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Neuer Skandal um Claudia Roth

Nach Antisemitismus-Skandal: Israelhasser Teil von neuer Documenta-Kommission

Alles anders machen wollte die Documenta nach dem Antisemitismus-Skandal im vergangenen Jahr. Nun soll ausgerechnet ein Israelhasser in ein Gremium, welches den Vorfall vom letzten Mal aufarbeiten und zukünftige Antisemitische Einflüsse verhindern soll. Der Bock wird zum Gärtner gemacht.

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Der Documenta-Skandal im vergangenen Jahr schlug weltweit Wellen: Nachdem die Documenta-Leitung das indonesische Kollektiv Ruangrupa als Kuratoren der Documenta fifteen benannt hatte, hing bald ein riesiges Bild mit einem Juden, mit blutunterlaufenen Augen, Vampirzähnen und SS-Runen gut sichtbar mitten in Kassel. Schon vor der Ausstellung wurden Vorwürfe laut, Mitglieder des Kuratoren-Kollektivs stünden der in Deutschland als antisemitisch eingestuften Israel-Boykott-Bewegung BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) nahe. Warnungen wurden in den Wind geschlagen, die Geschäftsführung garantierte eine Documenta ohne Antisemitismus – bis dann das antisemitische Riesen-Bild im Zentrum der hessischen Großstadt prangte. Ein weltweiter Skandal, der für die Verantwortlichen, nicht zuletzt für Kulturstaatsministerin Claudia Roth zum GAU wurde.

Ein Witz: Antisemitischer Inder soll Antisemitismus aufarbeiten

Mit unzähligen, windelweichen Statements lamentierten die Verantwortlichen, dass sie gar nicht verantwortlich seien für das Desaster. Man hätte den Vorfall nicht verhindern können, beteuerte man – um dann zu versprechen, dass man solche Vorfälle in Zukunft verhindern werde. Nun sitzt, nach anderthalb Jahren hoch und heilig beteuerter Aufarbeitung, ein BDS-Unterstützer in der Findungskommission der hessischen Kunstschau. Im März dieses Jahres wurde diese neue Findungskommission vorgestellt, die die künstlerische Leitung für die nächste Ausgabe der Documenta bestimmt, garniert mit dem Versprechen, „die Verfehlungen beim Thema Antisemitismus auf der Documenta fifteen aufzuarbeiten“. Zu dieser Kommission gehört neben der israelischen Künstlerin Bracha Lichtenberg Ettinger unter anderem auch der in Mumbai lebende Schriftsteller, Kulturtheoretiker, Kunstkritiker und Kurator Ranjit Hoskoté.

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Hoskoté unterstützte in Indien die antiisraelische Boykottbewegung BDS, die im Westen weitgehend als antisemitisch eingestuft wird. So setzte er 2019 seinen Namen unter eine Petition, die von Hetze und Lügen gegen Israel nur so strotzt. „Zionismus ist eine rassistische Ideologie, die einen siedlerkolonialistischen Apartheidstaat verlangt, in dem Nichtjuden nicht die gleichen Rechte haben“, heißt es in dem Text, dem er mit seiner Unterschrift beipflichtete. Israel betreibe „ethnischen Säuberung gegen Palästinenser in den letzten sieben Dekaden“. Eine Falschaussage – es gibt keine Apartheid in Israel, und die Erzählung des andauernden Genozides an den Palästinensern ist eine offenkundige Falscherzählung. Dazu noch eine, die eindeutig antisemitisch konnotiert ist.

Hoskoté ist ein Musterbeispiel des neuen, woken, „dekolonialen“ Antisemitismus, der die Juden und ihren Staat vor allem ins Visier nimmt, weil er sie als „weiß“ und damit als ein illegitimes Volk im Nahen Osten wahrnimmt. Der Antisemitismus des Zeitgeists ist im Kern derselbe, der hier in der Vergangenheit herrschte – und die Boykottbewegung gegen Israel ist allzu oft nicht mehr von einem „kauft nicht bei Juden“ zu unterscheiden.

Aufarbeitung? Fehlanzeige

Auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung, die zuerst über diese Vorgänge berichtete, schreibt der Geschäftsführer der Documenta: „Die Themen Antisemitismus und BDS, dessen Haltung von allen Mitgliedern abgelehnt wird, waren im Rahmen der Arbeit der Findungskommission der Documenta 16 natürlich Thema und wurden intensiv diskutiert.“ Der „Findungskommissar“ selbst versucht sich in einem klinischen, abgestimmten Statement reinzuwaschen: „Ich empfinde eine tiefe Solidarität mit dem jüdischen Volk“, erklärt er nun. „Darüber hinaus habe ich mich öffentlich gegen jeden kulturellen Boykott Israels gestellt.“

Was ein „kultureller Boykott“ sein soll, erklärt er nicht genau – dafür aber, dass er viele jüdische Philosophen gelesen habe. Aber was daran relativiert den falschen und hetzerischen Text der von ihm unterzeichneten Petition? Ranjit Hoskoté ist selbstverständlich berechtigt, sich so zu äußern – für eine Kommission, die explizit auch antisemitische Vorfälle aufarbeiten und verhüten soll, ist er aber nicht geeignet. Und dass Antisemitismus und Israelhass bei einer quasi-staatlichen Ausstellung in Deutschland nach den Ereignissen der letzten Documenta noch „intensiv diskutiert“ wird, fasst das ganze Problem zusammen. Ausgerechnet das woke politische Lager, welches das Reden über „strukturellen Rassismus“ erst in den Mainstream brachte, hat jetzt seinen Antisemitismus in der Documenta zum strukturellen Problem gemacht.

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