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Fußball-WM

Ägyptens Trainer zeigt Palästina-Fahne – während sein Land Palästinenser gnadenlos aussperrt

Ägyptens Nationaltrainer hat nach dem Sieg gegen Australien stolz mit der palästinensischen Fahne posiert. Da sein Land die Grenze zu Gaza hermetisch abriegelt und trotz eines angeblichen „Genozids“ keine Palästinenser durchlässt, entbehrt dies nicht einer gewissen Ironie.

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Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan während des Spiels gegen Australien (IMAGO/EPA)

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Ägyptens Nationalmannschaft hat am Freitag nach einem Elfmeterschießen gegen Australien gewonnen und steht damit im Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Nordamerika. Statt den Sieg seiner Mannschaft mit der eigenen Nationalfahne zu feiern, zeigte Ägyptens Trainer Hossam Hassan nach dem Spiel den Fans lieber die palästinensische Fahne. Kurioserweise hielt er die Fahne dabei falsch herum.

Immer wieder wird bei der WM die Fahne auf den Tribünen gezeigt. Vor allem bei Spielen mit arabischer Beteiligung ist sie, ähnlich wie die palästinensische Kufiya – das traditionelle Kopf- und Halstuch mit Schachbrettmuster –, unter den Fans omnipräsent und wird regelmäßig von Sprechchören wie „Free Palestine“ begleitet.

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Besonders im Fall Ägyptens ist diese demonstrativ zur Schau gestellte Solidarität mit den Palästinensern jedoch nicht frei von Ironie. Denn der Gazastreifen ist, anders als es im öffentlichen Diskurs mitunter erscheint, nicht vollständig von israelischem Staatsgebiet umschlossen. Vielmehr teilt Gaza im Süden eine rund 12 Kilometer lange Grenze mit Ägypten – eine Grenze, die von ägyptischer Seite nicht minder streng kontrolliert und bewacht wird als von israelischer Seite.

Die ägyptische Grenzanlage bei Rafah besteht aus Mauern, Sperrzäunen und militärisch gesicherten Kontrollpunkten. Auf ägyptischer Seite wurde zudem eine breite Pufferzone freigeräumt. Hierfür wurden laut Human Rights Watch etwa 3.200 Familien zwangsumgesiedelt. Über die Jahre kamen weitere Maßnahmen gegen Schmuggel- und Fluchttunnel hinzu. Dazu wurden unter anderem auch unterirdische Tunnelstrukturen geflutet.

Obwohl Israels Vorgehen im Gazakrieg von arabischer Seite regelmäßig als „Genozid“ bezeichnet wird – also mit dem Vorwurf verbunden ist, Israel handle mit der Absicht, die Bevölkerung Gazas gezielt zu vernichten –, schloss Ägypten selbst in den Hochphasen des Konflikts stets vehement aus, die angeblich akut bedrohte palästinensische Bevölkerung in größerem Umfang über die eigene Grenze zu evakuieren und ihr auf ägyptischem Staatsgebiet Schutz zu gewähren.

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Anders als in Europa, wo der leidenden und gefährdeten Bevölkerung der Ukraine nach dem russischen Angriffskrieg millionenfach und nahezu selbstverständlich Zuflucht gewährt wurde, zeigen sich viele arabische Staaten gegenüber den Palästinensern weit weniger aufnahmebereit. Gerade jene Regierungen, die sich rhetorisch besonders martialisch gegen Israel richten, sind in der Regel nicht bereit, Palästinensern Schutz oder Zuflucht auf eigenem Staatsgebiet zu gewähren.

Dahinter steht nicht zuletzt die Sorge, eine größere Fluchtbewegung könne die „palästinensische Sache“ schwächen – und damit auch den politischen Druck auf Israel mindern. Zweifelhaft bleibt damit auch, wie ernst die Rede vom „Genozid“ tatsächlich gemeint ist, wenn ihr nicht einmal die Bereitschaft folgt, der vermeintlich akut bedrohten Bevölkerung Schutz zu gewähren. Der Verdacht liegt deshalb nahe, dass der Begriff in erster Linie als propagandistisches Instrument der Delegitimierung Israels dient.

ahz

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10 Kommentare

  • Es ist kalkulierte Politik der Ägypter. Sie wollen, dass die Palästinenser den Israelis das Leben schwer machen. Dafür müssen sie dort bleiben, wo sie sind.
    Selbst wenn Ägypten diese Leute aufnehmen würde, wären wohl die meisten sehr schnell in Richtung Europa unterwegs.und würden hier Ärger machen. Insofern ist es gut wie es ist.Wenn es besser für uns ist, dann können sie gerne weiter ihre Verlogenheit leben. Für die Israelis hätte eine starke Abwanderung hingegen nur Vorteile. Israel kann allerdings im Gegensatz zu Deutschland besser mit solchen Konflikten umgehen.

  • Dafür hieß es bei mir: Alle alles einpacken und Tschüss!
    Und für die Zukunft gesperrt für jede weitere WM!

  • Jaja die notleidende Araber die in der Region Palästina lebten und von den Israelis am 07.Oktober 2023 ohne Grund angegriffen und abgeschlachtet wurden…

  • Mehr muss man nicht wissen.

  • Richtig: Ägypten muss von der Staatengemeinschaft gezwungen werden die Palästinenser bei sich im Land aufzunehmen und schon ist das Gaza Problem gelöst. Moslem und Moslem gehören zusammen. Ist einfach so… Fertig

  • Politik und Sport sind 2 verschiedene Sachen!

  • Was ist das für eine dumme Überschrift bzw. Artikel
    Trainer zeigt Palästinenser Fahne während sein Land sie gnadenlos aussperrt.
    Was wäre denn wenn Ägypten,Jordanien ihre Grenzen großzügig öffnen würde
    dann wäre Gaza und das Westjordanland in kürzester Zeit Palästinenser frei
    und könne komplett mit jüdischen Siedlern besiedelt werden
    und Groß Israel ausrufen.
    Wir reden hier von bis zu 10 Millionen Menschen.
    Deutschland könnte bestimmt aus Humanitären Gründen ein Paar Millionen aufnehmen.
    Das wäre ja kein Problem wir brauch doch Fachkräfte und sind doch ein reiches Land.

    • 2-3 Mio Palästinenser leben seit 48 und 67 bereits in Jordanien (über 50% der dortigen Bevölkerung).
      In Ägypten sind es „nur“ ca. 100.000, weil Ägypten den weiteren Zustrom strikt einschränkt.

    • @ Nur eine Schande

      Applaus zu Ihrem mutigen Kommentar – hier mein Nachtrag:

      Ägypten erhält seit 1970 auf Druck der mächtigen US-Lobby AIPAC jährlich von den USA US Dollars 1,3 – 1,5 Milliarden an „Wirtschafts- & Militärhilfe“, um keine Gazaties einreisen zu lassen.

      Fakt ist, daß der vom IStGH steckbrieflich gesuchte Netanyahu mit seinem Kriegsminister wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit für immer der Mühlstein um den Hals der weltweit am Pranger stehenden Zionisten sein wird.

  • nein tut es nicht. Jeder weiss das USrahell die Ägyptische Diktatur mit Geld zuscheisst. Aber das Mitleid und die Solidarität mit den Opfern des Gaza-Genozids haben die einfachen Ägypter selbstverständlich.

    quelle:
    US-Regierung gewährt Ägypten 1,3 Milliarden Dollar Militärhilfe

    Die USA wollen die Militärhilfen für Ägypten in diesem Jahr nicht an die dortige Menschenrechtslage knüpfen. Grund dafür ist vor allem dessen Rolle im Gaza-Konflikt.
    Quelle: DIE ZEIT, Reuters, lak
    12. September 2024, 0:42 Uhr

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