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AfD-Landtagswahl-Erfolg

„Gibt es auch ungesichert rechtsextrem?“ Harald Schmidt spottet über „gelebte Demokratie“

Harald Schmidt hat den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt kommentiert und dabei die Reaktionen der Politik scharf kritisiert. Spöttisch fragte er, ob es auch „ungesichert rechtsextrem“ gebe, und machte sich über Lars Klingbeils Radtour im Wahlkampf lustig.

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Harald Schmidt äußerte sich in Schwerin zum Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt und zur politischen Reaktion darauf. (IMAGO/Bonn.digital)

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Der Fernsehmoderator und Kabarettist Harald Schmidt hat sich im Live-Podcast „Studio 9 – Der Tag mit …“ vom Deutschlandfunk Kultur zum starken Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt geäußert. Dabei lobte er den Wahlkampf der Partei, kritisierte den Umgang der etablierten Politik mit dem Ergebnis und nahm unter anderem SPD-Chef Lars Klingbeil aufs Korn.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD fast 44 Prozent der Stimmen erreicht. Schmidt sagte, ihn habe das Ergebnis „entsetzt“, es könne ihn nicht kaltlassen – auch mit Blick darauf, „was das Ausland von uns denkt“. Gleichzeitig erkannte er den Erfolg der Partei an: „Man muss eines sagen, die AfD hat einen glänzenden Wahlkampf gemacht.“

Auf die Frage, ob ihn ein AfD-Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt beunruhigen würde, antwortete er zunächst schlicht: „Nein, nein.“ Zuvor sprach er von „gelebter Demokratie“. Schmidt störte sich an dem Begriff: „Ich finde ja, der Begriff der Gelebte stört schon. Es ist Demokratie. Was soll Gelebte sein? Gibt es das ist so wie es heißt „gesichert rechtsextrem“ gibt’s auch „ungesichert rechtsextrem“? Ist das ein Adjektiv gelebt in dem Fall? Ja.“ Wem die Ergebnisse nicht passten, der könne „Wahlen abschaffen oder vorher festlegen“, sagte Schmidt. Schließlich seien es Wahlen: „Es sind eben Wahlen und dann gibt es Ergebnis.“

Auch die Reaktion von Politikern auf das Ergebnis nahm Schmidt ins Visier. „Relativ schnell hat die erste Reihe der Politik folgende Sprachmodule zurechtgelegt“, sagte er. Als Beispiel nannte er den Satz: „Ich sage es ungern, aber ich akzeptiere das Ergebnis.“ Auch die anschließende Formulierung „Nun müssen wir sehen, wie wir damit umgehen“ hält Schmidt für eine Floskel.

Wie wenig glaubwürdig manche Spitzenpolitiker im Wahlkampf wirken können, zeigte Schmidt am Beispiel von Vizekanzler Lars Klingbeil und dessen Radtour durch Niedersachsen. „Lars Klingbeil auf dem Fahrrad sieht aus, als ob der Medienberater gesagt hat, mach ihm für das Foto die Stützräder weg“, sagte er. Bei Ulrich Siegmund auf einer Schwalbe wirke das Auftreten dagegen glaubwürdiger.

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Auch Friedrich Merz nahm Schmidt aufs Korn. Nachdem der Bundeskanzler im Bundestag erklärt hatte, ihn habe ein Brief eines Theologen bewegt, kommentierte Schmidt: „Kanzler arbeitet jetzt an der Empathie, Gefühle, was schwierig ist, wenn man sie nicht wirklich hat. Ich weiß, wovon ich rede.“ Anschließend fasste er Merz’ Auftritt mit einem Verweis auf Bertolt Brecht zusammen: „Gefühle nicht haben, sondern zeigen.“

rs

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56 Kommentare

  • Harald Schmidt braucht keine zehn Minuten, um den politischen Betrieb zu sezieren. „Gibt es auch ungesichert rechtsextrem?“ – ein Satz, und die ganze aufgeblasene Etikettensprache liegt auf dem Tisch.

    Noch besser sein Hinweis zur „gelebten Demokratie“: Es heißt schlicht Demokratie. Die Bürger wählen, die Stimmen werden gezählt, fertig. Politiker, die anschließend tapfer verkünden, das Ergebnis zu „akzeptieren“, klingen, als müssten sie dem Souverän erst die Wahl genehmigen.

    Und Klingbeil ohne Stützräder? Herrlich. Schmidt ist noch immer einer der wenigen, die mit Spott präziser treffen als andere mit einer ganzen Talkshow.

    190
    • „Prädikat“ gesichert ist für viele Wähler als „gesichert richtig“ abgestimmt zu haben.

      „Gelebte Demokratie“, bei all den Opfern die physisch, psychisch und finanziell in die Millionen geht, ist purer Hohn und Ignoranz der Realität.

      Wenn man Demokratie „leben“ will, erkennt man KEINE Daseinsberechtigung von Parteien!!!

      Politiker OHNE Parteibuch sind und bleiben eben durch Direktmandate und deren Übertragung, die Vertreter die Vertrauen bekamen und sich bewähren müssen mit Taten für das EIGENE VOLK.

    • Demokratie heißt „die Bürger wählen, die Stimmen werden gezählt, fertig“?

      Junge, bist du 5 Jahre alt oder was?

      • Immer schlecht, wenn man zweimal 5 Jahre alt wird im Leben.

  • Dirty Harry, ein aufmerksamer Beobachter und brillianter Kommentator dieser irren Zeit. Wie immer auf den Punkt !

    133
  • Harald Schmidt war und ist für mich der Goldstandard der Satire!

  • Er ist und bleibt der Beste.

    • Ich vermisse Wilfried Schmickler !

  • Die ganze Politik lebt doch nur von Floskeln denn umgesetzt wird im Anschluss nichts!

    • UNSERE DEMOKRATIE
      Henryk M. Broder über das Ende der Demokratie | Links. Rechts. Mitte
      https://www.youtube.com/watch?v=_keUMVCPk-w 20 Min.
      Roger Köppel, Weltwoche-Chefredakteur
      Henryk M Broder, Publizist
      Barbara Tóth, “Falter”-Journalistin
      Andras Szigetvari, Redakteur beim “Standard”

  • Harald Schmidt wäre aktuell der einzige geeignete Bundespräsident, aber leider ist er finanziell und psychologisch so autonom aufgestellt, dass er weder das Amt für sein Ego noch den Ehrensold finanziell braucht.

    • Genau diese Eigenschaften wären ja optimal! Völlig unabhängig und nur seinem Gewissen gegenüber verantwortlich!

  • Gibts Neuigkeiten zur Nachzählung bei der Briefwahl in S-A?

  • Harald der kommende BP!

  • Schmidt vs. Kerkeling? Da muss ich wirklich nicht lange überlegen

  • Mal sehen wann er verklagt, angezeigt, gecancelt wird…. Immerhin kann er sich anwaltlichen Beistand leisten.

  • Es gibt doch ganz sicher, also bestimmt oder so den „gefühlten Rechtsextremismus“.
    Wo der überall vorkommt kann der einfache Bürger bzw. der kleine Mann sich gar nicht vorstellen.
    Womöglich ist dieser „gefühlte Rechtsextremismus“ schon in jenen über 100 000 Kilometer entfernten Orten spaltpilzmäßig angekommen.
    Fehlt nur noch, daß wir uns alle lieb haben sollen.

  • „Brief eines Theologen habe Merz tief bewegt“

    Wir leben in den Zeiten nach der Aufklärung und da ist Gerechtigkeit aus lokaler und globaler Sicht vergleichbar. Worthülsen, unkonkrete moralische Parolen und schwammige Diffamierungen bringen niemanden weiter. Man kann alles konkret benennen.

    – Die AFD ist eine Partei, die von vielen Einwanderern aus unterschiedlichen Ländern gewählt wird. Laut Konrad Adenauer Stiftung würden Zuwanderer aus Polen 2025 zu 25% CDU, zu 33% AFD und 6% BSW gewählt haben
    – Eine Frau im ostdeutschen Plattenbau erwähnte mal im ÖRR, dass in ihrem Haus zu DDR-Zeiten in jeder Wohnung Kinder waren und heute in keiner einzigen.
    – Es gibt einen Geschlechterungleichgewicht von 9% in der Altersgruppe 18-28. 350000 Männer können keine Familie bilden. (Destatis)
    – Im Jahr 2025 gab es einen Wanderungsverlust von Netto 97000 Deutschen und über 50000 EU-Bürgern aus Deutschland ins Ausland (Destatis)
    – Die Asylindustrie und Immobilienbesitzer profitieren finanziell.
    – Migranten profitieren ebenfalls finanziell aber sonst nicht, denn laut Statistik aus der Schweiz waren Migranten im Jahr 2017 in erster Generation zu 46% einsamer und in zweiter Generation zu 42% einsamer als die durchschnittlichen Schweizer.

  • „Ungesichert Rechts“ ist dann wohl „Gesichert Links“ ?

  • Der fehlt in dieser Zeit extremst. Schön von ihm zu hören.

  • „Schmidt sagte, ihn habe das Ergebnis „entsetzt“, es könne ihn nicht kaltlassen – auch mit Blick darauf, „was das Ausland von uns denkt““ Was genau hat ihn denn da „entsetzt“? Oder hat er das nur gesagt, um nicht ganz als AfD-Versteher erkannt zu werden?
    Und das Ausland? Das denkt spätestens seit der Grenzöffnung 2015, seit Merkel, Scholz und Merz daß wir Deutschen einen schweren Dachschaden haben.
    Der Rest seines Beitrags ist gewohnt klasse und wird in dieser Klarheit in den Medien oft vermisst.

    • Ihn hat entsetzt das 56 % nicht AFD gewählt haben.

      Das Ausland attestiert den Dachschaden oder hält die Hand auf.

    • Ja…. seit 2015 beobachte ich in NRW, dass viele Menschen aufgehört haben selbstständig zu denken und sich eigene Meinung zu bilden. Ich kann es verstehen, weil seit vielen Jahren ist es schwierig an glaubwürdige Informationen zu kommen. Man konsumiert ARD, ZDF und alle Brüder und Schwestern…man redet nicht miteinander wenn der Andere eine andere Meinung hat. Man bildet ganz einfach eine Mauer so wie in Berlin in 1961 und dann ist das reden untersagt. Eine super Lösung… wahrscheinlich im Kindergarten abgequckt.

    • Entsetzlich. Der Schmidt sagt kluge Dinge und trotzdem hat er andere parteipolitische Präferenzen und Abneigungen als Sie.
      Wäre das im Gegenteil nicht die demokratische Selbstverständlichkeit, diese Sie alle ständig fordern?

  • „Gibt es auch ungesichert rechtsextrem?“

    Ja! Und das sind die Schlimmsten!

    Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Meinungsfreiheit beschneiden wollen, politische Mitbewerber verbieten wollen, die Bevölkerung bespitzeln wollen, die Bevölkerung nicht beschützen wollen, die Schrift- und Sprechkultur bestimmen wollen, dem Volk ihr Geld für andere entziehen…usw,

    • Die sind aber gesichert unrechtsextrem.

  • „Lars Klingbeil auf dem Fahrrad sieht aus, als ob der Medienberater gesagt hat, mach ihm für das Foto die Stützräder weg“

    LOL. Mit PhotoShop?

  • Ist das mit dem „….das Ergebnis habe ihn entsetzt…“ und „….was das Ausland von uns denkt…“ von ihn nur Ironie oder meint der das ernst?…

    • Das war pure Ironie und kommt aus dem Live-Gesprächsmitschnitt deutlich zum Ausdruck. Schade, dass der Schreiber des Artikels das nicht genügend kenntlich macht.

  • „Ungesichert rechtsextrem“ sind alle, die in diesem unserem Rechtsstaat ohne Gerichtsurteil ihre Jobs verlieren, weil sie AfD-nah sind–in Kirchen nicht mehr zu Gott beten dürfen–in Fußballvereinen nicht mehr Fan oder Trainer sein dürfen, nicht zu Wahlen zugelassen werden……von Banken keine Konten mehr erhalten, die als Journalisten die Wahrheit aufdecken und Bürger ihre Meinung in Kommentaren frei äußern lassen.

    Die alle sind „ungesichert rechtsextrem“ und scheinbar schlimmer als mordende Nazis.

    Und unsere Kampagnen-Demokratieverfechter-und -Bezahler sind die größten gesicherten Undemokraten..

  • Darf ich als alter Ossi dem H.Schmidt mal auf die Sprünge helfen?
    gelebte Demokratie ist:
    – wenn die ReGIERung = Parteiendiktatur (wie bereits geschehen) bestimmt,
    wer sich als Kanditat zur Wahl stellen darf !!
    – der wahlberechtigte Staatsbürger dann in einer „demokratischen Wahl “
    die Möglichkeit hat nur bei diesen Kandidaten das „Kreuzchen“ zu machen.

    Als nächstes wird es wie in der DDR eine „demokratische Einheitsliste “ geben, die der „Wähler“ nur noch falten braucht. 😉

  • „Was das Ausland von uns denket.“ Lieber Harald Schmidt, dann hör den Leuten im Ausland mal zu. Ich habe lange Zeit im Ausland gearbeitet und die Leute fragen mich, warum das so lange dauert, bis wieder Anstand, Gerechtigkeit und Freiheit nach Deutschland zurückkehrt, seit ihr die Spinnerten in der Regierung habt.

    • Das war pure Ironie und kommt aus dem Live-Gesprächsmitschnitt deutlich zum Ausdruck. Schade, dass der Schreiber des Artikels das nicht genügend kenntlich macht.

  • „…….ihn habe das Ergebnis „entsetzt“, es könne ihn nicht kaltlassen – auch mit Blick darauf, „was das Ausland von uns denkt“.“

    Herr Schmidt, Sie waren offensichtlich schon lange nicht mehr im Ausland.
    Das Gros des Auslandes hält uns Deutsche für komplett verrückt, unser Land auf fast allen Ebenen willentlich zu ruinieren, und das hat nichts mit der AFD zu tun.
    Von einst im Ausland „hoch angesehen“ und oftmals auch „neidisch beäugt“, zu „Fassungs- und Ungläubigkeit“ bis zu „unterschwelliger Schadenfreude“, ist alles dabei.
    Dass die AFD solche Ergebnisse einfährt, löst zumindest bei den Leuten, mit denen ich im Ausland zu tun habe, (noch) kein Entsetzen aus.
    Eher die seit Jahren fehlgeleitete Politik.

    • Das war pure Ironie und kommt aus dem Live-Gesprächsmitschnitt deutlich zum Ausdruck. Schade, dass der Schreiber des Artikels das nicht genügend kenntlich macht.

  • Harry ist der Beste !

  • Hut ab vor Harald Schmidt.
    Hätte ich ihm, ehrlich gesagt, nicht zugetraut .
    Im Vergleich zu Hallervoorden, Campino, Grölemeyer oder Kerkeling, endlich einmal ein vernünftiger „Künstler“

    • Ich schon. Er ist ein Satiriker mit messerscharfem Verstand. Künstler würde um sicher nicht zusagen.

    • Hallervorden ist dabei besonders intressant, weil er plötzlich erkennbar auf der richtigen Seite steht, seit dem bekannt wurde, dass er 2 Mio. Euro Coronahilfen nicht zurückzahlen muß!

  • Erfrischend normal.

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