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Indigene Verbrecher

Wie ein Kriminalfall Kanadas zweifelhafte Diversity-Privilegien vor ein Dilemma stellt

In Kanada erhalten „indigene“ Täter per Gesetz oft niedrigere Strafen, „indigene“ Opfer können auf eine besonders scharfe Bestrafung ihrer Täter hoffen. Ein neuer Fall, in dem beide indianischstämmig waren, brachte nun für das Oberste Gericht ein Dilemma.

Von

Kanadas Oberster Gerichtshof (IMAGO/ZUMA Press)

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Kanadas Oberster Gerichtshof hat mit einem – anscheinend besonderen – Kriminalfall zu tun: Ein Mann hatte seine Partnerin brutal attackiert und zusammengeschlagen. Soweit eigentlich ein blutiger, aber nicht völlig außergewöhnlicher Gerichtsfall – wenn da nicht die Tatsache wäre, dass beide indianischstämmig oder, wie es heißt, „indigen“ sind.

Was das mit der Bestrafung zu tun hat? In Kanada sehr viel. Denn dort ist explizit per Präzedenzurteil und Kriminalgesetz geregelt, dass bei indianischstämmigen Tätern und Opfern andere Normen gelten. Vereinfacht gesagt gilt: „Indigene“ Täter erhalten oft in Anbetracht ihrer „historischen Diskriminierung“ und Lebenssituation niedrigere Strafen, während Verbrechen gegen „indigene“ Opfer oft besonders scharf bestraft werden. Beides trifft in diesem Fall aufeinander.

„Indigene Menschen sind überproportional häufig und in übermäßigem Maße inhaftiert, während indigene Frauen und Mädchen unter einem inakzeptabel hohen Ausmaß an Gewalt und Missbrauch leiden“, schrieb nun Kanadas Oberster Gerichtshof in seiner Entscheidung.

„Beide drängenden Probleme sind durch die Erfahrungen der Kolonialisierung geprägt; ihre gemeinsame Bewältigung ist von zentraler Bedeutung für den laufenden Versöhnungsprozess. Das Parlament hat versucht, beide Anliegen im Rahmen der strafrechtlichen Strafzumessung anzugehen.“

Wie löste das Gericht dieses Dilemma zweier „indigener“ Sonderprivilegien auf? Zugunsten des Täters. So entschied jedenfalls das Gericht mit fünf zu vier Stimmen. Der Mann erhält weiterhin nur eine dreijährige Freiheitsstrafe, keine fünfjährige, wie es die erste Instanz vorgesehen hatte.

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Vor allem aber bringt der Fall einmal mehr den privilegierten Umgang mit indianischstämmigen Tätern in den Fokus, der 1999 mit dem sogenannten „Gladue-Verfahren“ eingeführt wurde. Seit einem entsprechenden Urteil, das später, wie erwähnt, auch im Kriminalgesetz verankert wurde, sollen Gerichte bei der Straffestsetzung insbesondere bei indianischstämmigen Tätern ausdrücklich zunächst „alle verfügbaren Sanktionen – mit Ausnahme von Freiheitsstrafen – in Betracht gezogen werden, die den jeweiligen Umständen angemessen sind und dem den Opfern oder der Gemeinschaft zugefügten Schaden entsprechen“.

Die Minderheitsmeinung am Gericht forderte, in diesem Fall die ebenfalls „indigene“ Opferidentität – die eigentlich eine besondere Bestrafung erfordern würde – zu priorisieren, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

In jedem Fall war klar, woran sich nichts ändern würde: Indianischstämmige Täter, die nichtindianische Opfer attackieren, werden weiterhin oft niedrigere Strafen erhalten, während nichtindianischen Tätern, die indianische Opfer attackieren, besonders scharfe Strafen drohen. Faktisch nur aufgrund der jeweiligen Abstammung, alles im Namen des Kampfes gegen Rassismus, Ungleichheit und Kolonialisierung.

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22 Kommentare

  • Kanada ist bekanntermaßen Vorreiter des Wokismus. Was soll das alles: Hunderte von Jahren danach noch „Aufarbeitung“ durch ungleiche Behandlung zu betreiben? Sollten in Bayern Protestanten in Gerichtsverfahren wegen der Gegenreformation vor 500 Jahren milder bestraft werden? Was hat das alles mit den heute lebenden Menschen zu tun?

    • Es geht aber nicht um Dinge, die vor 500 Jahren geschehen sind, sondern um Menschen, die noch leben. So alt ist Wokismus nicht. Beispiel gefällig? In Kanada wird viel Geld mit Öl verdient, das dem Staat gehört. Daher wurde die Bevölkerung mal an den Gewinnen beteiligt. Es ging dabei um etwa 400 Dollar für jeden Bürger. Nein, halt, nicht jeden Bürger. Obdachlose und Indianer wurden nicht ausbezahlt. Die kanadische Geschichte – also die jüngere Geschichte – ist voll mit solchen Erscheinungen. Im Grunde können doch nur Täter mit der Regelung einer temporären Besserstellung der ehemaligen Opfer ein Problem haben.

      -21
      • Quatsch

  • Wie in der BRD. Man muß nur indigen mit Migrant austauschen und schon passt es.

    • Ich möchte es noch deutlicher formulieren: Bei uns ist es umgekehrt: Die Indigenen werden hier härter bestraft. Und das Kalifat in 200 Jahren wird das nicht wie Kanada umdrehen zu Gunsten der tausend übriggebliebenen nicht ausgerotteten Indigenen…

    • Unterirdischer Kommentar. Kann mich nicht erinnern unseren Migranten das Land weggenommen zu haben.

      -19
      • Dann geh mal in Berlin raus.
        Berlin wurde längst von Musels übernommen.

      • „unsere“ Migranten? ..studieren Sie mal ein paar Urteile bei migrantischen Tätern hier bzgl Gruppenvergewaltigung und Messerangriffen…Kuscheljustiz, also DEREN Länder sind noch da…Remigration jetzt!!
        Schnellschuss eines kurzschlüssigen Denkers oder gezielte AgitProp? Bleiben Sie besser bei der TAZ oder wo auch immer, welche linke Schmiere Sie bevorzugen!

  • Alle Menschen sind gleich – mache sind gleicher. Gerechtigkeit? Gleichheit vor dem Gesetz?

  • Kanada gefiel mir nie. Zu europäisch, zu staatsgläubig. Die schönen Landschaften machen das nicht wett. Dazu kommt noch MAID, eine staatliche Suizidhilfe. Völlig menschenverachtend.

    • TichysEinblick | Anna Diouf:
      ASSISTIERTER SUIZID
      Kanadas Lizenz zum Töten: Fremdbestimmung statt Selbstbestimmung

      Seit 2016 ist assistierter Suizid in Kanada legal. Zahlreiche Skandale werfen die Frage auf, ob der Missbrauch des Programms systemimmanent ist – zuletzt der Tod der 83-jährigen Brigitte Stegemann, die gegen ihren und gegen den Willen ihrer Familie getötet wurde.

      https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/kanada-assistierter-suizid/

  • Und ich dachte immer, alle Menschen wären vor dem Gesetz gleich, zumindest theoretisch.

    • Orwell schrieb schon „Alle Tiere sind gleich,nur wir Schweine sind gleicher „,genauso sieht es auch „Unsere Demokratie „.

  • Wenn man sich die Kriminalitätsstatistik aus Japan anschaut ist diese ungefähr 5 mal niedriger als in Deutschland (Japan police). In den USA sind die Leute aus Asien auch recht friedlich (FBI). Denen ist noch wichtig was andere von ihnen denken (Konfuzius) (Ist in Ostasien kulturell so).

  • Zweierlei Recht, in Kanada offiziell, bei uns „gelebte“ Rechtsprechung.

  • Was ein Glück, das wir in Deutschland ein Grundgesetz haben, in dem steht
    „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“.
    Aber wer weiß, was da noch so kommt?

    • Beleidigen Sie mal Ihren Nachbarn und dann einen Politiker. Dann sehen Sie, wie gleiche hier alle vor dem Gesetz sind.

  • An solchen Beispielen sieht man wie pervertiert westliche Rechtssysteme inzwischen sind. Gruselig. Strafbonus für bestimmte Gruppen. Auch hier bei uns –

  • Diskriminierung bedeutet Benachteiligung.
    Diskriminierung bedeutet dadurch auch Bevorzugung:
    Taeter vor Opfer vor POC vor Frau vor Mann ….. links vor rechts.

  • Ok, Kanada ist also auch von woker Hirnerweichung befallen und kein geeignetes Auswanderungsland.
    Hätte ich mir auch denken können, nachdem Kanada Quasi-EU-Land werden will.

  • Für DASSELBE Verbrechen DIESELBE Strafe!!!!! Wer das nicht versteht ist ein Trottel.

  • Nun, ein echtes Dilemma – aber trotzdem ein leichter Themenwechsel.

    In der „Humanistencommunity“ war es ja „Mode“, einen banalen Namen zu latinisieren oder gar zu gräzisieren, um seine Zugehörigkeit zu signalisieren. So wurde aus dem schwarzwälder Bauernbub Martin Waldseemüller der Kartograph „Martinus Hylacomylus“ (er nannte die „Neue Welt“ erstmals „America“), aus Hans Kryffz aus Kues an der Mosel „Nicolaus Cusanus“ und aus Philipp Schwarzerd aus Bretten eben „Melanchthon“.

    Ähnliches scheint heute in der „Gutmenschencommunity“ en vogue zu sein: Aus dem ordinären Judenhasser wird ein fremdsprachlich aufgewerteter „Antisemit“ – und die Indianer, Eskimos, Kanaken in Polynesien, oder irgendwelche Negerstämme würden wohl lauthals protestieren, wenn man sie als „Eingeborene“ bezeichnete. Aber, wenn man die kolonialistisch geschädigten „Eingeborenen“ lateinisch zu „Indigenen“ adelt, sieht das schon ganz anders aus …

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