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Rottenburg-Stuttgart

Nach massiver Kritik: Bistum zieht Konsequenzen aus „Schleim-Jesus“

Die im Ersten übertragene Christmette aus Stuttgart sorgte an Heiligabend wegen einer verstörenden Krippendarstellung bundesweit für Kritik. Das Bistum Rottenburg-Stuttgart räumte verletzte religiöse Gefühle ein, bedauerte die Reaktionen und kündigte strengere Abläufe für künftige Übertragungen in Zusammenarbeit mit dem SWR an.

Von

Das schleimige Jesuskind aus der Christmette im SWR. (Screenshot via ARD)

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Die in der ARD ausgestrahlte katholische Christmette an Heiligabend hat bundesweit für Aufsehen und Kritik gesorgt. Nun hat sich das Bistum Rottenburg-Stuttgart kritisch zu der Übertragung geäußert. Hintergrund ist die bizarre und ekelerregende Darstellung der Krippe im Fernsehgottesdienst gewesen. Die Christmette war am Heiligabend live aus der Stuttgarter Kirche Sankt Maria übertragen worden.

In der Kirche St. Maria in Stuttgart sah man nicht Maria, Joseph und das Christkind, umringt von Tieren und eventuell Hirten oder den Königen aus dem Morgenland. Stattdessen präsentierten Rundfunkpfarrer Thomas Steiger und Gemeindereferentin Katharina Leser am Heiligabend ein schleimig aussehendes Etwas, das das Jesuskind darstellen sollte. Im Stroh lag ein zusammengekrümmter erwachsener Mensch, der offenbar in nasse Tücher gewickelt war. Unter den Tüchern, die vom Aussehen an eine Fruchtblase erinnern konnten, windet sich die Person. Sie zeige „einen echten Menschen“. Dieser würde „dort, elend, nackt und bloß“ liegen, erklärte der Pfarrer damals (Apollo News berichtete).

Wie die Diözese auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mitteilte, hätten die Rückmeldungen auf die Fernsehausstrahlung gezeigt, „dass religiöse Gefühle verletzt wurden“. Zugleich erklärte sie, die Verantwortlichen für Gestaltung und Übertragung des Gottesdienstes bedauerten die entstandenen Reaktionen. Es sei zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt gewesen, zentrale Glaubensinhalte herabzuwürdigen oder zu provozieren. Die inhaltliche Verantwortung für die Ausgestaltung der Christmette lag bei der katholischen Rundfunkarbeit der Kirche beim Südwestrundfunk (SWR).

Die Diözese stellte nun fest, dass die gewählte Darstellungsform bei vielen Gläubigen Irritation, Unverständnis und Ärger ausgelöst habe, insbesondere angesichts der Bedeutung des Weihnachtsfestes. Zudem kritisierte das Bistum, dass es im Ablauf des Gottesdienstes zu Abweichungen von der geltenden liturgischen Ordnung gekommen sei. Die Gestaltung sei freier ausgefallen als kirchenrechtlich vorgesehen.

Als Reaktion auf die Kritik kündigte die Diözese an, bei zukünftigen Gottesdienstübertragungen die internen Abstimmungs- und Entscheidungsprozesse verbindlicher zu gestalten. Ziel sei es, sowohl der kirchlichen Verantwortung als auch der besonderen Sensibilität öffentlich übertragener Gottesdienste besser gerecht zu werden.

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Auch der Südwestrundfunk äußerte Bedauern über die Reaktionen. Eine Sprecherin erklärte gegenüber der KNA: „Wir bedauern sehr, dass die Christmette an Heiligabend auf Missfallen gestoßen ist und Menschen sich dadurch in ihrem Glauben verletzt gefühlt haben.“ Nach Angaben des Senders seien bei der Zuschauerredaktion über ein Internetformular rund 1400 E-Mails eingegangen.

ha

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160 Kommentare

  • Statt die Reaktionen zu bedauern, sollte man lieber die eigene Tat bedauern.

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    • Wollte ich auch gerade schreiben. Danke fürs schneller denken 🙂

    • So sehen heute „Entschuldigungen“ aus: „Ich bedaure, dass Sie so blöd sind“.

  • Diese Kirche bietet mir weder Heimat, Trost noch Zuversicht und hat mit meinen christlichen Werten nichts mehr zu tun. Ich bin ausgetreten.

    204
    • Kommen Sie zu den Alt-Katholiken und schauen sie sich das an. Vielleicht ist das was für Sie.

      • Man braucht überhaupt keine Sekte, um an Jesus‘ Aussagen zu glauben und zu versuchen, nach diesen zu leben.

    • Aus diesem Club sind wir schon lange ausgetreten

    • Ich bin auch ausgetreten aus dem Verein, und zwar schon lang…

  • Immer erst schauen, wie weit man gehen kann, wenn die Empörung zu groß ist, wird zurückgerudert und dann neu angesetzt.
    So ähnlich hat es Junker auch mal verlauten lassen…

    280
    • „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter — Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ ―Jean-Claude Juncker

      https://gutezitate.com/zitat/104255 (wobei sich fragt, was an dem Zitat gut sein soll)

      120
      • Nichts ist daran gut, es offenbart aber die Handlungsweisen derer, die uns für blöd verkaufen.

        • Offenbart aber leider auch den Phlegmatismus der Betrogenen.
          Immer schön brav weiter GEZ bezahlen …

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  • „Es sei zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt gewesen, zentrale Glaubensinhalte herabzuwürdigen oder zu provozieren.“ Das ist aber geschehen!
    Genau darüber muss man VORHER nachdenken, auch Menschen fragen, die sich möglicherweise irritiert fühlen würden (gemeint sind auch alte Menschen). Auch Ethiker sind gefragt und Psychologen…
    Der Schaden, der durch diese Darstellung entstanden ist, ist nie wieder gutzumachen. In meinem Umfeld war zu hören, dass sie sich so etwas nicht mehr antun werden – nie mehr.
    Und was hat die Kirche nun erreicht?

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    • VORHER nachdenken.
      Das ist entscheidend.
      Aber ganz ehrlich, mein christliches Gewissen sagt mir doch, was geht oder nicht.
      Dazu noch ein wenig gesunder Menschenverstand.
      Und damit ist es gut.
      Da brauche ich nicht noch allerlei „Experten“.

      • Ja Lindblom, Ihr und mein christliches und vor allem menschliches Gewissen reagiert so. Aber im Zeichen von KI brauchts kein Gewissen mehr. Es wird alles vorgegeben, siehe Influencer. Man muss jung sein, aufgespritzte Lippen und lange unechte Fingernägel sowie Tattoos haben, queer, trans und strohdumm sein und schon wird einem alles geglaubt. Da hat es das Gewissen schwer…

    • Die Kirche wollte nichts erreichen, glaube ich. Die Kirche hat die Kontrolle über sich an die Regierung abgegeben und verloren. Da reißen dann Lücken auf, in denen gestörte arbeitslose Blauhaarige ihr persönliches Unglück wehrlosen braven Leuten präsentieren. („Ich bin unglücklich und Ihr seid daran schuld.“)

    • Kirchenaustritte hat sie erreicht. Und ich behaupte : Absichtlich!
      Das wird bewusst so weitergehen.

  • Nun, diese Gottesdienstparodie ist nicht (nur) ein ästhetischer Skandal, sondern vier auf einmal:
    #1: Der liturgische Skandal besteht darin, daß man um billiger Effekthascherei willen glaubte, klare gottesdienstliche Vorgaben seien – bestenfalls – Empfehlungen, die man „kreativ“ umdeuten kann.
    #2: Der mediale Skandal ist, daß man diese subjektivistische Liturgie und ihre zweifelhafte Ästhetik gerade denen medial aufgezwungen hat, die vielleicht durch Alter, Krankheit o.a. am unmittelbaren Gottesdienstbesuch gehindert waren.
    #3: Der oberhirtliche Skandal besteht darin, daß es gut drei Wochen und unzählige Protestnoten gebraucht hat, bevor die zuständige Diözese (Rottenburg) Anlaß sah, sich von dem televisifisch verbreiteten Spektakel zu distanzieren.
    #4: Der theologische Skandal aber besteht darin, daß man die Geburt des Gottmenschen Jesus zu einer rein literarischen Erfindung des Lukas dgeradiert hat – quasi ein antiker Vorläufer von Oskar Matzerath aus Grass´ Blechtrommel.

    • GOTT sei Dank war, ist und bleibt das Heil in und durch Christus laut Bibel vollkommen losgelöst von jeglicher „Kirche“, sonst müsste man verzweifeln …

      • @Markus Bauer
        Ich glaube nicht, daß die Kirche ausschließlich aus Menschen besteht, „die Jesus Christus als ihren HERRN und Heiland angenommen haben und IHM unter allen Umständen gehorchen wollen.“
        Dann wäre sie ziemlich leer und eine Sündenvergebung wäre überflüssig. Ich persönlich halte mich für gigantisch viel sündhafter, als z.b. jenen Petrus, den sich der Herr als Fundament für seine Kirche ausgesucht hat. Und nach Ihrer Definition wäre ja nicht einmal dieser in der Kirche, der Jesus ja dreimal verraten und verleugnet hat.

        In einem Gespräch mit einem sehr progressiven und kirchenfeindlichen Journalisten hatte die Hl. Mutter Theresa einmal geantwortet, nachdem der Journalist die ganze Litanei der übelsten Verfehlungen der Kirchenmitglieder vorgeworfen hatte: „Wissen Sie, so eine Kirche ist genau die richtige für mich, da gibt es auch für arme Sünder wie mich einen Platz!“
        Aber nichts desto trotz kann und muss ich leider Ihrem letzten Absatz völlig zustimmen!

      • Da liegen Sie halt leider komplett falsch.

        Mt 16,18: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“

        Für Interessierte detaillierteres Wissen anschaulich zusammen gefasst:
        https://katholisches.info/2025/08/21/den-papst-gibt-es-in-der-bibel-nicht/#sdfootnote1anc

        • Kirche ist überall da, wo Menschen sich im Nahmen Christi versammeln um Gott die Ehre zu geben.

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        • Markus Bauer,… ich kann dem nur zustimmen.

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        • @Gina F.
          Sie haben ganz Recht, daß Jesus mitten unter ihnen ist. Das eine schließt das andere aber nicht aus. Schon der Hl. Augustinus, den die katholische Kirche zum Kirchenlehrer erhoben hat, sagte, daß viele (in der katholischen Kirche) drin sind, die draußen sind und viele draußen sind, die drin sind. Dabei schloss er auch keine Würdenträger aus. Aber weder Unfähigkeit noch Verdorbenheit oder Bosheit der Kirchenmitglieder (egal ob Laie oder Würdenträger) legitimieren oder delegitimieren die Institution Kirche, sondern ihr Stifter.

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        • Ob ich mich nochmal zu Wort melden darf?

          Es liegt mir fern, die Existenz der Kirche anzuzweifeln. Nach meiner Kenntnis jedoch besteht sie sowohl aus- als auch einschliesslich aus den Menschen, die Jesus Christus als ihren HERRN und Heiland angenommen haben und IHM unter allen Umständen gehorchen wollen.

          Und da sieht es innerhalb benamster „Kirchen“ und ihrer Strukturen doch recht mau aus, nicht?
          Oder ist es nicht so, dass sich jede „Denomination“ ihren eigenen „Christus“ bastelt und dann – wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand – behauptet, den „einzig wahren Jesus“ zu haben?

          Der Jesus, den ich kenne, fordert mich alltäglich zur Entscheidung auf: „Wer nicht für MICH ist, ist gegen MICH.“
          Und das hat für mich Konsequenzen, die ich bei den zeitgeist-angepassten, sich den jeweiligen Machtströmungen in der Welt anbiedernden „Kirchen“ schmerzlich vermisse …

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        • Liebe Verwandte,
          ja, es ist ziemlich schwierig, mit wenigen Worten dieses komplexe Thema zu besprechen.
          Ich sage es einfach ganz ehrlich.
          Was mich an der katholischen Kirche wirklich schockiert, ist, wie klein sie ihre Mitglieder hält.
          Sie kommen mir oft vor wie Babys im Geistlichen.
          Sie werden nicht ermutigt, selbst im Glauben zu wachsen, selbst in der Erkenntnis zu reifen und erwachsene und mündige Christen zu werden.

          Stattdessen werden sie dauerhaft eingeschüchtert und klein gehalten, um sie so nur ganz fest an ihre Kirche zu binden.

          Da gibt es dieses riesige selbstgebastelte Schnickschnack-Wolkenkuckuckskeim aus allen möglichen und völlig unüberschaubaren Traditionen, selbsternannte Heilige, eine völlig überhöhte Maria, nicht biblisch fundiert.
          Aber Jesus, den Lebendigen, unseren Herrn, man erkennt ihn kaum!
          Und viele wissen gar nicht, was das Evangelium ist.

          Bitte verzeihen Sie mir, ich möchte Sie nicht persönlich verletzen,… aber ja, das macht mich manchmal zornig.

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        • Liebe Verwandte….
          „Aber weder Unfähigkeit noch Verdorbenheit oder Bosheit der Kirchenmitglieder (egal ob Laie oder Würdenträger) legitimieren oder delegitimieren die Institution Kirche, sondern ihr Stifter.“

          Das ist richtig!
          Und dieser Stifter nennt seine ‚Kirche‘ seine Braut, er nennt sie seinen Leib mit all den einzelnen Gliedern und ihren verschiedenen Funktionen, er ist ihr Haupt…
          er nennt sie die Gemeinschaft der Heiligen, derer, die am Herzen beschnitten sind…
          ja, Petrus war einer der allerersten und er bekam eine Leit-Funktion übertragen.

          Jesus nannte sie aber nicht – und meinte es auch niemals so – eine institutionelle katholische Kirche.
          (lesen Sie, wie mit den Gemeinden verfahren werden wir, die vom Weg abgewichen sind…)
          Den besagten Vers hat sich die kK, ja man kann es sagen, ‚räuberisch‘ angeeignet.
          Unzählige andere biblische Aussagen blendet sie hingegen völlig aus.

          Ja, nur der Stifter entscheidet, völlig souverän, und jeder wird es eines Tages sehen können.

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        • @Gina F.
          Sie behaupten, interpretieren und unterstellen leider sehr pauschal und unbelegt:

          „Jesus nannte sie aber nicht – und meinte es auch niemals so – eine institutionelle katholische Kirche.“
          „Den besagten Vers hat sich die kK, ja man kann es sagen, ‚räuberisch‘ angeeignet.
          Unzählige andere biblische Aussagen blendet sie hingegen völlig aus.“
          „Die katholische Kirche hat den von Ihnen (liebe Verwandte) zitierten Vers aus dem Markus-Evangelium aus Machterhaltsgründen schon immer sehr gerne nur für sich okkupiert.“
          „Es verblüfft tatsächlich immer wieder, wie massiv er Katholiken nach wie vor eingehämmert wird.“

          Leider ist es im hier gegebenen Rahmen kaum möglich, adäquat auf solche plakativen und unbelegten Anwürfe zu antworten. Daher belasse ich es an dieser Stelle mit meinem Hinweis auf o.g. Link und wünsche Ihnen alles Gute. Vielleicht hilft ihnen aber auch G.K.Chesterton mit seinem Buch „Orthodoxie: Eine Handreichung für die Ungläubigen“ die r.k. Kirche etwas weniger zu hassen?

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        • Aber Jesus ist das Haupt seiner Gemeinde…
          und Michael Lankau sagt es schon ganz richtig,…. denn wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, da ist er mitten unter ihnen…

          Die katholische Kirche hat den von Ihnen (liebe Verwandte) zitierten Vers aus dem Markus-Evangelium aus Machterhaltsgründen schon immer sehr gerne nur für sich okkupiert.

          Es verblüfft tatsächlich immer wieder, wie massiv er Katholiken nach wie vor eingehämmert wird.

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        • @Michael Lankau:
          Das mag die Definition sein, mit der Sie persönlich zufrieden sein mögen. Nur stimmt sie mit den Worten Jesu halt nur bedingt überein. Für eine „Kirche light“, in der sich jeder ganz unverbindlich das Menü nach seinem Geschmack zusammenstellen kann, ist Ihr Ansatz aber durchaus pragmatisch und hat seine Berechtigung, eine Kirche im Namen Michael Lankau, aber nicht im Namen Jesu Christi, der nunmal was anderes gesagt hat.

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        • Ganz sicher hat Jesus mit „meine Kirche“ nicht die pädophile, mörderische, ausgrenzende, skrupellose, machtbesessene, tyrannische katholische Organisation gemeint!

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        • Für mich sieht es schon nach Überwältigung aus! Aber was haben wir davon, wenn Christus und seine Kirche tot sind und Allah übernimmt…?

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    • Man kann das alles auch eine Nummer kleiner sehen.

      Liturgie ist kein Museumsstück. Es gibt zwar klare Vorgaben, aber auch Spielräume für Auslegung, Symbolik und zeitgemäße Vermittlung. Nicht alles, was ungewohnt ist, ist gleich ein Regelbruch.

      Ein Fernsehgottesdienst zwingt niemanden zu irgendetwas. Er ist ein Angebot, gerade für Menschen, die sonst gar keinen Zugang hätten. Wer abschaltet, hat das gute alte Fernbedienungsrecht.

      Dass ein Bistum nicht sofort reflexhaft im Twitter-Takt reagiert, sondern erst prüft, ist eher ein Zeichen von Sorgfalt als von Führungsschwäche.

      Theologisch schließlich: Lukas als Erzähler ernst zu nehmen, heißt nicht, die Geburt Jesu zur „Erfindung“ zu erklären. Dass Evangelien Glaubenszeugnisse sind und keine modernen Reportagen, gehört zum kleinen Einmaleins der Theologie.

      Viel Empörung, wenig Gelassenheit. Und manches Problem entsteht erst im Auge des Betrachters.

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      • Werter @Atlas, hier muss ich an zwei Punkten widersprechen:

        In der Christmette das Gloria auszulassen (an welchen Tag wäre es mehr berechtigt?), ist ein drastischer Verstoß gegen das Messbuch. Von der Mitwirkung einer Dame, die nur knapp an der Konzelebration vorbeigeschrammt ist, mag ich gar nicht reden.

        Was das theologische anbelangt, hat, soweit ich weiß, der Zelebrant die Inkarnation tatsächlich zur Kopfgeburt des Lukas erklärt; da wird historisch-kritische Bibelauslegung zu einer grotesken Karikatur. Würden Historiker dieselben Maßstäbe an ihre Texte anlegen wie ‚liberale‘ Theologen, müsste die Insolvenz des Faches mangels Masse abgelehnt werden.

        Wie eine seriöse Auslegung der Weihnachtsgeschichte intellektuell ansprechend und zugleich glaubensfest gelingt, hat Benedikt XIV. im Prolog zu seiner Jesus-Trilogie vorgeführt. Daraus zu schöpfen, wäre in der Tat besser gewesen.

        Ich habe aber nicht den Eindruck, dass diese Dinge wirklich alle interessieren, die hier herumschreien.

        • @Waldschradt, herumschreien? Ei das wurde im TV ausgestrahlt, man musste nicht in die Kirche gehen. Das macht es öffentlich und jeder kann hier herumschreien, wie er lustig ist. Die Christmette scheint ja auch in mehrerer Hinsicht nicht den RICHTIGEN TON getroffen zu haben.

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        • „… mehr Gelassenheit“
          Bis zu welchem Punkt soll die gehen?
          Nicht jeder nimmt Opiate ein.

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        • Ich verstehe die Irritation, aber ein bisschen Maßhalten schadet nicht. Dass liturgische Vorgaben wichtig sind, bestreitet niemand. Zugleich lebt Liturgie davon, dass sie gefeiert und verstanden wird, nicht nur korrekt „abgewickelt“. Ob ein einzelnes Element pastoral klug war oder nicht, rechtfertigt noch keinen Alarmismus.

          Auch theologisch: Historisch-kritische Auslegung heißt nicht Beliebigkeit, sondern ernsthaftes Nachdenken über Text, Gattung und Aussageabsicht. Dass dabei unglückliche Formulierungen fallen können, ist möglich. Daraus gleich eine Glaubenspreisgabe zu machen, greift zu kurz.

          Benedikts Zugang ist inspirierend, aber nicht der einzige legitime. Vielleicht täte der Debatte etwas mehr Gelassenheit gut. Dann ließen sich echte Probleme auch klarer benennen.

          Trotzdem: Danke für den erfrischend zivilisierten und sachlichen Widerspruch. Das kenne ich hier gar nicht …

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      • Atlas–gerade für Menschen, die nur die Sendung anschauen können(alt, krank etc.) ist dies ein schutzwürdiger Bereich. Bevor ich solch einen schwachsinnig verstörenden Dreck in und durch den TV/MSM jage, habe ich als seelsorgende Einrichtung die PFLICHT genau zu prüfen was da geschieht.
        Wenn dies trotzdem oder gerade deshalb geschehen ist und dennoch gesendet, war es Vorsatz und bewusst gegen die Gläubigen gerichtet.
        Hat der Vorsitzende Dr.Bätzing schon Stellung genommen?

        • @Junge Unfreiheit 13.01.2026 um 13:20 Uhr

          Kunstfreiheit hat meiner Meinung nach, nichts in einem Gotteshaus zu suchen.

          Außerdem ekelt mich dieser widerliche Gratismus von Pseudo-Künstlern an.

          Wenn es um das Christentum geht, dann ist alles erlaubt.

          Für den Islam gelten andere Rechte.

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        • @Waldschrat
          Ich muss sie leider enttäuschen : Falls von Rom aus durchgegriffen werden würde, so läge dies nicht am Amt des Papstes als oberster Hüter der Christen, sondern daran, dass der neue Papst Amerikaner ist, wobei es natürlich noch darauf ankommt, was für einer.
          Alles ist politisch zu betrachten.

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        • „Hat der Vorsitzende Dr.Bätzing schon Stellung genommen?“
          Das ist irrelevant. Der ‚Chef‘ vom Bischof Krämer sitzt in Rom, nicht in Limburg. Grundsätzlich haben Sie recht.

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      • eben, und ausserdem herrscht hier Kunstfreiheit.
        Die hier am lautesten schreien, beschweren sich auch am lautesten über Cancel Culture.

      • „Eine Nummer kleiner sehen “ ? Auch die halbnackte Tänzerin an der Stange( in welcher Kirche war das noch mal ?), oder die toten Hähnchen mit den Windeln mit denen halbnackte Männern getanzt haben ? Es gibt Grenzen für Unverschämmtheit, Hohn und Blasphemie. Leider wurden sie schon längst überschritten.

      • @Atlas:
        Sie sagen:
        „Er ist ein Angebot, gerade für Menschen, die sonst gar keinen Zugang hätten“

        Ich sage:
        Menschen, die erst durch eine solche Pervertierung Zugang zum Glauben erhalten, braucht es nicht im christlichen Glauben.
        Die Kirche braucht diese Menschen offensichtlich…

  • Noch schlimmer finde ich eigentlich die völlig falsche Darstellung der Situation Marias in der Messe.

  • Ich habe mich gefragt, was sie genau bedauern. Ihr schreibt „bedauert die Reaktionen“ nicht als Zitat.
    So oder so, neuerdings fehlt es der Kirche nicht nur an theologischer Tiefe, sondern ganz allgemein an Sensibilität. Sie haben kein Ohr beim Volk mehr.

    • Die bedauern, angeblich, die Gefühle anderer verletzt zu haben.
      Sie bedauern dagegen nicht, eine völlig unangemessene Performance am Thema vorbei präsentiert zu haben.
      Ergo bedauern sie, dass mit den Gefühlen der Anderen etwas nicht in Ordnung sei.
      Ergo können sie nichts dafür.

      • Genau! Das hat weniger mit Hochamt, als mit Hochmut zu tun.

  • Das kommt dabei raus, wenn die einfache christliche Botschaft nicht mehr genügt.

  • Diese Vorstellung mit diesem schleimigen Etwas ist Plasphemie in meinen Augen. Nach der christlichen Geschichte war Jesus bereits geboren, als sie im „Stall“ übernachten durften. Diese kath. Kirche hat ausgedient. Nehmt die Kirchen und baut sie als Flüchtlingsheime aus. Finanziert von der kath. Kirche. Schließlich bekommt sie genügend vom Staat Steuern.

  • Für mich läuft das unter Kunst und sollte in diesem Rahmen für Menschen veranstaltet werden, die wissen, was auf sie zukommt. Aber als Christ möchte ich an Heilig Abend einfach die Geburt Jesu FEIERN und nicht solchen Provokationen ausgesetzt sein.

  • Bedauern … Entschuldigen … Kennen wir doch alles. Weil dies immer im Nachhinein erfolgt. Wenn die Meinung schon kundgetan wurde.

  • Noch besser wäre, wenn die 1.400 Beschwerdeführer nicht nur ein Internetformular, sondern auch ein Kirchenaustrittsformular ausfüllen würden.
    Abstimmen mit den Füßen ist immer noch das Wirksamste.

    • Nun, die ganze römisch-katholische Kirche droht tatsächlich als Konstrukt nicht nur der Unterwanderung (was ja schon vor langer Zeit passiert ist), sondern der Einnahme und der vollständigen Ersetzung (inkl. Nutzung der Kathedralen, Dome, Kirchen und Klöster) durch einen neuen Kult (ähnl. während der franz. Revolution). Daran arbeiten die Sozialisten. Robert Hugh Benson beschrieb es in seinem Buch, auch Malachi Martin erzählte und schrieb als Insider vom Innern der Macht. Denn dieses weltweite Konstrukt mit all der Organisation und Logistik gibt es in der Form, was eine Religion angeht, nicht. Sowas haben die Sozialisten nicht geschafft und sonst auch niemand. Und sie wünschen sich vor Allem auch einen spirituellen Zusammenhalt, der die Welt „ummantelt“, siehe Steven Rockefeller in einem Video. Dafür ist dieses Klima-Thema als universelles die Trägerschicht für ihre kommenden Eine-Welt-Religion.

  • Ich halte es für eine Anbiederung an Politik und an den Zeitgeist. Den Linken insbesondere. Als Inszenierung im modernen Theater hätte man das vielleicht erwartet. Und es als geschmacklos empfunden. Aber im GD wo Kinder anwesend sind und irritiert werden, sollte man das lassen. Weihnachten ist Ruhepol Zeit zum innehalten in einer ruhelosen hysterischen Zeit. Zeit für seine Lieben. Weihnachten ist Tradition und ist etwas besonderes. Es sollte und darf nicht dem Zeitgeist geopfert werden, darauf sollten wir als Christen egal welcher Konfession bestehen.

  • Wo blieb da die neuerdings so beliebte „Trigger-Warnung“ ?

  • Hat keiner von den Glâubigen, die die Messe besucht haben, Anzeige wegen Blasphemie erstattet ? Die Staatsanwaltschaft müsste dann prüfen, ob gegen § 166 StGB (sog. Blasphemieparagraf) verstoßen wurde.

  • Man bedauert, mit dieser Chaos-Performance die „Gefühle“ anderer verletzt zu haben.
    Das bedeutet logischerweise, man ist der Ansicht, dass mit jenen „Gefühlen“ oder diesen „Anderen“ etwas nicht stimmt.
    So wie bei Loriot: „Meinst Du, mit meinen Gefühlen ist etwas nicht in Ordnung??“
    Gut, dass die Diözese das von ganz oben herab zu klären in der Lage war.

  • Was ist in Deutschland nur los? Mit Verstand oder Pietät hat so etwas nichts mehr zu tun. Das ist völlig verrückt. Gott möge denen helfen, ob er dies schaffen kann muss bezweifelt werden.

  • „elend, nackt und bloß“. Umschreibt ziemlich gut den aktuellen Zustand der Kirche in Deutschland.

  • Heinrich Kramer hatte für solche Vorfälle ein gutes Gesetzesbuch geschrieben…

  • Man stelle sich vor,…
    jemand meint es besonders gut mit einem und überreicht ein überaus kostbares Geschenk.

    Man nimmt das Geschenk entgegen, dreht und wendet es ein wenig, wiegt es vielleicht in den Händen… aber… man öffnet es gar nicht.
    Man sieht einfach nicht hinein.
    Und kann deshalb weder die Schönheit des Geschenks sehen, noch den unermesslichen Wert und den großen Nutzen darin erkennen.

    Besonders traurig… weil man gar nicht recht weiß, was mit dem Geschenk anzufangen ist, freut man sich nicht wirklich darüber.

    Aber immerhin, schließlich hat man doch ein Geschenk erhalten.
    Also begutachtet man es dennoch eifrig von außen.
    Betrachtet und bespricht mit anderen die Verpackung in allen Facetten, tut dies lange, ausgiebig und immer wieder… und erklärt dabei tapfer, wie wichtig einem dieses Geschenk doch geworden ist.

    … im aktuellen Fall scheint die Verpackung zugegebenermaßen etwas hässlich geraten zu sein…

  • Kirche verhält sich zu Religion wie Politik zu Problemlösung. Aber wer sich metaphysische Prinzipien sowieso nur als autoritäre Personen vorstellen kann und das Einweihungsmysterium unseres Kulturkreises für ein Geschichtsbuch hält, hat sowieso noch ganz andere Probleme.

    Die Kirchen waren immer die Huren der weltlichen Macht, und daran wird sich in absehbarer Zeit auch nichts ändern.

  • Schon seltsam, dass in Deutschland Gotteslästerung einfach so hingenommen wird !
    Ich erinnere nur an den weltweiten Aufschrei bei der Koran-Verbrennung….

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    • Diese Gotteslästerung wird ja von den Kirchen selbst fabriziert.
      Es ist schon faszininierend, wie diese Kirche sich selbst auslöscht und damit unsere Traditionen.

    • Könnte evtl. damit zusammenhängen, daß Angehörige zivilisierter Kulturen nicht überall, wohin sie einen Fuß setzen, nur Gewalt und Terror anzetteln.

      Karl Poppers Toleranzparadoxon mal wieder.

    • Die Geburt Jesu stellte ich mir bisher anders vor. Nicht einen erwachsenen, nackten Mann im Gebärmutterschleim… die arme Frau, die so etwas rauspressen musste. Was soll so eine Abstraktion mit Glauben an Gott zu tun haben? Ich halte mich lieber an das Stroh in der Krippe…

    • Diese „Kirche“ lästert Gott seit Anbeginn. Sie stellt sich selbst als Gott dar (Stellvertreter Gottes auf Erden) um genau das Gegenteil zu tun, was Gott ist: Barmherzigkeit, Vergebung, Gerechtigkeit, Demut, Liebe und Aufnahme aller Menschen, die Gott als Hoffnung sehen.
      „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“ (Von der hexenverbrennung und Kreuzzüge bis zur Anbiederung und kollaboration mit totalitärer Politik und Corona Verbrechen)

    • Könnte evtl. damit zusammenhängen, daß Angehörige zivilisierter Kulturen nicht überall, wohin sie einen Fuß setzen, „Ungläubige“ massakrieren.

      Karl Poppers Toleranzparadoxon mal wieder.

  • „Es sei zu keinem Zeitpunkt beabsichtigt gewesen, zentrale Glaubensinhalte herabzuwürdigen oder zu provozieren.“

    Soll man das glauben?
    Nein, eigentlich nicht!

  • Tja, es wird sicherlich keiner der „Übeltäter“ entlassen.

    • Sind Das nicht Beamte? (Oder gleichwertiger Status …)

  • Meine religiösen Gefühle können nicht verletzt werden, weil ich keine religiösen Gefühle habe. Ich frage mich nur, warum die für eine solche Aktion Verantwortlichen glauben, mit Provokationen dieser Art auch nur einen einzigen Noch-Gläubigen bei der Stange halten oder gar einen Neu-Gläubigen hinzu gewinnen zu können.
    Ist im Messwein vielleicht noch etwas anderes drin als 10 bis 12 Prozent Alkohol? Anders kann ich mir diesen ganzen Irrsinn langsam nicht mehr erklären.

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