Werbung:

Niedersachsen

Nach neuen Enthüllungen zum Sechsfachmord von Stade: SPD-Migrationsbeauftragter Kurku tritt zurück

Nach neuen Enthüllungen zum Sechsfachmord von Stade tritt der niedersächsische Migrationsbeauftragte Deniz Kurku zurück. Seine Schwiegermutter hatte den späteren Täter zum Tatort gefahren und nach den Schüssen den Fluchtwagen gesteuert.

Von

Deniz Kurku gibt sein Amt als niedersächsischer Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe ab. (IMAGO/dts Nachrichtenagentur)

Werbung

Der niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku, tritt von seinem Amt zurück. Der SPD-Landtagsabgeordnete erklärte, er könne die Aufgaben des Ehrenamts „unter den gegebenen Bedingungen nicht mehr in dem erforderlichen Maße ausüben“. Das berichtet der Spiegel. Kurkus Landtagsmandat ist davon nicht betroffen.

Der Rücktritt erfolgt wenige Tage nach neuen Enthüllungen zum Sechsfachmord von Stade. Kurkus Schwiegermutter Sylvia S. hatte den späteren Täter Fatih Khan Gazioglu am 29. Juni nach Stade gefahren und nach den tödlichen Schüssen den Fluchtwagen gesteuert.

Wie NIUS am Sonntag unter Berufung auf Ermittlungsakten berichtete, taucht Kurkus Name bereits sieben Wochen vor der Tat in den Unterlagen auf (Apollo News berichtete). Am 5. Mai schlug Sylvia S. in einem Chat mit Gazioglu vor, einen „Dennis“ oder „Deniz“ aus Hannover zu Enise Ö., der Mutter des Kindes, ins Krankenhaus zu schicken. Dort sollte dieser seine Visitenkarte hinterlegen. Die Ermittler ordneten die erwähnte Person Kurku zu. In einem Vermerk heißt es: „Hier dürfte es sich um den Schwiegersohn von Sylvia handeln: Deniz Kurku.“

Ob Kurku tatsächlich angesprochen wurde oder von dem Vorschlag wusste, geht daraus nicht hervor. Sein Anwalt weist eine Beteiligung zurück. Kurku habe Gazioglu nicht gekannt und kenne auch Enise Ö. nicht. Es habe keinen Kontakt gegeben. Auch sei der Politiker weder dienstlich noch anderweitig in die Sorgerechtsstreitigkeiten involviert gewesen und habe keine Visitenkarte in der Medizinischen Hochschule Hannover hinterlegt.

Kurku hatte bereits drei Tage nach dem Sechsfachmord öffentlich gemacht, dass die Fahrerin des Fluchtwagens seine Schwiegermutter sei. Damals erklärte er, weder den Tatverdächtigen noch dessen Familie zu kennen und nicht in den Sorgerechtsstreit involviert gewesen zu sein. Von einer möglichen Tat habe er vorher keine Kenntnis gehabt.

Am Donnerstag beschäftigte sich auch der Innenausschuss des niedersächsischen Landtags mit dem Fall. Kurku ist selbst Mitglied des Ausschusses, blieb der Sitzung jedoch auf eigenen Wunsch fern. Innenministerin Daniela Behrens erklärte dort, Kurku sei in dem Verfahren kein Beschuldigter.

Die SPD-Landtagsfraktion erklärte, Kurku und seine Familie erhielten inzwischen zahlreiche Morddrohungen. Ministerpräsident Olaf Lies stellte sich erneut hinter den Politiker. Kurku habe sich mit großem Engagement für Migration und Teilhabe eingesetzt. Sein Rücktritt verdiene „Anerkennung und Respekt“. Lies verurteilte zudem die Anfeindungen und Drohungen gegen den SPD-Politiker. Die AfD-Fraktion hatte Kurkus Rücktritt bereits am Montag nach dem Bekanntwerden der neuen Aktenfunde gefordert. Der Spiegel schreibt, „rechte Portale“ hätten Kurku wegen seiner Schwiegermutter unter Druck gesetzt.

Auch gegen Kurkus Schwiegermutter Sylvia S. und die Mutter des Kindes, Enise Ö., wird weiter ermittelt. Die Staatsanwaltschaft erklärte Anfang Juli, dass gegen beide wegen des Tatvorwurfs des Mordes ermittelt werde. Ein dringender Tatverdacht bestand zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht, weshalb keine Haftbefehle beantragt wurden.

Laut NIUS werden beide Frauen in einem bisher nicht öffentlich bekannten vorläufigen Abschlussbericht der Polizei als Eingeweihte, Mitwisser und Mittäter eingestuft. Sylvia S. war bereits Wochen vor der Tat eng in den Streit um das Kind eingebunden. Am 8. Mai schrieb Gazioglu ihr laut den ausgewerteten Unterlagen, er habe „krasse Pläne gemacht“.

Fatih Khan Gazioglu erschoss am 29. Juni vier Frauen und zwei Männer in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade. Bei dem Treffen ging es um seine wenige Monate alte Tochter. Bei dem Baby war zuvor ein Schütteltrauma festgestellt worden. Die Eltern standen im Verdacht, das Kind misshandelt zu haben.

Gazioglu war zum Tatzeitpunkt ausreisepflichtig. Bereits 2017 hatte die Polizei in Goslar einen Hinweis erhalten, dass der ausschließlich türkische Staatsangehörige aus einem Gefängnis in der Türkei geflohen sein solle. Eine damalige Anfrage deutscher Behörden in der Türkei verlief erfolglos.

Nach der Tat wurde Gazioglu festgenommen und in die Justizvollzugsanstalt Bremervörde gebracht. Am 21. Juli wurde er tot in seiner Zelle gefunden. Nach Angaben der Behörden nahm er sich das Leben. Gegen Sylvia S. und Enise Ö. wird weiter ermittelt.

cm

Werbung

Kommentar schreiben

Strafbare Inhalte, Beleidigungen oder ähnliches sind verboten (hier unsere Kommentar-Richtlinien). Kommentare sind auf maximal 1.000 Zeichen limitiert.

Ohne Account kommentierenKein gesicherter Name, von jedem frei wählbar

Mit Account kommentieren Ihr Nutzername für Sie gesichert & einmalig

Anmelden ›Kostenlos registrieren

85 Kommentare

  • Vermutlich mit auskömmlicher Versorgung und Option auf Anschlussverwendung nach Schamfrist.
    Angemessene Strafverfolgung wird auch weiterhin vereitelt.

    82
    • Wenn „Schamfrist“ in Spahn gemessen wird, ist er in ca. 4 Wochen wieder irgendwo vorne mit dabei!

      30
    • Er ist ja immer noch Landtags-Abgeordneter.
      Integrationsbeauftragter war ein Ehrenamt.

      4
    • Herkunft & Wurzeln:
      Kurku wurde 1982 in Delmenhorst geboren. Er hat einen türkischen Vater und beschäftigt sich aufgrund seiner eigenen Familiengeschichte schon seit seiner Jugend mit den Themen Migration, Teilhabe und gesellschaftliche Integration.

      Sowohl Vor- als auch Nachname sind türkische Namen.
      Von einer Verwurzelung in der türkischen Gemeinde ist auszugehen.
      Ob er Muslim ist, ist vorerst noch unbekannt.

      13
      • Aha, Integration bedeutet also, dass man sich mit den eigenen Landsleuten versteht, nicht etwa mit den Einheimischen.

        4
      • Na und?

        -29
  • „Die Staatsanwaltschaft erklärte Anfang Juli, dass gegen beide wegen des Tatvorwurfs des Mordes ermittelt werde. Ein dringender Tatverdacht bestand zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht, weshalb keine Haftbefehle beantragt wurden.“

    Ehrlich gesagt, kann ich dieses Vorgehen nicht nachvollziehen.
    Wo befinde sich denn die Fluchtautofahrerin aktuell?
    Diese war doch zwischenzeitlich untergetaucht.
    Das Ganze ist sehr undurchsichtig und zweifelhaft.

    Andere Leute sitzen seit fast vier Jahren, ohne Mord-Beteiligung, in U-Haft.

    56
    • Scheint in der SPD eine Gepflogenheit zu sein… siehe Hülya Iri 🙂 🙂 🙂

      20
  • Die Schwiegermutter scheint sakrosankt zu sein.
    Man stelle sich einen Bankraub vor, die Räuber werden auf der Flucht gefasst und einer sagt: „Ich habe nur das Auto gefahren“. Dann sagt die Polizei: „Ja dann kannst du natürlich gehen“.

    38
    • Exakt das war der Justizfehler, die Frau nicht wegen Fluchtgefahr in U-Haft zu nehmen.
      Das hat aber nicht die Weisunggebundene Staatsanwaltschaft verbockt, sondern ein angeblich unabhängiger Richter verfügt.
      Diesem Richter sollte man auf den Zahn fühlen.
      Bei einem Sechsfachmord kann es nicht sein, dass eine Beteiligte nicht in U-Haft kommt. Dort sollte man graben und nach Verbindungen suchen.

      9
  • Solange sich Olaf Lies -hinter- den Parteikollegen stellt, ist er durch diesen geschützt. Deckung suchen ist bei Gefahrenlage immer angesagt. Ob bei Werksschließungen, Parteiklüngel oder eben auch unappetitlichen Gefahrenlagen.

    34
    • Herkunft & Wurzeln:
      Kurku wurde 1982 in Delmenhorst geboren. Er hat einen türkischen Vater und beschäftigt sich aufgrund seiner eigenen Familiengeschichte schon seit seiner Jugend mit den Themen Migration, Teilhabe und gesellschaftliche Integration.

      Sowohl Vor- als auch Nachname sind türkische Namen.
      Von einer Verwurzelung in der türkischen Gemeinde ist auszugehen.
      Ob er Muslim ist, ist zurzeit noch unbekannt.

      3
  • Wenn es die alternativen Medien nicht gäbe, würden wir nichts mehr erfahren und es würde nichts mehr aufgedeckt. Danke Apollo News.

    15
  • Klar.. Man fährt den Mörder dorthin, bekommt die Schüsse mit und flieht mit dem Mörder per Auto, aber hey, gibt ja keinen Grund einen Haftbefehl zu beantragen. Alles nur unfassbar.

    34
  • „Diese Menschen mit ihrer Herzlichkeit und Liebe gehören einfach zu uns!“
    Maria Böhmer, CDU

    5
  • Man stelle sich kurz vor: Ein Russe mit Verbindungen zur AfD begeht ein Ähnliches Verbrechen…. Mehr brauch ich nicht zu schreiben.

    13
  • Man darf davon ausgehen, dass die Begründung der Anfeindungen im Netz vorgeschoben ist, aber eine direkte Beteiligung kommt m.E. nicht in Betracht. Es wäre nicht verwunderlich, wenn er sich wirklich (in Unkenntnis der Mordpläne) z.B. durch Hinterlassung seiner Karte im Krankenhaus unterstützend eingemischt hätte, obwohl der erheblich befangen war. Es ist ihm m.E. positiv anzurechnen, dass er rasch die Konsequenzen gezogen hat und nicht lange versucht hat, das auszusitzen.

    -2
  • Vetternwirtschaft fängt ganz unten an und hört auch nicht im Parlament auf!

    11
  • Offenbar ein guter Anfang. Mal sehen , ob und wie gross ein Sumpf dahinter ist.

    10
  • Sitzen die beiden Damen eigentlich inzwischen in Untersuchungshaft? Oder ist dort kein Platz mehr, weil dort seit Jahren Menschen sitzen, bei denen man immer noch auf der Suche nach justiziablen Straftaten ist?

    7
  • Familien mit türkischen Wurzeln pflegen in der Regel enge Familienbande. Wenn Sylvia S. so eng mit Gaziogliu war, wie es diverse Chatprotokolle hergeben, hat sie mit Sicherheit gewusst, dass da etwas äußerst fragwürdiges im Gange ist. Und ist nicht eingeschritten, im Gegenteil, hat ihre „Hilfe“ angeboten, in dem sie Tipps gab, wie man kritische Ärzte einschüchtert. Auch mit Hilfe des Schwiegersohns. Sie war sich seiner Unterstützung offenbar sehr sicher. Und warum die Mutter des Kindes Denise Ö. noch auf freiem Fuß ist, nachdem sie laut Zeugen ein schwerstverletzt fliehendes Opfer zu Boden gestoßen und geschlagen hat, bleibt das Rätsel der Staatsanwaltschaft. Der Rücktritt war überfällig.

    6
  • Danke an apollo-news.

    Die totalitären Linken merken immermehr: es gibt noch die Säule der Demokratie:

    Medien

    und sie wächst seit langem endlich wieder – Dank Euch!!!

    5
  • BILD „berichtet“ unter Bezug auf den SPIEGEL von „rechten Medien, ohne Beweise vorzulegen“.

    3
  • Warum fragt niemand das Naheliegende:

    1. Warum machen die gleichen „Morddrohungen“ die Wahrnehmung des unbezahlten Ehrenamtes unmöglich, nicht aber die Wahrnehmung des gut dotierten Landtagsmandats?

    2. Hat er die „Morddrohungen“ angezeigt? Ist das polizeilich bestätigt? Ermittelt die Polizei? Ermittelt der Staatsschutz?

    1
  • Zustände wie im alten Rom 🕍

    1
  • Der Staatsschutz wird sicherlich wegen der „Morddrohungen“ ermitteln. Ich gehe davon aus, Deniz Kurku hat Anzeige erstattet. Die MSM Medien berichten das allerdings nicht. Aber was heisst das schon. Sie haben auch nicht über die NIUS-Enthüllungen zu Stade berichtet.

    Weder die Staatsanwalt Stade noch Innenministerin Behrens haben die Berichterstattung von NIUS inhaltlich dementiert. Behrens hat sie als „rechtspopulistisch“ bezeichnet. Ein Dementi ist das nicht.

    0
  • Herkunft & Wurzeln:
    Kurku wurde 1982 in Delmenhorst geboren. Er hat einen türkischen Vater und beschäftigt sich aufgrund seiner eigenen Familiengeschichte schon seit seiner Jugend mit den Themen Migration, Teilhabe und gesellschaftliche Integration.

    Sowohl Vor- als auch Nachname sind türkische Namen.
    Von einer Verwurzelung in der türkischen Gemeinde ist auszugehen.
    Ob er Muslim ist, ist zurzeit noch unbekannt.

    -2
  • „Sein Anwalt weist eine Beteiligung zurück.“

    Wozu braucht einer, der rein gar nichts mit dem „Vorgang“ zu tun hat einen Anwalt? Sprechangst hat er ja wohl nicht, sonst wäre er nicht im Parament und dazu auch nicht den Zusatzposten, den er aus Angst aufgibt. Parlamentarier bleibt er aber, die alleine haben nie Angst.
    Der Mann kann doch nicht behaupten, er sei völlig draußen vor gewesen. Jeder weiß doch, der eine halbwegs normale Familie (dazu gehört auch die Schwiegermutter, die ja auch Einfluss auf ihre Tochter hat) das solche „Vorgänge“ familienintern besprochen/beraten werden. Und sei es auch „nur“ telefonisch. Ich denke, er hätte viel zu sagen.

    5
    • Daß er sich einen Anwalt nimmt, ist nicht zu beanstanden. Das würde ich an seiner Stelle auch tun, selbst wenn ich völlig reinen Gewissens wäre.

      3
      • Genau!
        Bei solchen Geschichten braucht man in jedem Fall einen Anwalt.
        Da kommt man ohne RA und nur mit „mein Herz ist rein“ nur in Teufels Küche.

        1
        • „Mein Herz ist rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein.“

          Jesus ist für die ewige Gerechtigkeit zuständig. Für die zeitliche Gerechtigkeit des „Rechtsstaats“ in diesem Jammertal ist ein Rechtsanwalt deutlich die bessere Wahl.

          1
  • Der SPD Mann Deniz Kurku tritt von seinem Amt als Landesbeauftragter für Migration und Teilhabe zurück, aber nicht von seinem Landtagsmandat.
    Da hält wohl der Kleber noch.
    Oder will er als Landtagsabgeordneter seine Verwandtschaft weiter schützen?

    44
    • Herkunft & Wurzeln:
      Kurku wurde 1982 in Delmenhorst geboren. Er hat einen türkischen Vater und beschäftigt sich aufgrund seiner eigenen Familiengeschichte schon seit seiner Jugend mit den Themen Migration, Teilhabe und gesellschaftliche Integration.

      Sowohl Vor- als auch Nachname sind türkische Namen.
      Von einer Verwurzelung in der türkischen Gemeinde ist auszugehen.
      Ob er Muslim ist, ist zurzeit noch unbekannt.

      -10
  • Warum ist die Sylvia S. und die Mutter des Kindes noch nicht in U-Haft? Das letzte was ich über die Schwiegermutter Sylvia S. gelesen habe, dass sie Untergetaucht sei. Wo ist Sylvia S.? Immerhin geht es um einen Massenmord!

    3
  • So wie es aussieht hat die SPD im Wahlkampf vordergründig die Reissleine
    gezogen.
    Nicht aus Überzeugung,sondern weil totschweigen nicht mehr funktioniert.
    Natürlich gilt für jeden bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung.
    Aber,6 Menschen sind tot,Kinder sind Vollwaisen.
    Des ist die Pflicht des investigativen Journalismus,hier weiter in medias res zu gehen.

    0

Werbung