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IG Metall gewinnt

Mercedes: Rechte Gewerkschaft „Zentrum“ legt bei Betriebsratswahlen in Baden-Württemberg zu

Die IG Metall hat auch in Untertürkheim die Betriebsratswahl bei Mercedes mit weitem Vorsprung gewonnen. Unangefochten ist sie aber nicht mehr: Die rechte Gewerkschaft Zentrum erhält neun Sitze in dem 43-köpfigen Gremium.

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Bei Mercedes in Untertürkheim wählen immer noch die meisten Arbeitnehmer die IG Metall. (IMAGO/Sven Simon)

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Die rechte Gewerkschaft „Zentrum“ hat bei den Mercedes-Betriebsratswahlen in Stuttgart-Untertürkheim Zugewinne erzielt. Dominant ist aber noch immer die IG Metall mit rund 70 Prozent der Stimmen, berichtet die Stuttgarter Zeitung. Zentrum konnte lediglich weniger als ein Drittel dieser Zustimmung für sich verbuchen.

Entsprechend entfallen künftig 31 Sitze in Untertürkheim auf die IG Metall und neun auf das Zentrum. Drei weitere Sitze gingen an andere Gruppierungen. Damit hat das Zentrum als selbsternannte „alternative Gewerkschaft“ zwei Sitze gegenüber der Vorperiode hinzugewonnen. Die Wahlbeteiligung lag bei einem Rekordwert von 68 Prozent.

In Sindelfingen wurde schon zwischen dem 3. und 5. März ein neuer Mercedes-Betriebsrat gewählt. Dort erreichte die IG Metall 80,4 Prozent der Stimmen und stellt nun 48 von 57 Sitzen im Betriebsrat. 2022 stimmten mit 79,8 Prozent unwesentlich weniger Teilnehmer an der Wahl für die Industriegewerkschaft, die sich als Einheitsgewerkschaft versteht: Sie möchte die Interessen aller Arbeitnehmer bündeln und verneint die Notwendigkeit und Legitimität anderer „Richtungsgewerkschaften“.

Die Gewerkschaft Zentrum erhielt in Sindelfingen nur 6,1 Prozent der abgegebenen Stimmen, 2022 waren es 3,9 Prozent. Damit erhält die Gewerkschaft drei Sitze. Unter den Gewählten ist auch Kay Rittweg, der bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am Sonntag für die AfD in den Landtag gewählt wurde. Die Liste des Zentrum umfasste laut Stuttgarter Zeitung insgesamt 47 Kandidaten.

Knapp hinter dem Zentrum landete die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) mit 5,4 Prozent. Eine der bedeutendsten klassischen Richtungsgewerkschaften hat damit an Zustimmung in der Belegschaft verloren und erhält wie Zentrum drei Sitze im Betriebsrat. Drei weitere Gruppierungen erhalten jeweils mindestens einen Sitz in Sindelfingen. Die Wahlbeteiligung betrug 61 Prozent nach zuletzt 55 Prozent.

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Unter dem Namen „Zentrum Automobil“ entstand die Gewerkschaft Zentrum 2009 als Abspaltung der CGM. Die Gruppierung wird vielfach als rechtsradikal beschrieben. Einzelne Mitglieder unterhielten in der Vergangenheit Verbindungen zu extremistischen Bestrebungen. Zeitweise bestand deshalb seitens der AfD ein Unvereinbarkeitsbeschluss, der die gleichzeitige Mitgliedschaft von Gewerkschaftsmitgliedern in der Partei verbot.

Zentrum setzt sich gegen einen Ausstieg aus der Verbrenner-Technologie ein. Die Gewerkschaft warnt aus Arbeitnehmersicht vor einem aus ihrer Sicht drohenden Niedergang der Automobilbranche, wenn sich die Politik auf Bundes- und Europaebene nicht ändert. Die Gewerkschaft möchte ihren Betätigungsradius bei den diesjährigen Betriebsratswahlen ausweiten: Bislang war sie vor allem im Südwesten aktiv.

mb

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26 Kommentare

  • Endlich mal keine linksgrüne Gewerkschaft.

  • Eine Frage zum Verständnis, ernst gemeint:
    Ich hab mir nie Gedanken darüber gemacht. Zu jedem Arbeitgeber gab es immer irgendwie eine Gewerkschaft. Die handeln die Tarifverträge aus. In den „Genuss“ dieser Tarifverträge kommen auch Arbeitnehmer, die nicht Mitglied der jeweiligen Gewerkschaft, aber bei den jeweiligen Arbeitgebern angestellt sind.
    Wie kommen da nun die neuen, alternativen Gewerkschaften ins Spiel? Wann, wie und warum, könnten sie die etablierten Gewerkschaften als Tarifpartner der Arbeitgeber ablösen?

    • Lutz antwortet
      Ich war lange bei Neumayer Tekfor. Da gab es keine Gewerkschaften obwohl es der größte Industriearbeitgeber in der Ortenau ist. KKR ein amerikanischer Hedgefonds hat uns übernommenen.
      Der Betriebsrat lief ohne Gewerkschaften weil die keiner wollte.
      Ich habe als Dreher nie mehr verdient . Danke KKR.
      Ihr habt mir eine gute Rente und Betriebsräte möglich gemacht.

  • „Die Gruppierung wird vielfach als rechtsradikal beschrieben.“

    Warum eigentlich immer gleich mit dem Zusatz „-radikal“? Dieses gesellschaftlich gelungene linke Framing beschreibt alles (!), was NICHT links ist, automatisch als „rechts“. Einfach „rechts“ geht sowieso nicht, als gleich verschärfend „rechtsradikal“. Doppelplusungut, wie Orwell in „1984“gesagt haben würde.

    Noch vor zwanzig Jahren, vor Merkel, hätte man vermutlich eher „konservativ“ dazu gesagt: da wäre sogar die CDU unter Kohl schon „rechtsextrem“ gewesen. Dazu passt, das wir ausser der AfD keine Partei mehr haben, die eine „konservative“ Wählerschaft bedienen will oder möchte.

    Und was denWahlanteil des „Zentrums“ begrifft – mehr als nur „Sehr gut!“ das die IGM endlich einmal Gegenwind und eine betriebliche Opposition bekommt! Alleinherrschaft ist nirgends gut.

  • EILMELDUNG: FBI warnt vor iranischen Drohnenangriffen auf Kalifornien

    • Quelle?

        • Hm-ich weiß nicht so recht. Mein englisch ist etwas eingerostet. Ist da nicht vom 1. Februar die Rede? Warum bringen die das jetzt erst? Ich glaube in den USA kann man der Glotze etwa genau so viel oder wenig trauen wie bei uns dem ZDF.

          0
  • Und genau das ist die richtige Gewerkschaft für die Tesla GIGA Factory Berlin-Brandenburg… Zentrum heißt die… Ihr müsst Kontakt zu Elon Musk aufnehmen… Damit die Linken IG Metall Verbrecher verschwinden durch Verdrängung.

    • Ey, Elon Musk will GAR KEINE GEWERKSCHAFT. Weder bei Tesla, weder bei Twitter, weder bei Space X. Ihr Internet-Populisten seid halt völlig neben der Spur und habt trotz Informationsquellen überall keine Ahnung von überhaupt nichts.

      -22
      • Schlimm sind Menschen, die anderen Ahnungslosigkeit vorwerfen und auch noch glauben, selber die „richtigen“ Informationsquellen zu nutzen.

        • @Fatface
          Wir sind nicht per „Du“.
          Gehen Sie schlafen, es ist spät. Für manche zu spät.

          3
        • Du hast keinen Titel. Du bist kein Vertreter irgendeines Plurals. Du hast weder ökonomischen, noch sozialen Stand. Du bist ein Niemand.

          -11
        • Du kannst nicht mal direkte Statements machen.

          -16
      • Es würde mich nicht wundern wenn er es längst bereut hätte überhaupt bei uns zu investieren. Und Mercedes wird wohl seine Gründe haben jetzt beim bösen Orban in Ungarn zu investieren.
        In USA sieht das mit den Gewerkschaften allgemein etwas anders aus soviel ich weiß. „at-will employment“ hat zB kein Problem mit hire and fire. Und der gesamte gewerkschaftliche Organisationsgrad liegt gerade mal bei ca 10% wobei Musk davon wohl höchstens bei Tesla geringfügig betroffen sein könnte durch UAW.
        Es zeichnet sie übrigens nicht als Genie aus, wenn ihnen bekannt ist, daß Gewerkschaften bei Arbeitgebern nicht sonderlich beliebt sind.

        • Versteht er eh nicht. Er ist hier, um zu beleidigen. Gönnen Wir es ihm doch.

          3
        • Elon Musk „investiert“ nicht. Elon Musk lebt von Regierungsverträgen und Subventionen. Irgendwelche Mutmaßungen über die Gewerkschaftspolitik bei Tesla ist unnötig und unangebracht wenn diese gut dokumentiert ist seit Beginn des Unternehmens. Es geht darum dass geistig unterprivilegierte, ökonomisch dadurch benachteiligte Populistenparteienwähler an der Realität vorbei ihre wahnhaften Fantasien entgegen jeder Faktenlage in der Welt verbreiten.

          0
      • Immer wieder die Parolen aus der verlogenen SozKomm-Giftküche.
        Geben Sie doch auf! Sozialismus ist tot.

        • Du verstehst nicht mal was diese Wörter bedeuten.

          0
      • Es kann keiner was dafür dir das Dreirad geklaut wurde, deine Pflegerin hilft dir bestimmt. 🥳

  • Eine rechtsradikale Gewerkschaft.. was es alles gibt… 🤔

    • Ersetze das „rechtsradikale“ mit Anstand und Vernunft, wie es mittlerweile zur Normalität wurde, dann passt es.

    • Na logisch, neben links gibt es nur rechtsradikale bzw rechtsextreme 🤪

  • „Dominant ist aber noch immer die IG Metall mit rund 70 Prozent der Stimmen, …“
    Dann haben sich die Arbeiter in Untertürkheim redlich verdient, dass sie mit dieser grün-links-woken Gewerkschaft ihre Arbeitsplätze verlieren werden.
    Aber vielleicht wollen die genau das ja. Da es keine Kündigungen geben wird, wird es gute Abfindungen geben für die, die freiwillig (in Frührente ?) gehen. Der Arbeitsplatzabbau wird dann die nächste Generation treffen, die keinen Arbeitsplatz mehr bei Mercedes erhalten werden. Aber das kümmert die jetzigen, von der IG-Metall geschützten Arbeiter wenig …

  • Sind die Daimler Mitarbeiter denn alles Rassisten oder total bescheuert ?
    Wie kann man der rassistischen und volksverhetzende IG-Metall beitreten, bzw. für so ein Gewerkschaft stimmen? Wer gegen die AfD hetzt ist für ein „weiter so“ mit der Deindustrialisierung, dem grünem Wahnsinn und ist extrem betriebsschädlich.

  • Okay. In Baden-Württemberg leben offenbar viele Schwerstgestörte.

    Erst dieser Wahlsieg der Grüninnen, jetzt beim Daimler die 70% für die SozKomm-IG Metall.

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