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10.000 Euro

EU beschließt Bargeldobergrenze – Einschränkungen auch für Kryptowährungen

Die EU hat sich in der Nacht zum Donnerstag erstmals auf eine Bargeldobergrenze geeinigt. Für Deutschland wird die Barzahlung damit erstmals Beschränkungen unterliegen. Ende 2022 hatte sich Christian Lindner noch gegen eine Bargeldobergrenze ausgesprochen.

In der Europäischen Union gilt künftig eine Bargeldobergrenze in Höhe von 10.000 Euro. Unterhändler des EU-Rats und das Europaparlament haben sich hierauf in der Nacht zum Donnerstag geeinigt. Bei Barverkäufen in Höhe von mehr als 3.000 Euro muss man sich zudem ausweisen. Als Grund gibt die EU die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung an. Finanzermittlungsstellen werde durch den Beschluss weitreichendere Untersuchungsmöglichkeiten an die Hand gegeben.

Erst im Dezember hatte sich die EU auf die Einrichtung einer neuen Geldwäschebehörde (Alma) verständigt. Details hierzu sind jedoch noch unklar. Auch die Standortfrage ist noch ungeklärt. Neben Frankfurt am Main, was bereits Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, kommen auch Städte wie Paris, Madrid oder Rom in Betracht. Ursprünglich sprachen sich viele Mitgliedsstaaten für eine noch niedrigere Bargeldobergrenze aus. Diskutiert wurde etwa eine Bargeldobergrenze von 3.000 Euro.

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Niedrigere Bargeldobergrenzen sind möglich

Den Mitgliedsstaaten stehe es dem Beschluss zufolge jedoch frei, noch niedrigere Bargeldobergrenzen zu beschließen. So gilt etwa in Spanien und Frankreich schon heute eine Bargeldobergrenze von 1.000 Euro. In Belgien und den Niederlanden dürfen Käufe in Höhe von mehr als 3.000 Euro nicht in bar abgewickelt werden.

Für Deutschland ist der Beschluss ein Novum. Bisher war die Zahlungshöhe mittels Bargelds keinen Limitierungen unterworfen. Ende 2022 hatte sich Finanzminister Christian Lindner (FDP) noch klar gegen eine Bargeldobergrenze positioniert. Im gleichen Zeitraum erklärte Lindner: „Es ist keine Rede davon, das Bargeld abzuschaffen“.

Auch den Kryptosektor will die EU künftig stärker unter die Lupe nehmen. Anbieter von Kryptowährungen sollen ihre Kunden künftig umfassend kontrollieren. Käufe in Höhe von mehr als 1.000 Euro müssen geprüft werden. Der Beschluss muss vom Parlament und vom Rat noch formell angenommen werden. Gelten sollen die neuen Regeln grundsätzlich drei Jahre nach Inkrafttreten der Bestätigung durch die EU-Behörden.

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