleichzeitige Verlegung zusätzlicher türkischer Truppen in den Norden Aleppos deutet darauf hin, dass es sich nicht um eine kurzfristige oder ungeplante Eskalation handelt. Das türkische Verteidigungsministerium erklärte darüber hinaus öffentlich, man sei bereit, die von der HTS kontrollierte Verwaltung „bei Bedarf zu unterstützen“.
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Und auch nach der Beendigung der Kämpfe sollen die HTS-Truppen mit Brutalität agieren. Ein oft in den sozialen Medien geteiltes Video zeigt Aufnahmen, wie angeblich eine kurdische Kämpferin hingerichtet und dann von einem Dach geworfen wird.
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Ein weiteres Video zeigt, wie kurdische Zivilisten zusammengepfercht auf der Straße knien – und dabei verbal und körperlich angegangen werden. Es sind nur zwei von vielen dramatischen Videos, die derzeit umhergehen.
Vonseiten europäischer Regierungen kommt derweil wenig Anteilnahme mit der kurdischen Minderheit, im Gegenteil: Am Donnerstag hatte die EU-Kommission „alle Seiten“ zur Zurückhaltung aufgerufen. „Wir verfolgen die Entwicklungen in und um Aleppo mit großer Sorge, insbesondere die Berichte über zivile Opfer“, sagte Kommissionssprecher Anouar El-Anouni in Brüssel. „Wir rufen alle Seiten dazu auf, Zurückhaltung zu üben, Zivilisten zu schützen und eine friedliche und diplomatische Lösung zu suchen“, fügte er hinzu. Womöglich zu wichtig ist der neue syrische Machthaber als neuer Partner der EU und des Westens.
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Danke für diesen Artikel, Apollo-News!
Schaut euch das gut an. So wird es im Iran auch nach einem Regimewechsel aussehen. Das wird viele Jahre andauern, uns viel Geld kosten und eine Menge neuer „Gäste“ bringen.
Die nichts gewählte EU Präsidentin hat doch schon eine Summe von 620 Millionen Euro für Syrien auf Seite gelegt.
Natürlich nicht aus eigener Tasche. 😉
Warum sollte das im Iran auch so aussehen?Die Moscheen sind nirgends so leer wie im Iran.Die Gegner haben kein Bock mehr auf Religion.
So sieht es in 30 Jahren hierzulande aus!
Es ist schon erschreckend, wie man ein einst florierendes Land, in dem verschiedenste Religionen und Volksgruppen problemlos miteinander lebten, von außen komplett zerstören kann!
Und alles für die sogenannte Demokratie!
Für Afghanistan gilt ähnliches!
Bilder aus Ende der 60iger und Anfang der 70iger im Vergleich zu heute! Unfassbar!
ja,
Frauen im Minirock,
lange, offene Haare,
manche Zigarette rauchend,
in der Öffentlichkeit.
Habe diese Bilder / Filme
gesehen.
Sonst würde man es Nicht glauben.
Gegen den IS haben die Kurden für den Westen den A…. hingehalten. Ihnen ist es maßgeblich zu verdanken, dass der sogenannte Islamische Staat nicht mehr existiert. Ein sogenannter Islamischer Staat hätte nämlich weitgehende Folgen für Europa gehabt. Nun lässt die EU die Kurden im Stich, verlangt von den Kurden aber zugleich, dass diese die gefangenen IS- Kämpfer in Gewahrsam behält. Nicht auszudenken, wenn die Kurden die Gefängnisse öffnen. Ein Horror für die nahen europäischen Staaten, wo Einwandern ein Kinderspiel ist.
Der Westen hat immer weggeschaut, wenn es seitens der Terroristen Angriffe auf Christen, Juden oder andere Bevölkerungsgruppen gab. Allein schon das Feiern der neuen Regierung, welche ihren Ursprung bei der Al Qaida hatte, hat mich stark befremdet.
Es ist verlogen und nicht mehr mit gesundem Menschenverstand nachvollziehbar. Die Situation in Aleppo war erwartbar, wenn man vorher mal nachgedacht hätte.
Auch sollte man mal genauer hinschauen, welche Rolle dabei Erdogan spielt. Seit Jahren will er die syrisch kurdischen Gebiete.
Tja, liebe Kurden, da sieht man mal wieder, was man davon hat, wenn man mit den USA zusammenarbeitet. Man wird von denen verraten und verkauft. Business as usual.
Mich wundert nur, daß die USA nach ihrer langen Geschichte des Verrats immer noch welche finden, die mit denen zusammenarbeiten.
Und vdL muss denen 620 Millionen in den Rachen schmeissen. Nicht zu fassen.
Der unheimliche Irrtum des Westen und was erzählt und lügt das Netz über den ehemaligen Anführer der Islamisten HTS-Miliz?
Der Anführer der HTS-Miliz (Hay’at Tahrir al-Scham) ist Abu Mohammed al-Dscholani (bürgerlich Ahmed al-Scharaa), der als „pragmatischer Radikaler“ gilt…
So ein Schwachsinn, wer kennt sie nicht die muslimischen PRAGMATISCHEN RADIKALEN die nur eines machen Ungläubige zu verfolgen und töten?
„HTS-Miliz, welche früher auf der Seite des Diktators Assad stand“
Das ist ein schwerer sachlicher Fehler in einem sonst guten Artikel. Die islamistisch-dschihadistische HTS-Miliz stand mit ihrem Anführer, der sich heute Präsident Syriens nennt, nie auf Seiten Assads, sondern bekämpfte und stürzte ihn letztlich.