Florida

Katholik verliert Job, weil er Geschlecht als gottgegeben bezeichnete

Als ein Unternehmen für die Verwaltung von Passwörtern seine Mitarbeiter aufforderte, ihre bevorzugten Pronomen anzugeben, antwortete ein Software-Ingenieur mit „von Gott zugewiesen". Dafür wurde er gefeuert.

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Als ein Sofware-Unternehmen im US-Bundesstaat Florida seine Mitarbeiter aufforderte, in ihrem Arbeits-Messaging-Dienst ihre bevorzugten „Geschlechtspronomen“ anzugeben, antwortete der Software-Ingenieur Chad Scharf mit „von Gott zugewiesen“. Einige Zeit später meldete sich die Personalabteilung bei ihm und forderte ihn auf den Eintrag zu löschen. Scharf weigerte sich – und verlor deswegen seinen Job.

Scharf war Vizepräsident für Softwareentwicklung bei „Bitwarden“, einem Unternehmen für Passwortmanagement mit Sitz in Jacksonville, Florida. Er war für mehr als 50 Mitarbeiter verantwortlich – bis das Unternehmen ihn auf Slack, einer Business-Messaging-App, nach seinen „bevorzugten Pronomen“ fragte. Scharf ist überzeugter Katholik – da er sich nicht gegen seine religiösen Überzeugungen stellen wollte, entschied er sich, in das Feld „von Gott zugewiesen“ einzutragen. „Es leer zu lassen, bedeutete für mich, sich damit abzufinden. Den Kopf in den Sand zu stecken und es zu ignorieren“, so Scharf gegenüber CatholicVote.

Scharf dürfe „seinen Glauben bei der Arbeit beibehalten, ihn aber nicht zeigen“

Einige Monate später meldete sich die Personalabteilung bei Scharf. Sie forderte ihn auf, den Eintrag zu entfernen. „Es gab keine Beschwerden, aber sie war der Meinung, dass es trotzdem einen faden Beigeschmack hätte“, so Scharf über die Personalerin, die ihn anrief. Scharf weigerte sich und erklärte, dass die Entfernung gegen seine Überzeugungen verstoßen würde. „Es war schon seit über einem Jahr da, bevor ich gefeuert wurde.“ Die Firma forderte ihn auf, den Eintrag trotzdem zu löschen – oder seinen Job zu verlieren. Scharf entschied sich für letzteres, wollte nicht zurückstecken.

Nun verklagt der Software-Ingenieur seine alte Firma. Er erhebt die Anschuldigung, dass er entlassen wurde, nachdem er „um Anerkennung für seine religiösen Überzeugungen gebeten hatte und weil er Einwände gegen die ‚Inklusivitäts‘-Initiative von Bitwarden vorbrachte.“ Das Unternehmen soll Scharf gesagt haben, dass er „seinen Glauben bei der Arbeit beibehalten, ihn aber nicht zeigen könne“. „Herr Scharf ist katholisch; der Kern seiner Religion ist die Lehre, dass Gott den Menschen nach seinem Ebenbild und als Mann und Frau geschaffen hat“, heißt es in der Klage.

Das Recht zum Religiösen Bekenntnis ist in den USA besonders gut geschützt, weswegen Scharf gute Chancen mit seiner Klage wegen religiöser Diskriminierung haben könnte.

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