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Verhältnis zu Israel

Eskalation in Leipzig-Connewitz: Linke Szene radikalisiert sich gegen sich selbst

Nächtliche Angriffe, Pyrotechnik auf Anwohner und antisemitische Schmierereien: In Leipzig spitzt sich der Konflikt zwischen pro-palästinensischen Gruppen und israelsolidarischen Linken dramatisch zu.

Will am 17. Januar unter anderem gegen eine "antideutsche" Linken-Politikerin auf die Straße gehen: Die pro-palästinensischen Gruppe Handala (IMAGO/EHL Media)

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In Leipzig droht ein offener Bruch innerhalb der linken bis linksextremistischen Szene. In der Nacht vom 8. auf den 9. Januar kam es im Stadtteil Connewitz und der angrenzenden Südvorstadt zu einer Serie gewalttätiger Übergriffe, die eine neue Eskalationsstufe innerlinker Grabenkämpfe markieren. Verantwortlich gemacht wird die pro-palästinensische Gruppe Handala, die für den 17. Januar eine Demonstration gegen eine Politikerin der Linkspartei und gegen linke Einrichtungen angekündigt hat.

Nach übereinstimmenden Berichten zogen in der Nacht mehrere vermummte Gruppen durch Connewitz. Auf ihrem Weg beschmierten sie unter anderem ein Werbebanner für das „Jahr der jüdischen Kultur“ sowie das Grünen-Abgeordnetenbüro in der Südvorstadt. Anwohner wurden eingeschüchtert und mit Pyrotechnik beschossen – teilweise auf Kopfhöhe. Beobachter aus dem israelsolidarischen Teil des linken Spektrums sprechen von einer „potenziell tödlichen Form der Gewalt“, wie sie in Leipzig bislang eher aus der Hooligan-Szene bekannt sei.

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Ziel des Aufmarsches war offenbar das linke Kulturzentrum Conne Island. Der Marsch wurde vor Erreichen des Geländes gestoppt. In der Szene selbst wird die Aktion als bewusst militante Machtdemonstration eingeordnet. Aus dem Umfeld der Betroffenen heißt es mit Blick auf die Handala-Strategie: „Vermummte Mobs kommen nach Connewitz, reißen Plakate ab, schmieren antisemitische Tags, greifen Anwohner an. Wenn sich die Anwohner gegen die Übergriffe wehren, inszenieren sie sich als Opfer und rufen zur Intifada auf“.

Hintergrund: Demonstration gegen eigene Genossen

Auslöser der Eskalation ist eine für den 17. Januar geplante Demonstration unter dem Motto „Antifa means: Free Palestine“. Mobilisiert wird unter anderem von der radikal pro-palästinensischen Gruppierung Handala, die im sächsischen Verfassungsschutzbericht als explizit antisemitisch geführt wird. Die Demonstration richtet sich nicht gegen staatliche Stellen, sondern gezielt gegen Akteure aus der eigenen linken Szene: das Conne Island, das linke Projekt- und Abgeordnetenbüro LinXXnet sowie die sächsische Linken-Abgeordnete Juliane Nagel.

Der Vorwurf der Demo-Organisatoren: Nagel und das Umfeld des Conne Island seien zu israelfreundlich, „antideutsch“ und damit Verräter an der palästinensischen Sache. Innerhalb der radikalen Linken steht der Begriff „Antideutsche“ für eine Strömung, die das Existenzrecht Israels als unverhandelbar ansieht und Antisemitismus auch in antiimperialistischer Form bekämpft.

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Die Linkspartei bewertet die Aktionen von Handala als Kampf um Deutungshoheit in Connewitz: Auf der einen Seite Linke, für die Solidarität mit Israel selbstverständlich ist, auf der anderen Seite Gruppen, die Israel als „Apartheidstaat“ dämonisieren und „die Vorherrschaft im Viertel erringen wollen“.

Die sächsische Landtagsabgeordnete Juliane Nagel selbst reagierte besorgt. Der angekündigte Aufmarsch „bedrückt und beunruhigt mich hochgradig“, sagte sie. Es gehe nicht um politische Debatte, sondern darum, „Feinde zu markieren und eine ideologische Machtdemonstration zu veranstalten“. Nagel weist zentrale Vorwürfe der Gruppe Handala zurück. Behauptungen, sie habe die BDS-Kampagne kriminalisieren wollen oder palästinensische Kundgebungen angegriffen, bezeichnet sie als falsch. „Ich habe das Thema noch nie bearbeitet“, sagte sie mit Blick auf entsprechende Unterstellungen.

Angesichts der Eskalation schaltete sich auch die Bundesführung der Linkspartei ein. In einer ungewöhnlich scharf formulierten Erklärung warnten die Parteivorsitzenden Ines Schwerdtner und Jan van Aken vor „massiven Angriffen“ und „regelrechten Kampagnen“ gegen eigene Mitglieder. „Der Angriff auf unsere Genossinnen und Genossen ist ein Angriff auf uns alle“, erklärten sie wörtlich und verurteilten „tätliche Übergriffe, Psychoterror auf der Straße und Hass im Netz“.

Die Parteispitze verweist dabei auch auf weitere Vorfälle: monatelange Anfeindungen gegen den früheren Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow sowie einen Brandanschlag auf das Gartenhaus des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner, bei dem ein rotes Dreieck – ein Symbol der Hamas – hinterlassen wurde.

Für den 17. Januar bereitet sich Leipzig auf einen Großeinsatz der Polizei vor. In Connewitz rechnet man mit Hubschraubern und Polizei-Hundertschaften. Dass sich Teile der linken Szene inzwischen offen und gewaltsam gegeneinander wenden, zeigt, dass der Konflikt um Israel und Palästina auch die politische Linke in Deutschland spaltet und längst zur ideologischen Zerreißprobe geworden ist – mit zunehmender Bereitschaft zur Gewalt.

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44 Kommentare

  • Ich halt´s nicht aus,………..erinnert mich Monty Python’s Life of Brian.
    Die judäische Volksfront und die Volksfront von Judäa, da gab es auch wenig Deutungshoheit. Wird langsam etwas albern das Ganze!!!

    • 🤣🤣 Klasse

    • Lasst doch die Hamerbande wieder los. Hier sind die richtig, oder? Leider sitzt Maja gerade in Ungarn ein. Das ist aber wirklich schade.

  • Da es in Leipzig keine „Rechten“ mehr gibt, müssen sich die Linken jetzt gegeneinander bekämpfen. Nur was machen dann die Omas gegen „rechts“?

    • Die pendeln nach Dresden😉

    • ein paar Stullen schmieren für die Gören.

  • Die Revolution frisst ihre Kinder…

  • Einfach kurz bei Frau Göring-Eckardt anrufen, sie schlichtet bestimmt die zerfahrene Situation. Nancy und Lars könnten als Beisitzer im Aufsichtsrat mitwirken.

  • Linksextreme zerfleischen sich gegenseitig.
    Auf mich wirken Warnungen irgendwelcher Vorsitzenden da vermutlich unfreiwillig komisch.

    • Auf mich auch. So lange die sich diese zukünftigen Mauerschützen, neuerdings Linke genannt, nur gegenseitig……….. so habe ich kein Problem damit. Ganz im Gegenteil!

  • Ich lach mich kaputt. Die Frau Nagel zeigt sich besorgt. Das ist doch diese Dame, die die Demo der Linksextremisten in Schwarzenberg organisiert hat. Jetzt muß sie sich mit ihren eigenen Pack herumschlagen. Ganz großes Kino.

  • Klasse. Solange sich die Linken gegenseitig zerlegen, können sie keinen anderen Unsinn machen!

    • Du solltest öfter mal die Socken wechseln (paarweise, nicht den rechten an den linken und umgekehrt wechseln) und die Füsse waschen…. nur so´n Vorschlag.

    • 😂😂

  • Zaun drum und abwarten!

  • Diese Linken Störer hier mit disfunktionalen Kommentaren, zeigt wie Nervös die Antifanten sind.
    Geistige Gesundheit ist nicht deren Stärke.

    • Wahrscheinlich glauben die damit Kommentare zu verhindern, oder dass man nicht gewillt ist weiterzuscrollen und aufgibt. Dumm, dümmer am dümmsten.

  • Prima, bitte reibt euch gegenseitig auf. Problem gelöst.

  • Bestes Theater ever, besser geht es nicht. Das kann nur inszeniert sein. Nur noch absurd, also völlig tutto completto hirnlos.

  • Nein, „Antifa means: Hamas-Terror“!

    • Nein, es gibt auch eine Zionist Antifa, die in Berlin regelmäßig (sogar durch Neukölln) für Israel demonstriert. Ich bin selbst für die Kettensäge (Milei) und kann kaum glauben, dass ich mal ein gutes Wort für Antifa einlegen muss, aber Gerechtigkeit ist Gerechtigkeit!

  • Antifanten halt – verstehen kann man das alles nicht mehr was die da in Connewitz so treiben.
    (Wovon die eientlich leben würd ich auch gerne wissen.)
    Daß die sich nun untereinander bekriegen, könnte man lustig finden – wenn denn da nicht diese Gewalt dabei wär.
    Traurig was aus Connewitz geworden ist. Ich hab da als Student zu DDR-Zeiten gewohnt, da war es schon ziemlich vergammelt. Und jetze isses offensichtlich vollkommen versifft…

  • Wann kommt der Tag, wo sich die Deutschen mit einigen Hauptthemen und Hauptgemeinsamkeiten wieder unter einem Schirm sammeln und den Teufel gemeinsam aus der Hölle schlagen?
    Fragestellung bei aller Politik und Steuergeldausgabe sollte sein: Inwiefern nutzt es direkt dem EIGENEN Land und den Deutschen? Wenn die Frage nicht beantwortet werden kann, ist die Handlung abzulehnen. Welche Kriterien könnten noch herangenommen werden?

  • Die antiimperialistische Linke war schon immer ein Haufen verwirrter Gestalten mit eher wenig Intellekt und großen Minderwertigkeitskomplexen. Seitdem sie mit der sogenannten Migrantifa und islamistischen Arabern verschmolzen ist, ist das alles nur noch völlig gaga. Dagegen wirken die Antideutschen fast schon vernünftig und gemäßigt. Und das will was heißen.

  • Also wenn die sich gegenseitig auf die Mütze hauen tun mir nur die Unbeteiligten und Anwohner leid, die zufällig und unverschuldet zwischen die linken Chaoten geraten.
    „Knüppel aus dem Sack“ für die Polizei-sie werden da sicher immer die Richtigen treffen.

  • Sie „fressen“ sich anscheinend gegenseitig auf.
    Unbedingt “ Friedensstifter“ hinschicken—- Omas gegen Rechts sollten sich dringendst engagieren—- und noch einige Leute aus der Ampel, die Deutschland an den Abgrund getrieben haben.
    Mal sehen, welches Ergebnis es gibt— ob es wohl eins gibt, dass der deutschen Demokratie guttun könnte?

  • Bekloppte unter sich. Käfig drum herum machen und Eintrittskarten für interessierte Zuschauer verkaufen. Hilft vielleicht der klammen Stadt.

  • Migrantifa gegen Antifa , es wird bunt am 17. 1. 26. Besorgt euch schon mal genug Popcorn und Chips, wenn sich Linke prügeln, schrieb schon Danisch .Gute Idee, aber ob es wirklich bei einer Schlacht bleibt, da hab ich meine Zweifel . Dieser Hass ist kein harmloser Spuk, keine Wochenendschlägerei unter Hooligans, das ist organisiert und bezahlt.
    Nicht ganz neu, gab es schon Anfang der 1930er SA gegen Kommunisten. Die Judenhasser haben damals gewonnen, gab Anfangs einige Tote, später Millionen.

  • Ist doch super wenn die kommunistischen Spinner sich gegenseitig die Birne einschlagen! Weiter so.

  • Fällt unter die Rubrik: Importierter Judenhass.
    Kann weg.
    Rémigration!!

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