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Ex-Bundestagspräsident

Norbert Lammert spricht sich gegen AfD-Verbotsverfahren aus

Ex-Bundestagspräsident Norbert Lammert lehnt ein AfD-Verbotsverfahren ab. Die Hoffnung, ein solcher Schritt würde die Unterstützung für die Partei nachhaltig beenden, hält er für unrealistisch.

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Norbert Lammert, ehemaliger Präsident des Deutschen Bundestages und Ehrenvorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. (IMAGO/Rainer Unkel)

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Der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat sich gegen ein Verbotsverfahren gegen die AfD ausgesprochen. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk sagte der CDU-Politiker, er halte vor allem die Hoffnungen, die viele mit einem solchen Schritt verbanden, für unrealistisch. „Nein, ich teile insbesondere die Erwartungen nicht, die viele ganz offenkundig mit einem solchen Verfahren verbinden“, sagte Lammert.

Juristisch hält er ein entsprechendes Urteil zwar nicht für ausgeschlossen. „Dass also nach sorgfältiger Prüfung der dafür zusammengestellten Unterlagen das Bundesverfassungsgericht zu dem Ergebnis kommen könnte, […] dass die Partei […] gegen Prinzipien unserer Verfassungsordnung verstößt, das halte ich schon für eher wahrscheinlich“, sagte Lammert. Zugleich erklärte er: „Aber dass die politische Wirkung eines solchen Verbotes zu einer Lösung der Probleme beitrüge, davon bin ich nicht überzeugt. Und weiter: „Die Erwartung, dass ein beachtlicher Teil der Wählerinnen und Wähler […] dann reumütig zu Parteien der demokratischen Mitte zurückkehren würden, halte ich für eine treuherzige Erwartung.“

Mit Blick auf die Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern im kommenden Jahr verwies Lammert darauf, dass die AfD in mehreren ostdeutschen Bundesländern zwar hohe Zustimmungswerte habe, zugleich aber große Mehrheiten eine Regierungsbeteiligung ablehnten. Es gebe nicht nur einen stabil hohen Wähleranteil zugunsten der AfD, sondern zugleich einen noch größeren Anteil, der Regierungsverantwortung der Partei eindeutig ausschließe.

In der Debatte über mögliche Koalitionen, einschließlich möglicher Konstellationen zwischen CDU und Linkspartei, plädierte Lammert für Zurückhaltung. „Koalitionen werden nicht auf der Basis von Umfragewerten gebildet, sondern aufgrund von Wahlergebnissen“, sagte er. Über mögliche „Neuorientierungen“ könne man erst sprechen, „wenn die Situation entstanden ist“.

Norbert Lammert war von 2005 bis 2017 Präsident des Deutschen Bundestages. Zuvor gehörte er seit 1980 dem Parlament an. Seit Ende 2018 steht er an der Spitze der Konrad-Adenauer-Stiftung. Im September 2025 kündigte Lammert an, bei den Vorstandswahlen im Dezember 2025 nicht erneut anzutreten; die Mitgliederversammlung wählte ihn anschließend zum Ehrenvorsitzenden. Seine Nachfolgerin an der Spitze der Stiftung wird Annegret Kramp-Karrenbauer, die das Amt Anfang 2026 übernimmt.

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59 Kommentare

  • Komisch, kaum sind sie Ex, bekommen sie die Zähne auseinander.

    • Leider nicht alle – Man denke hier nur an unsere Ex-Kanzlerin.

      • Die bekommt dafür Medallien umgehängt.

        • Das heißt: letztes Jahr war mehr Lametta!

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    • Aber nicht zufriedenstellend. Auch bewertet nur von der taktischen Seite, ob ein Verbotsverfahren erfolgreich und nützlich sein könnte. Mit demokratischer Tugend hat das nichts zu tun.

    • Wenn man sich der Existenz der Dystopie gewahr wird, wird einem auch klar, dass das Y eigentlich ein Vokal ist, der nie als solcher aufgezählt wird. Woran die Rechtschreibreform)en( vorüberging)innen(, ist nicht nur anhand Wach-Older exemplarisch. #hhh #Genaivre #Senf

  • Nur weil das Unterfangen aussichtslos erscheint ist er dagegen und nicht weil er es für undemokratisch hält, wenn die Regierung die Opposition zu verbieten versucht. Habe ich das so in etwa richtig verstanden?

    • Klingt für mich auch so als ob der mit dem verbieten kein Problem hat, nur mit den Ergebnis dass daraus realistischerweise folgt schon, den er sagt ja das dadurch die Menschen kaum reumütig zu CDU und SPD zurückkehren werden.

    • Lammert möchte noch gerne in die USA fliegen und seine Kreditkarten behalten.

  • Verbot weswegen?

    Für Deko-Adler? Weil man eine andere Position beim Einbürgerungsgesetz hat (wofür eine einfache Mehrheit reicht)?

    Es ist doch absolut lächerlich.

    In jedem Rechtsstaat wäre ein Verbotsverfahren nicht einmal eine Diskussion wert. Fragen sie bei JD Vance nach wenn sie mir nicht glauben.

  • UNVERGESSEN
    Er war nicht nur ein hervorragender Schriftsteller, sondern auch Fernsehmoderator, Filmproduzent, Literaturwissenschaftler, Essayist und Publizist.
    Ein Jahr lang hat sich Willemsen als Zuhörer auf die Besuchertribüne im Deutschen Bundestag gesetzt und die kleinen Szenen an Nebenschauplätzen, die Debatten und Feierstunden, Situationen der Rührung, der Freude, des Schreckens und des Protests aber auch Situationen, die nicht von den Kameras erfasst wurden, beobachtet und protokolliert.
    Roger Willemsen – Das Hohe Haus
    Szenische Lesung
    https://www.youtube.com/watch?v=bW8rbQRYjXY

  • Bestimmt nicht aus Einsicht sondern aus der Erkenntnis, das ein Verbotsverfahren völlig aussichtslos wäre.

    • Nein, damit die konservativem Bürger weiter hoffen… so bekommen sie nämlich nie die Regierung zum sparen

  • Auf diese linke Bazille kann man verzichten

  • Norbert Lammert wäre in jedem Fall auch ein würdigerer Bundespräsident geworden. Ich bedaure es bis heute, dass er es nicht geworden ist.

  • Nun, immerhin hält Lammert „vor allem die Hoffnungen, die viele mit einem solchen Schritt verbanden, für unrealistisch“.

    „Gott schenkte dem Menschen die Hoffnung, aber er gab ihr eine Schwester zur Seite: Die Erinnerung.“ (Michelangelo B.)

  • Mir ist nicht ganz klar, mit welchen stichhaltigen Argumenten ein Verbot durchgesetzt werden soll. Die gesammelten Zitate dürften da nicht ausreichen und ob der Mann im Weißen Haus, ein an den Haaren herbei gezogenes, politisch motiviertes Urteil einfach so hin nimmt, muß man dann mal sehen.

  • Oh danke, danke, ich bin ja so dankbar.

  • Erst wenn sie im Ruhstand sind und ihre Schäfchen beisammen haben, sagen viele ihre Meinung. Trotzdem vielen Dank an Herrn Lammert, dass er wenigstens jetzt seine Meinung äussert, was er sich unter Merkel nie traute und die üblichen Phrasen von sich gab. Guten Rutsch!

  • Es ist gut, dass Lammert sich gegen ein Verbotsverfahren ausspricht. Im Übrigen muss die AfD Koalitionspartner finden. Alice Weidel sollte mit Darwin Dante (Pseudonym) zusammenarbeiten. Nötig ist ein Kapitalzinsverbot.
    https://jlt343.wordpress.com

    -10
  • „Aber dass die politische Wirkung eines solchen Verbotes zu einer Lösung der Probleme beitrüge, davon bin ich nicht überzeugt. – Er ist ja ein ganz Schlauer! Und wer soll denn bitte die demokratische Mitte sein?!

  • Wer schließt wen von der Regierungsbeteiligung aus? Demokraten nicht und der Wähler auch nicht. Deshalb würde ein Verbotsverfahren nicht viel nützen… man könnte schon jetzt eine Ersatzpartei gründen… BSW hat gezeigt, wie schnell das geht. Und im Bedarfsfall treten der „neuen“ Partei sehr viele Mitglieder bei. Parteitag, Satzung, Vorstand usw. längst vorbereitet und geht super schnell..,, Sorry, war szenarisches Denken … oder einfach Spinnerei..

  • Ein Verbot der AfD wäre rechtsstaatlich eine Katastrophe, da komplett undemokratisch. Darum haben die USA auch etwas dagegen und werden alle verfügbaren Hebel bedienen, um diese Partei zu schützen.

  • Kein einziger demokratischer Rechtsstaat verbietet eine demokratisch gewählte Partei. Das gibt es nur in China und Nordkorea. Die haben aber auch #unsereDemokratie!

  • Regt euch nicht auf…ein AFD Verbot wird es nicht geben…ja sie werfen noch mit Dreck aber das ist schon alles….auf ein 2026 mit Zuversicht..👍🤯

    • Ne, also Corona über drei Jahre führt auch zu Weiterem.

  • Guter Mann

  • Die haben sich doch was Neues einfallen lassen.
    Einsperren und das Wahlrecht entziehen.

  • Die ganze Verbots-Diskussion ist Zeitverschwendung und volkswirtschaftlich gesehen Stillstandpolitik verzweifelter und überforderter Eliten!
    Sie haben sich offenbar unrettbar in ihren eigenen „geronnenen & kristallisierten politischen Abfallprodukten & Ideologien“ verfangen! Sie haben keinen Plan! Keine Vision! Keine Auswege!

    Die Generation PARTEIENSTAAT, APPARATSCHIK, KADERIDEOLOGE und LISTENKANDIDAT muss „de-elected“ werden!

    Kluge & bodenständig geerdete Wahlvorschläge sind immer noch in allen Parteien zu finden! Einzelkandidaten, Kleinparteien, Wählerinitiativen, Zufalls-Kreuze – alles ist besser, als die heutigen ABSTURZ- & STILLSTANDS-POLITIKER noch einmal zu wählen!

    Auswahlkriterium in der KI-Ära: Publizieren statt Posieren!

    Jede Person ist gut wählbar, die in der Lage ist, als AUTOR/IN inhaltlich Geltung, Leser und Reputation als Führungsperson zu erringen!

    • „… Zeitverschwendung und volkswirtschaftlich gesehen Stillstandpolitik verzweifelter und überforderter Eliten!“ Genau, man hat wieder ein zufälligen auf die Bühne geschubst und ihn beauftragt, einen beliebigen Satz mit ‚AfD‘ zu sagen. Um ein Thema in der Öffentlichkeit zu halten. Wichtiger und ergiebiger wäre, sich an seine ‚Dr.‘-Arbeit zu erinnern, die vor Abschreibungen und ‚Zitierfehlern‘ nur so wimmelt.

  • Auch nur die Möglichkeit zu erwähnen, ist höchst undemokratisch. Das Verbot selber wäre zweifellos eine schwerwiegende kriminelle Handlung!

  • Es ist doch so, sie brauchen die AFD. Den die bindet viele rechts konservative Wähler, die linke Politik ablehnen und an der verdienen ja SPD und Unions Politiker soviel Geld. So kann man praktisch immer die Bürger, die mehr Demokratie fordern, aufs Abstellgleis befördern.
    Würde die AFD verboten oder eine AFD Landesregierung scheitern, würden die Wähler diese Hoffnung aufgeben und stattdessen aus Verzweiflung anders gegen die Politik vorgehen. Davor haben sie jetzt mehr Angst als vor der AFD.

  • Nobbi? Hatte der nicht mal gesagt: „Die Ränte ist sischer“ …. ach nee, das war ja ein anderer, aber der ist genauso unglaubwürdig.

  • Ein Verbotsverfahren wäre ein Segen- für die AfD! Genau deshalb wird es keines geben. Es ist unter Propagandagesichtspunkten sehr viel nützlicher , möglichst lange mit Dreck zu werfen und zu behaupten, ein solches Verfahren könne nur ein Verbot, nicht aber einen Freispruch zur Folge haben. Genau das macht Lammert hier.

  • Ich dachte es ist Silvester stattdessen kommen heute ständig abgehalfterte „Politiker“ zu Wort.

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