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„Koranverse für Klimaschutz“

ÖRR erklärt: Koran ruft zum „Aktivismus“ gegen den Klimawandel auf

Ein ÖRR-Account will mithilfe von Asmaa El Maaroufi, Professorin für Islamwissenschaften, erklären, dass der Koran zum Kampf gegen die „Klimakrise“ aufrufe. „Koranverse für Klimaschutz“, so das Motto. Denn den Klimawandel „rational zu erfassen“ habe bisher „keinen Schritt“ weitergeholfen.

Ein Instagramkanal für die Klima-Politik. So stellt der WDR den eigenen Instagram-Account klima.neutral vor. Dort wurden nun der Theologin Prof. Dr. Asmaa El Maaroufi Platz eigeräumt. Ihr Thema: „Koranverse für den Klimaschutz“. Maaroufi ist nämlich davon überzeugt, dass der Koran großes Potenzial habe „in den heutigen Kontexten angewendet zu werden“. Zwar habe das Thema Klimakrise im Saudi-Arabien vor 1400 Jahren noch keine Rolle gespielt, aber der Koran helfe den Menschen, sie zu motivieren und „Verantwortung zu übernehmen“.

Etwa Sure 17, Vers 14 „Es lobpreisen ihn die sieben Himmel und die Erde und wer darinnen ist“, könne als Aufruf zum Kampf gegen den Klimawandel interpretiert werden. Der Vers zeige, dass „alles lebt“. Und weiter: „Alles ist da, alles ist verstrickt. Hierdurch werde die Abhängigkeit voneinander deutlich, argumentiert Maaroufi. Nicht nur der Mensch, sondern auch alle anderen Lebewesen würden im Koran eine entscheidende Rolle spielen.

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Eine anderer wichtiger Koranvers für den Klimaschutz sei: „Esst, trinkt, aber seid nicht maßlos. Er (Gott) liebt nicht die Maßlosen. Botschaft des Verses sei, dass man genügsam leben solle und insbesondere „mit natürlichen Ressourcen achtsam umzugehen und nur so viel zu verwenden, wie man braucht“. Der Vers „und stiftet auf der Erde kein Unheil, nachdem sie in Ordnung gebracht worden ist, sei ebenfalls entscheidend. Hier rufe der Koran zum Gegenteil von Passivität auf. Der Vers sei „ein Auftrag zum Aktivismus“ sich für andere Menschen und Spezies einzusetzen und sich für eine achtsame Welt starkmachen.

Klimawandel „rational zu erfassen“ habe „keinen Schritt“ weitergeholfen

Maaroufi erregte bereits zuvor Aufmerksamkeit. In einem Interview mit n-tv erklärte sie, dass es wichtig sei immer beide Seiten einer Medaille zu betrachten. So hätte Europa bisher nur versucht, den Klimawandel „rational zu erfassen und anzugehen“. Weiter erklärt sie: „Und wo stehen wir? Keinen Schritt weiter.“ Deswegen schlägt El Maaroufi eine andere Vorgehensweise vor. „Als Theologin, die von Steuergeldern bezahlt wird, ist es mein Anspruch, Wissenschaft zu betreiben, die für alle nachvollziehbar ist. Gleichzeitig plädiere ich dafür, dass wir spirituelle, achtsame und bewusste Perspektiven einbeziehen müssen.“

Doch nicht nur wegen eines zu geringen Einbezugs der Religion seien Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel ausgeblieben. Hierbei müsse man im öffentlichen Raum verstärkt Diversität herstellen. Es gehe darum, die „Stimmen von marginalisieren Personen hinzuziehen“, so El Maaroufi. Im Diskurs müsse mit der weißen Dominanz gebrochen werden.

„Wenn man sich die klassische Werbung für grüne und nachhaltige Energie anschaut, sieht man oft Mann, Frau, Kind, weiß, die sich Gedanken darüber machen, wie sie die Wärmepumpe für ihr Einfamilienhaus finanzieren sollen.“ Zur Realität gehöre jedoch, dass viele Menschen nicht in einem Einfamilienhaus leben würden. Gerade „Alleinerziehende Menschen, schwarze Menschen, andere marginalisierte Gruppen“ geraten dadurch schnell in Vergessenheit, meint sie.

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