Oberstadion
„Was der Bundeskanzler tut, ist nicht tragbar“: CDU-Bürgermeister verkündet Parteiaustritt
Aus Unverständnis über die Politik von Bundeskanzler Merz nimmt das nächste CDU-Mitglied seinen Hut: Der Bürgermeister des schwäbischen Oberstadion, Kevin Wiest, war seit 2018 CDU-Mitglied – jetzt erklärt er: „Was der Bundeskanzler tut, ist nicht tragbar.“
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Der CDU-Bürgermeister der beschaulichen oberschwäbischen Gemeinde Oberstadion, Kevin Wiest, hat, wie die regionale Schwäbische Zeitung berichtet, seinen Parteiaustritt verkündet. Der Grund: Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Politik. „Was der Bundeskanzler tut, ist in meinen Augen für mich nicht tragbar“, meint das langjährige CDU-Mitglied gegenüber der Zeitung.
Für ihn gibt es gleich mehrere Problemfelder: „Ich habe viele Leute in meinem Umfeld, die sich abends in den großen Städten nicht mehr wohlfühlen“, meint er etwa zur Sicherheit in den Städten. Bei seinem Amtsantritt hatte Merz noch eine „Migrationswende“ versprochen – später mit dem „Stadtbild“ begründet, nur um zuletzt das Migrationsproblem für gelöst zu erklären. Wiest kauft ihm das offenbar nicht ab.
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Auch bei Themen wie der Krankenhausreform, der Maut oder Bildung fühlt sich Wiest von der Partei nicht mehr vertreten. Zuletzt kam auch noch die Leihmutterschafts-Affäre um den nunmehr ehemaligen Unions-Fraktionschef Jens Spahn hinzu. „Das sind alles Themen, da kann ich nicht mehr voll Inbrunst sagen: Die Partei ist es.“ Gleichzeitig lobt Wiest die Leute vor Ort: „Die, die hier in den Ortsvereinen sind, sind wirklich gute Leute.“ Er möchte den Austritt vor allem als persönliche Entscheidung als Wähler verstanden wissen.
Wiest, Polizist und Zollbeamter, ist seit 2018 CDU-Mitglied. Er saß für die Partei zwischenzeitlich im Kreistag des Alb-Donau-Kreises, war im Kreisvorstand aktiv und zieht nun die Reißleine. Der Bürgermeister reiht sich ein in eine Austrittswelle von Mitgliedern, die aus Unverständnis über die Politik der Bundesregierung ihren Hut nehmen.
Zuletzt sorgte etwa die JU-Chefin Brandenburgs, Laura Strohschneider, für bundesweite Aufmerksamkeit, als sie öffentlichkeitswirksam ihren Austritt verkündete. „Unser Spitzenpersonal hat sie (die Glaubwürdigkeit, d. Red.) verloren, und die inhaltliche Ausrichtung der Bundespolitik ist nicht das, wofür wir Wahlkampf gemacht haben und wofür uns die Wähler ihre Stimme gegeben haben“, schrieb Strohschneider Ende Juli auf Instagram (Apollo News berichtete).
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