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Berlin

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei jungen Menschen alarmierend gestiegen

In Berlin sind die Notfalleinsätze wegen Herz-Kreislauf-Beschwerden bei unter 30-Jährigen rasant angestiegen und haben sich verdoppelt bis verdreifacht. Die Ursachen sind rätselhaft.

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Immer mehr junge Menschen sind von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. In Berlin vermeldet die Feuerwehr Rekordzahlen für Einsätze, bei denen Jugendliche oder junge Erwachsene versorgt werden mussten.

Die Drogen- und Clubszene könnte laut dem Abgeordneten Antonin Brousek ein zentraler Faktor für die Zunahme der Herz-Kreislauf-Notfälle sein. Der parteilose Politiker richtete eine Anfrage bezüglich der Rettungseinsätze wegen kardiovaskulärer Notfälle an den Berliner Senat – das Ergebnis ist erschreckend.

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Demnach wurden im vergangenen Jahr 52.182 Einsätze wegen kardiovaskulärer Beschwerden vermerkt. 232 davon bei 1- bis 10-jährigen Kindern. Ein Anstieg um rund 183 Prozent im Vergleich zu 2020, als es noch 82 Einsätze waren. Bei 11- bis 20-Jährigen kam es zu einem Anstieg der gemeldeten Einsätze von 57 Prozent, von 784 im Jahr 2020 auf 1.231. Einen ähnlichen Anstieg war bei 21- bis 30-Jährigen zu beobachten: 2020 musste die Feuerwehr in 2.349 Fällen ausrücken, 2023 stieg diese Zahl auf 3.816, also um gut 62 Prozent an.

Aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch 2022 die häufigste Todesursache. Von etwas über einer Million Todesfälle waren 358.219 auf derartige Beschwerden zurückzuführen. Laut einer Studie der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) könnte Stress einer der Hauptauslöser für Herzprobleme bei jungen Menschen sein.

Bereits im Juni 2023 vermeldete die Zeit, dass sieben von zehn Kindern nach der Pandemie unter psychischem Stress leiden würden. „Die Folgen dieser mehrjährigen Ausnahmesituation sind noch gegenwärtig“, sagt auch die KKH-Psychologin Franziska Klemm der BZ.

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