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Rücktrittsforderungen

Sánchez unter Druck: Korruptionsaffären, MeToo-Vorwürfe und Wahlpleite stürzen Spaniens Regierung in die Krise

Korruptions- und Belästigungsvorwürfe erschüttern Spaniens Sozialisten – nach der Wahlschlappe in der Sozialistenhochburg Extremadura wächst auch parteiintern der Druck auf Premierminister Sánchez.

Wird mittlerweile auch aus den eigenen Reihen angezählt: Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez (IMAGO/Europa Press)

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Die sozialistische Minderheitsregierung von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez steckt in ihrer bislang schwersten Krise. Ermittlungen wegen mutmaßlicher Korruption reichen inzwischen bis in die Parteiführung der PSOE (Partido Socialista Obrero Español) und betreffen Schmiergeldzahlungen in bis zu fünf Ministerien. Parallel erschüttert eine Serie von Anzeigen wegen sexueller Belästigung führender Parteifunktionäre die Sozialisten – eine politische Gesamtsituation, die Sánchez auch parteiintern zunehmend unter Druck setzt.

Hinzu kommt eine herbe Wahlniederlage in der bisherigen PSOE-Hochburg Extremadura. Bei den vorgezogenen Regionalwahlen in Extremadura verlor die PSOE 14 Prozentpunkte und erreichte mit rund 26 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis in der Region. Die konservative Partido Popular wurde mit 43 Prozent stärkste Kraft, die rechte Vox verdoppelte ihren Stimmenanteil auf rund 17 Prozent. Extremadura galt fast drei Jahrzehnte lang als sozialistische Hochburg.

Im Zentrum der Korruptionsermittlungen stehen mehrere frühere und aktuelle Spitzenfunktionäre der PSOE. Zwei enge Vertraute von Sánchez, der frühere Verkehrsminister José Luis Ábalos und der frühere Parteiorganisator Santos Cerdán, befinden sich in Untersuchungshaft. Die Justiz wirft ihnen vor, Teil eines Netzwerks gewesen zu sein, das systematisch Schmiergelder bei öffentlichen Aufträgen kassiert habe.

Laut einem Bericht der Guardia Civil sollen bei manipulierten Bauaufträgen zwei Prozent des Auftragswertes als illegale Provision geflossen sein. Hauptzahler soll der Energiekonzern Acciona gewesen sein, der zwischen 2015 und 2024 rund sechs Millionen Euro gezahlt haben soll.

Zusätzlich untersucht die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft mutmaßlich manipulierte Ausschreibungen und Subventionen im Umfeld der staatlichen Beteiligungsgesellschaft SEPI. Bei Durchsuchungen in den Ministerien für Finanzen und Ökologischen Wandel sowie bei staatlichen Unternehmen wurden umfangreiche Unterlagen beschlagnahmt. Mehrere weitere Festnahmen gelten als wahrscheinlich.

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Ein weiterer Komplex betrifft den sogenannten „caso Hidrocarburos“. Dabei geht es um mutmaßlichen Mehrwertsteuerbetrug im Treibstoffhandel in Höhe von rund 231 Millionen Euro. Nach Angaben der Ermittler soll etwa eine Million Euro genutzt worden sein, um politische Unterstützung im Umfeld von Ábalos zu sichern.

Brisant ist auch eine laufende Untersuchung der Audiencia Nacional zu Barzahlungen der PSOE an Parteifunktionäre. Dabei geht es um Bargeldbeträge, die zwischen 2017 und 2021 an Ábalos und dessen Berater Koldo García geflossen sein sollen. Die Partei verweigert bislang eine Erklärung zu Zahlungen in Höhe von rund 32.000 Euro. Eine Unternehmerin gab an, selbst 90.000 Euro in Plastiktüten zur Parteizentrale gebracht zu haben. Die entsprechenden Akten wurden wegen der Schwere der Vorwürfe unter Geheimhaltung gestellt.

Zusätzlich belastet ein Verfahren gegen Sánchez’ Bruder die Regierung. Ihm wird mutmaßlicher Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er einen eigens geschaffenen Posten in einer Provinzbehörde in Extremadura nie ausgeübt haben soll.

Parallel zur Korruptionsaffäre gerät die PSOE durch zahlreiche Anzeigen wegen sexueller Belästigung unter Druck. Auslöser war der Fall des Sánchez-Beraters Francisco Salazar, gegen den Vorwürfe zunächst intern ignoriert worden sein sollen. Inzwischen sind laut Medienberichten mindestens sieben Fälle bekannt, die führende PSOE-Politiker in verschiedenen Regionen betreffen. Der Skandal trifft die Regierung besonders hart, da sich Sánchez stets als Vorkämpfer für Feminismus und Gleichstellung inszeniert hatte.

Die politischen Folgen zeigen sich bereits an den Wahlurnen. Nach dem Einbruch der Sozialisten in Extremadura räumte der bisherige PSOE-Regionalchef Miguel Ángel Gallardo ein: „Es ist ein sehr schlechtes Ergebnis, daran gibt es nichts zu rütteln.“ Sánchez selbst äußerte sich nicht öffentlich zur Niederlage.

Innerhalb der PSOE mehren sich inzwischen Rücktrittsforderungen. Der frühere Minister Jordi Sevilla erklärte, es brauche eine „solide Alternative“ zu Sánchez, um zu verhindern, dass dieser die Partei „in den Abgrund reißt“. Der sozialistische Regionalpräsident von Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, sprach von einem „juristischen Wirbelsturm“ und warnte: „Wenn es so weitergeht, wie es scheint, wird es eine ganze Ära infrage stellen.“

Auch frühere Parteigrößen wie der frühere Ministerpräsident Felipe González kritisieren Sánchez offen. Alfonso Guerra, ehemaliger Vize-Regierungschef, sagte, Sánchez’ „Priorität vom ersten Tag an“ sei es gewesen, „an der Macht zu bleiben“.

Trotz der wachsenden Krise lehnt Sánchez Neuwahlen bislang ab. Er verweist auf das im EU-Vergleich starke Wirtschaftswachstum Spaniens und betont, von den Korruptionsaffären in seinem Umfeld nichts gewusst zu haben. Von seinen früheren Vertrauten distanzierte er sich öffentlich, obwohl diese seinen politischen Aufstieg seit 2014 maßgeblich unterstützt hatten.

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30 Kommentare

  • Ich lebe seit etwa 30 Jahren in Katalonien und beobachte die politische Szene nur beiläufig. Aber es ist hier praktisch politisches Naturgesetz, dass rote und schwarze Regierungen regelmäßig über Korruptionsvorfälle stolpern und Rot dann nach Schwarz wechselt und nach einigen Jahren dann umgekehrt. Eines muss man dem Sanchez aber lassen: Er hat sich schon beträchtlich lange auf seinem Sitz gehalten.

    • Abascal würde Spanien gut tun. Die haben nicht umsonst seit Jahren massiven Zulauf!

      • Godzilla- Stimmt genau! Das schöne Spanien sollte wieder rasch in die richtige Richtung geführt werden.
        Der Sozialismus muß weg!

  • Jemand wie dieser Sánchez wird in unserer Führungsriege noch händeringend gesucht!

    • Von der Sorte haben wir selbst schon mehr als genug

  • Die Sozialisten haben nur noch Korruption zu bieten.

  • Der Sozialist muss weg. Schätze das auch die Spanier langsam die Nase voll haben von diesem linken destruktiven bösartigen woken Müll.

    • Die Spanier haben VOX gewählt, und VOX hat die letzte Wahl gewonnen.
      Aber wie das nun mal so läuft wurden sie betrogen, und bekammen eine linke Mega-Koalition unter Sanchez.

      • Kommt mir irgendwie bekannt vor!! Kenne da noch so einen Clown der nennt sich Münchhausens Fritzel!

    • Wie sehen denn die Wirtschaftszahlen von Spanien aus? VOX hat noch nie eine Wahl gewonnen. Deren Wahlergebnis lag 2023 bei 12,38% – nach über 15% 2019. Immer schön bei der Wahrheit bleiben! Spaniens Wirtschaft boomt geradezu, das Wachstum lag 2024 bei 3,2%, 2025 werden 2,9% prognostiziert. Die Arbeitslosenquote lag zwar bei ca. 10%, fällt aber und lag bei den Konservativen 2013 bei 26%…

      • #Nie wieder ..
        Der einzige Grund warum Vox nicht regiert in Spanien ist, dass sie , unter den „Linken“, keinen Koalitionspartner gefunden haben! Die Partei ist gerade mal 12 Jahre alt, sitzt aber bereits in den Parlamenten von 8 Regionen.
        Abascal wird das Land regieren, er ist meiner Meinung nach der am meisten unterschätzte Politiker in Europa. Auch Trump hat das festgestellt, nicht umsonst war Abascal einer der wenigen Europäer die zu Trumps Amtseinführung eingeladen waren.
        Also phantasier Dir ruhig weiter einen zusammen, jeder weiß was von dem linken Blabla zu halten ist.
        Wirtschaftswachstum Spanien? resultiert vor allem aus dem billigen Öl und Gas aus Russland, trotz angeblichen EU Sanktionen! Dazu kommen unmengen an Subventionen aus Brüssel.. alles nichts was noch lange Bestand haben wird.

      • Hat leider nichts damit zu tun, daß mehrere Hochrangige Politiker aus der Regierung Sanchez und aus seinem näheren Umfeld wegen Korruption und Schmiergelder verhaftet und Angeklagt wurden! Aber davon wollen ja unsere Linksgrünen wie Sie nichts wissen, ihr seid ja die GUTEN!

        • In Spanien ist es ja nicht üblich ,dass die Richter zu Abendessen eingeladen werden, auf denen die Richtung vorgegeben wird. Das rächt sich nun, und da kommen eben Politiker auch dorthin ,wie das Gesetz es vorsieht.
          So etwas passiert hier des öfteren ,und das ist auch gut .

          3
  • Da könnten die Spanier aber mal von Deutschland lernen: Bei uns prallen alle Korruptionsvorwürfe an einer vom Kanzler höchstselbst gegen die größte Oppositionspartei errichteten Brandmauer ab. Und alle machen mit, denn sie sind ja trotzdem und auf jeden Fall die „Guten“.

  • Wenn die Sozi’s auch endlich in Spanien abgedankt haben dann können die spanischen Sänger im nächsten Jahr doch noch beim Eurovision Songcontest mit Israel um die Wette singen… Vor allem was bringt der Boykott außer Nachteile für die eigenen Künstler aus dem eigenen Land die Zuhause bleiben müssen…

  • @ Godzilla
    ==========
    Falschmelder: „Die Spanier haben V O X gewählt …“
    Hier das Wahlergebnis vom letzten Sonntag in der Provinz Extremadura:
    PSOE 18
    Podemos-IU-AV 7
    V O X 11
    PP -Partido Popular 29

  • Sozialisten halt: Kennst du einen, kennst du alle !

    Wann begreift das die Spezies Mensch eigentlich ?;-)

  • Moralisch korrupte Sozialisten? Nein! Doch! Oooh…

  • So ist das in Linksextremen Regierungen in ganz Europa, Korruption, Vetternwirtschaft, Geld der Steuerzahler mit den Händen aus dem Fenster werfen usw. ! Wenn das ganze auffliegt wird es dann als Rechtsextreme Kampagne gefraemt und man lehnt natürlich Rücktritte ab und will einfach weitermachen!!

  • Sozialisten! Gibt es ein feineres Synonym für Korruption? Nein!

  • Auch nur eine WEF- und BlackRock-Marionette, die das eigene Land in den Untergang führt. Wie in Deutschland, Frankreich, Polen etc…..

  • Betr.: Spanien – FALSCHMELDUNG
    ============================
    Im Artikel: „… Verkehrsminister Ábalos & PSOE-Ex-Parteisekretär Cerdán befinden sich in U-Haft …“ – FALSCH !

    Fakt ist, daß Ábalos nicht einen Tag in U-Haft verbrachte und Cerdán Anfang November nach 5 Monaten U-Haft gegen Auflagen freigelassen wurde… “

    Im Gegensatz zu Deutschland, können die Spanier stolz auf ihre Justiz sein. So verhängten in Valencia die Richter in diversen Makroprozessen der Causa „Gürtel“ gegen die bösen Onkelz 756 (siebenhundertsechsundfünfzig) Jahre Qualm, während in der BRD dieser erbärmliche, ‚vergeßliche‘, die nationale Reputation im Ausland schädigende Kanzler einen Millionen-Prozeß auf dem Arsch hat.

  • korruption ist eine kernkompetenz der sozen. war 33 auch so.

  • Soll das ganze verkommene Königshaus gleich mitnehmen und den Weg endlich für VOX freimachen!

    • @ Godzilla
      ==========
      Hey Godzi,
      Ich empfehle: sich besser informieren, nicht nur die „BLÖD“ lesen, über den deutschen Teller mit Sauerkraut & Eisbein schauen …, den Horizont verbreitern …

      „… das ganze verkommene (spanische) Königshaus …“

      Letzte Woche machte Prinzessin Leonor, die Thronfolgerin, ihren ersten Alleinflug über dem Mittelmeer mit einer Schulmaschine der Luftwaffen-Akademie.

      Die Grundausbildung beim Heer zeigte die marschierende Prinzessin mit 30 kg Gepäck auf dem Rücken. Am Ziel angekommen, wurde sie mit den anderen Rekruten in ein Schwimmbecken gestoßen … Auf dem Schießstand erzielte sie gute Treffer …

      Ihre Grundausbildung bei der Kriegsmarine absolvierte Leonor auf dem Viermaster ‚El Cano‘ mit einer Fahrt nach Süd-Amerika. Man sah Bilder, wie sie in 30 Meter Höhe die Segel reffte.

  • Kein Wunder, dass Sanchez von diesem Sumpf ablenken will. Das geschieht routiniert durch Israelbashing, Rückzug vom ESC und anderen Anti-Israel-Manövern.

    • Das kommt noch oben drauf, aber diese Regierung war schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Um diese jämmerliche Koalition überhaupt zustande zu bekommen war u.a. eine Amnestie für ETA Terroristen im Gespräch… ..und alles nur um Rechts zu verhindern und die eigene Macht zu erhalten!

    • @ Leo Nidas
      ===========
      Hey Leo,
      „Israel-Bashing“ von Präsident Sánchez.

      Ich applaudiere Sánchez für seine Aktionen gegen „Bibi“, ‚El carnicero de Gaza‘. Waffen-Embargo gegen den Genozid-Staat, Schiffe mit Kriegsmaterial für die Genozider dürfen keine spanischen Häfen anlaufen, Boykott gegen die Shekel-Zähler bei internationalen Veranstaltungen.

  • Die antisemitischen spanischen Kommunisten stehen vor dem aus. Gut so.

  • Nein! Doch! Oh! Sozialisten korrupt? Mal etwas gaaaanz Neues. Die gesamte rot-grüne Bande gehört vom Planeten getilgt. Zumindest arbeiten wir daran.

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