Werbung:

Massive Ausschreitungen

Um 20:30 stürzte der Glockenturm des Rathauses unter Jubel der Demonstranten zusammen – Eine Chronik

Frankreich erlebte am Samstag eine historische Serie von Plünderungen, Gewalt und Brandstiftung. Im Laufe des eskalierte die Gewalt – symbolisch ihren Höhepunkt erreichte sie mit dem Zusammensturz des brennenden Rathauses von Limoges.

IMAGO/MAXPPP

Werbung

Der vergangene Samstag wird in Frankreich wohl noch für die kommenden Wochen und Monate nachhallen: Im gesamten Land kam es zu Plünderungen, Ausschreitungen und Angriffen durch zu großen Teilen migrantisch geprägte Mobs. Das Ausmaß der enthemmten Gewalt war dabei einmalig – insbesondere viele historische Gebäude wurden niedergebrannt oder verwüstet.

Die Gewalt beginnt bereits um 2:30 Uhr in der Nacht zum Samstag, als plötzlich ein Gebäude auf dem Campus der Universität Rouen brennt. Die Fassade und Teile des Daches werden schwer beschädigt. Noch am Morgen, um 7 Uhr, greifen rund 100 Vermummte in Paris den Sitz des rechten Fernsehsenders CNews an. Die Randalierer blockieren die Parkplatzzufahrt, werfen Gegenstände und zerstören Fensterscheiben. 21 Personen werden festgenommen.

Während in Paris am Vormittag zunächst noch größtenteils friedliche Demonstrationen begannen, eskalierte die Situation im südfranzösischen Marseille bereits: Im Stadtzentrum kam es dort bereits zu Ausschreitungen mit brennenden Mülltonnen, beschädigten Schaufenstern und Plünderungen. Eine Dienststelle der Stadtpolizei an der Canebière wird angegriffen und verwüstet.

Bereits gegen 12 Uhr eskaliert dann die Situation am zentralen Pariser Place de la République. Erstmals müssen Polizeibeamte Tränengas einsetzen. Kurz darauf kommt es auch in Paris zu den ersten Brandstiftungen – die Situation an der Place de la République verschlimmert sich zusehends: Demonstranten attackieren die Polizei und bewerfen die Beamten mit Gegenständen und Feuerwerkskörpern.

Ab 15 Uhr beginnen dann in Paris die großflächigen Verwüstungen und Plünderungen von Geschäften: Den Anfang macht ein Supermarkt nahe des Place de la République, später werden zahlreiche teure Geschäfte der französischen Hauptstadt, etwa der Luxus- und Premium-Ketten Celine, Kenzo, Arc’teryx und Salomon, geplündert. Im Laufe des Nachmittags werden auch immer mehr Autos in Brand gelegt.

Lesen Sie auch:

Auch in anderen Städten Frankreichs beginnt ab dem späten Nachmittag die Gewalt: In Lille im Norden Frankreichs wird das Rathaus gestürmt und verwüstet. In Limoges im Zentralmassiv blockieren Demonstranten die Autobahn A20 und attackieren die Polizei, wobei auch ein Polizeiauto in Brand gesteckt wird. Auch im südfranzösischen Toulouse kommt es zu Angriffen auf die Polizei und Plünderungen.

Bis zum frühen Abend hat die Gewalt auf das ganze Land übergegriffen: Die Zentren des Aufruhrs befinden sich in Großstädten wie Paris, Marseille, Lyon, Bordeaux, Nantes und Nizza, doch auch in zahlreichen anderen Städten kommt es zu Brandstiftungen, Angriffen auf die Polizei und Plünderungen, etwa in Nancy, Brest und Chambéry. In Nantes versuchen Gewalttäter etwa, den Empfangsbereich des Rathauses zu stürmen. Dabei werden Fensterscheiben eingeschlagen sowie Computer und Mobiliar beschädigt.

Gegen 18 Uhr beginnt in Limoges dann der Angriff auf das Rathaus: Zunächst werden Polizeifahrzeuge auf dem Vorplatz in Brand gesetzt. Dann dringen Gewalttäter ins Rathaus ein und setzen es ebenfalls in Brand.

In Bordeaux wird derweil die offizielle Residenz der Präfektin der Gironde gestürmt und verwüstet. Gewalttäter brechen die Eingangstür auf, entzünden ein Feuer im Innenhof und dringen in die Räume ein. Die Polizeispezialeinheit RAID muss eingesetzt werden, um die Randalierer zu entfernen. Derweil gehen die Plünderungen in Städten wie Paris, Marseille, Nantes und Toulouse ungehemmt weiter und erreichen erst am späten Abend ihren Höhepunkt.

Gegen 19:40 Uhr gerät in Bordeaux eine Decathlon-Filiale in Brand, nachdem sie zuvor geplündert wurde. Die Flammen greifen auf das gesamte Gebäude über. Unterdessen nähern sich in Paris gewalttätige Mobs dem Regierungsviertel – nur rund 300 Meter von der Residenz von Präsident Emmanuel Macron, dem Élysée-Palast, entfernt kommt es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Auch beim Gebäude des Innenministeriums kommt es zu Gewalt.

Gegen 20:30 Uhr stürzt schließlich der Turm des historischen Rathauses von Limoges nach stundenlangem Brand zusammen. Auch weite Teile der Dachkonstruktion werden zerstört. Der Zusammenbruch wird von den Demonstranten mit Jubel und Staunen begrüßt. Das Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet, gehört zu den markantesten Rathäusern Frankreichs und ist eines der Wahrzeichen der Stadt.

In Angers dringen derweil Gewalttäter in die Präfektur des Départements Maine-et-Loire und in das Rathaus ein. In der Poststelle der Präfektur wird ein Feuer gelegt, das ein Mitarbeiter löschen kann. Der Rathauseingang wird verwüstet. Auch das Polizeipräsidium wird angegriffen.

Während sich die Lage in einigen Teilen des Landes zunehmend beruhigt, gehen die Ausschreitungen in den größten Städten weiter: In Lille wird eine McDonald’s-Filiale in Brand gesetzt. In Nizza wird derweil das städtische Videoüberwachungszentrum angegriffen und zahlreiche Geschäfte werden geplündert.

Auch in Paris dauern die Ausschreitungen an, obwohl es am ehemaligen Zentrum des Protests, dem Place de la République, mittlerweile weitestgehend ruhig ist. Erst gegen Mitternacht beruhigt sich die Lage auch in der Hauptstadt zunehmend.

Die Ausschreitungen des Samstags bilden ein historisches Ereignis: Schon seit vielen Jahren hat das Land kein solches Ausmaß an Gewalt mehr erlebt. Insgesamt kam es zu rund 1.200 Festnahmen. Rund 150 Polizisten und Gendarmen wurden derweil verletzt. Der gesamte Schaden des Tages dürfte noch für längere Zeit nicht abzuschätzen sein.

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

56 Kommentare

  • Vielfalt durch Einfältigkeit. Frankreich und Großbritannien sind uns zeitlich ein wenig voraus, aber Berlin holt auf.

    • diese beiden Länder haben durch ihre Koloniale Vergangenheit andere Prämissen. Deutschland begeht einfach wissentlich und ohne Not Selbstmord.

      • Dachte ich auch lange, nur eint ganz Europa und auch Japan eines: Sobald man etwas kritisch war, wurden ua aufgrund der nun in den USA bekämpften Wissenschaften des sog, Postkolonialismus erzählt alle sind Naz**, Rass*****. So weit, dass zb NICHT islamische Gesellschaften schon die meisten Halal Produkte konsumieren, dessen Abgaben in das radikale islamische Finanzsystem fließen. Viele moderate Länder im Nahen Osten schütteln den Kopf.

    • Mit der Links grün roten Regierung schneller als uns lieb ist.

    • Diese Gewalt hat zwei Ursachen. Die übermäßige Einwanderung der vergangenen Jahrzehnte. Und der Turbokapitalismus.
      https://cna343.wordpress.com

  • In Deutschland muss man zum Glück nur Plünderungs- und Brandstiftungsverbotszonen ausweisen – Problem gelöst.

  • Auf dem Foto sehe ich eine Pali-Flagge und rote Flaggen. Könnte es sich hier um eine vom Ausland gesteuerte Aktion handeln? Dann wäre die franz. Armee gefragt. Wer mal in das französische Recht reinschaut wird feststellen, dass die Hürden für einen Einsatz des Militärs im Innland niedriger sind als bei uns.

    • nein, das ist die Folge davon dass „der Westen“ sich stillschweigend zum Komplizen des Israelischen Völkermords gemacht hat. Hast Du gedacht das bleibt ohne Reaktion?

      -34
      • Es findet kein Genozid in Gaza statt.

      • Du Antisemit denkst also, dass Israel den Aufruf zur Vernichtung einfach ertragen soll?
        Den 7.10.2023 einfach hinnehmen soll?
        Wie krank bist du linker Idiot?
        Schlimm ist, dass AN noch immer Antisemiten nicht löscht!

      • Heute leider eine legitime Frage: who pay you?

  • Bei dem Bevölkerungswandel in Frankreich werden in wenigen Jahrzehnten keine historischen Gebäude mehr benötigt.

  • Mein Opa hat im Ruhrpott im Bergbau 50 Stunden unter Tage malocht. 1880 haben die Europäer die Gründerzeithäuser und historischen Gebäude mit 60h pro Woche für ihre Kinder und Enkel aufgebaut (Verziert Treppenhäuser, kunstvoller Stuck, Kirschholzbohlen, kein Billigscheiß). Was für eine Kraft was für eine Energie. Und heute? Unglaublich traurig, wie die Nächstenliebe verschwunden ist.

  • Ob die „Demonstranten“ artikulieren könnten, welche Ziele sie verfolgen? Zeigen die Angriffe auf historische Gebäude, dass es ein wütender Hass auf alles Französische ist? Sind das Abstoßungsreaktionen unvereinbarer Kulturen? Wenn ja, ist die Gegenseite zu einer Antwort fähig? Kann diese Gegenseite sich überhaupt als eine solche begreifen? Wenn nicht, hat sie verloren.

    • Genau das ist es! Bedauerlicherweise sind die bereits gut in der Gesellschaft angekommen zweifach betroffen.

  • Das würde bei unserer politischen linkslastigen Lage genauso aussehen. Man spricht immer von wehrhafter Demokratie in Frankreich sehe ich nichts davon. Dieser Melanchon will sogar noch mehr Einwanderung genau wie Sanchez in Spanien. Dabei bleibt allein durch die Masse die Option der Integration der nun mal Daseinenden auf der Strecke.

  • Die französischen Bildungsbürger zünden die Universität Rouen, das Rathauses von Limoges und viele weitere öffentliche und private Gebäude an, plündern viele namhafte Städte und das alles für bessere Bildung und Zukunftschancen. Nachdem vieles zerstört ist, geht es damit aufwärts 🙂 Vance hat recht mit seiner Rede.

    • Das war kein Bildungsbürgertum das sind Leute, die in prekären Verhältnissen leben. Mitläufer natürlich die gibt es

  • Bemerkenswert ist das Schweigen in Deutschland, die Stille, jetzt wo man deutlich die Konsequenzen sieht, worauf man sich leichtfertig eingelassen hat.
    Viele Migranten, vermutlich auch der zweiten und späteren Generation, die laut Ideologie integrierte und produktive Mitbürger sein sollten.
    Aber auch Linksradikale, deren Organisationen und Strukturen die europäischen Staaten mit viel Steuergeld haben wachsen lassen, ja geradezu gezüchtet haben.
    Und mittendrin ein machtloser Präsident ohne jeden Rückhalt, der den richtigen Zeitpunkt für seinen Rückzug um mindestens zwei Jahre verpasst hat.

  • In Frankreich fehlt das Geld, um sich von der Gewalt frei zu kaufen. In Deutschland eigentlich auch. Deshalb wird die Gewalt von Staats wegen immer übergriffiger um an die Gewaltbereiten umzuverteilen.

  • Ein Blick in die nahe Zukunft des gesamten „Werte-Westens“! Die Ungarn, Polen, Balten usw. sollten ihren Wählern Studienfahrten nach Frankreich anbieten. Eine gezielte Suche nach den Banlieus ist nicht mehr nötig.

  • Warum wird nicht der Notstand / Katastrophenschutz ausgerufen und Militär eingesetzt?!

    Kaputt gespart oder verteidigt es gerade die Ukraine …?

    • weil es linke Gewalt ist und das Establishment die Rechten fürchtet?

  • Das sind doch nur Schúlerprodeste, sagt der ÖRR und der spricht immer die Wahrheit. Ich schwöre.

    • Hab vor ein paar Tagen mal versehentlich den ÖRR angeschaut. Schüler auf dem Dorf mit einem Plakat in Frankreich als Bild. Hab dann sofort wieder weggeklickt.

  • Extreme Gewaltaffinität ist ein Merkmal aller kollektivistischer Ideologien, sowohl linker wie rechter Ausprägung. In der Weimarer Zeit kam es immer wieder zu extremen Gewaltausbrüchen von NationalSOZIALISTEN und Kommunisten. Hinter diesen Ideologien steckt das Motiv, durch Gewalt und damit in der Extremform Beseitigung der vermeintlichen Feinde, der Bürgerlichen, eine neue Gesellschaft zu formen. Zuerst müsse daher das „alte System“ zerstört werden, um eine kollektivistische Gesellschaft neu aufzubauen zu können. Leider wird diese extreme Gewaltaffinität auf dem linksextremen Spektrum von den links dominierten Mainstreammedien konsequent bewusst ausgeblendet. Dies zeigt, wie sehr weite Teile des bürgerlichen Lagers wieder einmal blind sind gegenüber kollektivistischen Ideologien und ihrem Gewaltpotential, das sich in der Endkonsequenz immer auf die Zerstörung allen Individualismus richtet.

  • Wenn ich bedenke, was die Deutschen zwischen 1933 und 1945 gemacht haben: Bücherverbrennung, Vertreibung vieler herausragender Forscher, Beginn des Krieges mit der Folge der Zerstörung deutscher Innenstädte – lasst die jungen Franzosen doch, jede Generation möchte ihren Spass haben.

  • Und was ist mir Korsika? Blieb die Inseln von Krawallen verschont?

    Gerade im Herbst würde sich eine Reise dort hin anbieten.
    Oder sind die Ausschreitungen auf das fr. Festland begrenzt?

  • Gelöscht …….

  • Ihr Gott ist nicht unser Gott

    • Ganz ehrlich, die kennen keinen Gott weder den einen noch den anderen.

    • Deren Gott ist der Satan!

  • Für den 31. Oktober hat die Vielfalt bei uns auch schon ihren Partytermin angekündigt, nachdem sie bei den vielen Antirechts und FCK-AFD Demos mit auffälliger Abwesenheit glänzte.

  • Sie bejubeln die Vernichtung des kulturellen Erbes, danach kommt die wärmer des Kollektivismus.

  • Nun … es entlädt sich, was dies linksgrün kommunistische EU-Regierungen seit Jahren aufgebaut, genährt und geschützt hat. Die Linke in Berlin arbeitet auch kräftig, die Polizei weiter zu reduzieren, damit in einem solchen Fall der Mob freie Hand und kaum Gegenwehr hat. Eine Blaupause für weiter EU Staaten?

  • Sieh da, sieh da, Timotheus – gestern am gar nicht so ganz späten Abend tanzten die ‚üblichen Verdächtigen‘ (‚Schöler‘ waren nicht dabei) jubelnd, voller Begeisterung und unter Einsatz von allerlei Pyrotechnik auf einem Platz in einem der ‚abgehängten‘ Viertel einer nordrhein-westfälischen Universitätsstadt, die sich seit Jahren voller herz-jesu-sozialistischer Inbrunst damit brüstet, ein ’sicherer Hafen‘ zu sein.
    „Doch ach, die gute Polizei
    Kam – wie gewöhnlich – NICHT herbei…“.
    (frei nach Wilhelm Busch)
    Und der frischdekorierte Herr Polenz, den man doch nun eigentlich erwartet hätte, ward auch nicht geseh’n…

  • Da haben unsere Goldstücke der Vielfalt und Toleranz wieder gezeigt, was sie wirklich wollen. Aber da es durch Einwanderung und von links kommt, gibt es keine Gefahr, denn die geht nur von rechts aus. Also legitimer Protest.

  • Eine islamische Sozialistenrepublik im Herzen Europas.

    Die Franzäffische Revolution frißt ihre Kinder.

Werbung