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Ukraine-Krieg

„Löscht nicht konsequent“: Russland stuft Telegram als Sicherheitsrisiko ein

Der russische Geheimdienst FSB stuft die Online-Plattform Telegram als Sicherheitsrisiko ein. Auch in Europa gerät die Plattform immer mehr in den Fokus staatlicher Behörden – wohl, weil Telegram sich nicht an die staatlichen Vorgaben zur Löschung von Nachrichten hält.

Russland wird Telegram zukünftig einschränken. (IMAGO/Hanno Bode)

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Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat den weit verbreiteten Messengerdienst Telegram als Sicherheitsrisiko eingestuft. In einer Mitteilung aus Moskau heißt es, das russische Militär habe durch die Nutzung der Plattform an der Front im Krieg gegen die Ukraine wiederholt Soldaten gefährdet.

Es gebe „zuverlässige Informationen darüber, dass die Streitkräfte und Geheimdienste der Ukraine in der Lage sind, innerhalb kürzester Zeit Informationen aus dem Messengerdienst Telegram abzurufen und für militärische Zwecke zu nutzen“, erklärte der FSB.

Auch die Telekommunikationsaufsicht Roskomnadsor geht seit Längerem gegen Telegram vor. Die russische Behörde wirft dem Unternehmen vor, gegen russische Gesetze zu verstoßen, unter anderem, weil verbotene Inhalte nicht konsequent gelöscht würden und Betrüger die Plattform für kriminelle Zwecke nutzten.

Zudem verlangt der Staat, dass die Daten russischer Nutzer auf Servern im Inland gespeichert werden. Das russische Digitalministerium hatte darüber hinaus erklärt, ausländische Geheimdienste könnten über Telegram an Informationen gelangen und diese im Zusammenhang mit militärischen Auseinandersetzungen verwenden. Telegram weist entsprechende Vorwürfe wiederholt zurück.

Die Vorwürfe nähren Spekulationen, dass Telegram in Russland weiter eingeschränkt oder sogar ganz gesperrt werden könnte. Der Dienst wird von Millionen Menschen genutzt und gilt für viele als zentrale Informationsquelle außerhalb staatlich kontrollierter Medien in Russland. Zunächst hatte die Süddeutsche Zeitung berichtet. Es könnte der nächste schwere Eingriff in die Informationsfreiheit sein.

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Telegram war zuletzt auch im Westen immer wieder in den Fokus staatlicher Behörden gerückt. Der Gründer des Messenger-Dienstes Telegram, Pavel Durov, hat sich diesbezüglich Anfang Februar mit einer scharfen Botschaft an spanische Nutzer gewandt. Hintergrund ist das neue spanische digitale Maßnahmenpaket, das Premierminister Pedro Sánchez angekündigt hatte.

Unter dem Motto des „Schutzes junger Menschen“ will die Regierung nicht nur soziale Netzwerke für unter 16-Jährige verbieten, sondern zugleich weitreichende Vorschriften für Online-Plattformen einführen. In einem am Mittwoch über Telegram veröffentlichten Beitrag warnte Durov, die Pläne könnten Spanien in einen „Überwachungsstaat“ verwandeln.

Sie bedrohten, so Durov, die „Meinungsfreiheit und Privatsphäre“ und seien Ausdruck eines Trends, staatliche Kontrolle unter dem Deckmantel des Jugendschutzes auszubauen. Laut Durov könnte schon eine regierungskritische Äußerung als „spaltend“ gewertet und bestraft werden. Die Maßnahme stelle ihm zufolge „ein Werkzeug zur Unterdrückung des Widerstands“ dar. „Das sind keine Schutzmaßnahmen; es sind Schritte in Richtung totaler Kontrolle… Bleib wachsam, Spanien. Fordern Sie Transparenz und kämpfen Sie für Ihre Rechte. Teilen Sie dies breit – bevor es zu spät ist“, so Durov abschließend.

Auch zur deutschen Politik hatte sich Durov zuvor geäußert: Mitte 2025 sagte Pavel Durov: „Ich habe in Deutschland Forderungen gesehen, Nutzer allein wegen Kritik an Regierungsvertretern strafrechtlich zu verfolgen“. Es werde als Straftat geahndet, wenn Politiker als „Schwein“ oder „Eidechse“ bezeichnet werden.

„Telegram kommt solchen Forderungen nicht nach – wir stellen uns gegen politische Verfolgung“. Mit seinem Beitrag bezog er sich auf eine Kritik des US-Außenministeriums, das der EU auf X eine „orwellsche Botschaft“ vorwarf. Die Vertretung Frankreichs bei der UN hatte auf X geschrieben, dass in Europa Meinungsfreiheit herrsche, aber keine Freiheit, illegalen Inhalt zu verbreiten.

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18 Kommentare

  • Ich nutze weder Telegram noch Facebook, X oder whatsapp, instagram, tiktok oder was es sonst so gibt. Vielleicht verstehe ich das Problem deshalb auch nicht richtig.
    Sind diese Plattformen nicht eigentlich ein Spiegel unserer Gesellschaft mit allen Lügen, Intrigen, Mobbing, Sauereien, Manipulationen, Betrug, Beschimpfung…etc… denen man auch im ganz normalen Offlineleben begegnen kann?
    Vielleicht kann mich ja ein etwas jüngerer Jahrgang aufklären?

    • BITTE NUR ÖRR schauen – dann weiß man was los ist !!!

    • @Schwarzseher
      All diese Plattformen sind, wie Sie richtig sagen, ein Spiegel unserer Gesellschaft, allerdings ein sehr verzerrter! Denn nahezu alles ist auf sog. Klickzahlen ausgerichtet, um sich möglichst weit zu verbreiten und/oder zu monetarisieren. Ganz ähnlich wie AN oder Nius.
      Solche Plattformen bieten allerdings auch die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen, zu vernetzen und neue Ideen schnell auf den Weg zu bringen.
      Ich jedenfalls beglückwünsche Sie zu Ihrer Abstinenz!

  • Ich stimme den Russen zu. Bei Telegram muss etwas mehr getan werden. Es tummeln sich da zu viele Betrüger rum und es werden zuviel militärische Informationen verteilt. Es dauert ewig, bis Fake Accounts gelöscht werden. Das Ziel der meisten, mir bekannten, Fake Accounts hat das Ziel Konservativen zu Schaden.

    • eine Möglichkeit für russische Telegram Nutzer wäre zum neuen Max Messenger zu wechseln

  • Redefreiheit à la Rußland.

    • Die Schlagzeilen zur Sache: “ Die EU kritisiert Russland wegen der möglichen Sperrung von Telegram. Sie sieht die Demokratie und Freiheit in Gefahr.“ Danach gleich diese Meldung: „Die EU will Telegram sperren, da sie die Demokratie und Freiheit gefährdet.“ Widerspruch in sich aber würde mich nicht wundern wenn beides in der gleichen Zeitung am gleichen Tag stehen würde.

    • Naja, versuche da so gut es geht neutral zu denken.
      Insofern Geodaten und aktuelle Lagesituationen in Umlauf kommen, müsste jede Seite sofort den „Hahn zudrehen“

      Tele benutze ich selbst auch 🤷‍♂️

  • Heikles Pflaster.
    Ähnlich wie bei der Kernfusion, wofür wird sie benutzt.

  • Ist der Artikel ein Idiotentest? Ich frag ja nur, denn vielleicht verrät uns das der Geheimdienst.

  • „wohl, weil Telegram sich nicht an die staatlichen Vorgaben zur Löschung von Nachrichten hält.“

    Nein, deshalb:

    „Die Nutzung des Messenger-Dienstes Telegram im Gebiet der militärischen Sonderoperation gefährdet das Leben russischer Soldaten. Diese Warnung veröffentlichte der Pressedienst des russischen Inlandsgeheimdiensts FSB, der unter anderem für die Terrorbekämpfung zuständig ist, am Freitag.
    Der FSB teilte außerdem mit, dass die ukrainischen Geheimdienste und Streitkräfte in der Lage seien, innerhalb kürzester Zeit Informationen zu erhalten, die über Telegram veröffentlicht würden, und diese für militärische Zwecke zu nutzen.“

    • Ach so ist das – dann wird die Ukraine endlich gewinnen und in die EU eintreten

      • „dann wird die Ukraine endlich gewinnen und in die EU eintreten“

        Und das wollen Sie? Echt jetzt, noch mehr abschröpfen bei den Deutschen?

    • „Der FSB teilte mit“

      Klar, Nachrichtendienste sagen immer die Wahrheit.

      • Alle Informationen wird man wohl nie bekommen , dazu ist das Thema zu brisant . Warum wurde Durow ( französischer Staatsbürger ) in Frankreich verhaftet ? Wurde er zu Zugeständnissen gezwungen ? Ist die Ende zu Ende Verschlüsselung tatsächlich geknackt worden ?

    • „Sonderoperation“ , alles klar. Russland hat um 5 Uhr 45 zurückgeschossen. Logisch.
      Viele Grüsse, aber keine guten , an den FSB, früher KGB und den Zwerg.
      Jeder Schuss ,ein Russ, sagte mein Opa. Mögen sie mit Korruptistan/Ukraine untergehen.

  • Ich kann Russland verstehen… denn Telegramm ist totaler Müll da gibt’s zu viele Fakes die meist auch noch Antisemitisch sind…👎👎👎 Da habe ich es nur ganze 2 Wochen ausgehalten. Social Media sollte man eh meiden dann lebt man erheblich ruhiger. Und man bekommt trotzdem alles mit…

    • Selten so einen Dreck gelesen

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