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So wahrscheinlich ist eine Mehrheit für die AfD – und diese Chancen haben Koalitionen ihrer Gegner

Sachsen-Anhalt wählt einen neuen Landtag. Auf Basis der Umfragen hat Apollo News ein Wahlmodell erstellt und verschiedene Ausgänge simuliert. Die Auswertung zeigt: Eine absolute Mehrheit der AfD ist durchaus möglich – wahrscheinlicher ist aber ein anderes Ergebnis.

Sven Schulze und Ulrich Siegmund beim Wahlduell von Mitteldeutscher Zeitung und Magdeburger Volksstimme. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

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Mittels eines Monte-Carlo-Algorithmus hat Apollo News auf Basis der Umfragen 100.000 mögliche Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt mathematisch simuliert (mehr zur Methodik hier). Dieses Wahlmodell lässt nicht nur Aussagen darüber zu, wie wahrscheinlich der Einzug einzelner Parteien in den Landtag ist (mehr dazu hier), sondern auch darüber, wann die AfD eine absolute Mehrheit der Sitze erreicht – und welche Umstände das verhindern würden.

Nach den aktuellen Umfragen kann die AfD mit 42 Prozent der Zweitstimmen rechnen (mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 38 Prozent und 46 Prozent). Die CDU kommt auf ungefähr 22 Prozent, die Linke auf 12 Prozent. Um die Fünfprozenthürde liegen die SPD mit sieben Prozent, die Grünen mit genau fünf Prozent, das BSW mit vier Prozent und die FDP leicht abgeschlagen mit drei Prozent.

Basierend darauf ergeben sich im Apollo News-Wahlmodell die folgenden Wahrscheinlichkeiten für Regierungsmehrheiten im Landtag: Die AfD hat statistisch eine knapp 30-prozentige Chance auf eine absolute Mehrheit der Sitze – ob sich das ausgeht, entscheiden heute einzig die Wähler in Sachsen-Anhalt. Eine Mehrheit gegen die AfD ist nämlich deutlich wahrscheinlicher. Die CDU kann mit einer Wahrscheinlichkeit von 56 Prozent eine Mehrheit gemeinsam mit SPD, Grünen und Linken bilden. Darin sind auch alle Fälle enthalten, in denen es schon mit einem Partner weniger zur Mehrheit reicht.

Mögliche Regierungsoptionen

Wahrscheinlichkeit einer Sitzmehrheit

CDU + AfD
100,0 %
CDU + SPD + Grüne + Die Linke
56,2 %
AfD + BSW
41,5 %
AfD allein
29,4 %
CDU + SPD + Die Linke
24,3 %
CDU + Die Linke + Grüne
4,6 %
CDU + Die Linke
1,0 %

Sicher auf eine Sitzmehrheit kommen AfD und CDU nur zusammen. Vor allem die CDU schließt eine solche Zusammenarbeit aufgrund des Unvereinbarkeitsbeschlusses des Bundesverbands aber klar aus, auch die AfD hat Bedenken. Eine Zweiermehrheit mit der Linkspartei wird die CDU kaum erreichen. Diese Variante kommt nur in rund 1.000 der 100.000 simulierten fiktiven Wahlausgänge zustande.

Eine Mehrheitsoption mit dem BSW könnte dagegen die Chancen auf eine AfD-Regierung steigern. Gemeinsam mit der Wagenknecht-Partei reicht es der AfD in über 41 Prozent der Fälle zur absoluten Mehrheit. Darin sind die knapp 30 Prozent Wahrscheinlichkeit enthalten, mit der die AfD es auch ganz ohne Unterstützung aus anderen Fraktionen auf die absolute Sitzmehrheit schafft. Sie sind fast spiegelbildlich zu den 56 Prozent für CDU, SPD, Grüne und Linke.

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Die verbleibenden 2,3 Prozent beschreiben den unwahrscheinlichen Fall, dass die FDP in den Landtag einzieht und für die Mehrheitsbildung entscheidend wird. Letzteres ist in etwa zwei Dritteln aller Szenarien der Fall, in denen die Freien Demokraten doch wieder ins Parlament kommen.

Letztlich hängt für die AfD alles davon ab, wie viele der kleinen Parteien es ins Parlament schaffen. Scheiden außer AfD, CDU und Linken alle Parteien aus dem Landtag aus, kann die AfD mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 79 Prozent eine absolute Mehrheit erreichen. Dieses Szenario ist aber sehr unwahrscheinlich: Nur in etwa 3.000 simulierten Wahlausgängen schaffen es weniger als vier Parteien in den Landtag.

Drei bis sieben Parteien

Wie verändert sich die Chance der AfD auf eine absolute Mehrheit mit der Zahl der Parteien im Landtag?

Jeder Balken steht für ein Parlament mit drei, vier, fünf, sechs oder sieben vertretenen Parteien. Wählen Sie einen Balken aus, um auch die Wahrscheinlichkeit zu sehen, mit der das jeweilige Szenario eintritt.

Wahrscheinlichkeit für AfD-Sitzmehrheit

Anzahl der Parteien im Landtag

Szenario: Drei-Parteien-Parlament
2.905 von 100.000 möglichen Wahlabenden (2,9 %)

Deutlich relevanter sind die Varianten mit vier oder fünf Parteien. Mit 39-prozentiger Wahrscheinlichkeit schafft es neben den Vorgenannten noch genau eine weitere Partei in den Landtag – voraussichtlich die SPD. Dann schrumpft die Chance der AfD auf die absolute Mehrheit auf unter 50 Prozent. Bei noch einer weiteren Partei über der Fünfprozenthürde sieht es mit 17 Prozent noch deutlich schlechter für Spitzenkandidat Ulrich Siegmund aus.

Dieses Szenario mit fünf Parteien im Landtag ist mit 47 Prozent aber das wahrscheinlichste. Bei insgesamt sechs oder sieben Fraktionen kann sich die AfD jeden Gedanken daran, das Land allein zu verändern, abschminken – vorausgesetzt, die Umfragen vermitteln ein annähernd realistisches Bild davon, wie die Wähler sich am heutigen Wahlsonntag entscheiden werden.

Alle diese und einige weitere Daten sind auch in den obigen Diagrammen enthalten. Um weitergehende Informationen zu sehen, einfach im zweiten Diagramm mit dem Mauszeiger über die Säulen fahren oder die Säulen anklicken.

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1 Kommentar

  • Auch wenn die AFD die absolute Mehrheit knapp verfehlt, wird es ein grandioser Wahlsieg, Es war ein großartiger Wahlkampf von Siegmund. Das Linke Kartell hatte nur den Linksextremen Adenauer Bus zur Dauerbeschallung. Ein CDU Schulze ist dann die Marionette der SED Linken. und die CDU geht endgültig ihrem Ende entgegen. Das Brandmauerkartell muss dann erst die SED-Linken fragen was sie machen dürfen und was nicht. Dann ist Heidi Reichinnek die heimliche MP des Kartells.

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