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Marl

Landessprecher Martin Vincentz gewinnt Machtkampf in der NRW-AfD um die Landesliste

Die AfD-NRW hat seine Landesliste zur anstehenden Landtagswahl im Frühjahr 2027 gewählt. Landessprecher Martin Vincentz konnte dabei den Machtkampf gegen das Helferich-Lager gewinnen. Innerparteilich wird aber infrage gestellt, ob die Wahl rechtssicher verlief.

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Martin Vincentz heizt seine Anhänger vor dem zweiten Wochenende des Landesparteitags ein. (IMAGO/Revierfoto)

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Der Machtkampf in der NRW-AfD auf dem Landesparteitag in Marl zur Listenaufstellung für die anstehende Landtagswahl im Frühjahr 2027 ist entschieden. Das Lager um den Landesvorsitzenden und Landessprecher Martin Vincentz konnte sich bei der Fortsetzung des Parteitags in Marl klar gegen das Lager um den Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich durchsetzen. Dieses versuchte am Freitag noch, den Parteitag abzubrechen, scheiterte damit aber.

Infolgedessen verließen über 100 Delegierte den Parteitag. Sven Tritschler, der dem Helferich-Lager zugeordnet wird, erklärte in der tagesschau, dass man den eigenen Leuten gesagt habe, sie sollten etwas Sinnvolleres tun, als auf dem Parteitag zu sein, der nach seiner Einschätzung zu 99 Prozent noch stattfinden werde. Bilder, die auf X gepostet wurden, zeigen, wie mehrere Delegierte gemeinsam am See entspannen.

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Vor dem Parteitag war unklar, ob es wie am vergangenen Sonntag wieder zu einer gezielten Sabotage mithilfe von Massenkandidaturen seitens des von Alice Weidel unterstützten Helferich-Lagers kommen würde. Für Listenplatz 22 kandidierten am vergangenen Sonntag 95 Personen mit dem Ziel, den Parteitag in die Länge zu ziehen und das Vincentz-Lager in Verhandlungen zu zwingen, um eine Landesliste zu erstellen, in der beide Lager gemäß ihrer Stärke vertreten sind. Doch zu einer solchen Sabotageaktion kam es trotz anderslautender vorheriger Bekundungen nicht.

Stattdessen konnte Vincentz mit seiner knappen Mehrheit, die sich nach dem Abzug etlicher Delegierter aus dem Helferich-Lager zu einer komfortablen Mehrheit entwickelte, seine Landesliste durchwählen. Bis Freitagabend wurden 61 Listenplätze vergeben. Am heutigen Samstag wurden alle weiteren Listenplätze gewählt, sodass die Veranstaltung kurz vor 13 Uhr beendet wurde. Eingereicht werden soll die Landesliste bereits am Montag, wie der Landtagsabgeordnete Christian Lohse mitteilte.

Ob dies aber das wirkliche Ende ist, ist unklar. Weil stimmberechtigte Mitglieder „bedroht und unter Druck gesetzt“ worden seien, wie die AfD-Bundesspitze in einem Brief an den Landesvorstand in NRW schreibt, gibt es rechtliche Bedenken, ob die Listenwahl juristisch sauber abgelaufen ist.

Lesen Sie auch:

Dieser Brief der AfD-Bundesspitze beschäftigt jetzt auch deutsche Gerichte, wie die Bild berichtet. Der AfD-Landesverband NRW beantragte beim Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen die Bundes-AfD mit dem Ziel, dass diese sich nicht mehr in die Landeslistenwahl in NRW einmischt. Bis zum 22. Juli habe die Bundesspitze Zeit, darauf zu antworten.

Dass die AfD Probleme bei der Aufstellung von Landeslisten hat, ist nicht neu. 2023 konnte die Partei aufgrund zweier konkurrierender Listen nicht an der Wahl teilnehmen. Dieses Szenario will man innerhalb der Partei unter allen Umständen verhindern.

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70 Kommentare

  • Wie wäre es, wenn sich die führenden Köpfe dieses Konfliks mal zusammensetzen und das wie erwachsene Leute ausdiskutieren? Inhaltlich sehe ich da nicht wirklich große Differenzen. Dieser Streit kommt zur Unzeit, kostet Prozente und ist im Grunde völlig überflüssig.

    • Im Osten ist man gewillt ein Land zu retten und im Westen ist man überwiegend gewillt Macht zu haben um DANN ein Land zu retten.

      Leider erkennt man auch hier schon Prioritäten wie beim Kartell, das sollte die Bundespartei im Auge behalten.
      Wettbewerb ist gut, Egoismus und Zerstrittenheit eher nicht.

      Einen Fokus zu legen auf das undemokratische Mittel aka Zweitstimme genannt, zeigt leider auch hier Parallelen.

      Man soll das Volk und seine Wähler überzeugen und nicht die Parteimitglieder.
      Und bei 128 bzw. 64 Wahlkreise die man PRIMÄR direkt gewinnen kann und sollte sind genügend Chancen vorhanden.

    • Dazu müssten sich im Helferich-Lager halt Erwachsene finden, die als Prämisse akzeptieren, dass sie nicht in der Mehrheit sind, sich also mit Wenigem zufriedengeben müssen und trotzdem gute Teamarbeit abliefern. Das ist da aber niemandem gegeben, darunter leidet unser Landesverband seit Jahren.

    • @Wolf359
      Dass hätten sie, als erwachsene Menschen, längst regeln können. Und zwar bevor die ganzen Querelen, auf diese Art und Weise, in die Öffentlichkeit gelangen. Die NRW AfD ist, in diesem Zustand, schlicht nicht wählbar.

      • Was soll man denn sonst wählen? Es bleibt ja nur die Einheitspartei oder ne Partei die nicht in den Landtag einziehen wird

        • @ferppi
          Wollen wir hoffen, dass sie bis zur Landtagswahl noch irgendwie die Kurve kriegen…

          3
      • @ Boomer50

        Im Artikel: „2023 konnte die AfD aufgrund zweier konkurrierender Wahllisten an der Wahl nicht teilnehmen …“

        Das war in Bremen ! Obwohl das Wahl-Reglement nur eine Wahlliste vorsieht, gingen die AfDler mit einer zweiten Wahlliste vor den Kadi, wo ihnen ihre Dummheit qua Urteil bestätigt wurde und sie den Wählern eine nicht stattgefundene Wahl bescherten.

        Bereits damals entpuppten sich diese Typen als Zersetzer, Agents provocateur der Partei von innen und eine träumende Parteispitze versagte durch den versäumten Parteiausshluß.

        Im großen Stil bestätigt das jetzige, im Artikel geschilderte Chaos, daß die Partei einer Säuberungsaktion bedarf. Wir hier auf der Iberischen Peninsula nennen die Blauen: Alternative Feiglinge Deutschlands !

  • Die Sache stinkt nach staatlicher Zersetzung.

    • Würde schon gern wissen, ob da V-Leute ihre Finger im Spiel hatten. Vorstellen kann ich es mir sehr gut.

      • Ganz sicher sogar……man will die AfD von innen zersetzen.
        Mit V- Leuten und anderen Schweinereien.

        • Die gute alte Taktik der Zersetzung, sturmerprobt und perfektioniert von der Stasi, erfolgreich angewandt bei NPD, Piraten, usw. …

          Wenn es aussieht, wie eine Ente, wenn es klingt, wie eine Ente, wenn es watschelt, wie eine Ente, wenn es fliegt, wie eine Ente und wenn es schwimmt, wie eine Ente, dann ist es aller Wahrscheinlichkeit nach eine Ente!

          6
      • Der zweite Max Krah.

    • @Name der Redaktion bekannt
      Ich denke, mit Zersetzung hat das nichts zu tun. In NRW gab und gibt es leider immer noch Machtkämpfe innerhalb des Landesverbandes. Sie lernen einfach nichts dazu und schaufeln sich damit in NRW ihr eigenes Grab.

      • Wenn die wirklich derart egoistisch und dumm wären, würde mich das in der Tat erschüttern.

        • Das ist bei jeder Partei in NRW so. Diese Landesverbände sind einfach zu groß.

          11
        • Die NRW AfD dürfte sich eine dicke Scheibe von Herrn Siegmund abschneiden.

          24
        • @Name der Redaktion bekannt
          Leider ist das so. Die AfD NRW schafft sich selber ab.

          6
  • Was heißt denn „bedroht und unter Druck gesetzt“? Wenn das eine Drohung mit politischen Konsequenzen war („werde ich dafür sorgen, daß du nicht mehr zur Stadtratswahl in Unteroberknittelburg aufgestellt wirst“), dann ist das in der Politik gang und gäbe. Es ist ein Teil des Geschäfts. Und es ist erlaubt. Wenn das dagegen eine Bedrohung mit Gewalt war („wir wissen, wo deine Kinder zur Schule gehen“), dann steht das auf einem ganz anderen Blatt.

    • Es geht um Stellen bei den Abgeordneten im Landtag.

      • @ Gabi Fröhler
        Fakten ?

  • Gut so
    Freut mich für den Landesvorsitzenden Martin Vincentz

    • Der damit der AfD Prozente Kosten wird.
      Und das nur aus Egoismus.

      • Sicher nicht, die Herren Helferich und Tritschler sind in meinen Augen Skandalvorbelastete Volldeppen!

        • So isses. Helferich an der Spitze der NRW-AfD? Dann sicher keine 10%… (und ein Fressen für Altparteien und VS…). Vincentz ist eindeutig die bessere Waffe…

          4
    • Vincentz ist der schlimmste Spalter. Mit der Aufstellung von Klaus Esser hat er einen offensichtlichen Betrüger gedeckt und die Anständigen in der Partei provoziert. Vincentz und seiner Entourage geht’s nur um Pöstchen und Geld. Die inhaltliche Differenz ist nur vorgeschoben.

      • Meiner Erfahrung nach ist es die bewährte Methode der Spalter, andere als solche zu bezeichnen.

      • @ Gabi Fröhler
        Klaus Esser ist sicher kein Ruhmesblatt in der AfD, das Thema gehört aber in jeder Partei angesprochen und entschieden.

      • Helferich und Tritschler wollen Sie doch sicher nicht als anständige Leute bezeichnen?

  • Das ist doch wieder das gefundene Fressen für das Regime. Daran werden die sich wieder abarbeiten um die AfD als nicht wählbar hinzustellen. Schade das die AfD sich immer wieder selbst ins schlechte Licht rückt.

  • Wieso wird Alice Weidel dem Helfrecht-Lager zugeordnet? Habe ich da etwas verpasst?

  • Welch ein Eiertanz😡. Ein intern restlos zerstrittener Landesverband NRW, beantragt eine einstweilige Verfügung gegen die Bundes AfD, weil diese eine komplette Neuaufstellung andachte? Das hätte der Partei in NRW wesentlich besser zu Gesicht gestanden. NRW braucht einen Ministerpräsidenten, der sich fürs Land und dessen Bürger einsetzt. Querelen um die „Macht“ im Landesverband sind für die NRW AfD tödlich.

    • Mimimi

      -16
  • Mir ist es noch nicht gelungen, nachvollziehbar herauszufinden, was denn inhaltlich die beiden ´Lagerˋ trennt.

  • Wer hat diese Personen denn delegiert (also beauftragt)?
    Dürfen Diese dann einfach so gehen oder ist das dann Untreue?

  • Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das noch etwas Ungutes nachkommt. NRW ist zu groß und zu wichtig, als dass die AfD dort in solchen Schlammschlachten versinken darf. Das Ziel muss sein, sichere 20 Prozent der Stimmen zu bekommen. Dieses Ziel sehe ich mit solchen Manövern aber sehr gefährdet. Wenn es dumm läuft, und ich sage extra nicht „sehr dumm“, dann werden die Altparteien die AfD von der Wahl zum Landtag ausschließen. Ich bin sicher, dass dort schon in diese Möglichkeit vorausgeplant wird. Es muss unbedingt eine rechtssichere Kandidatenliste der AfD geben, die auf breite Zustimmung der Wähler stößt. Notfalls muss man die ganze Liste noch einmal von vorne nach hinten neu aufstellen.

    • „Es muss unbedingt eine rechtssichere Kandidatenliste geben…“ – – – Für wie blöd hälst du den langjährigen, gebildeten, sympathisch-jugendlich wirkenden und wirklich klugen Landes-Chef Dr. Vincentz und sein eher bürgerliches Lager eigentlich???

      • Ich halte ihn überhaupt nicht für doof. Aber ich vermute, dass es ein juristisches Störmanöver der Gruppe um Helferich geben wird. Davon abgesehen ist die Personalie Esser auch kein Meisterstück des Dr. Vincentz.
        Es sollten sich beide Seiten an einen Tisch setzen. Die Mediation war an sich keine schlechte Idee. Aber wer stünde in der AfD so über den Dingen, dass man ihm nicht gleich einer Fraktion zurechnete? Gauland? Vielleicht.

    • Sie neu aufzustellen würde das Risiko der Ungültigkeit erhöhen. Denn die Wahlversammlung hat entschieden. Das darf ein Vorstand nicht einfach rückgängig machen.

  • Dieses Innerparteiliche Gehaue und Stechen schadet der AfD. Im Osten geht es um Deutschland und in NRW um Pöstchen. Was unterscheidet diesen Landesverband von den Altparteien? Diese Frage sollten sich die Leute im Landesverband NRW mal stellen!

  • Aufpassen, nicht dass die Landesliste bei der Abgabe in irgendeinem Fluss versinkt 😉

  • Wenn man sich hier so manchen Kommentar anschaut, braucht man sich über den Landesverband nicht zu wundern.

  • Wenn die Mehrheit keine Vertreter aus dem Umfeld von Helferich wünscht, sollte dies akzeptiert werden. Verwunderlich ist, dass Frau Weidel diesen Kreis unterstützt. Unverständlich ist, daß der Parteiausschluss von Helferich scheiterte.

  • Man sollte sich an einen Tisch setzen und die guten Leute aus dem anderen Lager bekommen Jobs, wenn notwendig. Helferich und seinen engen Kreis würde ich in der rechtsextremen Ecke stehen lassen.

  • Wenn es um Posten geht und Macht geht, statt um die Sache zum Wohl des Landes…solche Streitereien sind schlecht für die anstehenden Wahlen. Blfibt zu hofffn, das der Typ sauber bleibt!

  • Wenn da mal nicht ein Rohrböck seine Finger im Spiel hat

  • Vincentz wird das politisch nicht überleben. Absolut unangemessen. Entweder ist er irre oder vom VS. 💯 Solidarität mit Weidel.
    In NRW schon jahrelang Probleme mit Vincentz. Er kann nicht führen.
    Sollte Weidel nicht eingreifen, werde ich die AFD hier mit dieser Liste aktuell nicht wählen.

    • „In NRW schon jahrelang Probleme mit Vincentz. Er kann nicht führen.“
      Welche Problem gibt es seit Jahren noch mit ihm?
      Könnten Sie dies bitte mehr ausführen.
      Danke!

  • Und der verstrittene Haufen will Deutschland wieder auf die Füße stellen?

  • Wie wäre es, zwei wirkliche Insider mit der „Mediation“ zu betrauen: Herrn Haldenzwang und Frau Nasty Fieser.

    • Zumindest gegen diese Experten würden sich beliebige Fraktionen der AfD sofort wieder zusammenschließen. 😀

  • WmW: West-Höcke muss weg

  • Die AfD hat noch einiges zu tun bis zur Regierungsfähigkeit. Zu spät für das Land…

    • Nahezu ALLES ist besser als das Zerstörungshandeln der Kartellparteien!

      • Sehe ich auch so. Weitermachen!

  • Nun lernen auch AfD Abgeordnete in NRW praktische Demokratie. Wer nicht wählt bestimmt nicht mit. Vielleicht hilft es ja. Dr.Martin Vincentz ist für mich der eindeutig solidere Kandidat. Warum Weidel Helferich präferiert, ist für mich ein Rätsel.

    • Es muss nicht Helferich sein. Vincentz deckt Korruption.

      • @ Gabi Fröhler
        Fakten ?

  • Wer kann der AFD noch schaden, ausser der AFD?

  • NRW ist ein zu große Beute.Die Piraten „unsere Demokratie“wetzen schon ernergisch ihre Enterhacken.Es wird alles eingesetzt,was zur Verfügung steht.Da kann selbst ein verlorenes Kaugummipapier zur Falle werden.Bis zur Wahl ist ja noch etwas hin und ich befürchte bis dahin noch ausgeprägtere faschistische Vorgehensweisen.Die Grundlagen sind ja vorhanden.Die Kampftruppen stehen notfalls bereit(falls wach)um ihren Staatstreich vorbereitet durchzuführen.
    Scheinbar muss die wirkliche Demokratie erkämpft werden.
    Kein AfD Mitglied.Bis dahin Nichtwähler.Aber nu……

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