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Bundesregierung zahlt 100.000 Euro für absurden Entwicklungshilfe-Podcast

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze betreibt seit Oktober 2022 einen Podcast über ihren Einsatz für Klimaschutz und Feminismus in der Entwicklungshilfe. Und diese Selbstbeweihräucherung hat den Steuerzahler nach Informationen von Apollo News bislang knapp 100.000 Euro gekostet.

„Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit“ – das sind die „drängenden“ Themen, zu denen Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze in ihrem Podcast „Entwicklungssache“ Frage und Antwort steht. Seit Oktober 2022 veröffentlicht ihr Ministerium Gespräche mit verschiedenen Gästen, darunter Politiker und radikale Aktivisten, bei denen vor allem eines im Vordergrund steht: Frau Schulzes Engagement für Klimaschutz und Feminismus. Wie Apollo News auf Anfrage erfuhr, hat diese Eigenwerbung über 15 Folgen den Steuerzahler bislang schlappe 97.057,37 Euro gekostet – und das Ganze läuft auf unbestimmte Zeit weiter.

Die erste Folge des BMZ-Podcasts (des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) wurde im Oktober 2022 ausgestrahlt. Und das, wie es sich für ordentliche, grandios finanzierte Werbung gehört, natürlich auf allen Kanälen – auf Spotify, Apple Podcast, Google Podcast, Deezer, Amazon Music / Audible, YouTube und mehr. Thema der halbstündigen Sendung mit der Friedensforscherin Prof. Dr. Ursula Schröder war der Krieg in der Ukraine – genauer gesagt die Frage „Zeitenwende nicht ohne Entwicklungspolitik?“. Doch wer jetzt gedacht hat, es würde darin behandelt werden, wie man den Ukrainern hilft, ihre Häuser wieder aufzubauen oder den Schulbetrieb trotz des Krieges aufrechtzuerhalten, der hat sich getäuscht.

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Klimawandel – „die zentrale Menschheitsaufgabe“

Svenja Schulze wäre nicht Svenja Schulze, wenn sie es nicht schaffen würde, innerhalb von Minuten von einem russischen Angriffskrieg zu den Folgen des Klimawandels umzuleiten – denn „menschliche Sicherheit“ ist laut unserer Bundesentwicklungsministerin mehr „als die Abwesenheit von Krieg oder auch deutlich mehr ist als militärische Sicherheit“. Frau Schulze wirbt für einen „integrierten Sicherheitsbegriff“ und zu dem gehört eben auch dazu, „sich vor Klimarisiken zu schützen.“ Damit leitet die Bundesministerin dann auch zu der Region über, über die sie eigentlich sprechen möchte: „den globalen Süden“, also die Entwicklungsländer. 

Der geladene Gast, Frau Prof. Dr. Schröder, bemängelt dann auch gleich, dass diese Länder sich nicht ausreichend repräsentiert fühlen und dass der globale Norden, also privilegierte Länder wie Deutschland, sein „koloniales Erbe verleugnet“. Internationale Organisationen müssten deshalb unbedingt „inklusiver und diverser“ werden – eine Aussage, der viele afrikanische Staaten wohl eher nicht zustimmen würden, unsere Bundesentwicklungsministerin aber schon. Doch das verwundert wenig, wenn man hört, dass Schulze das Wort „Entwicklungshilfe“ vermeidet, nur weil Hilfe eben so gar nicht nach Augenhöhe klingt. Man könne ja nicht einfach so „postkolonial daherkommen“. 

Frau Schulze ist in ihrer Entwicklungspolitik besonders ein Punkt, den sie in ihren Podcast-Folgen immer wieder hervorhebt, wichtig: Um die Folgen der Klimakrise abzumildern, muss man dringend Sozialsysteme in anderen Ländern aufbauen. Und da müssen wir „unsere Verantwortung auch wahrnehmen und natürlich auch Mittel mitgeben“. Denn der Klimawandel ist – wie Schulze in Folge drei des Podcasts, im Gespräch mit der ehemaligen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht, sagt – „die zentrale Menschheitsaufgabe, die wir im 21. Jahrhundert haben“. 

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„Feministische Sicherheitspolitik“

In der Folge mit dem Namen „Wie denken wir Sicherheit neu?“ wird dabei klargestellt, dass der Kampf gegen den Klimawandel „ganz wichtig“ sei, um Konflikte zu entschärfen und zu verhindern – als Zuhörer stellt man sich die Frage: Hätte Putin auf den Angriffskrieg verzichtet, wenn wir mehr Windräder gebaut hätten? Würden afrikanische Stämme sich seltener bekriegen, wenn sie von uns mehr Solarpanels gesponsert bekämen? Doch auf diese Fragen gehen die beiden Damen nicht ein. Sie loben sich lieber gegenseitig für ihre Arbeit und sprechen über „feministische Sicherheitspolitik“. Die ist nämlich wichtig, weil „Frauen vor Ort immer diejenigen sind, die Gewalt, die solche militärischen Konflikte am intensivsten abbekommen.“ Für Männer, die normalerweise in der ersten Front-Linie stehen, haben sie hingegen kein Wort übrig. 

Für Männer und ihre Probleme interessiert sich Frau Schulze aber auch generell eher weniger. Das zeigt sich allein daran, dass die nächsten fünf Podcasts das Wort „feministisch“, „Feminismus“ oder Frauen im Titel haben. Das liegt aber nicht daran, dass Frauen Opfer wären – das ist Frau Schulze so wichtig, dass sie es in fast jeder einzelnen Podcast-Folge wiederholt. Vielmehr scheint die Bundesentwicklungsministerin davon auszugehen, dass das weibliche Geschlecht – worin vermutlich sämtliche LGBTQ-Buchstaben inbegriffen sind – die Zukunft bestimmt. Folge vier, in der Schulze erzählt, dass sich unser Bundeskanzler „ganz selbstbewusst“ als Feminist bezeichnet, trägt noch eine Frage im Titel: „Kein Frieden ohne Frauen?“. Die folgenden Titel sind unmissverständlicher. 

Folge 5 aus Februar 2023 trägt zum Beispiel den Namen „Die Zukunft der Entwicklungspolitik ist feministisch“. Die Bundesentwicklungsministerin spricht darin mit der „Aktivistin, Autorin und Mitgründerin des Center for Feminist Foreign Policy“ Kristina Lunz über die wirklich großen Probleme unserer Zeit – zum Beispiel darüber, „dass die 22 reichsten Männer der Welt genauso viel Vermögen haben wie alle Frauen des afrikanischen Kontinents zusammen.“ Oder darüber, „dass wir im Zeitalter des toxischen Führers“ leben. Also unter dem Einfluss von Leuten wie Donald Trump oder Viktor Orbán, die von Frau Lunz in eine Reihe mit Erdogan und Putin gestellt werden. Doch zur Aufheiterung erzählt uns Frau Schulze immerhin, wie sie zum Feminismus gefunden hat: Sie sollte beim Schulsport Kleidung anziehen, „die sexualisiert, also eng“ war. Da war unsere Bundesministerin „echt sauer“. 

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„Sozial gerechter Wandel durch feministische Entwicklungspolitik“

Genauso munter geht es dann auch in Folge sechs „Klimaschutz geht nicht ohne Frauen“ weiter. Dort lernt der aufmerksame Zuhörer von der Klimatologin Friederike Otto zunächst einmal, dass man mit der Wissenschaft vorsichtig seien muss – da sitzen nämlich „zum ganz, ganz großen Teil Männer.“ Und Frau Schulze merkt an, dass das bei der Münchner Sicherheitskonferenz auch so wäre. Also brauch es eine „feministische Perspektive“ – allein deshalb, weil der Klimawandel kein „physikalisches Problem mit einer technischen Lösung“ ist, sondern „ein soziales Gerechtigkeitsproblem mit sozialen Lösungen“. So erklärt es zumindest die „Physikerin, Philosophin“ und „Klimatologin“ Frederike Otto. 

Wie wir zu diesem „sozial gerechten Wandel durch feministische Entwicklungspolitik“ kommen, erklärt uns Svenja Schulze dann in Folge sieben – in der mit Reiner Hoffmann, dem ehemaligen Vorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes, zum ersten Mal ein Mann zu Gast ist. Leider bringt aber auch er keinen Realismus in die Sache – doch was will man auch von einem Mann erwarten, der sagt, dass er „das Empowerment von Frauen“ extrem wichtig findet. Stattdessen erzählt uns Frau Schulze von ein Paar ihrer Projekte. Zum Beispiel setzt sich Deutschland dank Frau Schulze dafür ein, dass die Frauen in Ghana nicht so „schwere Bündel mit Kleidung“ für den Second-Hand-Markt durch die Gegend tragen müssen. Und an der Elfenbeinküste finanzieren wir die Bildung von Frauengruppen, sogenannte „Kooperative“ für ökologischen und gerechten Kakao-Anbau. 

Die ganze Podcast-Reihe steht im Zeichen des Titels von Folge acht: „Mehr Feminismus wagen“. In dem spricht Schulze mit der „Aktivistin“ Dr. Emilia Roig unter anderem über intersektionale Gerechtigkeit – einer Theorie, die „Gendergerechtigkeit“ mit „Racial Justice, Disability Justice und Gender Justice im Allgemeinen“ kombiniert. Wir sind damit bei der doppelten Diskriminierung von Frauen mit Migrationshintergrund angekommen – und bei der Black-Lives-Matter-Bewegung, die von Frau Schulze noch einmal besonders hervorgehoben wird. Denn Rassismus und „koloniales Denken“ sind natürlich auch ein wichtiger Teil der Entwicklungsarbeit unserer Bundesministerin. 

Deutschland zahlt freiwillig mehr als es sollte

Ein weiteres Schmankerl aus der Podcast-Reihe ist die Folge 11 „Zweite Halbzeit für die Agenda 2030?“ mit Dr. Eckardt von Hirschhausen. Er warnt darin, dass wir Rückschritte im Klimaschutz machen und erklärt, dass die Agenda wichtig ist, um sich zu fragen, „wie wir globale Verantwortung ernst nehmen.“ Ihm sei klar geworden, „dass es schwer ist, die Welt ehrenamtlich zu retten, solange andere sie hauptberuflich zerstören“. Wie nicht anders von einem Mann zu erwarten, der im Staatsauftrag Werbung für die Corona-Impfung machte, spielt er im Umgang mit der „Klimakrise“ dann auch noch auf die fehlende Einsicht einiger Menschen an – wie damals mit den Ungeimpften, die einfach nicht solidarisch sein wollten. 

Doch keine Sorge, Frau Schulze hat in Folge 14 „Klimakrise als treibt von Hunger und Armut“ nach dieser „ernüchternden“ Bilanz auch ein paar aufbauende Worte parat: „Wir haben in der internationalen Klimafinanzierung zugesagt, dass wir ab 2025 sechs Milliarden jedes Jahr dafür finanzieren werden und wir schaffen es jetzt schon ab 2022“. Deutschland zahlt also ganz freiwillig mehr als es sollte. Genug Geld haben wir anscheinend. Zwar muss der Haushalt daheim zusammengestrichen werden, doch für Radwege in Peru und den Hochglanz-Podcast von Bundesentwicklungsministerin Schulze reicht es noch – was sind schon 100.000 Euro. 

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