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Tausende Migranten

Wieder Notstand befürchtet: Neue Flüchtlingswelle erreicht Lampedusa

Lampedusa steht vor einem neuen Notstand: Seit März nehmen die Ankünfte von Flüchtlingsbooten zu, seit Anfang Mai spitzt sich die Lage weiter zu. Der Insel droht eine erneute totale Überforderung.

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Nach der letzten großen Flüchtlingswelle im September 2023 spitzt sich die Situation auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa immer weiter zu. In den ersten Frühlingswochen landeten bereits mehrere tausend Migranten auf der Mittelmeerinsel. Seit Anfang Mai verschlimmert sich die Lage nochmals. Wie bereits im September könnten die Inselbehörden einen Notstand ausrufen.

Die Flüchtlinge stammen hauptsächlich aus Ländern wie Tunesien und Libyen sowie weiteren afrikanischen und nahöstlichen Staaten, darunter die Elfenbeinküste, Kamerun, Gambia, Tschad, Guinea-Konakry, Sudan, Burkina Faso, Nigeria, Ägypten, Syrien und Senegal. Aber auch immer mehr Pakistanis und Bangladescher kommen über das Mittelmeer nach Europa.

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Das vorletzte Märzwochenende markiert den Beginn der neuen Migrationswelle nach Lampedusa. Am Wochenende vom 22. bis zum 24. März erreichten 1700 Bootsflüchtlinge aus Afrika die italienische Mittelmeerinsel. Italienische Behörden berichteten, dass über zwei Dutzend Boote, die in Libyen und Tunesien abgelegt hatten, aufgenommen wurden. Dies stellt die höchste Anzahl von Ankünften dar, die seit Jahresbeginn verzeichnet wurde. Wenige Wochen später kamen erneut über eintausend Menschen nach Lampedusa.

Laut der italienischen Presse erreichten über 1500 Menschen, zwischen dem 4. bis 6. April verteilt auf 13 Boote die Insel. Dabei befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits 1.270 illegal Eingereiste auf der Insel – die selbst nur 6462 Einwohner zählt. Die Behörden versuchten schon im April wieder Herr der Lage zu werden. 300 der Flüchtlinge wurden mit der Fähre nach Porto Empedocle auf Sizilien verschifft. Dazu kamen nochmals 180 Personen, die via Flugzeug nach Bergamo gebracht wurden. Einige Tage später wurde die Überstellung weiterer 300 Flüchtlinge angeordnet.

Der Ansturm lässt nicht nach. Über 700 Flüchtlinge haben am ersten Maiwochenende das italienische Territorium erreicht. Die Illegalen, die in drei Booten ankamen, sind Teil einer größeren Gruppe von 627 Menschen, die in 17 verschiedenen Landungen die Insel erreichten. Knapp eine Woche später kamen erneut 292 Flüchtlinge auf Lampedusa an.

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Nachdem Lampedusa im September letzten Jahres zeitweise 6800 Flüchtlinge beherbergte und sogar einen Notstand ausrufen musste, will man es diesmal nicht so weit kommen lassen. „Es gibt Richtlinien, die darauf abzielen, das Phänomen zu kontrollieren“, erklärte Admiral Giuseppe Cavo Dragone, der kürzlich Verteidigungsstabs ernannt wurde und ab Januar 2025 als Präsident des NATO-Militärausschusses fungieren wird, während einer Sitzung der Sondergruppe Mittelmeer und Naher Osten der Parlamentarischen Versammlung der NATO Anfang Mai. „In Anbetracht der Tatsache, dass es in der Natur der Marine liegt, jeden zu retten, der in Seenot gerät, gibt es meiner Meinung nach zwei verschiedene Arten von Phänomenen: Flüchtlinge, die das Recht haben, ihr Land zu verlassen, und Migranten“, führte er weiter aus. „Wir Italiener haben eine lange Geschichte in Bezug auf die Migration, aber unsere Migranten hatten Visa“, antwortete er auf eine Frage zur Einwanderungspolitik. Cavo Dragone betonte ebenfalls, dass „Italien allein gelassen wurde, als die Einwanderung auf ihrem Höhepunkt war, doch jetzt hat sich das Klima verändert“.

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