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Anteile des Bundes

Um Haushaltsloch kurzfristig zu schließen: Lindner stößt Post-Aktien mit Milliardenwert ab

Die Bundesregierung stößt einen relevanten Aktienanteil an der Deutschen Post ab, um finanzielle Mittel für die dringend erforderliche Modernisierung des Schienennetzes der Deutschen Bahn zu erhalten.

Michael Lucan, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Die Bundesregierung hat einen Teil ihrer Beteiligung an der Deutschen Post verkauft, um Gelder für die dringend benötigte Sanierung des Schienennetzes der Deutschen Bahn freizubekommen. Die Staatsbank KfW platzierte am Dienstagabend ein Paket von 50 Millionen Aktien der Deutschen Post DHL für 2,17 Milliarden Euro bei institutionellen Investoren.

Die Platzierung der 50 Millionen Aktien erfolgte zu einem Preis von 43,45 Euro pro Aktie, was einem Abschlag von 2,2 Prozent auf den Xetra-Schlusskurs entspricht. Dieser geringe Abschlag ist für eine so große Platzierung ungewöhnlich. Die Organisatoren des Verkaufs waren Banken wie JPMorgan, Deutsche Bank und Bank of America. Trotz des Verkaufs bleibt der deutsche Staat der größte Anteilseigner der Deutschen Post, seine Beteiligung ist allerdings nun auf 16,5 Prozent gesunken, verglichen mit zuvor 20,5 Prozent.

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Der Verkauf wurde von Bundesfinanzminister Christian Lindner angekündigt, der plant, durch den Verkauf von Bundesbeteiligungen in diesem Jahr bis zu vier Milliarden Euro einzunehmen. Der erzielte Gewinn aus dem Verkauf von Post-Anteilen steht dem Bund zu, und die Erlöse sollen zur Finanzierung der Sanierung des Schienennetzes der Deutschen Bahn verwendet werden. Es wird sich zeigen, wie sinnvoll dieser Verkauf war, denn auch wenn der Staat jetzt schnelles Geld durch den Aktienverkauf erhalten hat, werden die dauerhaften Einnahmen durch Dividenden sinken.

Der deutsche Staat hält 117 unmittelbare Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen, wie aus dem Beteiligungsbericht des Bundes mit Stand Februar 2023 hervorgeht. Im laufenden Jahr ist geplant, Firmenbeteiligungen im Wert von bis zu vier Milliarden Euro zu veräußern, wie aus einem Papier des Finanzministeriums für die Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses im Januar hervorgeht. Die Deutsche Bahn gehört dabei zu 100 Prozent dem Bund

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