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Renditeanstieg

„120 bis 150 Milliarden Euro Zinsen pro Jahr“: Deutschland rast in die Schuldenspirale

Der Iran-Krieg treibt die Renditen deutscher Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2011. In Kombination mit Billionen Sonderschulden für Verteidigung, Infrastruktur und Rente könnte das den Bundeshaushalt mittelfristig deutlich stärker belasten. Deutschland kommt in den Sog einer Schuldenspirale.

Die Kosten für Zinsen dürften in Deutschland massiv ansteigen (IMAGO/Jens Schicke)

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Finanzfachleute beurteilen den deutlichen Anstieg der Renditen deutscher Staatsanleihen seit Beginn des Iran-Kriegs zunehmend mit Sorge. Zwar sei der bisherige Anstieg noch verkraftbar, erklärte der Ökonom Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Montag gegenüber Reuters, auf mittlere Sicht könne dies für den Bundeshaushalt aber zu einem enormen Problem werden.

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten zuletzt mit mehr als drei Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit 2011. Vor Ausbruch des Konflikts hatte der Satz bei etwa 2,7 Prozent gelegen. Laut Heinemann bedeutet dieser Anstieg „rechnerisch“ eine zusätzliche Belastung von rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für den Bund. Dieser plant, 2026 durch die Ausgabe von Bundeswertpapieren insgesamt 512 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufzunehmen.

Gleichzeitig warnte der ZEW-Experte vor den längerfristigen Folgen steigender Zinsen: „Dennoch ist der Anstieg der Renditen brisant.“ Bundesanleihen hätten in früheren Krisen als sicherer Hafen gegolten und eher Kursgewinne verzeichnet; „dies gilt nicht länger“. Heute nähmen Investoren offenbar höhere Risikoprämien auch bei deutschen Papieren in Kauf – ein Hinweis auf einen Vertrauensverlust. „Auf Dauer könnten die Kosten daher sehr viel höher sein“, sagte Heinemann mit Blick auf die Gesamtverschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden von rund drei Billionen Euro.

Diese Summe werde durch das Sondervermögen und die kreditfinanzierten Verteidigungsausgaben vermutlich weiter auf etwa vier Billionen Euro steigen. Während der Bund sich noch relativ günstig finanzieren könne, lägen die Zinsen für Länder und Kommunen bereits deutlich höher. „Deutschland steuert daher bei den Zinskosten aller Ebenen auf Beträge von 120 bis 150 Milliarden Euro pro Jahr zu“, so Heinemann. Ein Herauswachsen aus den Schulden werde „immer unrealistischer“.

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Auch Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg verweist auf den Einfluss des Krieges auf die Anleihemärkte. Steigende Inflationsängste und Spekulationen über weitere Zinsschritte der Europäischen Zentralbank erhöhten die Finanzierungskosten der Staaten zusätzlich. „Die finalen Auswirkungen lassen sich in dieser frühen Phase nach dem Schock noch schwer abschätzen“, so Völker. Sollten die Effekte anhalten oder sich durch neue Lieferkettenprobleme verstärken, werde die ohnehin angespannte Haushaltslage des Bundes weiter belastet.

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Noch stärker betroffen sind andere Euro-Staaten. Italien zahlt für zehnjährige Staatsanleihen derzeit rund vier Prozent, Frankreich etwas weniger. „In diesen Ländern droht das Schuldenwachstum außer Kontrolle zu geraten“, warnte Heinemann. Damit wachse die Gefahr einer neuen Schuldenkrise. Für die EZB entstehe daraus ein Spannungsfeld: Einerseits verlange die Inflation nach höheren Zinsen, zugleich könnten weitere Zinsschritte die Staatsfinanzen in mehreren Mitgliedsländern massiv unter Druck setzen.

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50 Kommentare

  • Glaubt hier irgendwer, unser Finanzminister würde diesen Mechanismus verstehen?

    • Nein, never, keine Chance, in bester Tradition zu WM Habeck…

    • Der sieht kein Problem, der nimmt einfach neue Schulden auf.

    • 😅😅😅😅

    • Man sollte einen Lehrling eben nicht zum Geschäftsführer machen. In der Politik ist das seit einigen Jahren aber der Fall.

  • Schulden sind für die Sozialisten ein geeignetes Mittel, an das Geld anderer Leute heranzukommen. Durch Zinsen lassen die sich dabei nicht abschrecken. Die können leicht durch noch mehr Schulden oder neue Steuern finanziert werden, solange noch irgendwo Geld anderer Leute vorhanden ist.
    Erst dann wird es kritisch.

    • Die EU arbeitet ja auch an der Bestandsaufnahme der Vermögen.
      vdL hat ausdrücklich gesagt : es geht nicht das die Bürger das Geld einfach auf dem Konto haben.

      In naher Zukunft werden sich Immobilieneigentümer die Augen reiben das der Staat ihr Eigentum mit einer Zwangshypothek belastet.

      Einfach gesprochen: noch mehr Schuldenaufnahme für sinnlose Ausgaben.

    • SOWAS konnte doch KEINER auch nur eraaahnen … 😮 😮 😮

  • Franziska Brandtner von den Grünen hat bei Welt über Klagen beim Bundesverfassungsgericht gegen den Missbrauch der „Sonderschulden“ gesprochen.
    Den Grünen und Linken fehle eine Mehrheit um dies als Parteien tun zu können. Also müsse die Klage von Bürgern kommen und sie seien da schon in Gesprächen.

    Der Reporter fragte, mit wem sie Gespräche führten…Antwort mit bestimmten Gruppen….

    Für mich klang das so, als sei man in Kontakt mit NGOs–vielleicht auch mit grünen Finanz“Allianzen“–die für die Grünen tätig werden könnten.

    Es scheint wie immer zu sein–was die Linken und Grünen politisch nicht erreichen können–müssen „links-grüne-Kampagnen-Netzwerke“ für sie tun.

    Auf Herrn Merz könnten noch ganz andere Hiobsbotschaften zukommen.
    Sollte er die SPD beim Geldraushauen nicht bremsen können–wäre die Koalition eh am Ende–und dann hoffentlich auch alle NGO-Förderungen , Geldpreise und sonstigen Hilfen für alle auf der Welt.

  • Sperrt ihn endlich ein diesen Nichtskönner und Deutschlandzerstörer.
    25 Jahr Minimum.

  • Ist doch gar kein Problem. Deutschland ist doch ein reiches Land.

    • Also zu dem Text hätte ich ergänzt (Vorsichtshalber: Sarkasmus) 😮

  • Wenn ich sehe, wer da im Finanzministerium in entscheidenden Positionen sitzt, dann könnten noch ganz andere Dinge zu Tage kommen. Vielleicht will auch deshalb Klingbeil keine Veränderungen.

    • Üblich wäre es, dass der Parteivorsitzende den Stuhl räumt, in diesem Fall alle Beide.
      Aber wer verlässt schon freiwillig den Futtertrog?

  • Merkel, die ganzen Mitglieder der Ampel Regierung und die Merz/Klingbeil Regierung gehören alle zur Rechenschaft gezogen.

    • Würde man im Privaten so mit dem Geld eines Unternehmens hantieren, würden die Handschellen klicken

      • … und würde jemand mit eigenem Geld so umgehen, würde er entmündigt … aber hier gibt es Orden von FW Steinmeier …

    • Aber von wem?

  • Merz könnte und muss das verhindern.

    • BlackRock will noch mehr Einfluß!

  • Ach kommt, Leute, das ist doch keine Meldung.

    Als ob IRGENDWER geglaubt hätte, dass diese Schulden jemals zurückgezahlt würden…

  • Jede schwäbische Hausfrau wußte es vorher.

  • Es gibt Staaten, da übernimmt bei unfähigen Regierungen und Politikern, das Militär die Macht. Aber wer oder was ist in Deutschland noch fähig?

  • Allein für die Veruntreuung der Gelder, für nicht zweckgebundene Ausgaben, hat er 25 Jahr Haft verdient. Ich hoffe es gibt Klagen.

  • Menschen, die keinerlei Bezug zum erwirtschaften von Wohlstand haben, sollten in der Politik keinerlei verantwortliche Position haben

    Solche Leute verursachen immer nur immensen Schaden.

    Klingbeil und Bas haben beide gezeigt, dass sie es nicht können. Beide sind auch ideologisch in ihrem politischen Wirken stimuliert, sodass Vernunftentscheidungen und Verantwortungsentscheidungen sichtbar unterdrückt werden.

    In der Krise braucht es Macher, die es auch können und wollen. Man kann über Schröder sagen, was man will, aber er hat in der wirtschaftlichen Krise vor über 20 Jahren das Ruder herumgerissen mit der Agenda 2010. So einen hat die SPD heutzutage nicht mehr.
    Wie auch der CDU ein Adenauer fehlt, der macht, was er sagt, Probleme anpackt und löst.

  • Wer den Bock zum Gärtner macht, braucht sich über nichts wundern.

  • Nun ja, dann muss man sich auf die Seite der Gläubiger begeben.

  • Von der Schulden Spirale in den sicheren Staatsbankrott
    super gemacht
    Bald ist es soweit, wenn das Sondervermögen/ Sonderschulden
    großzügig verteilt sind und die Verteilungskämpfe beginnen,
    dann kracht es ganz heftig im Karton.

    • Die hoffen doch, daß in den Kriegswirren
      gegen Rußland u. jetzt auch noch gegen
      den Iran ihre Schuldenorgien untergehen.

      • Ich denke wenn das Geld ausgebraucht ist
        und nichts wirklich investiert wurde
        werde sie das mit den viele Krisen begründen.
        Sie konnten ja nichts dafür und waschen ihre Hände in Unschuld.

  • Bei mir verfestigt sich immer mehr eine Annahme zur Gewissheit: Es gibt viel zu plündern in Deuschland. Plündern wir es also aus.
    Einige Fragen tauchen in den Medien nicht in der gebotenen Klarstellung auf: Wer sind die Gläubigen und Profiteure dahinter? Wohin fließt die Zinslast? Warum gibt es keine wirksame Haushaltskontrolle an der Ausgabenseite? Warum wird niemand auf politischer Ebene für den „Verschiebebahnhof“ verantwortlich gemacht? Der Zweckentfremdung der „Sonderverschuldung“, wie es das Ifo-Institut zutreffend bezeichnete.
    Im übergeordneten Sinne ist es eine rhetorische Frage, sofern man den Strömen des Geldes zur Quelle folgt und sich vor Augen hält, wer überhaupt dazu in der Lage ist. Herr Merz könnte als Lobbyist dieser Profiteurskaste dies beantworten, wird es aber nicht.

    • Die Profiteure sind Großbanken, Versicherungen, Pensions- und Investmentfonds. Ein ehemaliger Angestellter von Blackrock wird deutscher Bundeskanzler und macht jede Menge sinnloser Schulden. Sein ehemaliger Arbeitgeber kassiert die Zinsen in Milliardenhöhe ein. Die Bürger und Steuerzahler müssen dann mit ihrem Vermögen dafür zwangshaften. Modernes Raubrittertum vom Feinsten.

      • Einmal BlackRock, immer BlackRock! Wie beim CIA!

  • Seit 2015 gibt es kein einziges Jahr mehr, indem man nicht mit irgend welchen Sorgen leben muss. Eine Abzocke nach der anderen bzw. eine Gefahr nach der anderen. Dabei meine ich nicht mal die über 80 Messerattacken und Schiessereien pro Tag. Sie vernichten einfach unser Geld. Haben diese Politiker überhaupt die Grundrechenarten gelernt?

    • Wir bekommen das geboten was wir uns bieten lassen!

      • Was ich gern tun würde, darf ich gar nicht schreiben.

        • Wien 1848?

          0
    • Bei vielen dieser Volkszertreter ist es fraglich, ob diese überhaupt eine Schule besucht haben.

  • Billionensummen fürs Klima, für EE-Subventionierung, Migration und Ukrainekrieg…sowie Aufrüstung….

    Irgendwo muss die Kohle ja herkommen….

    Wie gewählt, so verschuldet !

  • Was erwartet man von einem Finanzminister,der nicht rechnen kann und einer Partei, die nicht rechnen will…??

    • Wer hat und verraten? Richtig! Die Sozialdemokraten! Das wußte man schon 1918/19!!

  • Tja, war wohl kein Thema im CallCenter….

  • Auf sein Sparbuch kriegt der Lars aber nicht so viele Zinsen…mehr wird er über den Bereich, in dem er Minister ist, wahrscheinlich eh nicht wissen…

  • DAS ist das „Können“ des Bundesfinanzministierenden, der von Tuten und Blasen nicht nur null, sondern noch viel viel weniger Ahnung als null in seinem Fachbereich hat! Hauptsache, die „N“GOs kriegen immer üppig genug Geld, damit sie so richtig weiter rambazamba gegen die Mehrheitsgesellschaft machen können!

  • Ach pssst, das kapiert der Pöbel – auch Wähler genannt – eh nicht. Also weiter gehen, es gibt nichts zu sehen

  • Immer raus mit der Kohle, gerne auch für den schmierigen Klima Shit. 3 %, 4%, 5% Zinsen, egal. Schulden sind ja Sondervermögen. Aber für die Millenials, GenZ, GenAlpha ist irgendwann Löhnemann und Söhne angesagt. Who bloody cares.😂

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