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Koalitionsbildung

Siegmund will „alle Möglichkeiten nutzen“ – und bringt „feste Vereinbarungen“ mit Abweichlern ins Spiel

Ulrich Siegmund hatte im Wahlkampf angekündigt, sich nur mit absoluter Mehrheit zum Regierungschef wählen zu lassen. Nachdem diese am Sonntag verfehlt wurde, bringt er nun auch „feste Vereinbarungen“ mit Abgeordneten anderer Parteien ins Spiel.

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Ulrich Siegmund wäre für eine stabile Regierung auf die Stimmen von Abgeordneten anderer Fraktionen angewiesen (IMAGO/Andreas Gora)

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Die AfD kommt gemäß dem vorläufigen Endergebnis auf 39 der insgesamt 83 Sitze. Für eine absolute Mehrheit fehlen ihr damit drei Mandate. Obwohl Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Wahlkampf wiederholt erklärt hatte, nur mit einer absoluten Mehrheit regieren zu wollen, hält er nach der Wahl auch andere Machtoptionen offen. Im Interview mit MDR Aktuell zeigte er sich am Montagmorgen gesprächsbereit, sofern sich die AfD dabei inhaltlich nicht verbiegen müsse und ausreichende Stabilität gewährleistet sei.

Siegmund interpretierte das Wahlergebnis als eindeutigen Regierungsauftrag. „Und natürlich werden wir jetzt alle Möglichkeiten nutzen, um diesen Auftrag auch zu erfüllen“, sagte er bei MDR Aktuell. Als eine mögliche Option nannte er „feste Vereinbarungen“ mit einzelnen Abgeordneten anderer Fraktionen. „An dieser Option werden wir unbedingt arbeiten müssen, weil wir wollen, wie gesagt, dem Vertrauen der Menschen gerecht werden“, erklärte Siegmund.

Dabei schloss Siegmund ausdrücklich Konstellationen aus, die aus seiner Sicht keine politische Stabilität gewährleisten. Eine Minderheitsregierung, die dauerhaft auf die Stimmen des BSW angewiesen wäre und nur wechselnde Mehrheiten bei einzelnen Sachfragen hätte, komme für ihn daher nicht infrage. Es sei jedoch „nicht ausgeschlossen“, dass sich bei einzelnen Abgeordneten anderer Fraktionen noch etwas bewege und dadurch eine stabile Regierungsmehrheit zustande komme.

Es handle sich in einem solchen Szenario auch nicht um eine Abweichung von den eigenen Wahlkampfversprechen, stellte Siegmund klar: „Das ist ja etwas komplett anderes, als wenn man sagt, man macht das irgendwie mit Machtspielchen, mit Enthaltungen, und hat dann später gar keine stabile Mehrheit im Landtag. Das ist eine Option, die wird es mit mir nicht geben“. Maßgeblich sei zudem, dass eine Aufweichung der wesentlichen AfD-Positionen bei einer möglichen Zusammenarbeit nicht stattfinden dürfe.

Woher mögliche Abweichler kommen könnten, die eine AfD-Regierung unter Siegmund dauerhaft stützen würden, ist bislang unklar. CDU-Ministerpräsident Sven Schulze hatte bereits vor der Wahl ausgeschlossen, dass Abgeordnete seiner Partei zur AfD überlaufen könnten, und bei der Besetzung der künftigen Fraktion mögliche Wackelkandidaten nicht berücksichtigt. Entsprechend scheint es derzeit unwahrscheinlich, dass die AfD eine stabile Vereinbarung mit einzelnen CDU-Abgeordneten zustande bringt.

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Das BSW ist nach der Wahl mit fünf Abgeordneten im Landtag vertreten. Spitzenkandidat Thomas Schulze kündigte am Montagmorgen an, Ulrich Siegmund nicht aktiv zum Ministerpräsidenten wählen zu wollen. In einem möglichen dritten Wahlgang wolle sich seine Fraktion jedoch enthalten. Da dann die einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügt, könnte das BSW eine Wahl Siegmunds ermöglichen, ohne selbst für ihn zu stimmen.

ahz

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26 Kommentare

  • Nur Ulrich Siegmund hat einen klaren Kurs und einen Plan auch über Sachsen Anhalt hinaus. Dieses Vertrauen wurde ihm von den Wählern entgegengebracht. Auch in der cDU gibt es mittlerweile mehr als fünf Politiker, die diesen Kurs mitgehen werden. Wir dürfen uns als Konservative Demokraten darauf freuen !

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    • „Auch in der cDU gibt es mittlerweile mehr als fünf Politiker, die diesen Kurs mitgehen werden.“
      —–

      Wenn die Eier haben, wechseln die das Parteibuch. Andernfalls sind es nur Faule Eier.

      15
      • „Wenn die Eier haben, wechseln die das Parteibuch.“

        Ich möchte noch ergänzen, dass die AfD potentielle Überläufer nur aufnehmen sollte, wenn die damals gegen die Impfpflicht gestimmt haben, oder sich wenigstens heute öffentlich dafür entschuldigen.

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        • @Unsinn
          Können Sie diesen Unsinn belegen?

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        • Die AfD war eine der größten Wendehälse in der Coronakrise. Aber darüber schauen Leute wie Sie großzügig hinweg.

          -3
  • Genau so muss verantwortungsvolle Politik aussehen!

    Ein starkes Wahlergebnis ist ein klarer Auftrag, alles für eine stabile und handlungsfähige Regierung zu tun.
    Besonders überzeugend ist, dass Siegmund keine wackeligen Mehrheiten oder taktischen Spielchen will, sondern feste und verlässliche Vereinbarungen.
    Wer bereit ist, über Parteigrenzen hinweg Verantwortung für das Land zu übernehmen, sollte dazu auch die Chance bekommen.

    Jetzt zählen Respekt vor dem Wählerwillen, Mut und politische Vernunft.
    Sehr stark, dass alle demokratischen Möglichkeiten ausgelotet werden!

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  • Hoffen wir auf hinreichend viele Konservative in der CDU, die für ihren Wahlkreis viel rausholen wollen.

    2
  • Siegmund sollte nur mit einer fest vereinbarten Koalition zur MP-Wahl antreten oder mit einer mit Überläufern fest verabredeten absoluten Mehrheit für die ganze Legislatur. Lose Absprachen oder Willensbekundungen reichen nicht aus.

    Auch die Idee eines neutralen, parteilosen MP, wie vom BSW vorgeschlagen, hat Charme. So eine Lösung müsste dann aber vom BSW organisiert werden, nicht von der AfD, Schließlich ist das eine Idee des BSW, warum sollte die AfD die Verantwortung und u, U. den Schwarzen Peter dafür übernehmen?

    0
  • „Obwohl Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Wahlkampf wiederholt erklärt hatte, nur mit einer absoluten Mehrheit regieren zu wollen, hält er nach der Wahl auch andere Machtoptionen offen.“
    ————-

    Diese Aussage hätte er niemals machen dürfen, jetzt hat er also schon sein erstes Wahlversprechen gebrochen.

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    • Das kommt drauf an ob er seine Ziele durchsetzen kann

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    • Typisch für Einheitspartei-Wähler:
      Werden ALLE Wahlversprechen gebrochen: „Ja, cool die habe ich gewählt“
      Wird 1! Wahlversprechen gebrochen, was noch nicht mal richtig gebrochen ist: „WAHLBETRUG“

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    • An alle „Down-Voter“: Warum ist das KEIN Bruch eines Versprechens? Bitte logisch und nicht ideologisch begründen.

      1
      • @CC
        Wenn aus „Ich strebe eine absolute Mehrheit an“ plötzlich „Ich habe versprochen, ausschließlich mit absoluter Mehrheit zu regieren“ gemacht wird, ist das schon ziemlich kreative Interpretation. Ein Wahlziel ist kein Wahlversprechen für den Fall, dass dieses Ziel nicht erreicht wird. Wer daraus automatisch einen Wortbruch konstruiert, verwechselt politische Zielsetzung mit einer verbindlichen Zusage.

        2
    • „… jetzt hat er also schon sein erstes Wahlversprechen gebrochen.“
      Und es wird nicht das letzte sein, weil er ein Politiker ist und als solches nach der Logik von Politik handelt. Wer davon überrascht ist, der kann nur ein Träumer und Romantiker sein.
      Es wird Zeit, dass die AfD regiert und sich politischer Realität stellen muss.

      -1
  • Zitat: „Eine Minderheitsregierung, die dauerhaft auf die Stimmen des BSW angewiesen wäre und nur wechselnde Mehrheiten bei einzelnen Sachfragen hätte, komme für ihn daher nicht infrage.“

    Was ist für Sachsen-Anhalt und Deutschland besser? Eine Minderheitsregierung der AfD oder eine Koalition der Wahlverlierer, die seit Jahren Deutschland zerstören?

    7
    • In dem Fall ein weiter so, bis sich die Wahlverlierer selbst auflösen. Denn wenn es keine Änderung gibt wird es kritisch. Dann stehen Diktatur und Krieg in der Tür nicht mehr davor.

      0
  • Ich halte es für einen Fehler, sich von anderen (vereinbarten) Abhängig zu machen. Es geht noch zu vielen AfD Verhinderern zu gut. Es muss also erst alles noch schlechter werden, bevor es besser wird.

    1
  • Eines ist doch klar, spätestens nach einigen Jahren in der Regierung(Beteiligung) unterscheidet sich die AfD in nichts von anderen Parteien, was die Flexibilität zum Machterhalt betrifft.

    Die Siegmund von heute ist der Schulze in 10 Jahren

    -6
    • Zustimmung. So wird es sein.

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    • Na hoffen wir mal nicht!

      0
    • @ BerndS
      Wow 🤯 Ein Hellseher hat den Chat betreten ! Erzählen Sie mehr ….. 👍

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  • Ich hoffe nur, die AfD legt sich nicht mit den Kommunisten des BSW ins Bett.

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  • Gute Idee – viel Erfolg, lieber Herr Siegmund – und Gratulation zu dem tollen und Hoffnung machenden Wahlergebnis! Es wird noch sehr spannend, was dieser Tag bringt…

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  • Ich warte nur noch bis Dunja Hayali im ZDF verkündet : ,, Schlappe für die AfD. Absolute Mehrheit verfehlt“. (Ironie off). 🤣🤣🤣

    6
  • Bei der CDU sitzen ohnehin genügend Wackelkandidaten, deren ideologisches Rückgrat bei Aussicht auf echte politische Gestaltung schnell weich wird. Die AfD biegt sich inhaltlich nicht für die Brandmauern der Altparteien um. Sie nutzt lediglich alle parlamentarischen Optionen, um den Wählerwillen eiskalt durchzusetzen.

    1
  • Sven Schulze ist abgewählt und muss sofort zurücktreten. Die schmutzigen Spielchen mit Abschaffung einer Frist, bis zu der ein neuer Ministerpräsident gewählt werden muss, widern mich an. Hier spielen die niedersten Machterhaltungsinteressen ein Rolle oder Machtgeilheit, um das eigen Portemonnaie aufzubessern. Wer die Bevölkerung für so dumm hält, dass er glaubt, sie merkt diese schmutzigen Vorgehensweisen nicht, der hat sich von vorneherein für ein höheres Amt disqualifiziert.

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