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Gesundheitsüberwachung

Europäisches Impfzertifikat-System soll global werden: Kontrolle an WHO übergeben

Die EU hat ihr Covid-Zertifikatesystem an die Weltgesundheitsorganisation übergeben. Die will darauf ein globales, digitales Netz zur Überwachung von Impf- und Gesundheitsdaten aufbauen.

Das Logo der WHO an einer Dienststelle in Frankreich. Bildquelle:Guilhem Vellut, Wikimedia Commons via CC 2.0

Mit dem Ende der Pandemie wurde das Zertifikatsystem, über das Millionen Menschen ihren Impf- oder Genesungsstatus nachweisen mussten, nutzlos. Das soll sich jetzt ändern: Die während Corona entwickelten digitalen Nachweise etwa für Impfungen oder Genesung sollen Grundlage für ein globales Zertifizierungsnetz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden. „Mit fast 80 Ländern und Gebieten, die an das digitale COVID-Zertifikat der EU angeschlossen sind, hat die EU einen weltweiten Standard gesetzt“, sagte EU-Kommissar Thierry Breton.

Die WHO hat mithilfe der EU das System hinter den Zertifikaten schon im Juni übernommen. Im Rahmen der Zusammenarbeit sollen auch Standards etwa für die Überprüfung digitaler Signaturen festgelegt werden, um Betrug zu verhindern. „Dabei wird die WHO keinen Zugang zu den zugrundeliegenden personenbezogenen Daten haben“, hieß es. Das System bleibt weiter aktiv – es wird zwar nicht benutzt, aber abgeschaltet oder unbrauchbar gemacht, wird es auch nicht. Die Schweiz hingegen stellt ihr an die EU gekoppeltes System diesen Monat definitiv ein. Auch die technologische Infrastruktur dahinter wird vernichtet.

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„Erster Baustein“ in einem globalem, digitalem Gesundheitsüberwachungssystem

Das EU-System hingegen wird jetzt zu einem elementaren Bestandteil der WHO, um Gesundheitsüberwachung zu digitalisieren und globalisieren. „Dies ist der erste Baustein des WHO Global Digital Health Certification Network (GDHCN), das eine breite Palette digitaler Produkte für eine bessere Gesundheit für alle entwickeln wird“, wirbt die Weltgesundheitsorganisation auf ihrer Website. Ende 2022 hatte die EU eine Erklärung mit der WHO unterzeichnet, um die Kooperation in diesem Gebiet auszubauen.

Im Juli 2021 wurden die Nachweise offiziell eingeführt. Mit dem digitalen Zertifikat konnten EU-Bürger europaweit Impfungen, Tests und Genesungen mit einem QR-Code nachweisen, der in der Pandemie Voraussetzung zur Wahrnehmung von vielen zentralen Rechten wurde.

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