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Falsche Meinungen als „Virus“:  Faesers staatliches Indoktrinations-Spiel für Jugendliche

Mit einem vom Innenministerium geförderten Online-Spiel sollen Jugendliche Verschwörungserzählungen besser erkennen können. Tatsächlich werden aber in dem Quiz selbst Falschinformationen verbreitet. Kindern wird nicht beigebracht, Informationen kritisch zu hinterfragen - stattdessen sollen sie einfach der Regierung glauben.

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„Soziale Medien ermöglichen Austausch und Vernetzung, sie tragen aber auch zur Verbreitung von Desinformationen und Verschwörungserzählungen bei“ – so begründet Innenminister Nancy Faeser in ihrem „Aktionsplan gegen Rechtsextremismus“ das Förderprogramm „Demokratie im Netz“, das sich vor allem an junge Menschen richten soll.

Konkret geht es in dem Programm der Bundeszentrale für politische Bildung, die wiederum im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums liegt, um den Umgang mit Verschwörungstheorien im Netz. „Nutzerinnen und Nutzer sollen gezielt adressiert und dabei unterstützt werden, als ‚mündige Netzbürger‘ Informationen kritisch zu hinterfragen und gegen Hass und Hetze sowie Desinformation einzutreten“, heißt es weiter in Faesers Aktionsplan. Und: „Nicht erst die Corona-Proteste legen das große Mobilisierungs- und Radikalisierungspotenzial auch abseits der großen Social-Media-Plattformen offen.“

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Auf der Webseite des Bundesinnenministeriums wird direkt auf die Projekte verlinkt, die durch dieses Förderprogramm entstanden sind. Mit dabei: peinlich auf Jugendsprache gemünzte Programme wie „Isso! Stärkung der Resilienz von Jugendlichen gegen Desinformation im Netz“ und „Safe(r) Spaces – Respektvoll kommunizieren im digitalen Raum“. Aber auch die vermeintlichen Corona-Schwurbler bekommen ihr Fett weg: In dem Projekt „Conspiracy Virus – Wie immun bist du?“ haben Berliner Entwickler mit den Fördergeldern des Bundes ein Spiel zum Umgang mit Verschwörungstheorien entwickelt.

Wie Reptiloide und unterirdische Höhlen legitime Coronakritik lächerlich machen sollen

In Form eines Online-Quiz sollen Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren spielerisch die Logik hinter Verschwörungserzählungen erkennen, heißt es auf der Webseite der Entwickler. „Dabei geht es darum, selbst herauszufinden: habe ich mich schon ausreichend mit dem Thema auseinandergesetzt? Oder bin ich (noch) offen und empfänglich für Verschwörungserzählungen?“ Am Ende des Spiels bekommen die Spieler ihr Quiz-Ergebnis als „Immunität“ angezeigt. „Manche Spieler:innen werden vielleicht überrascht sein, dass sie auf eine Falschinformation einer Verschwörungserzählung hereingefallen sind. Oder es wird ihr Ehrgeiz geweckt, das Spiel noch einmal zu spielen, um eine höhere ‚Immunität‘ zu erlangen“, meinen die Entwickler.

Auffällig ist, dass bei dem Spiel Conspiracy Virus offensichtliche Verschwörungstheorien genutzt werden, um durchaus legitime Positionen zu verunglimpfen. So scheint es, als hätten die Entwickler des Spiels ein Faible für Reptiloiden. Diese echsenartigen Wesen, dessen Erwähnung man mehr im Mainstream als in Verschwörungskreisen hört, sind Mischwesen aus Mensch und Echse. Unter anderem wird in dem Spiel gefragt, ob man Reptiloiden an ihren Augen erkennen kann oder ob nicht in Wahrheit Reptiloide die wahren Herrscher sind. Auch weitere klassische Verschwörungstheorien wie, dass die Erde eine Scheibe ist, oder dass man im Erdinneren wohnen kann, sind Teil des Spiels.

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Unter diese absurden Fragen mischen sich aber Themen, zu denen es durchaus mindestens zwei Meinungen gibt. Eine Frage lautet beispielsweise: „Je mehr Menschen geimpft sind, umso höher ist der Schutz für alle.“ Diese Frage ist in ihrer Absolutheit gar nicht ernsthaft zu beantworten, denn nicht alle Impfungen sind gleich und wirken gleich. Für die Corona-Impfung, auf die diese Frage offensichtlich abzielt, ist nun schon länger bekannt, dass der Fremdschutz tatsächlich kaum bis gar nicht existent war. Auch die Europäische Arzneimittelbehörde machte im November 2023 öffentlich, dass die Impfstoffe nie zu diesem Zweck zugelassen worden waren (Apollo News berichtete).

Dennoch galt beziehungsweise gilt es offenbar in den Augen des Bundesinnenministeriums nach wie vor als Verschwörungstheorie, bei der Corona-Impfung darauf hinzuweisen, dass es keinen signifikanten Fremdschutz gibt. Wenn man im Spiel die Aussage zum Impfschutz verneint, wird einem mitgeteilt, dass man sich irrt.

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Und damit auch jeder Teenager als absoluter Corona-Impfstoff-Fan aus dem Spiel geht, werden noch andere Fragen zu dem Thema gestellt. Beispielsweise wird behauptet: „Krankheiten sind für eine normale Entwicklung eines Kindes wichtig und bewirken einen besseren Schutz als eine Impfung“ – was der Spieler dann als falsch bewerten soll. Auch hier muss man sagen: Im Falle der Corona-Impfung trifft die Aussage in Bezug auf die bessere Immunität tatsächlich zu. Denn während die Immunität durch die Impfung höchst fraglich ist, ist sie bei der natürlichen Infektion durchaus zu beobachten gewesen.

Bei einer anderen Frage wird ein Bild von einer Maske gezeigt. Die einfache Frage lautet: „Was siehst du?“ Die einfache Antwort, dass es eine medizinische Maske ist, steht leider nicht zur Auswahl. Die „richtige“ Antwort ist, dass es sich um eine medizinische Maske handelt, die unter anderem vor Corona schützt. In der späteren Erläuterung wird festgehalten, dass wissenschaftlich bewiesen sei, dass eine gut sitzende medizinische Maske die Wahrscheinlichkeit, sich mit Corona zu infizieren, reduziere. Es wird auf eine Studie aus dem Dezember 2021 verwiesen.

Blöd nur, dass inzwischen zahlreiche namhafte Wissenschaftler – unter anderem vom renommierten Cochrane-Institut – bestätigt haben, dass die Gesichtsmasken tatsächlich faktisch überhaupt nicht vor einer Infektion mit dem Corona-Virus geschützt haben. Selbst das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte spricht lediglich von einem „gewissen Eigenschutz“ durch die Gesichtsmasken.

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Was in einem staatlich finanzierten Quiz zu gefährlichen Verschwörungstheorien natürlich auch nicht fehlen darf, sind Fragen zum Klimawandel. Wer die Behauptung „Seit der Industrialisierung erhöht sich der CO2 Anteil in der Erd-Atmosphäre – so wird durch den Menschen das Klima verändert“ nicht unterschreiben will, bekommt entgegen gepfeffert: „Bist du vielleicht auf eine Verschwörungserzählung reingefallen?“ Danach wird auf Berichte des Klimainstitutes IPCC verwiesen. Dass es aber durchaus auch Wissenschaftler gibt, die dieser These widersprechen und die Klimamodelle des IPCC kritisch sehen, bleibt unerwähnt.

Das Spiel „Conspiracy Virus“ zeigt, dass hinter Faesers Kampf gegen Verschwörungstheorien tatsächlich nicht weniger als ein Kampf gegen die Gedanken- und Meinungsfreiheit steht. Anstatt wie behauptet, Kinder und Jugendliche gegen Desinformation und Verschwörungsglauben „immun“ zu machen, verbreitet man selbst Falschinformationen und behauptet, es würde sich um Tatsachen handeln.

Vor allem aber wird in dem Spiel keinem Kind beigebracht, aufgestellte Thesen kritisch zu hinterfragen – im Gegenteil. Durch die undifferenzierte, unterkomplexe Art, in der durchaus vielschichtige wissenschaftliche Fragen beantwortet werden, wird vor allem eins vermittelt: Glaube, was wir dir sagen, vergiss alles andere und mach dir keine eigenen Gedanken. „Mündige Netzbürger“ erzieht man so nicht – doch vielleicht ist genau das auch nie die Absicht gewesen.

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