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Nach Apollo News-Recherche

Gefälschter Tweet: RTL setzt Zusammenarbeit mit Explosiv-Moderator aus

Auf Anfrage von Apollo News hatte RTL am Dienstag eingestanden: Einer ihrer Redakteure hatte einen Tweet von Frauke Petry gefälscht. Nun teilt RTL mit, dass man die Zusammenarbeit mit dem Mitarbeiter aussetze.

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RTL hat seine Zusammenarbeit mit Explosiv-Moderator Maurice Gajda vorerst beendet. Das teilte das Medium am Mittwochmorgen der Plattform Übermedien mit. Noch am Dienstag hatte die RTL-Redaktion gegenüber Apollo News zugegeben, dass Gajda einen angeblichen Tweet von Frauke Petry grafisch gefälscht hatte. Zunächst hatte RTL noch beteuert, dass Gajda den originalen Tweet wortgetreu notiert habe, bevor er gelöscht wurde, und ihn entsprechend grafisch nachgebildet habe. Inzwischen scheint sich die interne Position der Redaktion verändert zu haben. 

Auf eine Anfrage von Übermedien antwortete der Sender am Mittwochmorgen: „Wir setzen die Zusammenarbeit mit Maurice Gajda bis auf Weiteres aus, bis die im Raum stehenden Vorwürfe geklärt sind.“ Weiter erklärt der Sender: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe der Tweet „den verantwortlichen Sende-CvDs keinerlei Anhaltspunkt“ geboten, um die „journalistische Integrität in Frage zu stellen“. Man arbeite mit einem engmaschigen und mehrstufigen Abnahmeprozess, mit der Mindestanforderung eines Vier-Augen-Prinzips. RTL verspricht: „Wir werden unsere journalistischen Guidelines auch diesbezüglich nochmals schärfen.“

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Maurice Gajda hatte am 5. August im RTL-Format „Explosiv“ eine Sendung über den deutsch-vietnamesischen Sänger Trong gemacht, der beim ESC-Vorentscheid in Deutschland vierter wurde. Dazu zeigte er einen angeblichen Tweet von Frauke Petry zu Trong, in dem zu lesen war: „Ich glaube kein normaler Deutscher will einen rosa gefärbten Asiaten beim ESC sehen.“ Der vermeintliche Tweet wird sogar in Twitter-Anmutung in der Sendung eingeblendet. 

Es handelte sich bei dem Screenshot um eine dreiste Fälschung. Der Original-Tweet von Petry bezog sich gar nicht auf Trong, sondern auf die deutsche Band „Lord of the Lost“. Er lautete: „Kann mir nicht vorstellen, dass normale Bürger von diesen pinken Herren ‚vertreten‘ werden wollen“ (Apollo News berichtete). Nun hat RTL aus dieser Verletzung journalistischer Standards offensichtlich Konsequenzen gezogen. 

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