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Sachsen-Anhalt

„Bewusst wählen“: Katholische Kirche wirbt für Stimmen gegen die AfD

Die Katholische Kirche wirbt in Sachsen-Anhalt für „bewusstes Wählen“. Eine Kampagne, die nun starten soll, wendet sich explizit gegen Rechts. Die AfD führt dabei aktuell deutlich in Umfragen zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

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Die Kirche wendet sich gegen Rechts. (IMAGO/Frank Drechsler)

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Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September hat die katholische Kirche des ostdeutschen Bundeslandes eine Kampagne gestartet, die sich maßgeblich auch gegen die in den Umfragen führende AfD richtet. Unter dem Titel „Bewusst wählen“ ruft die Kirche dazu auf, sich mit Parteiprogrammen auseinanderzusetzen – statt aus dem Bauch heraus oder aus Frust zu wählen. Das berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA).

„Wir wollen Orientierung geben – nicht parteipolitisch, sondern wertebasiert“, sagte Magdeburgs Bischof Gerhard Feige bei der Vorstellung der Initiative am vergangenen Mittwoch. Wählen sei mehr als ein politischer Akt, es gehe um Verantwortung und Menschlichkeit, so der Bischof weiter.

„Besonders herausgefordert sind wir dann, wenn Hass und Hetze sowie populistische oder extremistische Positionen zunehmend salonfähig werden“, führte der Bischof dazu aus. Diese Entwicklung beobachte er immer stärker. Zugleich betonte er, dass die Kirche sich „nicht an einer Partei“ abarbeite, sondern es gehe ihm allein um den gesellschaftlichen Zusammenhalt, der durch gezielt geschürtes Misstrauen untergraben werde.

Die Kirche möchte daher eine Kampagne gegen diese vermeintliche Entwicklung starten. Durch Plakate, öffentliche Aktionen und Vorträge will sie nun über den Umgang mit Rechtsextremismus aufklären und Hilfestellungen gegen rechte Angriffe bieten. Dazu seien auch Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen geplant. Einer dieser Vorträge kommt vom Theologen Frank Richter, ehemaliger Leiter der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, der zum Thema „Warum ich gern mit AfD-Wählern rede“ sprechen wird, dort aber auch über die angeblich kirchenfeindlichen Positionen im AfD-Wahlprogramm sprechen soll.

Bei allem Betonen der Kirche, überparteilich zu sein, hat der Zeitpunkt der Kampagne einen Beigeschmack. In einer aktuellen Umfrage von Infratest Dimap erreicht die AfD 41 Prozent in Sachsen-Anhalt und damit fast die absolute Mehrheit. Das ist in jeglicher Hinsicht ein historischer Rekordwert für die Partei: Noch nie war sie in einer Umfrage auf Landes- oder Bundesebene so stark wie jetzt in der neuesten Infratest-Dimap-Umfrage zur Landtagswahl. Sollte die SPD, die Stand jetzt bei sieben Prozent steht, doch noch an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, würde wohl alles auf eine blaue Alleinregierung hinauslaufen. Offenbar will die Kirche dies nun verhindern. Auch weil die AfD an die Kirchenfinanzierung heranwill und diese zu kürzen droht.

jw

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119 Kommentare

  • „Bewusster“ Kirchenaustritt ist auch eine Möglichkeit.

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    • Plus Neugründung der Kirche als Kirche Jesu Christi.
      Das, was wir jetzt haben, ist eher die Kirche Mohameds.
      Kann weg!

    • Die sollen doch zuerst einmal ihre Flossen von kleinen Knaben lassen.

      • Die Knaben sind ausgegangen, jetzt sind die Popen stinkig

  • Nachdem Gott auch schon aus dieser Kirche ausgetreten ist, sollten es die Gläubigen ihm gleichtun.

    112
  • Ich bin bis zum 30. September diesen Jahres noch im Bereich der Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) des Deutschen Caritasverbandes beschäftigt.

    Da ich seit 36 Jahren im Gesundheitswesen arbeite und in meinem Dienstvertrag ein Verstoß gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre einen Kündigungsgrund darstellt, kann ich erst im Oktober meinen Kirchenaustritt erklären. Aber das dann nach bestem Wissen und Gewissen…

    • Sie machen alles richtig. Belasten Sie Ihr Gewissen nicht zu sehr. Die Verantwortung tragen jene, welche diese Regeln aufgestellt haben.

    • Meine Ehefrau und ich sind nach gründlichen Überlegungen und vielen Gesprächen mit Würdenträgern aus dem Katholenverein vor 37 Jahren ausgetreten.
      Seitdem sind wir glückliche Christen mit „Draht nach oben“ in einer biblisch fundierten Freikirche….

  • Wenn das „Bewusst Wählen“ auf eine Stimme für die AfD hinausläuft, sollte das ja so passen.

    • Genau so ist es! Wenn alle endlich das Programm lesen, werden sie entdecken, wieviel Wahrheit darin steckt! … Und dann das Kreuzchen bei blau setzen! Toller Aufruf!
      Sachsen-Anhalt goes for Ministerpräsident 💙!

  • Der entscheidende Satz ist der letzte. Hoffentlich lassen sich die Wähler nicht einschüchtern, wenn die Kirche sich selbst marginalisieren will soll sie es tun.

    • Zum Glück hat es AN geschafft, mit dem letzten Satz doch noch zum Kern der Sache zu kommen.

    • Katholiken sind nicht dumm. Sie können zwischen lehrmäßigen Verlautbaren ihrer Hirten, denen sie folgen müssen, und grünwokem Geschwätz, das sie ignorieren können, unterscheiden.

      • Ich denke die Mütterchen Müs bei denen Pastor oder Pfarrer eine Lichtgestalt war sind heute nur noch einige wenige und werden die Wahlen nicht entscheiden

      • Da habe ich , in einem katholischen Haus aufgewachsen, andere Erfahrungen gemacht. Verlogen ist noch milde ausgedrückt. Beispiel gefällig?
        Die Kirchen sind Hitler in den Arsch gekrochen, wer nicht mitmachte ,wie Pater Rupert Mayer,kam auch ins KZ, und der Kardinal Faulhaber schwieg, das Stück Sch..,

    • Marginalisieren gar überflüssig machen. Könnte man glauben so wie sie den Islam hofiert.

  • „Bewusst wählen“, heißt bewusst AfD wählen. Hoffe, dass viele in Sachsen-Anhalt es so machen.

  • Ich gehe davon aus, daß die Amtskirchen auf die Kirchensteuern von AfD Wählern selbstverständlich verzichten…..oder???

    • Trotzdem erhält die evangelische als auch die katholische Kirche noch Geld für Teile ihres ihr Personals vom deutschen Steuerzahler, wegen des Reichshauptdeputationsschlusses von 1803 und dessen Auswirkungen.
      Und das obwohl das ehemalige Reichsgebiet von damals zu einem guten Teil gar nicht mehr zu Deutschland gehört.

      • Der deutsche Staat zahlt zwar nicht direkt die Gehälter aller Kirchenmitarbeiter, aber er leistet erhebliche Zahlungen, die sogenannte Staatsleistungen, aus denen unter anderem kirchliche Würdenträger finanziert werden. Diese Zahlungen betragen jährlich über 500 bis 600 Millionen Euro.

        Aufschlüsselung der kirchlichen Ämter und Bereiche, die (teilweise) aus Steuermitteln finanziert werden:
        Bischöfe und Kardinäle: Die Gehälter von hohen katholischen und evangelischen Geistlichen werden oft direkt oder indirekt über Staatsleistungen aus der Staatskasse bezahlt.
        Bestimmte Pfarrstellen: In einigen Bundesländern (wie Bayern) werden Priester und Pfarrer direkt vom Staat bezahlt.
        Militärseelsorger: Die Personalkosten für Pfarrer in der Militärseelsorge werden vom Staat erstattet.
        Religionslehrer: Pfarrer, die im Schuldienst tätig sind, werden vom Staat bezahlt.

    • @Bubu: Bei den „Amtschristen“ bin ich mir sicher: Wenn eine einfache Erklärung, die AfD gewählt zu haben, ausreichen würde, von der Kirchensteuer befreit zu werden, würde die AfD aus diesen Kreisen 95 % Wähler rekrutieren.

    • Wo denken sie hin. Wie sagt der Lateiner: Geld stinkt nicht.

    • Ja, aber nur, wenn der AfD-Wähler ausgetreten ist. Bin ich schon vor Jahrzehnten.

  • Im Jahr 2025 verzeichnete die katholische Kirche in Deutschland Austritte von 307.117 Personen. Offenbar sieht die Kirche da noch Luft nach oben!

    • Aber die Kirchensteuer von AfD-Mitgliedern nehmen sie an. Wäre ja nur konsequent, wenn sie das Geld von AfD-Leuten auch ablehnen würden.

  • Bewußt wählen heißt, darüber nachzudenken, was haben die regierenden Parteien geleistet, haben sie mich belogen und enttäuscht, was haben sie für mein Leben verbessert, wer hat den wirtschaftlichen Abstieg zu verantworten, traue ich diesen Parteien zu, daß es besser wird oder sollen es mal neue Gesichter versuchen.

  • Gerade die doch so konservative katholische Kirche sollte doch rechte Parteien mit konservativen Werten unterstützen (mal abgesehen davon das die Kirche sich aus der Politik allgemein raushalten sollte). Doch selbst die Unterstützung für freie Wähler / CDU ist schwächer als für alle linken Parteien.

    An Paradoxon wie diesen kann man erkennen wie „woke“ eine Organisation ist. Als Christ warst du in der DDR gebrandmarkt, Kirchen wurden überwacht du durftest nicht studieren und jetzt hofiert eben jene Kirche eben jene (geisten) Nachfolger der SED.

    • Wenn ein Kanzler einer Partei mit C im
      Namen Kandidatenimnen unterstützt die pro Abreibungen sind und das bis kurz vor der Geburt, sollte sich die Kirche schon fragen wenn unterstützen wir da.

    • „Konservative Werte“ rechter Parteien sind aber nicht identisch mit christlichen Werten, insbesondere in der katholischen Variante.

      Universalismus, vielsprachige Zungenrede und Föderalismus gehen vor die Nation; Ehelosigkeit und Askese gehen vor die Familie; Ehe ist quasi die Notlösung für die Leute, die halt nicht ohne können. Das Christentum ist nicht in erster Linie die Religion einer biederen bürgerlichen Familie; und Kulturchristentum als Begründung für westliche Werte ist zwar ganz nett, aber nur die viertelte Miete.

      (Dass in D die öffentlich-rechtlich verfassten Kirchen mit dem Staat ins Bett gehen und im Grunde seit 50 Jahren schismatisch unterwegs sind, ist in der Tat ein bedauerliches Thema.)

  • Schon immer war die Kirche ein Machtinstrument der Herrschenden.

  • Auch die katholische Kirche schafft sich ab. Wenn die Kirche öffentlich gegen eine bestimmte Partei aufruft, dann zeigt das, dass sie selbst nicht erkennt, was sie damit auslöst – nämlich die Spaltung ihrer eigenen Gemeinschaft. Für die katholische Kirche als Institution kann man nur noch sagen“„Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34)

  • Es werden die letzten Geschütze aufgefahren, um die AfD zu verhindern. Außer Behauptungen tragen die Kirchen auch nichts vor. Aber sie fürchten um die Kirchensteuereinnahmen, für die sie selbst sorgen müssten. Also muss man bewusst wählen!

  • Sie finanzieren ja auch Schlepperschiffe.

  • Wenn die Kirchenfürsten das AfD-Programm kennen würden, würden sie AfD wählen wollen!

  • „Pfaffen sollen beten und nicht politisieren.“ (nach M. Luther)

  • Ich kann es einfach nicht mehr hören/lesen, ernsthaft. Lasst die Leute wählen, was sie für sich richtig halten und gut ist. Ich geh doch auch nicht zu Leuten hin, die z.B. die Grünen wählen und beschwere mich darüber.

  • „Dazu seien auch Argumentationstrainings gegen Stammtischparolen geplant. Einer dieser Vorträge kommt vom Theologen Frank Richter, ehemaliger Leiter der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung …““. Halten wir mal fest: Wenn jemandem erst Meinungen beigebracht werden müssen, weil er selbst keine guten Gegenargumente hat, schmeckt das nach Manipulation. Von „Argumentationstrainings“ (unter diesem Begriff zu googeln) gibt es im Netz ohnehin eine beachtliche Menge. Und das geht so: „Für unsereiner ist nichts da, aber die Flüchtlinge kriegen alles hinterhergeworfen.“ – Empfohlenes Gegenargument: „Asylbewerber*innen erhalten weniger als Hartz-IV – und das ist schon zu wenig. Es geht darum, für eine gerechte Verteilung von Reichtum zu kämpfen statt auf denen rumzuhacken, die noch weniger haben.“

    • Leider kann ich Ihre Argumentation nicht ganz folgen. Zitat :„Asylbewerber*innen erhalten weniger als Hartz-IV – und das ist schon zu wenig. “ Wissen Sie wieviel ein türkischer Industriearbeiter verdient ? Oder ein ägyptischer Kellner ? Wenn die Migranten aus diesen Ländern kommen , und es gibt noch viele ärmere Länder , werden sie Asylbewerberleistungen als Luxusleben ansehen.

    • Abgesehen davon stimmt das „Gegenargument“ nicht mal, ein Blick in das Asylbewerberleistungsgesetz schafft Abhilfe. Und es werden in diesem Zusammenhang polygame Beziehungen und endlos viele Kinder sogar im Ausland anerkannt, außerdem gibt es ärztliche Leistungen, auch Zahnersatz, ohne Zuzahlungen. Und die Geldleistungen sind es ja nicht alleine, es wird ja auch Unterkunft und Verpflegung gestellt, und wie ich aus der Unterkunft, die direkt neben meinem Arbeitsplatz liegt, weiß, auch einen Putzdienst (und regelmäßige Feuerwehreinsätze).
      Warum jemand, der nichts zu tun hat, nicht selber putzen und Ordnung halten kann und dafür externe Hilfe braucht… Mir stellt auch niemand einen Putzdienst, und ich arbeite mehr als Vollzeit, nur so von wegen „die Deutschen müssen mehr arbeiten.“

  • Gottseidank….bin ich schon seit den 90ern da raus.

  • Kein Wunder! Im Dritten Reich haben die Kirchen schließlich auch mit den Nationalsozialisten kooperiert.

  • wir wissen selber welche Partei wir wählen dazu brauchen wir keine katholische Kirche.Sehr bewusst bin ich schon seit sehr langer Zeit ausgetreten.

  • Ich lebe im Westen, ich hoffe ihr im Osten lasst Euch nicht für dumm verkaufen und wählt die AFD👍

  • Seit dem Fall des heiligen römischen Reiches ist die deutsche Kirche orientierungslos und hat eine reiche Geschichte an Mitläuftertum was hauptsächlich an ihren immer noch reichen Besitztümern auf deutschem Boden liegt. Würde tatsächlich nicht soviel darauf geben, wenn die AfD regieren sollte werden sie schnell mitlaufen um die Privilegien zu bewahren. Es gab und gibt immer individuelle Priester die Ausreißer waren aber seit dem Machtverlust nach dem HRR wird halt nur mit dem Weltlichen mitgelaufen was eben nicht sein sollte

    • Sollte die AfD irgendwo irgendwann an die Macht kommen wird da schnell ne Einigung gefunden daran hat ja auch der Vatikan ein Interesse dass die Bistümer, Pfründe und steuerrechtliche Privilegien erhalten bleiben. Gegen Trumps USA hat man mal kaum merklich aufgemuckt und Trump hat mal paar Worte geschickt aber dann war auch wieder gut

      • „… und Trump hat mal paar Worte geschickt aber dann war auch wieder gut …“

        Na ja, schau’n ma mal, was die Wähler sagen.

        Im Zweifel ultramontan. Die Kirche und Rom gehen über die Nation!

        -17
        • Im besten Fall für einen Christen sollte es der Kirche egal sein was der Wähler sagt und die frohe Botschaft verbreitet werden in jedem Land, auch wenn man wieder auf 12 Apostel zurück reduziert wurde. Auf dem heutigen Stand kann man sich dem Weltlichen immer schwerer entziehen, das bedeutet aber nicht mitzulaufen und sich anbiedern. Auch nicht der AfD SOLLTE von dieser irgendwelches Unrecht ausgehen wenn sie regiert was man jetzt noch nicht weiß (anders als der Mainstream der dann die Hölle aufziehen sieht)

          -1
  • Die haben doch nur Angst, dass man der Kirche die Einnahmen aus den ganzen Flüchtlingsheimen und die Staatsfinanzierung kürzt.

  • Die Kirche hat mit den Nazis auch gemeinsam getan vor 100 Jahren.

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