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Braga

Fußball-Fans und Verein empört: Polizei wollte christliche Choreo zensieren

In Braga wollte die Polizei verhindern, dass die Fußballfans vor einem wichtigen Derby eine Choreo zeigen, die die christliche Geschichte der Stadt rühmen sollte. Verein und Fans sprechen von Zensur. Die Choreo wurde dennoch gezeigt.

In der portugiesischen Liga kam es am Samstag zum Top-Duell zwischen Braga und Vitoria. (IMAGO/ZUMA Press Wire)

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Der portugiesische Fußballverein SC Braga erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei aus Braga, die Polícia de Segurança Pública (PSP), nachdem diese eine christliche Choreografie verbieten und zensieren wollte. Bei dem umkämpften Fußballderby in Portugal, dem Derby do Minho, am Samstagabend zwischen dem Sporting Clube de Braga und Vitória de Guimarães (Endergebnis 3:2 für Braga) soll die lokale Polizei ohne Grund die Choreo „aufgrund ihrer Bedeutung“ gelöscht haben. Der Verein wirft der Polizei vor, die Meinungsfreiheit des Vereins sowie seiner Mitglieder und Fans eingeschränkt zu haben.

Nach Darstellung von Braga habe die PSP Inhalte untersagt, die im Rahmen einer Veranstaltung gezeigt werden sollten. Dass im Jahr 2026 in Portugal eine Sicherheitsbehörde „Nachrichten aufgrund ihrer Bedeutung löscht“, sei besorgniserregend und erinnere an „andere, keineswegs nostalgische Zeiten“, heißt es in der Erklärung.

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Die Choreo hatten die Ultras des Vereins minutiös über Wochen von Hand gemalt. Sie sollte mehrere historische Figuren zeigen und an die christliche Herkunft der Stadt Braga und Portugals erinnern. Auf einer Schrifttafel sollte dabei unter anderem stehen: „Vor der Geburt Portugals war Braga die Hauptstadt“. Die Choreo zeigte unter anderem christliche Geistliche, einen Kreuzritter und christliche Symbole.

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Die Choreo sollte an die Herkunft erinnern.

Die PSP hatte ihr Vorgehen laut Verein fadenscheinig mit Sicherheitsbedenken begründet. Konkret sei die Nähe einer vorgesehenen Leinwand zu „pyrotechnischen Projektionsgeräten, die von der öffentlichen Sicherheitspolizei ordnungsgemäß genehmigt und lizenziert wurden“, problematisch gewesen. Es habe „reale und erhebliche Risiken für die körperliche Unversehrtheit der Fans auf der Osttribüne“ gegeben, so die Polizei.

Der Verein weist diese Begründung zurück. Man sei zu keinem Zeitpunkt kontaktiert worden, um mögliche Risiken auszuräumen, etwa durch eine andere Positionierung oder den Verzicht auf die Geräte. Die nachträgliche Argumentation der Polizei sei daher nicht überzeugend und unterstreiche aus Sicht des Klubs den Vorwurf der Zensur. Der Verein betont, dass es sich bei der beanstandeten Botschaft um eine Würdigung der Stadtgeschichte und der engen Verbindung zwischen Stadt und Verein gehandelt habe. Die Unterbindung dürfe nicht ohne Reaktion bleiben. Mehrere Institutionen hätten bereits ihre Besorgnis oder Missbilligung zum Ausdruck gebracht, so der Klub.

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Die Polizei selbst hatte in ihrem Statement ebenfalls die Annahme genährt, es gehe ihr um die Verhinderung, dass die christliche Choreo gezeigt wird. In dem Statement der Polizei hieß es zu der Choreo: „Es ist auch wichtig zu betonen, dass die PSP von Braga am 9. Februar ihre Absicht bekannt gegeben hatte, die genannten Choreografien nicht zu genehmigen, da die darin enthaltenen Botschaften keine klare und eindeutige Unterstützung für die Mannschaft oder den beteiligten Sportverein, in diesem Fall den Sporting Clube de Braga, zum Ausdruck brachten“.

Zugleich kritisiert Braga das Vorgehen der Polizei rund um die Veranstaltung insgesamt. Die PSP habe ihre Aufgabe, die öffentliche Ordnung zu gewährleisten, „in eklatanter Weise verletzt“ und müsse die Verantwortung für die Folgen tragen – darunter auch Angriffe auf Mitglieder und Fans, darunter ältere Menschen und Kinder. Für die kommenden Tage seien Gespräche angesetzt. Der Verein kündigte an, auch rechtliche und institutionelle Schritte zu prüfen. Im Rahmen der Streitigkeiten am Samstag hatte die Polizei mehrere Personen festgenommen; auch sei es zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen.

Braga gilt als eine der ältesten Städte Portugals und war schon lange vor der Entstehung des portugiesischen Staates ein bedeutendes Zentrum. Als römische Stadt Bracara Augusta um 16 v. Chr. gegründet, war sie Hauptstadt der Provinz Galécia. Wegen ihrer langen Geschichte und ihrer frühen Rolle im Christentum wird Braga häufig als „portugiesisches Rom“ bezeichnet.

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4 Kommentare

  • Nicht das sich jemand beleidigt und ausgegrenzt fühlt, Uppsala ist ja ein christliches Land und sie sind ganz freiwillig zu uns gekommen…

    • Uppsala ist doch eine Stadt in Schweden. 😁

      • …oder umganssprachlich der Ausdruck einer Überraschungsreaktion…oder eine Stadt in S….wie auch immer….

  • Es würde die Anhänger der
    Friedensreligion 😉 rasend machen.
    Wo einmal eine o.g. Person bückbetete,
    ist für immer und ewig Friedensreligionsland:

    Im Jahr 715 fiel die Gegend an die Mauren, doch gelang den Christen im Rahmen der Reconquista 868 die Rückeroberung, wobei Braga Teil der Grafschaft Porto wurde. 908 wurde Braga die Hauptstadt des Königreichs Galizien. Im 10. Jahrhundert kam es immer wieder zu Kriegszügen der Mauren in der Region…
    https://de.wikipedia.org/wiki/Braga

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