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Pakistan: Muslimischer Mob legt Christenviertel in Schutt und Asche

Weil man einen Jungen der Koran-Schändung verdächtigte, legte ein muslimischer Mob im pakistanischen Jaranwala ein Christenviertel in Schutt und Asche. Fünf Kirchen wurden niedergebrannt, dutzende Christen mussten fliehen.

In den christlichen Ländern der Welt hört man so oft die Worte, Toleranz, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit. Den Christen in der westlichen Welt geht es gut, grade schon zu gut – könnte manch einer meinen: Denn viele Kirchen in Europa und anderen Teilen des Westens beschäftigt sich gerne mit Gender, Sexualität oder veranstalten sogar “Raves” in den heiligen Hallen. 

Doch nur vereinzelt spricht man über ein ernstes Thema: Christen sind die am meisten verfolgte Gruppe der Welt. Haft, Folter und Diskriminierung stehen für viele außerhalb des Westens an der Tagesordnung. So auch wieder am 16. August im mehrheitlich muslimischen Pakistan.

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Gewaltexzesse in Pakistan

In der pakistanischen Stadt Jaranwala griff eine Menschenmenge einen christlichen Ort in einem östlichen Teil des Landes an und zündete mehrere Gebäude, darunter Kirchen, unter dem Vorwurf der Gotteslästerung an.

Laut der Polizei der Stadt, soll ein kleiner Junge beschuldigt worden sein, den Koran geschändet zu haben. Dieser Vorwurf führte zu stundenlangen Gewaltexzessen: Mehrere Häuser, darunter fünf Kirchen brannten aus. Dutzende Christen mussten aus dem Ort fliehen. Die pakistanischen Behörden teilten noch nicht mit, wie viele Menschen der wütende Mob verletzten konnte.

Nach den Blasphemiegesetzen des Landes wird die Beleidigung des Korans oder des islamischen Glaubens mit der Todesstrafe bestraft, obwohl noch nie jemand aus diesem Grund hingerichtet wurde. Statt staatlicher Verfolgung formiert sich dann auch nicht selten ein in Selbstjustiz handelnder Lynchmob.

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Nicht das erste Mal

„Während ich das schreibe, fehlen mir die Worte. Wir, Bischöfe, Priester und Laien, sind zutiefst betroffen und betrübt über den Vorfall in Jaranwala“, schrieb Azad Marshall, Bischof der Kirche von Pakistan, auf Twitter. Marshall berichtete ebenfalls von Folter und Schändungen der Bibel. Er forderte die pakistanischen Behörden auf, die Verantwortlichen unverzüglich vor Gericht zu stellen und die Sicherheit aller Bürger zu gewährleisten.

Der geschäftsführende pakistanische Premierminister Anwaar-ul-Haq Kakar kündigte „hartes Vorgehen“ gegen die Hintermänner des Angriffs vom Mittwoch an. „Alle Strafverfolgungsbehörden wurden aufgefordert, die Schuldigen festzunehmen und vor Gericht zu stellen. Seien Sie versichert, dass die pakistanische Regierung unseren Bürgern auf Augenhöhe zur Seite steht“, sagte Kakar auf Twitter.

Die Minderheitsvertretungen im Lande werfen der Regierung vor, die christliche Minderheit nicht richtig zu schützen. Und der Vorwurf ist nicht unbegründet: Pakistan liegt auf Platz 7 weltweit, was Christenverfolgung angeht. 

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