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Saalfeld-Rudolstadt

Politische Erpressung vor der Stichwahl? Theaterchef droht mit Rücktritt bei AfD-Sieg

Steffen Mensching will das Theater Rudolstadt verlassen, sollte AfD-Kandidat Thomas Benninghaus die Landratswahl in Saalfeld-Rudolstadt gewinnen. Der Intendant begründet dies mit Äußerungen des AfD-Politikers zur Erinnerungskultur.

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Theaterintendant Steffen Mensching will sein Amt niederlegen, sollte AfD-Kandidat Thomas Benninghaus die Landratswahl in Saalfeld-Rudolstadt gewinnen. (IMAGO/ari)

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Wenige Tage vor der Stichwahl um das Landratsamt in Saalfeld-Rudolstadt hat der Rudolstädter Theaterintendant Steffen Mensching seinen Rücktritt für den Fall eines Wahlsiegs des AfD-Kandidaten Thomas Benninghaus angekündigt. „Die AfD will ein anderes Land. Und für mich ist es wichtig, da ein Zeichen zu setzen, zu sagen, ich arbeite mit diesen Leuten nicht zusammen. Für mich existiert da eine Brandmauer. Ich mache das nicht“, sagte Mensching dem MDR. „Klar, es ist auch eine Provokation. Ich sage entweder oder“, so der Intendant weiter. Zugleich wandte er sich direkt an die Wähler im Landkreis: „Liebe Leute, überlegt euch, was ihr wählt. Ihr entscheidet hier nicht nur über einen Landrat.“

Am Sonntag tritt Benninghaus gegen den amtierenden Landrat Marko Wolfram (SPD) an. Im ersten Wahlgang hatte Wolfram 47,1 Prozent der Stimmen erhalten, Benninghaus 40,2 Prozent. Der parteilose Bewerber Wolfgang Wehr kam auf 12,7 Prozent. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, kommt es zur Stichwahl.

Auslöser für Menschings Ankündigung sind Äußerungen Benninghaus’ im Thüringer Landtag. Der AfD-Abgeordnete sprach dort im Dezember 2025 über einen Antrag seiner Fraktion zur Sanierung und Restaurierung von Kriegsgräbern sowie Krieger- und Vertriebenendenkmälern. „In einigen Städten Thüringens werden auf Gehwegen sogar goldene Steine eingebaut, um an die Opfer der Kriege zu erinnern, während unsere traditionellen Gedenkstätten dem Vergessen preisgegeben sind“, sagte Benninghaus laut Landtagsprotokoll. Gegenüber dem MDR bezeichnete Menschen die Positionen Benninghaus’ als „eine ganz klare Verharmlosung des Holocaust“.

Benninghaus sitzt seit 2024 für die AfD im Thüringer Landtag. Er gewann das Direktmandat im Wahlkreis Saalfeld-Rudolstadt I, ist Mitglied des Kreistags Saalfeld-Rudolstadt und Vorsitzender des AfD-Kreisverbands.

Mensching begründet seinen angekündigten Rückzug nicht allein mit den Äußerungen Benninghaus’. Er verweist auch auf die Trägerstruktur des Theaters. Die Thüringer Landestheater Rudolstadt – Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt GmbH wird von einem Zweckverband getragen, dem der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sowie die Städte Rudolstadt und Saalfeld angehören. Vorsitzender des Zweckverbandes ist derzeit Marko Wolfram, der amtierende Landrat.

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Nach Menschings Darstellung hätte ein Landrat in dieser Struktur erheblichen Einfluss. „Da hat der Landrat 50 Prozent der Stimmen. Das ist also schon eine Menge“, sagte er dem MDR. Auch der Aufsichtsrat sei für das Theater entscheidend: „Der Spielplan muss vom Aufsichtsrat bestätigt werden.“ Mensching erklärte zudem, die AfD habe das Theater bereits in den vergangenen Jahren im Blick gehabt. „Wir wurden in den vergangenen Jahren schon beobachtet“, sagte er. Hintergrund seien Kleine Anfragen der AfD-Landtagsfraktion zu Stücken des Rudolstädter Theaters gewesen.

Das Theater Rudolstadt wird öffentlich finanziert. Die Förderung wird vom Freistaat Thüringen und den kommunalen Trägern getragen. Eine Finanzierungsvereinbarung soll das Theater bis 2032 absichern. Mensching leitet das Haus seit der Spielzeit 2008/09. Erst 2024 wurde sein Vertrag als Intendant und Geschäftsführer bis Ende Juli 2029 verlängert.

Kritik an Menschings Ankündigung kam vom früheren CDU-Landrat Werner Thomas. Er warf dem Intendanten vor, er würde „kneifen“ und sich „unredlich verhalten“. Mensching entgegnete, er werde im Fall eines Rückzugs für eine geordnete Übergabe sorgen. Er werde seine Mitarbeiter „nicht im Regen stehen lassen“.

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122 Kommentare

  • Das soll eine Drohung sein? Eher ein Hoffnungsschimmer.

    157
    • Der Mann ist vom Theater und damit auf dem Schein-Sein Spektrum genau dort angesiedelt, wo auch die allermeisten anderen Wokisten einzuordnen sind.

      • Stimmt, sein oder nicht sein.
        Das ist hier die Frage.

        • Ich glaube auch, das es genug fähige Leute gibt die geignet sind, & sich freuen würden, mit diesem sicheren Einkommen das der ‚Ir*e‘ frei gibt, ihre eigene Familie, in eine gescheite, & sozial sichere Zukunft zu bringen . . . 😃👍

          12
      • Die vom Steuergeld leben, haben die größte Klappe und nichts dahinter!

    • Das ist Kindergarten, in der Hoffnung, dass es Menschen gibt, welche so wählen wie der Herr Intendant es gerne möchte. Solche Besetzungen sind schnell austauschbar und es wird ein neuer kommen, der das Geld braucht und der schon erwachsen ist.

    • Gauckler und Narren mucken auf.
      Unwichtig.

    • Mensching, dann verpiss dich doch.

  • Und tschüss. Reisende soll man nicht aufhalten.

    123
    • Empfehle eine Reise nach Kuba.

  • Die Parteien von „unserer Demokratie“ werden ihn sicher für seine Haltung belohnen.

    • Pjöngjang , Moskau, Peking , Ural

      • Guantanamo

        • Berlin

          0
      • WEF. Soros. Lsutetbach. Gates. Merkel.

    • denke auch, daß das der primäre Hintergrundgedanke ist..

      „Gesicht zeigen“ und Fähnchen in den (noch linken) Wind halten, lieb Kind machen, mit dem Strom schwimmen um sich , falls die AFD Machtergreifung vorerst ausbleiben sollte, weiterhin vorne an den Fördertöpfen zu bedienen .
      natürlich spielt das linke und Staatstreue Milieu der sog „Kulturschaffenden“ ne wichtige Rolle.

  • Win-win-Situation nennt man so etwas…

  • Super, dann spart man Geld!

  • Wir nehmen ihn beim Wort. Er kann auch gegangen werden

  • Wenn das kein Grund ist Herrn Benninghaus zu wählen…

    Das sind „unsere Demokraten“. Tolerant und vielfältig.

  • Gute Reise.

  • Am besten wäre, er verließe das Theater schon vor der Wahl…

  • Wo ist das Problem?

  • Und Tschüss.
    Bei uns sagt man auch „Narhallamarsch“.

  • Seit wann kann man ein Wahlergebnis durch Erpressung beeinflussen? Bin nur neugierig. ..

  • Es wird sich schnell adäquater Ersatz finden. Tschüss, gute Reise.

  • Soll er doch zurücktreten, jeder ist ersetzbar 😉

    Ja, tschüss

  • Dann soll er man seinen Hut nehmen. Andere Mütter haben auch tüchtige Söhne,

  • Mensching?
    Der DDR-Liedermacher aus der unguten an alten Zeit?
    Nun ja, soll er!

  • Ich denke der Verlust wäre zu verschmerzen.

  • Rücktritt sofort !
    🫪

  • Auf Wiedersehrn, die Neuen werden kommen.

  • erstens wer ist das
    zweitens wen kümmerts

    • Das wäre sehr wichtig. Was wäre wohl los wenn man den erst entlassen müsste, um eine, möglichst neutrale, Person auf seinen Platz zu bringen…

  • Ich bin nicht vor Ort und weiß daher nicht, ob dieser Theaterintendant im Landkreis eine bekannte und populäre Persönlichkeit ist. Wenn er das aber nicht ist, wie das wohl bei den meisten Theaterintendanten der Fall ist, dann ist seine Stellungnahme schlicht belanglos. Wer am Ende den Sieg davonträgt, der SPD- oder AfD-Kandidat, hängt von allem Möglichen ab, gewiß aber nicht von diesem seltsamen Theaterintendanten.

    • „Wenn er aber keine bekannte und populäre Persönlichkeit ist, wie das wohl bei den meisten Theaterintendanten der Fall ist, dann ist seine Stellungnahme schlicht belanglos.“ Das nennt man dann Wichtigtuer.

  • Was glaubt er, wer er ist?

  • M.M.n. nehmen sich die staatlich alimentierten so genannten Kulturschaffenden viel zu wichtig. Defunding ist bitter nötig.

  • Tschüsssss und gute Reise! Wer seine Demokratie nicht kennt, der kann gerne das Land verlassen!

  • So wird man hoffentlich Ballast los.

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