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Deutsche Bahn

Verkehrsminister Schnieder warnt: Bahn-Misere ist „demokratiegefährdend“

Verkehrsminister Schnieder hat der Deutschen Bahn einen „demokratiegefährdenden Zustand“ attestiert. Die Gefahr, dass die Bürger aufgrund der Erfahrungen im Personenverkehr mit der Bahn das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates verlören, sei hoch.

Verkehrsminister Patrick Schnieder muss die Bahn umkrempeln. (IMAGO/Rupert Oberhäuser)

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CDU-Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat die anhaltenden Probleme bei der Deutschen Bahn als politisches Risiko eingestuft. „Das geht schon in eine demokratiegefährdende Richtung“, sagte Schnieder den Zeitungen der Funke-Mediengruppe in einem Interview. Es sei „brandgefährlich, wenn immer mehr Menschen den Eindruck bekommen, dass der Staat nicht funktioniert“. Man dürfe nicht zulassen, dass die Bürger das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates verlören, so Schnieder weiter. Hintergrund der Aussagen sind erneut verschlechterte Pünktlichkeitswerte im Fernverkehr. Im vergangenen Jahr kamen lediglich 60 Prozent der Züge mit weniger als sechs Minuten Verspätung an, ein weiterer Rückgang gegenüber 2024. Schnieder gab als Ziel aus, diesen Wert bis 2029 auf 70 Prozent zu steigern.

Eine eigens eingerichtete Taskforce soll mit Maßnahmen wie sogenannten „Joker-Gleisen“ und „Flex-Abfahrten“ kurzfristig für mehr Zuverlässigkeit sorgen. Die Ergebnisse sollen Anfang 2027 überprüft werden. Weniger Züge fahren zu lassen, sei dabei ausdrücklich nicht das Ziel, betonte der Minister. Strukturelle Verbesserungen ließen sich nicht von heute auf morgen erreichen, räumte Schnieder ein. Die Sanierung der 42 Hochleistungskorridore sei bis 2036 angesetzt. „Dann haben wir die wichtigsten Strecken auf Vordermann gebracht. Aber niemand sollte der Illusion erliegen, dass man dann jahrzehntelang nichts mehr machen muss“, so Schnieder. Aus dem am Freitag veröffentlichten Bilanzbericht der Deutschen Bahn geht unterdessen hervor, dass der Konzern im vergangenen Jahr erneut Milliardenverluste verzeichnete, obwohl gleichzeitig die Zahl der Fahrgäste um 3,4 Prozent auf 1,93 Milliarden stieg.

Auch unter den Beschäftigten ist die Stimmung zunehmend schlecht: Einer unternehmensinternen Umfrage vom Oktober 2025 zufolge, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet, ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter der Deutschen Bahn (DB) ebenfalls auf einen Tiefstand gefallen. Nur noch 31 Prozent der Beschäftigten blicken optimistisch in die Zukunft – vor drei Jahren waren es noch 56 Prozent. Kaum ein Drittel der Befragten zeigt sich überzeugt von der Sanierungsstrategie „S3“ des ehemaligen Bahnchefs Richard Lutz, und lediglich 27 Prozent glauben noch an den Erfolg seiner einstigen Leitidee „Starke Schiene“.

Diese umfasste unter anderem das Ziel, die Kapazität des Schienennetzes durch Gleisausbau und Digitalisierung um 30 Prozent zu erhöhen, mehr Züge in kürzeren Takten einzusetzen sowie Milliardeninvestitionen in Netz und Fahrzeugflotte zu tätigen. Unter dieser Leitidee sollte zudem die Dekarbonisierung des Schienenverkehrs vorangetrieben werden. Bereits ab 2038 sollten alle Zugverbindungen vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden – ein Ziel, das nun auf der Kippe steht. Zudem geht aus der Umfrage hervor: Der sogenannte „Eisenbahnerstolz“ ist auf nur noch 57 Prozent gesunken – der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebungen.

Außerdem wächst unter den Beschäftigten der Wunsch nach einem grundlegenden Kurswechsel der Unternehmensführung. Rund 70 Prozent der Befragten sprechen sich für die „Notwendigkeit eines Neuanfangs“ aus. Unter den Führungskräften liegt dieser Anteil bei 83 Prozent, auf der obersten Managementebene sogar bei 95 Prozent. Dort überwiegt der Pessimismus.

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65 Kommentare

  • Den Eindruck bekommen, dass der Staat nicht funktioniert 😃😃😃

    • Ja der Brüller am frühen Morgen. 😂 Köstlich.

    • Heute ist doch jede Kritik an der Politik und den Zuständen im Land „demokratiegefährdend“
      Und Schnieder sollte mal bahnfahren, abends im Ruhrgebiet, alleine, ohne Bodyguard

    • Er funktioniert ja auch nicht, mindestens seit 50 Jahren.

    • Das ist deshalb GAR NICHT „lustig“ #TruthHurts/Atlas, weil der Staat inzwischen von linksextremen Trollen besiedelt ist.

  • Seit 50 Jahren wird bei der Bahn gepfuscht.
    Konsequenzen? Keine. Nur goldene Handschläge.

    Handlungsfähigkeit? Dass ich nicht lache.

    Die Bahn zeigt eindrucksvoll, warum jede Steuerzahlung eine zu viel ist.

    • Auch wenn ich grundsätzlich für einen schlanken Staat bin: die Bahn ist ein Infrastrukturprojekt, welches sich ganzheitlich nur durch den Staat finanzieren lässt. Das zeigt die Vergangenheit seit dem 19ten Jahrhundert bis zu den Privatisierungen in vielen Ländern ab den 1970ern.
      Das Problem ist eher, dass die Politik die Bahn nach ihren Vorstellungen umgestalten möchte und zwar jetzt mal wieder auf Profit. Das hat schon mal nicht funktioniert unter Mehdorn.
      Und es funktioniert absolut nicht, wenn die DB weiterhin förderarlistisch aufgebaut ist und Provinzkönige die Ausrichtung beeinflussen wollen.
      Der größte Vorteil des Deutschlandtickets ist nicht der Preis, sondern die freie Fahrt über Zohnengrenzen hinweg

  • „Demokratiegefährdend“ ist die Brandmauer, Genosse Schnieder!

    • Ich befürchte, ohne das Attribut „demokratiegefährdend“ gibt es kein Geld mehr aus dem Sondervermögen. Sonst käme er in der Prioritätenliste der Auszahlungen noch hinter dem NGO-Sumpf und würde gar nichts bekommen…

  • „Jedes Ansprechen“ von all den Miseren ist doch bei denen „demokratiegefährdend“.

    Denn was haben ALL diese Miseren gemeinsam??? Sie sind durch die Politiker gemacht, verschlimmert und vertuscht worden, würden manche antworten.

    PS: Bahn ist 100% Staatskonzern.
    https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Bundesvermoegen/Privatisierungs_und_Beteiligungspolitik/Beteiligungspolitik/deutsche-bahn-ag.html

    • ….nicht selten sogar VORSÄTZLICH und BÖSARTIG verursacht bzw. herbeigeführt !

  • Vor allem funktioniert die Bahn immer schlechter, seit sie eine AG geworden ist, aber weiter von der Politik geführt wird.

    Entweder ein ordentlicher Beamtenapparat, das ist dann nicht immer das modernste, aber alles funktioniert zuverlässig. oder voll privat und die Privatwirtschaft dazu noch ein bißchen deregulieren.

    Was Deutschland macht: teure Vorstände und Geschäftsführer ersetzen viel preiswertere Beamte, haben aber statt Kompetenz oft nur Parteibuch.
    Das gesamte Personal darunter leidet und der Laden läuft nicht.

    • Die AG ist nur ein Mantel. Es gibt nach wie vor keine Gewinnerzielungsabsicht in dem Laden, es sitzen nach wie vor die Beamten an den Schalthebeln und pfuschen genauso wie z.B. auf den Bauämtern rum.

  • Der Minister unterliegt dem weitverbreiteten Denkfehler, den Staat mit der Demokratie gleichzusetzen. Das Staatsversagen ist evident, aber es handelt sich nicht um ein Demokratieversagen, sondern im Gegenteil um die Außerkraftsetzung der Demokratie durch die Parteien. Das Ziel müsste denklogisch die Wiederherstellung der Demokratie sein, deren größtes Hindernis die Brandmauer ist, die die Selbstheilungskräfte der Demokratie behindert.

  • Und plötzlich redet niemand mehr über den Umstieg von Auto auf Bahn/Bus. Der schlaue Rentner hat damals zum 9 Euro Ticket gesagt: „Solange die Finanzierung jedes Jahr neu ausverhandelt wird, solange kann ich mein Auto nicht abgeben“.

    Hier vor Ort fällt die Bahn seit Jahren wegen den Umbauarbeiten aus.

    • Bahnfahren ist lebensgefährlich. Leider steht das noch immer auf keinem Ticket !

      • Bei unsere Strecken in der Region nicht mehr. Es gilt Messerverbot und die Fahrkartenkontrolleur:innen tragen Kameras an der Jacke, wobei sie bestenfalls nur noch die harmlosen Eingeborenen kontrollieren.

        • Die Harmlosen bezahlen für die nicht Harmlosen. So muss das sein, in UnsererDemokratie.

          1
    • Dein 9 € Ticket wie jedes andere staatlich verordnete Ticket wird zum großen Teil von denen finanziert die nicht mal ansatzweise eine Chance haben sowas sinnvoll nutzen zu können. Diese Steuergeldverschwendung sollte schon lange abgeschafft sein .

  • Wer hat die Bahnreform erfunden? Die Altparteien! Wer übernimmt dafür die Verantwortung? Niemand!!!

    • Reform heißt ja auch Verschlechterung und nicht Verbesserung. Versteht wieder mal keiner.

      • Das ist ja vom System so gewollt. MUSS MAN WISSEN !!!

  • Wenn nur die Bahn „demokratiegefährdend“ wäre… Ist sie aber nicht, sie ist höchstens die Spitze des Eisberges…

  • Warum schaut man nicht, wie andere Länder das erfolgreich machen und lernt davon?

    • Deutsche Politiker sind furchtbar arrogant, geradezu narzistisch, die können nicht zugeben, dass es Andere besser können

  • Wenn demnächst BlackRock die deutschen Schulden – die ihnen ihr Mitarbeiter des Jahres beschert hat – eintreibt, wird (neben der Autobahn mit ihren vielen auf Kosten des Steuerzahlers sanierten Brücken und Fahrbahnen) auch die Bahn zum Ramschpreis übereignet.
    Dann ist das Geheule doppelt so groß. Schließlich werden Jahrzehntelange Billioneninvestitionen aus Steuermitteln für ein paar mickrige Millionen hergeschenkt. Die verbalen Vorbereitungen laufen bereits, denn um eine ungeliebte Bahn trauert niemand und niemand hinterfragt den Ausverkauf.
    Griechenland lässt schonmal grüßen.

  • Nicht meine Demokratie…

    • „UnsereDemokratie“ = keine Demokratie!

  • Es klingt, als wolle die Regierung die Bahn, nachdem sie kaputt-optimiert ist, wieder verstaatlichen, um sich den Untertanen als Retter der Mobilität zu präsentieren.

  • Ich korrigiere den Satz mal:

    „Es ist „brandgefährlich für unsere Macht, wenn immer mehr Menschen wissen, dass der Staat nicht funktioniert“

  • Die Bahn ist nichts anderes als das Spiegelbild der Politik in diesem Land und zwar in allen Sachbereichen, wie Energie, Umwelt, Schule etc. Deshalb will ich Veränderung und wähle nicht mehr die Einheitsparteien. Ein Versuch ist es allemal wert!

  • Millionengehälter und Boni für schlechte Leistungen . Aberwitzige Abfindungen. Hier hat die Politik der letzten Jahrzehnte versagt. Die Bahn war wohl eher ein Verschiebebahnhof für Versorgungsposten der Parteien.

  • GEZ und Steuer eintreiben wird dafür immer funktionieren, selbst nach einem Atomschlag.

  • Seine Berater sollten ihm mal sagen, wer 100% der Aktien hält. Mit etwas Nachdenken kommt er dann vielleicht darauf, dass der entsandene „Eindruck“ durchaus richtig ist.

  • Oh weh, da ist ja allein schon das Berichten darüber „demokratiegefährdend“. Also, ab jetzt wird nicht mehr darüber berichtet, alles ist künftig „Geheime Kommando- und Staatssache“. Sonst spielt man ja „den Rechten in die Hände“.

  • Die Probleme der Bahn sind Bundes- und Hausgemacht. Nehmt der Bahn endlich die Gleise und Bahnhöfe weg. Streicht ihr die Schulden und Subventionen und erhöht massiv die Preise. Dann wird auch die Bahn endlich ein Erfolg.

  • Die Bahn abschaffen.
    9 Bahnstrecke 3 mal an der Ostgrenze, 3 x an der Westgrenze, 3 mal in der Mitte , der Rest mit Bussen .

    Vielleicht schafft die Bahn das pünktlich und Kostengünstig.
    Doch auch daran habe ich Zweifel.

    • Rekordzahlen der Fahrgastzahlen der Bahn, vor allem im Regionalverkehr sprechen dagegen

  • Die fünf größten Feinde der „Deutschen Bahn“ sind Frühling, Sommer, Herbst, Winter und die Führung….

  • Schafft die Bahn einfach ab! Das gesparte Geld können wir für den großzügigen Ausbau der Autobahnrn viel besser brauchen. Dann kann ich endlich wieder richtig schnell von A nach B kommen und habe wieder Freude am Fahren

    • Das Ziel ist aber, wir sollen gar nicht mehr fahren, weder mit einem E-Auto noch mit der Bahn. Und Freude am Fahren geht ja überhaupt nicht.
      Es gab auch mal Zeiten, da war sogar Bahnfahren angenehm, das ist schon Ewigkeiten her.

    • Hochleistungsfahrer ohne Hochleistungshirn ?

      Wenn dann ALLE auf der BAB sind, fährt es sich bekanntlich „besonders schnell“….

  • Und bitte die Schlaglochstraßen nicht vergessen. Das einzige was sie da auf die Kette kriegen ist das Aufstellen von Schildern mit dem Hinweis auf Fahrbahnschäden. Reparieren Fehlanzeige.
    Hauptsache die Fahrradwege in Peru sind im Top Zustand.

  • eine neue taskforce, alles klar😀😀😀

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