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Rheinland-Pfalz

2,9 Millionen Euro staatliches Fördergeld kassiert – jetzt pleite: Holzbaufirma CL-Tech ist insolvent

Das Holzbauunternehmen CL Tech galt in der Branche als Hoffnungsträger. Das Unternehmen wuchs rasant und wurde von der Landesregierung Rheinland-Pfalz gefördert. Jetzt ist es pleite. Über hundert Mitarbeiter bangen um ihren Job

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imago stock&people

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Das Holzbauunternehmen CL-Tech aus Kaiserslautern ist im Bereich Hightech-Holzbau tätig und auf die Produktion anspruchsvoller Holzelemente spezialisiert. Dafür wurde das Unternehmen in der Branche als Senkrechtstarter gefeiert und vom rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium mit rund 2,9 Millionen Euro gefördert. Jetzt musste CL-Tech abrupt Insolvenz anmelden, wie agrarheute berichtete. Damit setzt sich die Pleitewelle in der Holzbranche fort.

Das Holzbauunternehmen stellte beim Amtsgericht Kaiserslautern einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Schritt erfolgte abrupt, obwohl das Unternehmen in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum verzeichnet hatte. CL-Tech startete im Jahr 2019 mit acht Mitarbeitern. Bereits 2023 beschäftigte der Betrieb rund 50 Mitarbeiter. „Die Nachfrage ist rasant, das Geschäft explodiert, wir haben zum richtigen Zeitpunkt in die richtige Sparte investiert“, sagte Geschäftsführer Jürgen Gottschall damals gegenüber agrarheute. Insgesamt arbeiteten zuletzt über 110 Mitarbeiter für das mittelständische Unternehmen.

2023 wagte Gottschall den nächsten Schritt und ließ für 50 Millionen Euro ein zweites Werk bauen. Damit wollte er sich auch von großen Industriekonzernen unabhängiger machen. Das neue Brettsperrholzwerk wurde 2023 in einer 11.000 Quadratmeter großen Halle eingeweiht. Zusätzlich wurden 30 neue Mitarbeiter eingestellt.

Im selben Jahr beteiligte sich das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium mit einem Innovationszuschuss und förderte das Unternehmen mit rund 2,9 Millionen Euro. Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt von der FDP erklärte damals: „Mittelständische Unternehmen wie CL-Tech sichern Arbeitsplätze und stärken die Wirtschaft in der Region.“ Die Fördergelder stammten aus Mitteln des Förderprogramms „Umsetzung betrieblicher Innovationen“ (IBI).

Der neue Betrieb sorgte jedoch für Probleme. Anders als erhofft erbrachte der neue Standort nicht die gewünschte Leistung. Schwierigkeiten in der Fertigung und ineffiziente Anlagen hemmten den Produktionsfluss. Anders als bei zahlreichen anderen Unternehmen der Branche ist die Insolvenz nicht primär auf gestiegene Energie- und Transportkosten, sondern auf fehlerhafte Produktion zurückzuführen.

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Die Holzbauwirtschaft hat zunehmend mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Hohe Energiekosten, Bürokratie und Absatzprobleme treiben zahlreiche Firmen an den Rand der Existenz – auch Traditionsunternehmen sind zunehmend betroffen. Zuletzt musste der süddeutsche Holzbaubetrieb Mocopinus nach 160 Jahren Unternehmensgeschichte schließen (Apollo News berichtete).

rs

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15 Kommentare

  • Und, haben Geschäftsführung und FDP-Ministerin (abgewählt) ihre Schäfchen im Trockenen?

    • Die FDP Ministerin sicherlich. Bei den Geschäftsführern wäre ich mir da nicht sicher. Meines Erachtens fehlten dem Unternehmen erfahrene Leute für die Finanzen.
      Talentierte Handwerker und Ingenieure können eine unglaubliche Innovationskraft entwickeln, scheitern aber häufig daran, die finanziellen Risiken richtig zu bewerten.
      Schade um die Firma.

  • Ich frage mich immer, wie es die deutsche Wirtschaft von 1950 ff zum Wirtschaftswunder, Exportweltmeister und dem Qualitätssiegel „Made in Germany“ geschafft hat, ohne dass pausenlos Fördergelder flossen…

    Achja, die Politik hat sich rausgehalten und es gab im späteren Verlauf eine sinnvolle EWG anstatt ein bösartiges Krebsgeschwür voller Metastasen namens EU…

    • @Spanien ist toll
      Viel Geld von big daddy USA haben auch gut geholfen

  • Schlagzeilen:
    Frankfurter Rundschau: Gaspreise explodieren wegen Iran-Krieg: Tappt Deutschland in die nächste Energie-Falle?
    NTV: Letzter Tanker vom Golf erwartet: Trotz zu erwartender Knappheit exportiert Deutschland plötzlich seinen Diesel.
    finanzmarktwelt.de: Deutsche Strompreise für Mai steigen auf das Vierfache des französischen Niveau.
    ifun.de: Elektroautos: Preise an Ladesäulen sorgen für wachsende Kritik.
    Frankfurter Rundschau: 100 Prozent: USA verkünden hohe Zölle auf Arzneimittel.

  • Rheinland Pfalz?Kein Mitleid,weiter so.

  • Sutor, ein bayerischer Schuhhändler mit langer Tradition, ist pleite. 41 Filialen stehen auf dem Spiel. 400 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Das 1934 gegründete Unternehmen hatte kurz nach der Übernahme Insolvenz angemeldet.
    Als Grund für die Insolvenz gelten wirtschaftliche Probleme. Auch im Schuhhandel spitzt sich die Lage zu. Immer weniger Kunden kaufen in den Innenstädten ein. Gleichzeitig steigen die Kosten für Personal und Energie. Dazu kommt die starke Preiskonkurrenz durch Online-Anbieter.

  • Industrieförderung funktioniet nur in China. Leider ein Fakt.

  • Das wird nicht das letzte Unternehmen sein.

  • Ich hoffe, den Managern kann wenigstens noch eine Bonusprämie gezahlt werden.

  • Wie wärs wenn der Staat nicht permanent Steuergelder in Unternehmen pumpt sondern die Wirtschaft einfach den Wettbewerb überlässt? Ja ich weiß, für Sozialisten ist das hart zu verstehen, aber der Staat ist nicht der Geldtopf der Unternehmen.

    Der Staat soll eine Umgebung schaffen in der Unternehmen frei und fair wirtschaften können, nicht Unternehmen schaffen die am Tropf hängen und wegen der zerstörten wirtschaften Umgebung in diesem Land eh pleite gehen

  • ‚Hightech-Holzbau‘ selten so gelacht!
    high-tech war sicher nur die Hobelmaschine.

  • Vertsteht keiner von den Hanseln hier, dass Niemand von euch mit dem Weltmarkt konkurrieren kann?

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