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Berlin

Noch hunderte offene Verfahren: Zahlreiche Täter der Silvesternacht nicht verurteilt

Noch einen Monat vor Silvester belasten 230 offene Verfahren wegen Delikten in der vergangenen Silvesternacht die Berliner Justiz.

230 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten in der Silvesternacht wurden bislang nicht abgeschlossen (IMAGO/Jürgen Held)

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Noch einen Monat vor Silvester belasten zahlreiche Delikte aus dem letzten Jahreswechsel die Berliner Justiz, wie der Tagesspiegel berichtet. Bei der Staatsanwaltschaft liegen etwa 230 Ermittlungsverfahren offen, teilte Sprecher Michael Petzold auf dpa-Anfrage mit – darunter Untersuchungen zu Explosionen von Kugelbomben in Schöneberg und Tegel.​ Insgesamt leitete die Behörde nach dem Vorjahreswechsel 576 Verfahren zu silvestertypischen Straftaten ein. Anklage erhob sie in 83 Fällen, beantragte in 45 Strafbefehle ohne Gerichtsverhandlung und neun vereinfachte Jugendverfahren.

342 der insgesamt eingeleiteten Fälle wurden eingestellt, meist weil Täter nicht identifiziert werden konnten oder es sich um erstauffällige Jugendliche mit geringfügigen Delikten handelte.​ Besonders aufwendig sind die laufenden Untersuchungen zu den medial beachteten Kugelbomben-Explosionen in der Vorbergstraße in Schöneberg: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 13 Verdächtige, wie Sprecher Michael Petzold mitteilte. Ende Juli durchsuchte sie Wohnungen von drei Beschuldigten (18, 24, 26 Jahre). „Die Auswertung der sichergestellten elektronischen Datenträger dauert an“, erläuterte Petzold.

Die massive Detonation einer mutmaßlichen Kugelbombe in der Vorbergstraße in Schöneberg verletzte in der Silvesternacht vor einem Jahr fünf Personen und führte zu schweren Schäden an Fassaden sowie zum Zerbersten zahlreicher Fenster.​ Auch bei der Explosion eines illegalen Böllers im Bottroper Weg in Tegel laufen die Ermittlungen gegen einen damals 17-jährigen Verdächtigen weiter, bei dem bereits im Januar eine Durchsuchung stattfand.

Er wird verdächtigt, am Neujahrstag kurz nach Mitternacht inmitten einer Menschenmenge „den pyrotechnischen Gegenstand in einem Abschussrohr aus Glasfaserkunststoff gezündet zu haben“. Dadurch erlitt ein siebenjähriger Junge lebensbedrohliche Verletzungen mit mehrfachen Operationen und bleibenden Schäden, ebenso ein 41-Jähriger mit Blessuren an Bein und Hand.​

Auch der „Raketen-Influencer“ aus dem Westjordanland (damals 23), der bundesweit bekannt wurde, weil er eine Silvesterrakete auf eine Berliner Wohnung abschoss, hält die Justiz weiter auf Trab: Das Landgericht verurteilte ihn am 9. April wegen Sachbeschädigung zu sechs Monaten Bewährung – ohne Nachweis versuchter schwerer Brandstiftung oder Körperverletzung –, doch die Staatsanwaltschaft legte Revision ein, über die noch nicht entschieden ist. Kurz darauf verließ er Deutschland.

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13 Kommentare

  • Ja und?
    Berlin ist eben eine große Stadt und die Richter können nicht überall sein.
    Wir können von Glück sagen, das die es noch, mit letzter Kraft, geschafft haben die Hausdurchsuchung bei diesem gefährlichen Bolz zu unterschreiben! Nicht auszudenken was der hätte anrichten können…

    • Und JETZT gab es einen Hausbesuch bei HG Maaßen seitens der Waffenbehörde, in Begleitung von drei Uniformierten, um die vorschriftsgemäße Sicherung des Waffenschranks zu prüfen.

      Vor gerade mal einem Jahr gab es schon einmal eine solche Prüfung, da kam allerdings die Tante von der Waffenbehörde alleine und in Zivil, also unauffällig.

      Ein Schelm, wer böses dabei denkt…

  • Ditt is Balin, wa?

    • Juhnke würde sich im Grab umdrehen wenn er wüsste was die aus seinem Berlin gemacht haben…

  • Betrachtet man die aktuellen politischen Prioritäten, so scheinen die Ergebnisse auch nur diesen Prämissen zu folgen.

    Offenbar scheint es wichtiger zu sein, abweichende Meinungen scharf zu verfolgen und öffentliche Debatten zu stigmatisieren, als eine echte Meinungsvielfalt zu ermöglichen. Insbesondere wenn die geäußerten Meinungen den herrschenden Konsens infrage stellen, wird dies als eine Art politische Insubordination betrachtet und entsprechend schnell behandelt.

    Dies führt zu der empfundenen Fehlpriorisierung, dass die Aufarbeitung von Kapitalverbrechen wie Mord, Vergewaltigung oder Terrorismus zeitlich in den Hintergrund tritt. Schließlich hat die Justiz die Deutungshoheit inne und muss die Prioritäten neu bewerten.

  • Abgesehen von allem anderen: Man wusste genau was auf einen zukommt, an Silvester.

    Man hätte Schnellgerichte einrichten können, die binnen weniger Tage oder gar Stunden die Sache verhandeln und aburteilen, gnadenlos.

    Man hätte, hätte, Fahrradkette…

    Es ist schlichtweg politisch nicht gewollt von diesem Regime, diese Kriminellen zur Verantwortung zu ziehen.

    Wann begreift das der Letzte ?

  • Kapazitäten für N.Bolz sind aber vorhanden!

  • Ach lasst die „armen“ Jungs und Mädels doch laufen! Sind die nicht auch alle psychisch
    krank und brauchen alle eine sorgsame Betreuung und Behandlung?
    Die Ultralinke „Regierung“ von Berlin wird schon dafür sorgen, das Ihre Schäfchen nicht zu schlimm bestraft werden!

  • Alexander Solschenizyn (sinngemäß): Ein kommunistisches Regime erkennt man daran, dass die Kriminellen verschont, die Opposition dagegen mit nicht zu überbietendem Furor verfolgt wird.

    Falls jemand Ähnlichkeiten zur BRDigung findet, darf er sie sebstverständlich behalten.

  • BERLIN , Lost Place !

  • Wer will, setzt Prioritäten. Die Staatsanwaltschaft will das offenbar nicht. Es könnte ja das geliebt linksextreme Milieu oder das sensible Migrantentum betroffen sein.

    • Wer sagt die Staatsanwaltschaft würde keine Prioritäten setzen?
      Eigentlich sind deren Prioritäten doch gar nicht zu übersehen 🤣

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