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Weiterer Paukenschlag bei der Linksfraktion: Bartsch tritt ab

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Dietmar Bartsch bei einer Parteiveranstaltung 2021. Foto: DIE LINKE

Nur wenige Tage nachdem Amira Mohammed Ali, die Fraktionschefin der Linken im Bundestag, ihren Verzicht auf das Amt erklärte, hat nun auch Dietmar Bartsch sein Ende an der Fraktionsspitze angekündigt. Zur innerfraktionellen Wahl Anfang nächsten Monats will der langjährige Linken-Politiker nicht mehr antreten.

Mit den aktuellen Querelen in der Partei, die auch Co-Vorsitzende Mohammed Ali zum Rücktritt bewegt hatten, habe der Entschluss jedoch nichts zu tun, beteuert Bartsch. „Meine Entscheidung, den Fraktionsvorsitz nach acht Jahren abzugeben, in denen ich die Fraktion zunächst mit Sahra Wagenknecht, dann mit Amira Mohamed Ali geleitet habe, ist lange vor der letzten Bundestagswahl gefallen“, erklärte er in einem Schreiben an die Fraktion, aus dem die DPA zitiert.“

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Linke verliert letztes Zugpferd

Bartsch gilt als einer der wenigen Politiker der Partei, die noch über Strahlkraft verfügen – von den Spitzenpolitikern der Linken ist er einer der beliebtesten, zeigen Erhebungen immer wieder. Kaum jemand außer der im innerparteilichen Abseits stehenden Sahra Wagenknecht ist bekannter oder beliebter als Bartsch.

Noch vor rund einer Woche zeigte Bartsch sich kämpferisch: „Ich will die Fraktion zusammenhalten“, erklärte er – „ich tue weiter alles dafür, dass es keine Implosion der Linken geben wird.“ In der Presse war man sich sicher, dass der SED-Mann, der 1977 in die Partei eintrat und als Schatzmeister wohlmöglich viele Pfründe der Partei über die Wende hinaus rettete, nochmal antreten und unangefochten gewinnen würde. „Dass er sich Anfang September noch einmal zur Wahl stellt, bezweifelt kaum mehr jemand“, hieß es vor sechs Tagen beispielsweise in der Süddeutschen Zeitung.

Der unerwartete Rückzug bringt die Partei nun in ernsthafte Schwierigkeiten – Bartsch ist ihr letztes wirkliches Zugpferd. Wer jetzt die Rolle von Bartsch übernehmen könnte, ist völlig offen.

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