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Arnsberg

„Lillifee statt AfD“ – WDR interviewt Grundschulkinder auf Anti-AfD-Demo

Der WDR hat in einer Lokalnachrichtensendung über eine Demo „gegen Rechts“ berichtet. Dabei wurden offensichtlich gezielt Kinder gezeigt, interviewt und als reguläre politische Akteure dargestellt.

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Demonstrieren gegen Rechtsextremismus ist ein schönes Event für Kinder – das scheint man zumindest beim WDR zu denken. In der Nachrichtensendung Lokalzeit Südwestfalen wurde am Freitag über eine Demonstration „gegen Rechts“ in der sauerländischen Stadt Arnsberg berichtet. Obwohl man bei einem derartigen politischen Event allen voran Erwachsene antreffen dürfte, waren in dem fünfminütigen Bericht fast in jeder Kameraeinstellung zahlreiche Kinder zu sehen. Gleich zu Beginn des Beitrags stellt sich die WDR-Reporterin in eine Gruppe von Kindern im frühen Grundschulalter, die anscheinend alle gemeinsam in einem Fußballverein spielen. 

Der augenscheinliche Fußballtrainer sagt im Interview mit der Reporterin: „Wir wollen ein Zeichen setzen.“ Als er gefragt wird, ob es Diskussionen im Verein darüber gab, ob man gemeinsam zu der Demonstration gehen wolle, antwortet er stolz: „Da gab’s keine Diskussion. Wir stehen zusammen hier, wir sind eine Gemeinschaft und das wollen wir einfach so zeigen.“

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Als Nächstes wird eine Mutter mit ihrer etwa Zwölfjährigen gezeigt – beide haben eine Regenbogenflagge um den Hals gebunden. „Wir müssen aufstehen und zeigen, dass wir bunt sind und dass wir sowas wie früher nie wieder brauchen“, sagt die Mutter, die man leicht auch ohne Einblenden der Tochter in den Beitrag hätte einbauen können. 

Doch Kinder nur als passive Teilnehmer zu zeigen, reichte dem WDR auf Dauer offenbar nicht. Plötzlich zoomt die Kamera auf ein Plakat, auf dem „Lillifee statt AfD“ steht. „Magst du mir was zu deinem Plakat erzählen?“, fragt die Reporterin ein etwa 11-jähriges Mädchen, das die Pappe vor sich herträgt. „Die AfD will ja, dass alle Leute, die nicht aus Deutschland kommen, rausgehen und bei uns aus der Klasse wären dann nicht mal die Hälfte mehr da“, sagt die Kleine. 

Neben ihr steht ein Mädchen, das ein Plakat mit Regenbogenmuster hochhält. Darauf steht geschrieben: „Welcome all colors, all sizes, all cultures, all genders, all beliefs, all religions, all ages, all abilities, all people“. Auf die Frage, wie es sich denn anfühle, mit so vielen Leuten auf der Demo zu sein, antwortet sie: „Ja, das ist schon ein krasses Gefühl, aber es fühlt sich auch gut an.“ Man muss sich fragen: Wie kommen Kinder in diesem Alter auf die Idee, solche Plakate gegen eine politische Partei zu malen? Viele Kinder wissen zum Ende der Grundschule vermutlich nicht einmal, was genau das Parteiensystem ist und wie Wahlen ablaufen. 

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Auf welche Art und Weise die Demos gegen Rechts in Schulen behandelt werden dürften, lässt ein Interview mit einem Mann vermuten, der sich stolz als Geschichtslehrer vorstellt. Als solcher habe er „nicht lange überlegt“, ob er herkomme, sondern es viel mehr als seine Pflicht verstanden. Der etwa vierzigjährige Mann hält dabei ein Plakat mit dem Spruch „Nazis essen heimlich Döner“ hoch. 

Am Ende des Beitrags stellt sich die Reporterin auf die Veranstaltungsbühne, sodass der Zuschauer ein Überblick über die demonstrierende Menschenmenge bekommt. Wieder stehen ganz vorne einige Kinder, eins von ihnen schwenkt eine Regenbogenflagge. Zum krönenden Abschluss dürfen die Kinder dann natürlich auch im Nachrichtenstudio nicht fehlen. Groß wird ein Demobild eingeblendet, auf dem gleich ganz vorne mehrere Kinder ein Banner hochhalten. 

Was will der WDR mit einer solchen Darstellung der Demos bezwecken? Klar ist: Kinder zu zeigen, erzeugt bei vielen Menschen automatisch Sympathie. Schön, wie die Kleinen schon so früh den Mut aufbringen, sich für unsere Demokratie einzusetzen, denken sich wohl viele linksgrüne ÖRR-Zuschauer beim Anblick dieser Bilder. Aber: Kinder in diesem Alter lernen gerade erst, sich eine eigene Meinung zu bilden. Vor allem übernehmen sie die Meinung von Menschen, die sie respektieren. Hinter jedem Kind mit Demoplakat steht ein Erzieher oder Elternteil, der sie vermutlich Dinge gefragt hat, wie: „Na, du willst doch bestimmt nicht, dass dein Freund aus Tschechien bald aus seiner Wohnung vertrieben wird? Dann komm mit zur Demo!“ Doch diese Indoktrination zeigt der WDR natürlich nicht. Es wären ja keine schönen Bilder. 

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