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Neun Jahre Charlie-Hebdo-Attentat: Europa verliert den Kampf um seine Werte

Neun Jahre nach dem islamistischen Attentat auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo steht es schlechter denn je um die Werte von Freiheit, Aufklärung und Säkularismus. In den westeuropäischen Gesellschaften bauen die Brüder im Geiste der Attentäter ihren Einfluss immer weiter aus.

Bildquelle: John Robert McPherson, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons (bearbeitet)

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Neun Jahre ist es jetzt her, dass zwei IS-Terroristen in Paris ein Blutbad in der Redaktion des Satire-Magazins Charlie Hebdo anrichteten. Es war der Höhepunkt des Krieges des weltweiten Islamismus gegen die Freiheit des Westens – gegen die Meinungsfreiheit, gegen die Kunstfreiheit und vor allem gegen Säkularismus und die Freiheit zur Religionskritik.

Und neun Jahre nach Charlie Hebdo ist die globale, islamistische Bedrohung so groß wie lange nicht mehr. Gleichzeitig ist klarer denn je ersichtlich, wie tief der Islamismus auch in Europa schon Wurzeln geschlagen und beträchtliche Macht errungen hat. Die Brüder im Geiste der Terroristen, die 2015 ein Blutbad in der Charlie Hebdo-Redaktion anrichteten, haben sich überall in Europa verbreitet – und bauen so massiv Druck auf, dass so manche Regierung bereits vor ihnen kapituliert hat.

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In Dänemark entschied sich die Regierung, Blasphemie-Gesetzgebung, die „Gotteslästerung“ und die Beleidigung religiöser Bekenntnisse unter Strafe stellte, erneut einzuführen. Die öffentliche Verbrennung des Korans, der Bibel oder der Tora sei künftig eine Straftat, sagte Justizminister Peter Hummelgaard im August vergangenen Jahres. Damit kapitulierte der dänische Staat vor islamistischen Hassmobs in Dänemark, Europa und weltweit, die wegen Koranverbrennungen randaliert und protestiert hatten. Ein Armutszeugnis.

Das islamistische Mittelalter gewinnt an Boden

Da lobe man sich Charlie Hebdo – eine Redaktion, die nach einem blutigen Terroranschlag auf das eigene Team genau dort weitermachte, wo man aufhörte. Eine kleine Gruppe von Autoren und Karikaturisten bewies um Längen mehr Standhaftigkeit als ein gesamtes Königreich. Zum dänischen Ansinnen hatte die Redaktion von Charlie Hebdo eine klare Meinung: Der Wert, um den es hier geht, ist die Meinungsfreiheit. „Dänemark ist auch Europa“, schreibt Charlie Hebdo. „Dass man dort entscheidet, ein mittelalterliches Delikt wieder einzuführen, geht auch uns etwas an.“

Der Chefredakteur des Blattes erklärte: „Indem wir den Straftatbestand der Blasphemie in Dänemark wiederherstellen, senden wir ein Signal des Rückschritts in ganz Europa, dem Kontinent der Aufklärung“. Die mutigen Macher von Charlie Hebdo sind genau deswegen europäische Ikonen – eben, weil sie nicht kapitulieren und sich den Terroristen und dem Diktat der Gotteskrieger ergeben. So verteidigen sie den Kern europäischer Werte, den Kern der Aufklärung – sie tun das, was unsere Regierungen tun müssten.

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Doch die haben sich zu oft entschieden, lieber im Sinne eines angeblichen „sozialen Friedens“ in ihren Migrationsgesellschaften immer einen Schritt zurückzugehen, wenn der Islamismus einen nach vorne macht. Längst muss man bei Widerstand gegen islamistische Befindlichkeiten ja mit brennenden Vororten und Stadtvierteln rechnen. Die gefährliche, laute Gruppe der radikalen Muslime in Europa weiß, dass die allermeisten ihrer „Gastländer“ am Ende vor ihnen zurückstecken – soviel Macht haben sie inzwischen auf unserem Kontinent, der Wiege von Aufklärung und Säkularismus, aufgebaut.

Westeuropa hat im Grunde schon kapituliert

Ganz klar: Würde jemand in Deutschland den Islam so spitz, bissig und auch fies karikieren, wie Charlie Hebdo es tut, wäre er hier vogelfrei und gejagt von Islamisten – während die veröffentliche Meinung und das gängige Mainstream-Narrativ ihn und seine Karikaturen als „rassistisch“ und „islamophob“ verurteilen würden. Wahrscheinlich würde ihm auch noch ein Verfahren wegen Verunglimpfung religiöser Bekenntnisse oder gar wegen Volksverhetzung drohen. Soweit sind wir inzwischen: In dem Kulturraum, in dem einst Kant, Voltaire und Co. gewirkt haben, werden die archaischen Ansprüche einer fremden Religion mit Gewalt, Terror und auch durch den Staat durchgesetzt.

Leider muss man festhalten: Wenn es um den Islam und seinen totalitären Anspruch geht, haben viele westeuropäische Gesellschaften den Rückzug angetreten. Aus sich selbst heraus geschwächt, vermögen es unsere Gesellschaften nicht mehr, einer radikalen, potenten und totalitären Ideologie entgegenzutreten, die auch noch stetig wächst und ihre Macht ausbaut. Wenn das Recht auf Religionskritik und -verspottung fällt, weil Muslime dagegen mit Gewalt protestieren, werden irgendwann auch alle anderen Rechte und Normen fallen, die als unislamisch gelten – wenn Islamisten nur genug Druck dagegen auf der Straße aufbauen.

Eigentlich sollte heute mehr denn je jeder Europäer Charlie Hebdo lesen – und dann hoffentlich auch begreifen, warum das, was sich das Blatt traut, wichtiger denn je ist. Denn unter dem Druck der Islamisten mitten unter uns sind wir längst dabei, im Namen von „Toleranz“ und „Weltoffenheit“ genau die Werte zu verraten, die beides erst möglich machten. Die Werte von Aufklärung, Säkularismus und Freiheit. Genau die Werte, auf die wir als Europäer so gerne stolz sind, sind in der Defensive. Was selbstverständlich war, muss verteidigt werden. Es braucht daher mutige Kämpfer und Vorkämpfer, wie die Köpfe von Charlie Hebdo es geworden sind. Der Jahrestag ist Mahnung: Der Geist der Terroristen vom 7. Januar 2015 hat längst unsere Gesellschaften infiltriert.

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