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Oberbürgermeister-Wahl

AfD-Sieg in Nordhausen: Göring-Eckardt irritiert mit KZ-Vergleich

Im thüringischen Nordhausen liegt ein AfD-Kandidat im ersten Wahlgang der Bürgermeisterwahl vorn. Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt bemüht deswegen ein ehemaliges KZ, um Wahlkampf zu machen.

Katrin Göring-Eckardt 2017. Bildquelle: Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)

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Die erste Runde der Bürgermeisterwahl im thüringischen Nordhausen endete mit einem deutlichen Sieg des AfD-Kandidaten Jörg Prophet. Er wird nun in einer Stichwahl gegen einen parteilosen Kandidaten antreten. In Reaktion auf den AfD-Erfolg äußerten sich zahlreiche Politiker und inszenierten ihre Betroffenheit im Angesicht eines erwartbaren Ergebnisses.

Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt verstieg sich dabei zu einem unappetitlichen Beitrag in den sozialen Medien: Auf X (früher Twitter) beschloss die Grünen-Politikerin, „aus gegebenem Anlass“ an das Konzentrationslager Mittelbau-Dora zu erinnern, welches die Nazis in den 40ern in der Nähe von Nordhausen errichteten. Vor diesem Hintergrund drückte Göring-Eckardt die Erwartung aus, „dass sich jetzt alle, die das #NieWieder in ihrem Gegenwartsgedächtni[s] haben, erinnern, was zu tun ist.“

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Die AfD oder ihren Oberbürgermeisterkandidaten Jörg Prophet erwähnt Göring-Eckardt nicht – die Botschaft kommt auch so rüber. Die Bundestagsvizepräsidentin instrumentalisiert ein grausames Konzentrationslager für den Wahlkampf.

Das Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen wurde zwischen 1943 und 1944 errichtet. Die SS zwang dort Häftlinge des nahen Konzentrationslagers Buchenwald, eine unterirdische Lagerstätte in eine Fabrikhalle umzubauen. Die Zwangsarbeiter waren dort anschließend vor allem mit der Fertigung von V-Raketen befasst. Mindestens 20.000 starben während ihrer Haft an den Bedingungen im Lager oder wurden ermordet. Später instrumentalisierte die SED-Diktatur das Lager als „Mahn- und Gedenkstätte“ für ihr politisiertes NS-Gedenken, missbrauchte und politisierte Mittelbau-Dora wie viele andere KZ in Ostdeutschland für ihre Erzählung vom „Antifaschismus“ als Staatsdoktrin der DDR, die aus den Lagern erwachsen sei.

Ganz fern davon ist Göring-Eckardt mit ihrem Tweet nicht.

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