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Veganer leben „gesünder“? – Herr Lauterbach, das stimmt nicht!

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat auf Twitter verbreitet, dass Veganer länger und gesünder leben würden. Diese Aussage ist nicht nur falsch, sie könnte auch gefährliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen haben.

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„Wer vegan isst […] lebt länger und gesünder“, schrieb Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach kürzlich auf Twitter und verursachte damit wohl deutschlandweites Haareraufen unter Ärzten. Nun braucht man ja von einem selbsternannten „Fich“(sic!) -Vegetarier, der auch noch dogmatisch auf Salz verzichtet, nicht allzu viel Fleischeslust erwarten. Doch altmodische Menschen – und dazu gehören zumindest im Moment noch ein paar Weißkittel – würden sich von ihrem Gesundheitsminister vielleicht doch ab und zu wünschen, dass er sich bei seinen Aussagen eher auf wissenschaftliche Evidenzen bezieht, als auf seine persönlichen Vorlieben. 

Immerhin sieht die Deutsche Ernährungsgesellschaft (DGE) vegane Ernährung ziemlich kritisch. Und das obwohl die Vereinigung nicht gerade als Verteidiger des Fleischkonsums bekannt ist – im Gegenteil: Aktuell empfiehlt sie Erwachsenen, nicht mehr als zwei mickrige Ladysteaks pro Woche zu essen. Dennoch stellt die DGE auf ihrer Webseite klar, dass eine vegane Ernährung nach derzeitigem Kenntnisstand „nur durch die Einnahme von Nährstoffpräparaten möglich“ ist. Schwangeren und Stillenden, sowie Kindern und Jugendlichen wird explizit von einer veganen Ernährungsweise abgeraten.

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Ständige Gefahr eines Nährstoffmangels

Das liegt vor allem daran, dass Veganer aufgrund ihres Verzichtes auf tierische Produkte dauerhaft gefährdet sind, einen Nährstoffmangel zu entwickeln. Dies kann besonders in Wachstumsphasen fatale Auswirkungen haben. Allein Vitamin B12 kommt in der für den Menschen verfügbaren Form fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor, muss bei Veganern also zwangsläufig per Tablette oder Spritze substituiert werden, ansonsten kann es zu Blutarmut und neurologischen Störungen kommen. 

Typisch ist zudem ein Eiweißmangel, der zu Wachstumsstörungen führen kann. Auch Funktionseinbußen des Immunsystems und der Darmschleimhaut sind möglich, sodass die betroffenen Veganer infektanfälliger werden und unter Wundheilungsstörungen leiden. Vergessen werden sollte auch nicht der potentielle Eisenmangel von Veganern, der auch durch popeyeartige Spinatportionen nicht zuverlässig verhindert werden kann. Veganer nehmen zwar in der Regel genauso viel Eisen auf wie weniger restriktive Esser, der Körper kann das Eisen aus pflanzlichen Quellen jedoch schlechter verwerten als das Eisen aus tierischen Produkten. Ebenso ist es mit den tierischen Proteinen im Vergleich zu pflanzlichen Eiweißen. 

Der menschliche Körper kann tierische Nährstoffe grundsätzlich besser und schneller verarbeiten als pflanzliche – aus einem einfachen Grund: Die chemischen Strukturen von tierischen Stoffen ähneln unseren körpereigenen Substanzen und müssen kaum bearbeitet werden, um verstoffwechselt werden zu können. Pflanzliche Stoffe wiederum müssen oft erst aufwändig verdaut werden, bevor sie genutzt werden können. Zu großen Teilen können sie überhaupt nicht verwertet werden und werden wieder ausgeschieden, wie beispielsweise ballaststoffreiche Nahrungsmittel.

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Wachstumsstörungen und Störungen der Blutbildung

Wer sich dennoch vegan ernähren will, dem rät das DGE, sich regelmäßig vom Arzt untersuchen zu lassen, um mögliche Nährstoffmangel rechtzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Neben Vitamin B12 und Eisen wird dann im Zweifel auch Vitamin D, Calcium, Jod, Zink und Selen gecheckt, da Veganer auch bei diesen Stoffen Mangelerscheinungen entwickeln können.  

Ausdrücklich vom Veganismus abgeraten wird jedoch Schwangeren und Stillenden sowie Kindern und Jugendlichen. Das liegt daran, dass eine vegane Ernährungsweise der Mutter oder des Kindes selbst dramatische gesundheitliche Schäden beim Kind verursachen kann. Das können Störungen der Blutbildung sein, aber auch Wachstumsstörungen und teilweise irreversible neurologische Schäden wie geistige Retardierung. Bei Säuglingen, die von Müttern gestillt wurden, die sich ausschließlich vegan ernährten, wurden laut der DGE schon Vitamin-B12-Mängel mit entsprechenden Störungen (geistige Retardierung, Blutarmut) in den ersten Lebensmonaten beobachtet. 

Gerade junge Leute essen immer öfter vegan

Vor diesem Hintergrund ist es besonders bedenklich, dass Umfragen zufolge gerade junge Leute immer öfter vegetarisch und vegan leben. Zuletzt hat die Jugendumfrage im Fleischatlas 2021 festgestellt, dass in etwa 10,4 Prozent der deutschen 15- bis 29-Jährigen ausschließlich vegetarisch essen, 2,3 Prozent ernähren sich vegan. Insgesamt verzichten also circa 13 Prozent der jungen Leute auf Fleisch, das sind mehr als dreimal so viele wie noch vor zehn Jahren, als die Zahl der Fleischverzichter noch bei 4,3 Prozent lag. 

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Ausschlaggebend für diesen Trend dürfte vor allem auch die Klimaschutz-Bewegung sein, die eine vegane Lebensweise als Beitrag zur Rettung der Erde anpreist. Dies wird auch von den Öffentlich-Rechtlichen Medien propagiert. Zuletzt veröffentlichte das WDR-Format „Quarks“ auf Instagram eine Grafik, die zeigte, dass Veganer mit ihrer Ernährung am meisten CO2 einsparen würden. Dazu schrieben die ÖRR-Journalisten: „Je weniger tierische Produkte du isst, desto besser ist das auch für die Umwelt.“

In dieses Horn bläst nun also auch Karl Lauterbach. Damit gibt er nicht nur wieder einmal – freundlich gesagt – fragliche wissenschaftliche Thesen als gesicherte Fakten aus. Er gefährdet auch die Gesundheit von zahlreichen Kindern und Jugendlichen, deren Eltern sich möglicherweise blind auf die Aussage von Herrn Lauterbach verlassen und ihr Kind beim Wunsch, vegan zu leben, unterstützen. Wenn Kinder dann schwach und dünner werden, auffällig langsam wachsen oder andere Entwicklungsstörungen aufweisen, werden die Eltern hoffentlich zu einem Arzt gehen, der sein Handwerk tatsächlich versteht und den Kindern mit freundlichem Nachdruck eine Steak-Therapie verschreibt. Mit Salz. 

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