Werbung:

Werbung:

Energiekonzern

Batteriehersteller für Photovoltaikanlagen kämpft mit Brandfällen – Austausch von rund 100.000 Speichern

Die Energiewende ist für EnBW kein Selbstläufer. Während Milliardenprojekte im Offshore-Bereich abgeschrieben werden müssen, steht nun auch die Batteriespeicher-Tochter Senec zur Disposition. Bei den Speichern für Photovoltaikanlagen kam es zu Bränden – 100.000 Geräte mussten ausgetauscht werden.

Von

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG prüft die Zukunft der Batteriespeicher-Tochter Senec GmbH. (IMAGO/Arnulf Hettrich)

Werbung

Der Energiekonzern EnBW erwägt eine Trennung von seiner Batteriespeicher-Tochter Senec. „Ja, die EnBW prüft aktuell auch einen Verkauf“, bestätigte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der Stuttgarter Nachrichten. Ziel sei es, „das Unternehmen so mit einem geeigneten Investor in die Zukunft zu führen“. Neben einem Verkauf prüfe der Konzern auch eine Fortführung oder eine deutliche Verkleinerung des Geschäfts.

Senec mit Sitz in Leipzig produziert Batteriespeicher für private Photovoltaikanlagen. Im März 2022 versetzte das Unternehmen nach mehreren gemeldeten Vorfällen zahlreiche Geräte per Fernzugriff in einen Sicherheitsmodus. Zuvor waren unter anderem im baden-württembergischen Bodnegg sowie an weiteren Standorten Brände beziehungsweise Verpuffungen bekannt geworden. Betroffen waren vor allem Speicher der Baureihen V2.1 und V3.

In der Folge wurden Leistung und Kapazität vieler Anlagen zeitweise eingeschränkt. Kunden warteten teils monatelang auf Austauschmodule. Auch 2023 kam es nach Berichten von Fachmedien zu weiteren Zwischenfällen, woraufhin Senec den Betrieb bestimmter Speicher erneut drosselte.

Austausch in großem Umfang

Nach Angaben eines EnBW-Sprechers wurden inzwischen rund 100.000 Speichersysteme ausgetauscht. Der Austausch habe Kosten in dreistelliger Millionenhöhe verursacht, berichteten die Stuttgarter Nachrichten unter Berufung auf Unternehmensangaben. Ein Großteil der betroffenen Systeme sei inzwischen auf eine andere Batterietechnologie umgerüstet worden.

Seit 2024 setzt Senec verstärkt auf Lithium-Eisenphosphat-Module (LFP), die als thermisch stabiler gelten. Die Vorfälle beschäftigen auch Gerichte. In einem Verfahren vor dem Landgericht Schweinfurt wurde ein Speicher nach Medienberichten als produktfehlerhaft eingestuft.

Lesen Sie auch:

Auch Vorstandschef Georg Stamatelopoulos stellte im Interview mit der Stuttgarter Zeitung klar, dass eine Entscheidung über die Zukunft der Tochter noch in diesem Jahr fallen soll. Der Konzern prüfe „drei Optionen: Weitermachen wie bisher, einen Partner aufnehmen oder das Geschäft auf ein Minimum reduzieren“. EnBW hatte Senec 2018 vollständig übernommen. Der Konzern gehört mehrheitlich dem Land Baden-Württemberg und kommunalen Zweckverbänden.

Die Probleme bei Senec sind kein Einzelfall. Auch bei Offshore-Wind muss der Konzern milliardenschwere Abschreibungen verkraften. So steigt EnBW aus zwei Projekten in Großbritannien aus und schreibt dafür 1,2 Milliarden Euro ab. Stamatelopoulos verteidigte die Entscheidung im Interview. „Die Projekte sind unter heutigen Rahmenbedingungen schlicht nicht mehr wirtschaftlich“, sagte er. Beim Einstieg 2021 sei „die Welt eine andere“ gewesen. Man sei nicht bereit, Offshore-Windparks „um jeden Preis“ zu bauen.

cm

Werbung

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

15 Kommentare

  • Es wurden nicht die Geräte ausgetauscht sondern die Akku-Packs! Das weiss ich da ich selbst betroffen war. 🙂

    Ob man das als „fehlerhaft“ bezeichnen kann via Gericht hängt wohl davon ab, ob SENEC die Akkus selbst hergestellt hat. Ich erinnere mich da noch an SAMSUNG Akkus in Handys und co welche explodierten wegen einem Produktionsfehler.

    • Sekundäre Dummheit, häh?

  • Der Elefant im Raum hat inzwischen schwere Depressionen, weil er – egal, was er auch tut – seit mind. 10 Jahren konsequent übersehen wird! Sollte man dies vielleicht dem Tierschutzverein melden? 🤔🤣

    • Der Tierschutzverein ignoriert ihn auch. Sonst wäre er ja dann weg.

  • Alles was mit „E“ zu tun hat, scheint prächtig zu brennen.

    Erst gestern wurde berichtet, dass E-Busse de facto lebensgefährlich sind, weil sie sich jederzeit selbst entzünden und in ein INFERNO verwandeln können, wofür es inzwischen schon eine ganze Reihe von tragischen Beispielen gibt.

    • So manche Stadtwerke verloren schon durch Großbrände ihre Busdepots aber Rudolf Diesel hat nichts damit zu tun.

      • Rudolf Diesel war schlauer als die KI-generierten Dummköpfe.

    • Der Verbrenner muß weg und das Verbrennen wird gefördert (gefordert)!

    • Wenn diese sich entzünden , dann geschieht das mit einer Geschwindigkeit die teilweise unglaublich ist !
      In einem voll besetzten Bus möchte man sich das besser nicht vorstellen !

  • 🇺🇸🔥Vor einem Jahr brannte in Monterey Kalifornien eine Industrielle Batterieanlage. Es brannte mehrere Tage und war nicht zu löschen. Auch Tage später kam es immer wieder in den Trümmern zu Feuern. In der Umgebung wurden Krebserregende Stoffe in der Umwelt gemessen.
    Hier die Lokal Nachrichten https://youtu.be/ZU4iD3QLCfA
    Das selbe geschah in der Nähe von San Diego.

  • Neue Besen kehren gut, sagt ein Sprichwort. Betonung auf „neu“. Warum muss bewährtes zerstört werden, wenn das „Neue“ noch in den berühmten Kinderschuhen steckt?

    • Altbewährtes wird zerstört und dann wird von „Nachhaltigkeit“ gesprochen. So sind sie, die Verlogenen!

  • Da ist Apollo aber brandaktuell.
    Die Geschichte ist schon alt, gibt es keine wichtigeren Nachrichten, Oder geht es nur um Clickbait und Sensationsge…heit?

    Senec hat auf die falsche Akkutechnologie bzw. den falschen Akkulieferanten gesetzt.

    Übrigens wurden die Umrichter von V3 in Deutschland produziert.
    Nach Aussetzen der Produktion hat der einen großen Kunden verloren und kämpft um Neugeschäft.
    Die Wechselrichter der V4 werden auch bei einem deutschen Dienstleister gefertigt und wurden von diesem entwickelt.

    Auch wenn hier alle wieder vor Schadensfreude erregt sind, es geht um Arbeitsplätze in Deutschland.

    Gerne kann ich der Redaktion Details und Schicksale nennen

  • WirtschaftsWoche: Im Herbst lobte der BASF-Chef seine Berliner Mitarbeiter – jetzt müssen fast alle gehen.
    Fazit: Der Absturz geht weiter! DenkMal an die Wähler: Ampel abgesoffen, schwarz-rot im Sturzflug. Warum nicht mal Alternativ wählen? Lasst sie zeigen was sie können.

  • Batterien, die wahren Verbrenner;-). Nicht nur beim Geld. Wenn ihr denn euren elektrochemischen Fetisch unbedingt ausleben wollt, schaut euch doch mal bei den südostasiatischen Herstellern um, die scheinens zu können.

Werbung