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VDMA

„Versorgungsengpässe im kommenden Winter“ – Maschinenbau warnt vor Gasmangel

Nur gut 50 Prozent: Deutschlands Gasspeicher sind für diese Jahreszeit historisch schwach gefüllt. Nun warnt der Maschinenbau vor Versorgungsengpässen im kommenden Winter. Besonders hart von einer Mangellage wäre die Industrie betroffen. Kommt es zur Ausrufung der Notfallstufe, drohen dort zuerst Lieferkürzungen und Abschaltungen.

Der VDMA-Pavillon auf der Düsseldorfer Messe 2025 (IMAGO/Rech)

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Die Füllstände der deutschen Gasspeicher liegen auf einem erschreckend niedrigen Niveau – so niedrig wie seit Jahren nicht mehr zu diesem Zeitpunkt. Und mit jedem Tag, der vergeht, rückt die Möglichkeit einer echten Mangellage im Winter näher. Die Besorgnis in Politik und Wirtschaft wird zusehends größer. Vor allem aus dem Maschinenbau kommen nun Warnungen.

Am vorvergangenen Donnerstag waren die deutschen Gasspeicher zu 50,2 Prozent gefüllt. Nach Angaben des Speicherverbands INES ist das der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Zum 27. August waren es mit rund 51,45 Prozent zwar etwas mehr als eine Woche zuvor, doch auch das ist keine positive Meldung. Denn ein Jahr zuvor, Anfang September, lag der Wert noch bei 70,65 Prozent. Besonders erschreckend fällt der Blick auf die Füllstände der deutschen Gasspeicher auch dann aus, wenn man den europäischen Vergleich heranzieht. Der Verband Gas Infrastructure Europe (GIE) meldet für den 11. August 2026 einen EU-Füllstand von 59,4 Prozent.

Vor diesem Hintergrund schlägt nun der Branchenverband VDMA, der über 3.000 Unternehmen der Schlüsselindustrie Maschinen- und Anlagenbau mit rund einer Million Beschäftigten vertritt, Alarm. „In der Branche wächst in Anbetracht der langsamen Speicher-Befüllung die Sorge über Versorgungsengpässe im kommenden Winter“, sagte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des VDMA, Anfang der Woche in Frankfurt. Erdgas werde Brodtmann zufolge im Maschinen- und Anlagenbau für viele kritische Prozesse benötigt, vor allem in Gießereien und bei der Wärmebehandlung von Metallen, die sich nicht kurzfristig auf andere Energieträger umstellen lassen.

Ein physischer Gasmangel oder explodierende Preise wären daher eine signifikante Gefahr für die Industrie. Der Verband nimmt in seiner Stellungnahme dabei ausdrücklich auch die Politik in die Verantwortung: „Versorger, Großhandel und letztlich auch die Regierung haben eine klare Verantwortung für die Versorgungssicherheit“, sagte Brodtmann. Man appelliere nachdrücklich daran, rechtzeitig aktiv zu werden und ausreichende Vorräte sicherzustellen.

Der VDMA steht mit seiner Warnung längst nicht allein da. Die Speicherbetreiber selbst geben ihre Sorgen öffentlich kund: „Deutschland steuert aktuell auf erhebliche Risiken in der Gasversorgung zu“, sagte der Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (INES), Sebastian Heinermann, Mitte August im Gespräch mit t-online.

Um die von Händlern bis November gebuchten 76 Prozent der Speicherkapazität zu erreichen, müssten die Füllstände nach INES-Berechnungen um 0,34 Prozentpunkte pro Tag steigen – zuletzt waren es 0,22 Prozentpunkte. Es ist also wahrscheinlich, dass die Marke von 76 Prozent der Speicherkapazität bis zum Wintereinbruch nicht erreicht werden wird. Das ist durchaus problematisch, denn selbst dieser Wert würde bei kalten Temperaturen nicht ausreichen, um die Versorgung über den gesamten Winter aufrechtzuerhalten.

Um auch auf einen sehr kalten Winter vorbereitet zu sein, müssen Speicherkapazitäten nicht nur ausreichend gebucht, sondern auch befüllt sein, erklärte Heinermann in einer Stellungnahme im Mai dieses Jahres. „Wir wissen bereits aus dem letzten Winter, dass eine Buchungs- und Befüllungssituation in Höhe von 76 Prozent nur reicht, wenn das Wetter mitspielt“, führte der Experte aus. Üblich seien zum Start der kalten Jahreszeit Füllstände in Höhe von 90 Prozent.

Wie weitreichend die negativen Folgen einer Gasmangellage im Winter – besonders für die Industrie – tatsächlich sein könnten, lässt sich vor allem daran ermessen, was passieren würde, wenn die Regierung die dritte Stufe des Notfallplans Gas ausrufen würde. Der dreistufige Notfallplan unterscheidet zwischen Frühwarn-, Alarm- und Notfallstufe. Die 2022 ausgerufene Alarmstufe des Notfallplans Gas galt mehr als drei Jahre und wurde erst im Sommer 2025 von Wirtschaftsministerin Reiche aufgehoben.

In der dritten Stufe greift der Staat hoheitlich ein: Die Bundesnetzagentur teilt dann das knappe Gas als Bundeslastverteiler zu. Weil private Haushalte, soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime, Polizei, Feuerwehr sowie Gaskraftwerke gesetzlich geschützt bleiben, träfen verordnete Lieferkürzungen und Abschaltungen unmittelbar und mit voller Härte die Industrie. Kurz gesagt: Bei einer Eskalation der Gasmangellage und der Ausrufung der dritten Stufe würde zuerst die Industrie von der Versorgung getrennt.

Haushalte sind jedoch keineswegs außen vor. Zwar werden sie bevorzugt versorgt, dafür schlagen jedoch die hohen Preise voll auf sie durch. Vor der Abschaltung schützt sie das Gesetz, vor den Preisen nicht. Die Zukäufe von Gas im Großhandel sind derzeit enorm teuer. Kaufen Speicherbetreiber nun also Gas für den Winter ein, werden die Kosten zwangsläufig auch auf die Verbraucher umgelegt.

Am niederländischen Referenzmarkt TTF kosten die Terminkontrakte inzwischen rund 68 Euro je Megawattstunde (Stand: 27. August) und damit so viel wie zu keinem Zeitpunkt seit Januar 2023 – ein Dreijahreshoch (mehr dazu hier).

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45 Kommentare

  • Es scheint gewollt zu sein…..

    40
    • Zumindest sind die Oberen sich der Situation bewusst.
      Die europaweiten amtlichen Zahlen dazu kann jeder im Internet nachlesen, tagesaktuell:
      https://agsi.gie.eu/

      Mit einem Lagerbestand von 14,35% des Jahresbedarfs sind wir weit unten im EU-Vergleich.
      Die Aussage unserer Politiker „Am Markt ist genügend Gas vorhanden“ wird sich schnell als Trugschluss erweisen. Denn wenn es einen kalten Winter gibt, wollen sehr Viele kaufen.
      Und LNG fließt nicht „sekundenschnell“ durch dicke Rohre, sondern kommt über tausende km per LNG-Tanker. Nicht nur, dass deren Kapazität knapp ist, auch die Lieferung dauert Wochen.

      11
    • Im Januar 2027 wird der digitale Euro eingeführt.

      Denn will keiner Haben, der in Wohlstand lebt, weil die Zahlungsfähigkeit mit ihm eingeschränkt werden kann.

      Der Staat entscheidet, dann wer was wo und wann kaufen kann.

      Deshalb muss eine Not erzeugt werden, dessen Lösung der digitale Euro ist.

      11
    • Genau so sieht es auch aus.
      Erst künstlich verknappen und dann die Preise hochschrauben.

      1
  • Gasmangel heißt bei Dunkelflaute auch Strommangel. Das wird ein interessanter Winter.

    20
    • Anders herum auch.
      Wenn der Strom weg ist, läuft auch die Gastherme nicht.

      11
    • „Be prepared!“ würde der Franzose sagen … 😉

      1
  • Womit verhindert man eine Gasmangellage?
    Mit Industrieabbau.
    SchwarzRot arbeitet daran.

    24
    • Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall will in Neuss ein Technologiezentrum errichten und dafür 250 Millionen Euro investieren .
      Neuss entwickelt sich damit zu einem weiteren bedeutenden Produktionsstandort des Dax-Konzerns in NRW.
      Dass die hiesige Landesregierung die Investitionen sehr begrüßt und das Land zum Rüstungsstandort ausbauen will, schmecke nicht jedem…
      NRW Wirtschaftsministerin Neubaur will Rüstungsindustrie für Strukturwandel nutzen. „Bis zu den Landtagswahlen im April 2027 wollen wir das Thema so bearbeiten, dass es ein substanzieller Teil von nordrhein-westfälischer Industrie- und Zukunftspolitik ist“, sagte Mona Neubaur am Rande einer Veranstaltung der Academy of International Affairs NRW in Düsseldorf
      – erfolgreicher Strukturwandel…

      2
      • Und dieser neue Produktionsstandort erfordert keine Gaslieferungen?

        8
      • «Wir werden auf den Krieg vorbereitet»:
        Psychoanalytikerin Fischer über das Spiel mit der Angst
        https://www.youtube.com/watch?v=uO0azkF9p3M 34 Min.
        – Kriegsrhetorik nicht nur Rheinmetall

        1
  • Offensichtlich haben schwarz-rot-grün (denn grün regiert ja immer mit) bei elementaren Fragen der Energiesicherheit keine Lösungen parat und wir fahren schon wieder sehenden Auges in die Katastrophe.
    Ob wir beim nächsten Mal wieder „nur“ mit explodierenden Preisen davon kommen, bleibt abzuwarten.

    23
  • Ich hoffe das wir im Winter zumindest mal im dunkeln ohne Heizung für ein paar Tage sitzen, damit auch der letzte Michel es merkt das nur die AFD die Lösung sein kann!

    24
    • Dazu müsste der Michel verstehen, wer verantwortlich ist.

      21
    • Zu dem Thema war der Stromausfall in Berlin nur ein kleines „Fingerschnipsen“.

      5
    • genau, dann kommt ein AKW vor Deine Haustür

      0
  • Die pol. Verantwortlichen wissen es, sie machen nichts dagegen, dann ist es genau so gewollt.

    6
    • Ich denke eher, dass die Milliarden in der Ukarine „besser angelegt“ sind als in der Gasversorgung der deutschen Bevölkerung.
      Wenn kaufen, dann jetzt!
      Allerdings ist selbst damit die sorgenfreie Versorgung nicht mehr zu erreichen.
      Eng wird’s auf jeden Fall.

      -2
  • Die Northstream-Pipelines könnten jederzeit wieder in Betrieb genommen werden.

    28
    • „Könnten“ ist richtig.
      Kann aber nicht, weil der gasliefernde große Bruder im Westen den Daumen drauf hält!

      7
  • Prima, wenn also Industrieunternehmen ihre Produktion einstellen müssen, wird kein CO2
    Mehr ausgestoßen.
    Habecks Wunsch geht in Erfüllung.
    Und zigtausende arbeitslose sind dann eben Kollateralschäden.

    1
  • „Der VDMA ist der größte Industrieverband des Maschinen- und Anlagenbaus in Deutschland und Europa.“ Was juckt es die deutsche Regierung, was die zu sagen haben.

    6
    • „Die gehen nicht pleite, die produzieren nur nicht mehr!“

      7
  • Im Januar 2027 wird der digitale Euro eingeführt.

    Denn will keiner Haben, der in Wohlstand lebt, weil die Zahlungsfähigkeit mit ihm eingeschränkt werden kann.

    Der Staat entscheidet, dann wer was wo und wann kaufen kann.

    Deshalb muss eine Not erzeugt werden, dessen Lösung der digitale Euro ist.

    4
  • Friedrich Merz unterstützt heute in Kühlungsborn, Mecklenburg-Vorpommern, CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters beim Straßenwahlkampf.
    Später nimmt er in Quedlinburg, Sachsen-Anhalt, mit Sven Schulze an einer Gesprächsrunde mit Landtagskandidaten, Amts- und Mandatsträgern teil.

    -9
    • AA…und weiter?!🤔🤔🤔🤔🤔🤔

      3
  • Kein Gas im Speicher, aber Hauptsache die Transformation läuft. Wenn im Winter die Heizung ausfällt und die Fabriken stillstehen, merken vielleicht selbst die treuesten Wähler der Altparteien, wohin uns diese Politik führt. Aber keine Sorge, frieren für den Endsieg der Planwirtschaft ist ja schließlich alternativlos. Die Quittung gibt es an der Wahlurne – Zeit für die AfD.

    14
    • Die als „Aufforderung“ anzusehenden Wahlen (Wahlergebnisse) finden vor der Heizperiode statt.
      Das bedeutet, dass die Gas-Mangellage (günstig) viel später eintritt.

      3
  • Unsere Merzregierung hat doch bis jetzt Alles getan,damit Deutschland total abhängig von anderen Ländern wird.
    Wir können uns ja nicht mal alleine mit Strom versorgen,Gas haben wir auch nur wenig und mit Nahrungsmitteln wirds auch eng.Wir sind ein Entwicklungsland geworden,wir wissen es nur noch nicht,denn wir werden von dieser Diktatur manipuliert.

    1
  • Jetzt schon kaufen würde der Preis für Gas in Sommer schon hochtreiben. Also riskiert man die Versorgung Sicherheit eines Landes in der Hoffnung das geht irgendwie gut. Das ist schon die Definition von Verantwortungslosigkeit

    0
  • Gasmangel… ich lese ständig etwas von Gasmangel.

    Es gibt andernorts genug Gas, man muss nur wollen…
    Und dann kleinlaut darum bitten… ähnelt dem Gang nach Canossa.

    2
  • Nicht jammern, als Unternehmer seine Firma in’s Ausland verlegen!
    Gasmangellage….. es gibt grössere Probleme in Deutschland. Zum Beispiel könnte die AfD Wahlsieger in S-A werden……die wären sowas von schlecht für die Wirtschaft und kein Investor würde noch dort investieren, sagt Fritze……

    1
  • Der gewollt Gasmangel damit auch der letzte Betrieb und die kleinste Firma pleite geht.
    und ihr merkt es noch nicht einmal.

    10
  • Diese Meldung ist unvollständig. Richtig müsste sie heißen: „Maschinenbau warnt vor Gasmangel und vor Wahlerfolgen der AfD“

    1
  • Gas gibt es genug, aber man darf nicht vom bösen Russen auch noch billig kaufen..

    4
  • Jeden Mitglied der Altparteien Strom und Gas abdrehen.

    12
  • Jeder der die Kartellparteien wählt, neben dem Bundeskanzleramt und Bundestag, sollte zuerst der Strom und das Gas abgestellt werden, wenn es nötig ist. Schließlich haben uns diese Ignoranten und manipulierbaren Mitbürger in diese Situation durch ihre Wahlentscheidung gebracht.

    11
  • ….Je mehr man sich Russland zum Feind macht,
    und sich in einen „Bruderkrieg“einmischt,der „Uns überhaupt nichts
    angeht,desto teurer wird es!
    Der „AMI“ freut sich!!! 🙁
    Eine Vase für Meine Tränen !!!

    3
  • Eine Gasmangellage ist doch nicht so schlimm,wie sagte einst Deutschlands größter Philosoph und Fährenflüchtling „Die Betriebe hören bloss auf zu produzieren“

    4
  • Wem ist der VDMA in den letzten dreißig Jahren in den Besagten gekrochen? Jetzt nicht beklagen!

    1

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